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Nach tödlichem Schuss am "Rust"-Filmset: Waf­fen­meis­terin der fahr­läs­sigen Tötung schuldig

07.03.2024

Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed bei der Verhandlung am 6. März 2024

Eine Jury hat Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Luis Sánchez Saturno.

Vor gut zwei Jahren starb eine Kamerafrau am Filmset durch einen Schuss. Jetzt hat die Jury die Waffenmeisterin der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen. Ist das ein Vorbote für den noch ausstehenden Prozess gegen Alec Baldwin?

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Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed ist nach dem tödlichen Schuss bei den Dreharbeiten zum Western "Rust" der fahrlässigen Tötung schuldig. Als Hauptdarsteller Alec Baldwin am Set mit einer Requisitenwaffe hantierte, hatte sich ein Schuss gelöst. Die Kamerafrau Halyna Hutchins wurde tödlich verletzt. Regisseur Joel Souza wurde von derselben Kugel an der Schulter getroffen.

Es sei die Aufgabe der Waffenmeisterin gewesen, die Patronen und Schusswaffen zu überprüfen, so die Jury. Daneben war Gutierrez-Reed in dem Verfahren Manipulation von Beweismaterial vorgeworfen worden. Diesbezüglich sprachen die Geschworenen die 26-Jährige jedoch frei.

Zu diesem Ergebnis kam das Gericht in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico am Mittwoch nach rund dreistündiger Beratung. Die Urteilsverkündung wurde live im Internet übertragen. Das Strafmaß soll zu einem noch ungewissen, späteren Zeitpunkt verkündet werden. Der Waffenmeisterin droht eine Gefängnisstrafe von bis zu 18 Monaten. Nach der Urteilsverkündung wurde Gutierrez-Reed direkt in Gewahrsam verbracht. Dort wartet sie nun auf die Verkündung des Strafmaßes.

Prozess gegen Baldwin für Juli geplant

Es handelt sich um den ersten Jury-Strafprozess im Zusammenhang mit der Tragödie am "Rust"-Filmset.

Auch Baldwin ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, der Prozess gegen ihn ist für den 10. Juli geplant. Im April des vergangenen Jahres war die Anklage gegen Baldwin zunächst fallen gelassen worden, nach neuen Erkenntnissen strengte die Staatsanwaltschaft im Oktober 2023 jedoch ein neues Strafverfahren an. Sowohl Baldwin selbst als auch Gutierrez-Reed hatten die Schuld an dem Vorfall wiederholt von sich gewiesen. Er beteuerte stets, den Abzug nicht betätigt zu haben. Ein Gutachten kam aber zu dem Ergebnis, dass dies nicht sein könne und belastete den Schauspieler.

Filmcrew: "Nachlässigkeit und mangelnde Sicherheit am Set"

Gutierrez-Reed war bei dem Dreh für Waffen und Sicherheit zuständig. Sie hatte den Revolver geladen, der dann Baldwin übergeben wurde. Im Prozess versicherte sie, die Waffe nicht mit scharfer Munition geladen zu haben, wie es ihr von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen worden war.

Trotz des ersten Schuldspruchs bleiben weiter viele Fragen ungeklärt: So ist unter anderem immer noch nicht klar, wie die scharfe Munition ans Set und in den Revolver gelangte. Bereits kurz nach dem Vorfall hatten Mitarbeiter der Filmcrew Nachlässigkeit und mangelnde Sicherheit am Set moniert. Die unerfahrene Waffenmeisterin sei überfordert gewesen und habe bei der Arbeit Alkohol und Drogen konsumiert.

Ihre Anwälte wiesen das als "Rufschädigung" zurück, die Staatsanwaltschaft suche einen "Sündenbock". Sie kündigten bereits an, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen.

dpa/cho/LTO-Redaktion

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Nach tödlichem Schuss am "Rust"-Filmset: . In: Legal Tribune Online, 07.03.2024 , https://www.lto.de/persistent/a_id/54053 (abgerufen am: 21.04.2026 )

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