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AG Augsburg zu Tätowierungen: Keine Haf­tung für miss­lun­genes Tattoo

21.07.2016

Ein Tattoo zum Ausdruck ewiger Verbundenheit - das mag zwar eine liebevolle Idee sein, doch was, wenn einem das Ergebnis am Ende nicht gefällt? Ansprüche gegen das Tattoo-Studio bestehen jedenfalls keine, entschied das AG Augsburg.

Eine Frau, die mit dem Ergebnis nach dem Besuch beim Tätowierer nicht zufrieden war, hat keinen Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. So entschied das Amtsgericht (AG) Augsburg in einem jetzt bekannt gewordenen Beschluss (v. 01.09.2015, Az. 73 C 2506/15). Die Begründung: Das Endergebnis einer Tätowierung sei nicht sicher vorhersehbar - und daher schieden Ansprüche aus, wenn der Tätowierte danach unzufrieden sein sollte.

Geklagt hatte eine Mutter, die aus Stolz auf ihre beide Töchter deren Namen und Geburtstage mit Sternchen verziert auf ihren Arm tätowieren lies. Weil das Tattoo ihrer Ansicht nach aber ungleichmäßig gestochen worden und zudem unscharf gewesen sei, verklagte sie das Tattoo-Studio. Neben Schadensersatz für die von ihr an das Studio gezahlten 150 Euro und die Entfernungskosten in Höhe von 500 Euro wollte sie auch 2.000 Euro Schmerzensgeld.

Das Gericht räumte dieser Klage nach Aktenprüfung jedoch keine großen Erfolgsaussichten ein und lehnte aus diesem Grund die beantragte Prozesskostenhilfe ab. Aus einem von der Mutter bei Facebook geposteten Foto ginge hervor, dass die Tätowierung in Ordnung sei. Zudem liege es in der Natur der Sache, dass bei Arbeiten unter der Haut das Endergebnis nicht sicher vorhergesehen werden könne. Vor allem habe man sie im Studio zuvor darüber aufgeklärt, dass das Motiv bei der Heilung verlaufen könnte. Auch die natürliche Hautalterung könne das Ergebnis beeinflussen.

Die Beschwerde der Klägerin gegen den Beschluss des Amtsgerichts hatte vor dem Landgericht (LG) Augsburg keinen Erfolg. Wegen der anfallenden Prozesskosten, verfolgte sie ihr Begehren auch nicht weiter. Der ablehnende Beschluss des AG Augsburg ist damit bestandkräftig.

nas/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

AG Augsburg zu Tätowierungen: Keine Haftung für misslungenes Tattoo . In: Legal Tribune Online, 21.07.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/20077/ (abgerufen am: 11.08.2020 )

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Kommentare
  • 21.07.2016 20:39, RA JM

    Das hat man gerne - Die Kohle für das Tattoo ist da, aber dann PKH beantragen. Typisch! ;-)

    • 24.07.2016 22:49, Richter

      PKH gehört sowieso verboten... Was hier an Prozessen auf Staatskosten geführt wird, geht auf keine Kuhhaut.

      (Größtenteils Unfug, den niemand ernsthaft zu Gericht tragen würde, wenn er selbst bezahlen müsste)

      Ressourcenverschwendung. Rauf mit den Gerichtsgebühren. Deutlich. Schluss mit Spaßverfahren.

    • 25.07.2016 12:57, staranwalt

      wenn "Richter" wirklich ein Richter sein sollte, würden Sie für diese Aussage in dieser Deutlichkeit und Drastik aus dem Amt entfernt werden müssen. Mal ganz davon ab, dass Sie offensichtlich von Grundrechten bisher wenig gehört zu haben scheinen. Unglaublich. Vor allem, wenn man dann noch nicht einmal in der Lage ist zu erkennen, dass PKH hier gerade NICHT bewilligt wurde. Unkenntnis oder vorsätzliche Falschbehauptung? Böse oder blöde? Das ist hier die Frage.

    • 25.07.2016 17:59, Richter

      Du bist ja niedlich :-) Natürlich wurde _hier_ PKH (endlich mal) abgelehnt. Dagegen war meine Kritik doch auch gar nicht gerichtet. Wenn du nur ein Hundertstel der hanebüchenen PKH Anträge gesehen hättest,die schon über meinen Tisch gelaufen sind... könntest Du nicht anders,als mir zuzustimmen.

      Ich komme - weil ich mich an geltendes Recht halte - nicht umhin, für zahlreiche Anträge PKH zu bewilligen, obwohl sie Quark sind. Weil die Rechtslage es aktuell eben so hergibt. Weil 'es könnte eventuell mit ganz viel Wohlwollen vielleicht in Betracht kommen, das Bestehen eines Anspruchs in Erwägung zu ziehen, vielleicht maybe perhaps... der Prüfungsmaßstab ist Ihnen doch sicher bekannt? Oder sind Sie fachfremd und sollten daher den Schnabel halten?)

      Was ich mir wünsche, ist eine Reform dahingehend, dass mit Bullshit (ob nun auf eigene Kosten oder mit PKH) nicht mehr die viel zu knappen Ressourcen der Justiz verschwendet wird.

      Und wenn es anders als mit höherem Gerichtsgebühren nicht geht... tja. Dann ist das mein aktueller Lösungsvorschlag. Zugegeben .. etwas zugespitzt formuliert.


      Haben Sie bessere Lösungs-Ansätze? Nur her damit.

    • 25.07.2016 18:42, staranwalt

      Kommen Sie mal erstmal von Ihrem offensichtlich zu hohen Roß runter. Sie haben doch überhaupt keine Ahnung,mit wem Sie hier kommunizieren. Die von Ihnen zur Schau gestellte Arroganz lässt bei mir spontan jegliche Lust an einem Diskurs verschwinden. Nur zwei Sachen:PKH ist mir bereits durchaus mal über den Weg gelaufen und Namen halten nicht immer unbedingt das,was sie versprechen.

    • 25.07.2016 19:01, Richter

      'Your opponent has forfeited the discussion'

      Next!

  • 22.07.2016 08:05, Der Typ von Tattoofrei

    https://www.facebook.com/Keinetattoos/?fref=ts

    • 22.07.2016 13:55, Peter Pan

      Reiner, bist du es?

  • 23.07.2016 15:05, Richter

    Hat der Tätowierer etwa 'Schantall' und 'Kevin-Scherom' falsch geschrieben? ;-)