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AG Berlin-Tiergarten verurteilt Taxifahrer: Drei Jahre Haft für dreiste Touri-Abzocke

21.02.2014

Am Flughafen abseits des offiziellen Halteplatzes für Taxis passte er ahnungslose Touristen ab und verlangte Wucherpreise. Nun muss der Berliner Taxifahrer, der seine Fahrgäste auch gerne schon mal um das Wechselgeld prellte, für drei Jahre ins Gefängnis.

Fast 300 Euro für zehn Kilometer: Ein ehemaliger Berliner Taxifahrer, der Wucherpreise von ahnungslosen Touristen kassiert hat, muss drei Jahre hinter Gitter. Das Amtsgericht (AG) Tiergarten in Berlin verurteilte ihn am Donnerstag wegen gewerbsmäßigen Betruges. Das Gericht kam nach einem fünfwöchigen Prozess zu der Überzeugung, dass er im Jahr 2012 in 14 Fällen für Stadtfahrten horrende Summen kassiert hat. So habe der 48-Jährige einer Frau für eine Strecke von zehn Kilometern insgesamt 296 Euro abgenommen. Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten plädiert, der Verteidiger auf Freispruch (Urt. v. 20.02.2014, Az. 213-27/13).

Der Familienvater habe sich am Flughafen in Berlin-Tegel immer wieder abseits des offiziellen Halteplatzes postiert und nach möglichen Opfern Ausschau gehalten, hieß es im Urteil. Häufig habe der Taxifahrer auf den Geldwechsel-Trick gesetzt. Hatte er beispielsweise einen 50-Euro-Schein erhalten, habe er behauptet, es sei lediglich ein Zehner gewesen.

"Der Ruf der Stadt wird durch solche Taten geschädigt", sagte der Richter. Der damalige Taxifahrer habe zudem betrogen, obwohl er wegen einer anderen Tat unter Bewährung stand. Auch eine Hausdurchsuchung im Zusammenhang mit den Schwindeleien habe ihn nicht davon abgehalten, weitere Opfer abzuzocken.

dpa/mbr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

AG Berlin-Tiergarten verurteilt Taxifahrer: Drei Jahre Haft für dreiste Touri-Abzocke . In: Legal Tribune Online, 21.02.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/11126/ (abgerufen am: 22.04.2019 )

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Kommentare
  • 21.02.2014 14:56, FF

    stimmt, unter nichts leidet der Ruf Berlins stärker als einem einzelnen Taxifahrer. Man hätte gleich auf lebenslänglich plädieren sollen. Der Richter geht über das von der stv geforderte hinaus - drei Jahre für den Familienvater, der keinerlei Gewalt angewendet hat, sind schon traurig. Blabla Bewährung. Scheiß Gefängnisse, sag ich da!

    • 21.02.2014 16:22, Xaerdys

      Gewerbsmäßiger Betrug hat einen Strafrahmen von 6 Monaten bis zu 10 Jahren, davon 14 Fälle, die alle in Tatmehrheit stehen dürften. Bei einer gewöhnlichen Gesamtstrafenbildung kämen sie da ca. bei 45 Monate, also 3 Jahren und 9 Monaten raus, wenn für jede Tat nur die Mindeststrafe verhängt würde. Dass es weniger ist verdankt er im Grunde nur der Praxis der Rechtsprechung bei vielen Taten die Strafen weiter zu senken. Im Übrigen greift er Opfer an, die hier fremd sind, sich also nicht gut verteidigen können.

      Es ist also im Grunde gut bedient. Von wegen: Scheiß Gefängnisse. Sieht eher danach aus, als hätt' er das gut verdient.

    • 22.02.2014 08:55, Jo Nase

      Was ist das denn für ein sachlicher, durchdachter Kommentar?
      Warum hat man Mitleid mit einem Serientäter auf Bewährung, der selbst nach einer Hausdurchsuchung immer noch zu dumm ist Vorsicht walten zu lassen?
      Und welche Rolle spielt es, ob er Familienvater oder Gewaltverbrecher ist?

      Langweiliger Unsinn, sag ich da.

    • 28.02.2014 13:32, warlord

      Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Der Taxifahrer stand unter Bewährung. Er hat die Strafe also nicht aus "dem Stand" aufgebrummt bekommen. Wer trotz Hausdurchsuchung weitermacht, hat einen extra "Blödmann-Bonus" von mindestens 1/2 Jahr verdient.

  • 21.02.2014 22:31, WarmalTaxifahrer

    Ob bei diesen Tarifen die Herren Jain und Ackermann noch nach Berlin fahren ?

  • 24.02.2014 06:11, <a target="_blank" href="http://www.scoop.it" >www.scoop.it</a>

    www.scoop.it verlinkt auf diesen Artikel mit folgendem Linktext: <br /><a target="_blank" href="http://www.scoop.it/t/recht-steuern-und-finanzen/p/4016486541/2014/02/24/dreister-taxifahrer-zockt-fahrgaste-ab">
    Dreister Taxifahrer zockt Fahrg&auml;ste ab


    </a>

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