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Legal Tech: Chatbots: Vir­tu­elle Assis­tenten des Rechts

von Nico Kuhlmann

21.03.2017

Chatbot

© zapp2photo - Fotolia.com

Legal Chatbots unterstützen auf Knopfdruck bei rechtlichen Fragen. Sie sind ein weiteres Beispiel dafür, wie Legal Tech außerhalb traditioneller Konzepte den Zugang zum Recht verbessert, meint Nico Kuhlmann.

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Chatbots sind textbasierte Dialogsysteme. Vereinfacht gesagt, ist ein Chatbot ein Programm, das eine schriftliche Unterhaltung mit einem Menschen simuliert und dem Nutzer Fragen beantwortet. Dies kann entweder über eine eigene Eingabemaske erfolgen oder direkt in vorhandene Messaging-Dienste integriert werden. Das Computerprogramm Eliza, der erste Chatbot der Welt, wurde bereits vor über 50 Jahren vom deutsch-amerikanischen Informatiker Joseph Weizenbaum gebaut.

Diese Programme funktionieren mit natürlicher Sprache. Es wird eine Frage eingetippt und nach der Analyse der Schlagwörter antwortet der Chatbot darauf unter Rückgriff auf eine Datenbank mit vorgefertigten Ausführungen. Ein Chatbot ist somit eine Art virtueller persönlicher Assistent, der jederzeit zur Verfügung steht. Bisher sind solche Chatbots vor allem aus der Kundenbetreuung bekannt. Auf zahlreichen Websites werden diese bereits eingesetzt und stellen eine intuitive und automatisierte Form dar, die FAQs auszuspielen.

Die Chatbots haben mittlerweile aber den reinen Customer-Service verlassen und beraten in vielen verschiedenen Lebenslagen: Smokey informiert beispielsweise über die aktuelle Luftqualität in der Stadt, in der man sich befindet und informiert anschließend automatisch über Verschlechterungen. Gyant analysiert Krankheitssymptome und leitet den Nutzer zu einer möglichen Diagnose. Auch auf dem Rechtsmarkt gibt es jetzt erste Versuche, diese Technologie nutzbar zu machen.

Strafzettel und andere Ungerechtigkeiten

Nachdem der damals 18-jährige Joshua Browder in London mehrere Dutzend Strafzettel für Falschparken erhalten hatte, recherchierte er die rechtlichen Rahmenbedingungen und wie man der Strafzahlung am besten entgehen kann. Er wurde zum Experten auf diesem, von der Anwaltschaft vernachlässigten, Gebiet. Nach kurzer Zeit häuften sich die Anfragen – zunächst aus seinem privaten Umfeld. Um Zeit zu sparen, programmierte Browder einen Chatbot, welcher die ihm gestellten Fragen beantwortete. Der Name des Chatbots ist auch gleichzeitig das Ziel: DoNotPay.

Der Chatbot stellt eine Reihe von Fragen und generiert bei Zweifeln an der Rechtmäßigkeit des Strafzettels aus den Antworten ein umfangreiches Beschwerdeschreiben, welches automatisch an die zuständige Behörde adressiert ist. Seit Veröffentlichung hat DoNotPay fast 200.000 Strafzettel in London und New York erfolgreich beanstandet und den angeblichen Verkehrssündern umgerechnet insgesamt vier Millionen US-Dollar an Strafzahlungen erspart. Die BBC hat ihn deshalb zum "Robin Hood des Internets" gekürt.

Mittlerweile studiert Joshua Browder an der Stanford University in den USA und will seinen Chatbot weiter ausbauen. Ergänzt wurde bereits ein Modul für Rückerstattungsansprüche gegen Fluggesellschaften bei Verspätungen. Aber auch andere Ungerechtigkeiten, gegen die er seinen Chatbot in Stellung bringen will, hat er bereits im Blick.

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  • Seite 1:

    Klarer Vorteil von Chatbots ist ihre ständige Verfügbarkeit

  • Seite 2:

    Die Programme sind bisher kostenlos und haben nie schlechte Laune

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Nico Kuhlmann, Legal Tech: Chatbots: . In: Legal Tribune Online, 21.03.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/22422 (abgerufen am: 13.05.2026 )

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