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Legal Hackathon Cologne 2024: Wo Künst­liche Intel­li­genz auf Rechts­markt trifft

25.09.2024

Gruppenbild der Teilnehmenden des 6. Legal Hackathons

Die Teilnehmenden und die drei Gewinnerteams des sechsten Legal-Hackathons 2024. Foto: Wolters Kluwer Deutschland

Der Legal-Hackathon 2024 brachte kreative Lösungen für aktuelle Herausforderungen im Rechtswesen hervor. Im Fokus standen digitale Tools, die den Einsatz von KI, effizientere Kanzleiprozesse und die Einhaltung von Vorschriften erleichtern.

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Unternehmen und Kanzleien stehen durch den Einfluss von Digitalisierung und technologischer Innovation auf die Rechtsbranche unter hohem Druck, effiziente, digitale Lösungen zu finden. 

Marco Buschmann, Foto: Alena SchmickVor diesem Hintergrund veranstaltet Wolters Kluwer, zu dem auch LTO gehört, jedes Jahr einen Legal-Hackathon. Das Ziel: Eine Plattform für Macher:innen, Jurist:innen, Entwickler:innen und anderen Interessengruppen zu schaffen, um Herausforderungen für den Rechtsmarkt durch Legal Tech zu vereinfachen. Die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernahm erneut das Bundesjustizministerium.

In seinen Begrüßungsworten betonte Bundesjustizminister Dr. Marco Buschmann auch die Relevanz von Legal Tech für das Bundesjustizministerium: Gebraucht seien digitale Justiz, Cloud-Systeme und eben auch KI, um die großen Datenmengen aber auch den Justizfachkräftemangel zu bewältigen. “Legal Tech leistet einen Beitrag zur Bewahrung unserer rechtsstaatlichen Ordnung”, so Buschmanns Botschaft an die Legal-Hackathon Teams. 

Durch die Arbeit an realen Problemen und die Entwicklung von Prototypen können Teams Ideen entwickeln, die der Branche zugutekommen. Bewertet wurden die Ideen anschließend von einer Jury.  

WKD-CEO Martina Bruder auf der Bühne. (c) WKD

Die Jury vereinte Fachwissen aus den Bereichen Recht, Wirtschaft, Arbeitsrecht, Finanzen und Technologie: Dr. Philip Scholz, Referatsleiter “Legal Tech” im Bundesjustizministerium, Stephanie Walter, Geschäftsführerin von Wolters Kluwer Deutschland, Eva Einfeldt, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Partnerin bei RSM Ebner Stolz und Max Bergmann, Investment Manager beim High-Tech Gründerfonds. 

Durch verschiedene Impulsvorträge durch Mentoren und Mentorinnen, Ideen-Pitching, aber auch Team-Building Aktivitäten, sollten neue Ideen entstehen.   

Lösungsorientiert durch KI für KI 

Das Tool von „ComplAIance“ landet auf Platz eins. Es will für Unternehmen eine Lösung schaffen, um die Anforderungen der KI-Verordnung effektiv umzusetzen. KI-Systeme müssen den strengen Vorgaben der Verordnung entsprechen, insbesondere in Bezug auf Transparenz, Datenschutz und Diskriminierungsfreiheit. “ComplAIance” soll bei der Identifizierung potenzieller Risiken im Zusammenhang mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz unterstützen und konkrete Handlungsempfehlungen zur Einhaltung der Richtlinie bieten. Das Tool soll potenzielle Risiken aufzeigen und sodann konkrete Handlungsempfehlungen geben. Die Dokumentation am Ende zu überprüfen, sei das Alleinstellungsmerkmal, so die Gruppe “ComplAIance”. Angewendet werden könnte die KI beispielsweise in der Finanzbranche, in der Banken KI-gestützte Systeme zur Kreditbewertung oder Betrugserkennung einsetzen. 

Gewinnerteam "ComplAIance". (c)WKD

Platz zwei belegte das Team "Sir LanceLaw“, deren Lösung Rechtsanwaltsfachangestellte durch eine KI entlasten soll. Dadurch sollen effizientere Arbeitsabläufe erstellt werden können. Automatisiert werden könnte die Verwaltung von Dokumenten, Fristen und Akten in einer Kanzlei.

„ESGscout“ belegt dieses Jahr den dritten Platz. Das Tool soll mit einer Anwendung die Unternehmen bei der Einhaltung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Richtlinien (ESG) helfen. Zunächst werden alle gesetzlichen Grundlagen gescannt, um sie sodann mit den Parametern des Unternehmens – wie Umsatz und Mitarbeiter – abzugleichen. Etwa datenschutzrechtliche Vorgaben, wie z.B. das Einstellen eines Datenschutzbeauftragten, sollen so leichter eingehalten werden können. Das Tool könnte Einsatz in Unternehmen finden, um regulatorische Anforderungen wie die Offenlegung von Klimarisiken oder die Einhaltung von Diversitätszielen zu überwachen und entsprechend zu berichten. 

Die beiden Hauptsponsoren Wolters Kluwer und RSM Ebner Stolz, eine der größten unabhängigen mittelständischen Prüfungs- und Beratungsgesellschaften, richteten das Legal-Tech-Event gemeinsam mit dem Legal Tech Lab Cologne sowie dem Gateway Exzellenz Start-up Center der Universität zu Köln aus. 

Beteiligte Kanzleien

Eb­ner Stolz

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Legal Hackathon Cologne 2024: . In: Legal Tribune Online, 25.09.2024 , https://www.lto.de/persistent/a_id/55501 (abgerufen am: 10.12.2025 )

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