Nach tödlichem Schuss am "Rust"-Filmset: Beleuchter ver­langt Scha­dens­er­satz von Alec Baldwin

20.04.2026

Nach dem tödlichen Schuss am Set von "Rust" steht Alec Baldwin bald womöglich erneut vor Gericht – dieses Mal vor einem Zivilgericht. Ein Beleuchter wirft ihm fahrlässiges Verhalten vor und verlangt Schadensersatz.

Auf den US-Schauspieler Alec Baldwin (68) kommt nach dem tödlichen Schuss auf eine Kamerafrau bei einem Western-Filmdreh eine Zivilklage zu. Der Beleuchter Serge Svetnoy, der am Set mitarbeitete, wirft Hauptdarsteller und Produzent Baldwin unter anderem fahrlässiges Verhalten vor und fordert Schadenersatz. 

Bei den "Rust"-Dreharbeiten im Oktober 2021 war die 42-jährige Kamerafrau Halyna Hutchins tödlich verletzt worden, als sich ein Schuss aus einer Requisitenwaffe löste. Baldwin hatte die Waffe bedient. Das Projektil traf auch Regisseur Joel Souza an der Schulter, wodurch dieser verletzt wurde. Untersuchungen ergaben später, dass in dem Colt eine echte Kugel steckte. 

Svetnoy macht geltend, die Kugel sei in nächster Nähe an seinem Gesicht vorbeigeschossen. Er habe die am Boden liegende Hutchins in den Armen gehalten und hilflos zusehen müssen, wie sie im Sterben lag. Dies habe ihn emotional sehr mitgenommen. Der Beleuchter bringt Verstöße gegen Sicherheitsauflagen vor, etwa, dass es scharfe Munition am Set gab und Baldwin die Waffe auf eine Person richtete. 

Svetnoy hatte seine Zivilklage bereits kurz nach dem Vorfall eingereicht, ein Richter in Los Angeles gab nun grünes Licht. Nach Mitteilung von Svetnoys Anwalt soll das Verfahren im Oktober beginnen. Vorher könnte es aber zu einer außergerichtlichen Einigung kommen, um damit einen Prozess zu umgehen, berichteten US-Medien. 

Strafverfahren gegen Baldwin eingestellt

Eine Waffenmeisterin, die für die Waffensicherheit am Set zuständig war, ist wegen fahrlässiger Tötung zu einer Haftstrafe von 18 Monaten verurteilt worden

Auch Baldwin selbst war wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Im Juli 2024 hat die Richterin den bereits angelaufenen Strafprozess aber überraschend eingestellt. Die Verteidiger hatten der Staatsanwaltschaft die Vorenthaltung von Beweismitteln und damit grobes Fehlverhalten vorgeworfen. 

Die Frage, wie die scharfe Munition ans Set gelangte, ist bis heute allerdings nicht geklärt. Sowohl Baldwin als auch die Waffenmeisterin hatten die Schuld wiederholt von sich gewiesen. 

Im Übrigen gab es schon mehrere Zivilverfahren gegen Baldwin und andere "Rust"-Produzenten. Der Ehemann der Kamerafrau, Matthew Hutchins, hatte sich mit dem Hollywood-Star außergerichtlich auf eine Entschädigung geeinigt. Auch die Eltern und eine Schwester der Kamerafrau forderten Schadensersatz.

Zudem hat eine US-Behörde für Arbeitsschutz im Jahr 2022 wegen mangelnder Sicherheit am Set eine Geldbuße verhängt. Die Produzenten mussten knapp 137.000 US-Dollar (etwa 126.000 Euro) zahlen

dpa/xp/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Nach tödlichem Schuss am "Rust"-Filmset: . In: Legal Tribune Online, 20.04.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59760 (abgerufen am: 15.05.2026 )

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