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AG Augsburg zu öffentlichen Anzüglichkeiten: Arrest für Sex in der Er­leb­nis­grot­te

10.06.2015

Ein junges Paar in Bayern besuchte zur Weihnachtszeit eine Therme. Die dortige "Erlebnisgrotte" nutzten sie für jene Art Erlebnis, für die sie eher nicht gedacht ist. Nun gab es die Quittung: Beide müssen in eine Jugendarrestanstalt einrücken.

Sie sollen an Weihnachten Sex in einem großen Erlebnisbad gehabt haben - dafür kassierten ein 19-jähriger Mann und seine ein Jahr jüngere Partnerin am Dienstag vom Jugendrichter Arreststrafen. Das Paar war vor dem Amtsgericht (AG) Augsburg angeklagt, weil es sich am zweiten Weihnachtstag 2014 ausgerechnet in der "Erlebnisgrotte" der Therme im Augsburger Vorort Neusäß vergnügt haben soll. Die Bademeister sollen die beiden Gäste dort in flagranti erwischt haben, es folgte die Anklage wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses.

Der Mann behauptete nach Angaben eines Gerichtssprechers in dem Prozess, ihm sei lediglich die Badehose heruntergerutscht. Der Richter glaubte ihm nicht, verurteilte den 19-Jährigen zu zwei Wochen Dauerarrest und überbot damit sogar den Strafantrag der Staatsanwaltschaft. Die 18-Jährige sagte zu den Vorwürfen nichts. Sie erhielt einen sogenannten Freizeitarrest, der in der Regel ein Wochenende umfasst, und muss zudem 32 Stunden Hilfsdienste leisten.

Das Pärchen muss damit vorübergehend kleine Strafen absitzen, die im Sinne des Jugendgerichtsgesetzes als "Zuchtmittel" betrachtet werden, um die Angeklagten erzieherisch zu beeinflussen. In Bayern gibt es dafür sechs spezielle Arrestanstalten mit knapp 200 Plätzen. Eine Arreststrafe darf maximal vier Wochen betragen. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

dpa/avp/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

AG Augsburg zu öffentlichen Anzüglichkeiten: Arrest für Sex in der Erlebnisgrotte . In: Legal Tribune Online, 10.06.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/15803/ (abgerufen am: 11.08.2020 )

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Kommentare
  • 10.06.2015 10:15, Ben

    Völlig überzogen.
    Der Gewalttäter bekommt Sozialstunden oder ne Ermahnung. Aber wehe Du verstößt gegen die Sittlichkeit in Bayern.
    Wundert mich, dass es nicht gleich Haft gab...

    • 10.06.2015 12:55, Hamburger

      Vermutlich hätte man in jedem anderen Bundesland darüber gealcht und den beiden "Tätern" kurz erklärt, dass sie das Liebesspiel bitte woanders ausführen sollen. 2 Wochen Dauerarrest ist mit das Lächerlichste, was ich seit langem an Urteilen gelesen habe. Liebe ist schon ein Verbrechen...! Bin gespannt, wann in Bayern das Internet abgeschaltet wird - mit den vielen bösen Filmchen und Bildern. Rückständiges Land!

    • 12.06.2015 12:58, Matthias Michaelis

      Sehr gut. Ich finde, den Arrest haben sich diese 2 redlich verdient. Mich regt es jedesmal auf, wenn man in einem Freibad oder Thermalbad sich entspannen möchte, und dann erwischt man andauernd irgendwelche Fummelpärchen bei ihrem Rumgeknutsche. Das regt mich so auf, man kommt sich bald vor, wie in einem Puff. Wenn die jungen Leute ihre Sexualtribe nicht im Griff haben, dann sollen sie in einen Puff gehen. aber nicht in irgendwelchen Bädern andere belästigen.

      Mutige Entscheidung vom Gericht, ich könnte vor Begeisterung in die Hände klatschen :D

  • 10.06.2015 10:39, Sexmaster

    Die Frage ist doch vielmehr wie die Bademeister das Pärchen überhaupt erwischen konnte. Ich würde nicht in ein Erlebnisbad gehen das mit Kameras für die perversen Bademeister überwacht wird.

  • 10.06.2015 10:44, maria

    Ich gestehe, dass ich bei dem Artikel geschmunzelt habe. Aber betrachtet man es aus der ernsten Perspektive, hat der Richter hier nicht gänzlich Unrecht mit der Strafen. Unabhängig davon ob für andere Vergehen/Verbrechen mehr oder weniger verhängt wird. Es ist doch unangemessen, wenn ein Paar ihren Gefühlen derart Ausdruck verleiht in der Öffentlichkeit. Natürlich ist zu beachten, dass die "Täter" noch ziemlich jung sind. Ob dies aber eine Rechtfertigung darstellt? Zudem muss man sich bewusst sein, was wäre in dem Fall gewesen, wenn nicht der Bademeister, sondern eine andere Person die zwei erwischt hätten. Zwar weiß ich nicht ob es überhaupt möglich wäre, dass Kinder sie hätten ertappen können. Aber wenn es so wäre, na das sei doch nicht schön. Abgesehen davon kann man davon ausgehen, dass das junge Paar sicherlich zumindest bedingt davon ausgegangen ist, dass sie erwischt werden könnten. Dies war wohl auch der Reizt an der Sache. Nun dann muss man halt auch mit der Konsequenz rechnen und sie ertragen. Meiner Ansicht nach steht die Strafen in angemessener Relation zur Tat.

    • 11.06.2015 01:02, Fred

      Die Strafe soll erzieherische Wirkung entfalten. Bei 18- und 19-jährigen sehe ich das Ziel als verfehlt an.
      Und angesichts deutlich niedrigerer Strafen bei regelmäßig deutlich schwerwiegenderen Vergehen - auch bei Wiederholungstätern - ist diese Strafe zudem unverhältnismäßig.
      Richtig allein ist, dass es zu einer Verurteilung gekommen ist; denn Straftaten der beschriebenen Art stehen nicht als gesetzgeberischer Laune im Strafgesetzbuch. Allerdings sollte der Zweck der Regelung im Kontext zu den Tätern genau beachtet werden. Und junge Heranwachsende, die in der "vollen Blüte ihres körperlichen Frühlings" stehen, lassen sich mit solchen Strafen nicht erziehen. Allein das Strafverfahren als solches dürfte lehrreich genug gewesen sein. Eine "kleinere" Strafe - etwa Geldstrafe und/oder Sozialdienste - hätten es ebenso getan.

      Die Strafrichter sind keine Sittenwächter. Und Sittenwächtertum hat die humanistische, westliche Gesellschaft schon vor langer Zeit abgelegt.

  • 10.06.2015 10:57, egal

    Die Norm des § 183a scheint so ein bisschen dem heutigen Zeitgeist entgegen zu stehen. Kann man wirklich (vorsätzlich) jemand dadurch in seinen Gefühlen verletzen, nur durch das Ansehenmüssen einer sexuellen Handlung?

    Wenn man sich die laszive Werbung in Fernsehen oder an Werbetafeln, die ständigen sexuell angehauchten Szenen in Filmen, das vor p0rn strotzende Internet, usw. ansieht, muss man sich schon fragen, ob dieser "Gefühlsschutz" überhaupt noch strafwürdig ist. Es ging hier wohl wirklich eher um die Ordnung im Schwimmbad oder in der Badeanstalt... und wenn man das dann noch Erlebnisgrotte nennt und vielleicht ein stilles Örtchen sich sucht?

    Dass damit die beiden den armen Bademeister bewusst mit ihren sexuellen Handlungen konfrontieren wollen, um ihn an sein Schamgefühl zu verletzen kann ich mir so richtig einfach nicht vorstellen..

    Mir scheint es doch eher um die Ordnung in der Badeanstalt gegangen zu sein, was dann eher in Richtung Ordnungswidrigkeit ginge, wenn überhaupt...

  • 10.06.2015 11:17, egaler

    Was ich nicht ganz verstehen kann, ist das unterschiedliche Strafmaß. Die Tat war doch bei beiden die gleiche.

    • 10.06.2015 17:26, Velofisch

      In Deutschland gibt es beim Strafmass keine Gleichberechtigung. Richter sprechen offen von "Frauenrabatten" in Höhe von einem Drittel. Bei gemeinschaftlichen Sexualdelikten ist das noch schlimmer - da werden häufig nur die Männer verurteilt.
      Das Urteil selbst ist ziemlich überzogen und entspricht der immer mehr zunehmenden Prüderie. Hätte nicht ein Rausschmiss aus dem Bad mit Hausverbot gereicht?

    • 10.06.2015 19:09, Peterdergroße

      haben sich unterschiedlich vor Gericht verhalten. Einsicht etc. beeinflussen das Strafmaß. sonst könnte man es ja gleich starr gestallten und auf Gerichtsprozesse verzichten.

    • 10.06.2015 21:56, badegast

      Die strafe viel deshalb unterschiedlich aus, weil der 19 jährige schnellspritzer sich auch vor gericht nicht zu benehmen wusste und meinte er könne den richter blöd anreden und einen auf obercoolen wichtigtuer machen musste...beim geständnis wäre sogar ne einstellung drin gewesen...bei der frau hatte der richter augenscheinlich mitleid weil die inaugenscheinnahme der videos einen sehr unterentwickelten penis des 19 jährigen zu tage gebracht hatten

  • 10.06.2015 11:26, Sauconist

    dieser bayerische Jugendrichter hat den Schuss nicht gehört. Arrest für so ein Vergehen, das ist albern hoch 3.
    Das Präsidium des AG Augsburg sollte wirklich mal darüber nachdenken, ob man diesen Kollegen nicht mit wichtigeren aufgaben als Jugendsachen betrauen sollte, ich denke zum Beispiel an FG Sachen oder Owis. Als Jugendrichter ist er jedenfalls definitiv eine Fehlbesetzung.

  • 10.06.2015 11:36, Debby

    Absolut übertrieben!!!
    Und dann wundert man sich das keiner mehr Urteile ernst nimmt.
    Als ob der Richter ohne Verfehlungen ist!

  • 10.06.2015 11:49, MSK

    Ich würde ja sagen, selten so ein überzogenes und unsinniges Urteil gesehen. Aber leider kann man das heute nicht mehr sagen... Schade, dass eine gute Note ausreicht, um Richter zu werden.

    • 11.06.2015 09:16, MSK

      Das mit dem überzogenen und unsinnigen Urteil in diesem Fall muss man wohl zurücknehmen, wobei dieses leider im Allgemeinen weiterhin gilt. Aber wie man dass halt so gelernt hat, man subsumiert anhand des gegebenen Sachverhalts. Da wusste man natürlich noch nicht, dass das der LTO-Artikel noch weit unter BILD-Zeitungsniveau ist. Die Bildzeitung macht zwar auch eine reißerische Überschrift zu diesem Fall, stellt dann aber zumindest im Artikel alle Fakten dar... Da kann man nur sagen, danke, dass zumindest einige Leser versuchen alle Tatsachen mitzuteilen. Es ist doch einfach nur peinlich, wenn ich meinem Bekannten erzähle: "Stell dir mal vor, was ich auf LTO gelesen habe." Und er sagt zu mir: "Ja, kenn ich schon, aber in der BILD klang die Geschichte etwas anders."... Und ich muss erkennen, dass er mit seinem BILD-Wissen, wohl weit über mir mit meinem LTO-Wissen steht...

  • 10.06.2015 12:15, Horst S.

    In Bayern ist halt der Beischlaf ohne Ehe strafbar.

  • 10.06.2015 13:18, VRiLG

    Die Verteidigungsstrategie war halt falsch: Die Geschichte von der heruntergerutschten Hose glaubt auch hier niemand, wurde also wohl zutreffend als Beleg für Uneinsichtigkeit und das daraus folgende Erfordernis einer nachhaltigen Einwirkung gewertet. Wahrheitsgemäße Einlassung zum objektiven Geschehen, Darstellung, von dem körperlichen Begehren unvorhergesehen überwältigt worden zu sein, Erklärung von Scham, Bedauern gegenüber dem Bademeister und Versprechen, es nie wieder öffentlich tun zu wollen, hätten wahrscheinlich eine Verfahrenseinstellung garantiert.

    • 12.06.2015 12:00, RA

      Lieber VRiLG

      das ist doch wieder typsich für einen Richter, die Verteidigungsstrategie anzuprangern, statt seinen Richter-Kollegen mal gewaltig ins Gewissen zu schreiben, wie es eher richtig wäre.

      Erstens auch wenn es in Deutschland immer noch üblich ist, für eine Geständnis eine mildere Strafe auszusprechen, ist es rechtlich und verfassungsmäßig höchst bedenklich jemanden, der sich nicht selbst belastet, was er vom Grundsatz unseres Rechtsverständnisses auch nicht muss, zu einer höhere Strafe als "angemessen" zu verurteilen; wenn die Dame in diesem Geschehen ein WOe als Strafe bekommen hat, dann wäre dies aus gerichtlicher Sicht auch die angemessene Strafe für den männlichen Täter gewesen; anders ist das keinem Bürger verständlich zu machen.

      Zweitens es scheint im Übrigen auch ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz zu sein, der hier strattgefunden hat, oder warum ist der Mann der schlimmere Täter als die Frau?
      (unabhägig von meiner Meinung, daß es gesellschaftlich hier weder einen Täter noch eine Täterin gibt, aber daran ist unsere "bekloppte Politik" und die gewählten Damen und Herren Schuld, die einen solchen Paragraphen im Jahr 2015 "schariagleich" immer noch nicht abgeschafft haben)

      Drittens es ist im Übrigen höchst lobenswert von dem Täter sich als Gentleman zu zeigen, der genießt und schweigt, und dann lieber zu lügen als das Liebesspiel mit seiner Freundin offenzulegen; BRAVO !!!
      dies sollte man als verständiger Richter gegenüber dem sog. Täter eigentlich befürworten und nicht härter bestrafen ( aber in Augsburg hängen die richterlichen Ansichten immer noch in der Fuggerzeit fest, wie ich selbst schon bemerken konnte)

      Und wenn am Ende das ganze Urteil mit dem Benehmen des Paares zusammenhängt: dann Gute Nacht Justitia !
      Mehr blamieren kann man sich nicht, denn

      Respekt (auch als Gericht und Richter) muss man sich erarbeiten und das schafft man sicher nicht, durch lächerliche und absurde Urteile sowie deren Begründungen durch Richter ohne Hirn und Verstand.

    • 12.06.2015 12:46, badegast

      Jugendstrafrecht ist Erziehungsstrafrecht und da hatte der pubertierende Teenager offenbar mehr Erziehung notwendig als die Frau. Punkt. Und wer sich nicht anwaltlich vertreten lässt, ist selbst schuld!

    • 12.06.2015 15:53, RA

      Lieber Badegast

      Erziehung hat etwas mit Lernen für das Leben zu tun.
      Da bringt ein Jungendarrest gar nix.

      Stattdessen wären da besser ein paar Sozialstunden in einer Einrichtung gewesen, die durchaus etwas mit Sozialsinn, "Anderen helfen", etc. zu tun gehabt hätte, wenn man schon der idiotischen Ansicht ist, daß man hier als Staat eingreifen muss (diese Ansicht teile ich sicher nie)

      Wenn das Gericht also Hirn und Verstand angewandt hätte, dann hätte es beide Teilnehmer für 2 Tage zu so einer Einrichtung zur Ableistung von Sozialstunden geschickt;

      das könnte dann vermutlich ein normaler Bürger und die Delinquenten nachvollziehen; diesen Unsinn in dem Urteil sicher leider nicht und dann bringt das auch nix.

      Aber ich wünsche und hoffe für die Beiden, sie gehen in Berufung mit einem Anwalt und dann kann man diesen Unfug vielleicht noch zu einem sinnvollen Ergebnis bringen;

      und der Richter sollte sich überlegen, für solche Fälle mal ein Seminar zum Thema Erziehung und Psychologie zu absolvieren. Das hilft vielleicht.

  • 10.06.2015 13:29, Moglie

    Wenn da mal nicht die Eifersucht über die Vernunft obsiegt hat...

    Ps.: Steilvorlage für eine Genderdebatte

  • 10.06.2015 13:51, F.K.

    Wie sooft sollte man vor vorschneller Kritik hinsichtlich der Qualität richterlicher Entscheidungen zumindest den Versuch unternehmen, sich über die vollständigen Tatumstände zu informieren. So lässt sich beispielsweise einem Artikel auf justillion.de http://justillon.de/2015/06/amtsgericht-augsburg-verhaengt-jugendarrest-fuer-sex-in-der-therme/ entnehmen, dass es eine Videoaufzeichnung gab, die beiden Täter stark alkoholisiert waren und zudem den Bademeister erheblich beschimpft haben. Weitere Recherchen lassen den Schluss zu, dass auch das Auftreten vor Gericht nicht unbedingt angemessen war.
    Vor diesem Hintergrund scheint mir ein "Schuss vor den Bug" für beide keine so schlechtes Ergebnis zu sein.

  • 10.06.2015 14:30, Flo

    Diese Bayern...
    Rübe runter für anzügliches Treiben - ich hau mich weg vor Lachen! Prüderie hoch zehn! Hausverbot hätte es auch getan...
    Da fällt mir ein, in welchem Bundesland wird den Mädels der Busen im Kleid bis zum Rausspringen hochgepresst?
    Tja, mia san mia!

  • 10.06.2015 14:45, BW

    Die armen Bürger Bayerns, sie können einem nur leid tun. In jedem anderen Bundesland hätte es so ein Urteil nie gegeben. Wer allerdings ein Freistaat sein möchte, muss sich nicht an Urteile der BRD lehnen.

    Themswitch kurz:
    Kürzlich erst habe ich auch gelesen, dass in Bayern die Abiturienten ihre Prüfung nicht haben können- nicht einmal nach Jahren.

    Grüß Gott

  • 10.06.2015 14:54, BY

    Unglaublich:
    http://www.bild.de/bild-plus/news/inland/sex/das-feuchtroehliche-unterwasserspiel-im-video-41296616,var=x,view=conversionToLogin.bild.html

  • 10.06.2015 15:20, Jugendrichter

    Als Jugendrichter muss ich mich über dieses Urteil auch sehr wundern. Ich kenne natürlich nicht die ganze Geschichte. Meiner Meinung nach handelt es sich hier aber nicht einmal um eine Straftat. Wenn die Informationen der Presse stimmen, kann ich beiden nur empfehlen, das Urteil mit Rechtsmitteln anzugreifen.

    Ich kann den übrigen Lesern nur versichern: Nicht alle Richter fällen solche weltfremden Urteile. Die Mehrzahl der Urteile ist vernünftig. Ich entschuldige mich für meinen bayrischen Kollegen.

    • 10.06.2015 19:35, RAin

      Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen:
      http://m.bild.de/news/inland/erregung-oeffentlichen-aergernisses/paar-bei-sex-im-spassbad-erwischt-41289640.bildMobile.html
      (zwar Bildzeitung, aber auch durch andere Quellen bestätigt).

  • 10.06.2015 18:56, Peterdergroße

    Der Artikel erwähnt leider nur Ausschnittsweise was geschah. Das Paar wurde gebeten das Bad zu verlassen - tat dieses aber nicht. Trank lieber Whiskey auf den Liegen danach. Auch das Gericht hätte den Fall angeblich eingestellt, wenn das Paar bzw. der Junge sich nicht dermaßen Respektlos vor Gericht aufgeführt hätte.

    • 10.06.2015 20:33, BY

      Und was hat das alles mit der Tatbestandsmäßigkeit des inkriminierten Verhaltens zu tun? Das ist vielleicht alles ganz, ganz schlimm und ganz, ganz unerzogen und furchtbar "assi", aber eben nicht tatbestandsmäßig!

  • 11.06.2015 13:43, eCapter

    Alter mich macht sowas so aggressiv. Wie kann man so ein bullshit bitte Recht nennen? Selbst, wenn ein Kind die beiden erwischt hätte. Was wäre dann? NICHTS!!! Obwohl das Kind wäre sicherlich für immer traumatisiert......Noch geiler finde ich aber, dass der Junge 2 Wochen und die Dame 1 Wochenende kriegen soll....HALLO???? gehts noch? Die haben jawohl offensichtlich genau das gleiche getan, oder versuchen die das jetzt damit zu begründen, dass sie ja so zwischen 1-355 Tage jünger ist? Das einzige erzihersiche, das ich daran sehe, ist dem unterschied zwischen Recht und Gerechtigkeit mehr beachtung zu schenken und Gerichten keine Sekunde zu vertrauen. Menschen haben Sex, get over it ihr Hinterwäldler.....

    • 11.06.2015 13:51, eCapter

      selbst wenn er sich total daneben benommen hat, vor Gericht. Man kann auch kaum erwarten, dass jemand der wegen so einer Lapalie kriminalisiert wird im Gegenzug super nett und höflich ist.....

    • 11.06.2015 14:32, badegast

      Ganz einfach! Die Frau hat's verstanden und richtig gemacht. Diplomatie und Geständnis und schon hat man das Gericht auf seiner Seite. Wenn der Typ so dämlich ist und sein mini... nicht beherrschen kann, dann hat er es in der Tat nicht anders verdient. Er kann während der 2 Wochen ja viel dazulernen und im Jugendarrest kann er dann ja gemeinsam mit den anderen Jungs beim Duschen vielleicht seine Erfahrungen austauschen.

    • 11.06.2015 15:20, eCapter

      mini.....was meinst du? Iwie habe ich den Verdacht, dass du von seinem Penis redest. Also er hat 2 Wochen Knast verdient, weil er zu geil war zum beherschen und sie hat 2 Tage verdient, weil sie sich genausowenig beherschen konnte, aber nunmal eine Frau ist. Verstehe ich deine Aussage richtig? Kann es sein, dass du eine Frau bist?

    • 11.06.2015 20:15, badegast

      Sie hat bei Gericht anstand und reue bewiesen und er nicht und zusätzlich das badepersonal beleidigt das recht fertigt das unterschiedliche strafmass wie gesagt frauen stellen das diplomatischer an wäre der koran zur Anwendung gekommen würden ihm nun 5 cm fehlen

  • 11.06.2015 16:29, Rechtsanwaltservice

    Es erweist sich leider immer wieder als wahr, daß es von Adenauer ein großer Fehler war zu handeln nach der Devise: lieber schmutziges als gar kein Wasser - die Folgen erkennt man zB in diesem Urteil: von faschistoider Gedankenführung umnebelte Rechtsprechungsorgane!
    Wen so was aufregt der ist allenfalls neidisch ... und sollte mal eine Reihe Sitzungen beim Psychotherapeuten buchen!!
    Man kann sich nur schämen für so eine Justiz und erkennt mal wieder, warum der Staat so großen Wert auf das Aufstehen im Gericht legt: eine nicht vorhandene Würde soll suggeriert werden. Ein Institution ist dem begriff Würde überhaupt nicht zugänglich! Allenfalls der rechtsprechende Richter gewinnt Würde durch ein salomonisches Urteil - in diesem Fall leider nicht!
    Rechtsanwaltservice

  • 12.06.2015 12:23, Emil

    Erschuetternd - wo bitte liegt der Unrechtsgehalt der "Tat"? Wem wurde etwas "Böses" getan? Welches schützenswerte Rechtsgut wurde (so) verletzt, dass es einen Freiheitsentzug (!) rechtfertigt? Ich bin entsetzt, wie weit sich solche "Recht"sprechung von der gesellschaftlichen Realität entfernen kann. Selbst für sich genommen ist das Urteil schlichtweg ein Skandal - ganz zu schweigen von der zu Recht in den anderen Beiträgen erwähnten Diskrepanz zwischen dem hier verhängten Strafmass und demjenigen, das in anderen, fraglos wirklich andere Rechtsgüter gefährdenden Situationen zur Anwendung kommt (man denke beispielhaft nur an alkoholisiertes Autofahren). Der Richter sollte besser an ein Zivilgericht wechseln, wo die Verwechslung persönlicher Missbilligung mit allgemeiner Straf(!)würdigkeit nicht die brutale Folge eines Freiheitsentzugs haben kann. Dieses URTEIL ist ein öffentliches Ärgernis ...

  • 24.06.2015 16:11, Hasso Lieber

    Wenn aus den Kommentaren eine Lehre zu ziehen ist, dann die, dass die Entwicklung, möglichst viel (aus ökonomischen Gründen) durch den Einzelrichter entscheiden zu lassen, gestoppt werden muss. Die Debatte oben - qualifiziert oder weniger qualifiziert - hätte ein Spruchkörper in der Beratung über das Urteil führen müssen, damit die Angeklagten - strafbar oder "nur" unanständig - nicht dem (Vor)Urteil eines einzelnen Entscheiders ausgeliefert sind. Und es ist unter dem Strich billiger als der Gang ins Rechtsmittel - und vielleicht einsehbarer. Akzeptanz ist auch ein Wert eines rechtsstaatlichen Urteils.