Das Demokratie-Festival "Jamel rockt den Förster" beschäftigt die Gerichte. Jetzt hat das OVG Greifswald entschieden: Der Alkoholkonsum bleibt erlaubt. In anderen Punkten konnte sich aber die Versammlungsbehörde durchsetzen.
Zehn Tage vor dem Festival "Jamel rockt den Förster" gibt es eine weitere Gerichtsentscheidung. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Mecklenburg-Vorpommern, dass bei dem Festival gegen Rechts Alkohol konsumiert werden darf – nur nicht aus Glasflaschen (Beschl. v. 12.08.2025, Az. 1 M 340/25 OVG).
Das OVG hatte einer Beschwerde des Landkreises Nordwestmecklenburg gegen eine Entscheidung des Schweriner Verwaltungsgerichts in einigen Punkten – z.B. hinsichtlich der Anzahl der Ordner – stattgegeben. In anderen Teilen – z.B. hinsichtlich des Alkoholkonsums – wurde die Beschwerde verworfen.
Das Festival beschäftigt die Gerichte schon seit Wochen, LTO berichtete seit der ersten Eilentscheidung im Mai. Hintergrund ist, dass die Gemeinde Gägelow erstmals eine Pacht für die Nutzung gemeindeeigener Flächen erheben wollte. Um die Pachtzahlung zu umgehen, meldeten die Veranstalter das Festival in diesem Jahr als länger andauernde Versammlung an. Damit schaltete sich allerdings der für das Versammlungsrecht zuständige Landkreis mit Auflagen ein. Um diese Auflagen ging es in dem jetzigen Verfahren.
Renommierte Musiker erwartet, doch Haltung steht im Vordergrund
Das Musik- und Demokratiefestival "Jamel rockt den Förster" wurde 2007 von dem aus Hamburg stammenden Ehepaar Horst und Birgit Lohmeyer ins Leben gerufen. Das Paar sieht sich seit seinem Umzug in die von Rechtsextremisten seit Jahrzehnten als "nationalsozialistisches Musterdorf" besiedelte Ortschaft wiederholt Anfeindungen ausgesetzt und setzt sich unter anderem mit dem Festival zur Wehr. Letztes Jahr traten unter anderem die Fantastischen Vier und Olli Schulz auf, in der Vergangenheit waren neben Herbert Grönemeyer auch schon Die Ärzte zu Gast.
Das Festival wird regelmäßig von der Ministerpräsidentin des Bundeslandes als Schirmherrin (mit-)eröffnet. Auf dem Gelände tummeln sich Ende August dann rund 3.000 Menschen jeden Alters, die eines eint: Ihre klare Haltung gegen die extreme Rechte und ihr Engagement für die Demokratie in Deutschland.
Zum diesjährigen Festival am 22. und 23. August werden erneut renommierte Musiker erwartet. Die Kartennachfrage ist stets größer als die Platzkapazität und das diesjährige Festival ist längst ausverkauft.
dpa/jb/LTO-Redaktion
OVG Mecklenburg-Vorpommern: . In: Legal Tribune Online, 13.08.2025 , https://www.lto.de/persistent/a_id/57899 (abgerufen am: 07.02.2026 )
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