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Türkisches Ministerium verhängt Geldstrafe: Belei­digter Ayran

10.11.2015

Ein Werbespot für einen Eistee wird für die Firma Caykur teuer. Weil darin das in der Türkei beliebte Joghurtgetränk Ayran "grundlos beleidigt" werde, hat das türkische Handelsministerium eine Geldstrafe von 70.000 Euro festgesetzt.

"Ich habe Ayran getrunken, das hat mich einschlafen lassen." Wegen dieser Worte in einem Werbespot soll der türkische Tee-Hersteller Caykur eine hohe Summe zahlen. Laut Meldung des englischsprachigen Onlineangebots der Zeitung Hürriyet habe das türkische Handelsministerium eine Geldstrafe von 220.000 Lira ausgesprochen, umgerechnet 70.250 Euro.

Das Joghurtgetränk sei "grundlos beleidigt" worden, heißt es laut Medienbericht von Seiten des Ministeriums. Ferner werde Kunden vermittelt, sie sollten ihren Ayran-Konsum verringern. Dies sei eine Form des unfairen Wettbewerb gegenüber Unternehmen, die Ayran vertreiben.

Das joghurtlastige Erfrischungsgetränk erfreut sich in der Türkei großer Beliebtheit. Präsident Erdogan hat es 2013 als "Nationalgetränk" bezeichnet.

una/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Türkisches Ministerium verhängt Geldstrafe: Beleidigter Ayran . In: Legal Tribune Online, 10.11.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/17498/ (abgerufen am: 04.08.2020 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 10.11.2015 19:34, zweifler

    Der Gag daran: Caykur ist ein Staatsunternehmen. Der Staat verklagt den Staat.

    • 12.11.2015 19:26, Georg

      Deppen vs. Deppen

  • 12.11.2015 18:20, Rumpf

    Lustig, aber sinnvoll. Das türkische Verbraucherschutzgesetz, das hier zur Anwendung kam, bindet auch Staatsbetriebe, im Interesse des Verbrauchers und der Wettbewerbsfreiheit für alle. Die Generaldirektion Caykur kann aber gegen das Bußgeld den Staatsrat (Oberstes Verwaltungsgericht) anrufen.

  • 13.11.2015 12:26, Oh-mein-Gott

    Ich habe gerade mein Mineralwasser grundlos beleidigt. Und jetzt?

    • 13.11.2015 13:43, Rumpf

      Solange das Mineralwasser nicht zurückschlägt, zum Beispiel indem Ihnen schlecht davon wird, sehe ich keinen Grund zur Besorgnis. Andernfalls nehmen Sie einen Anwalt. Fragen Sie bei der zuständigen Anwaltskammer, ob eher ein Anwalt für Wasserrecht oder ein Anwalt für Lebensmittelrecht in Betracht kommt. Kann natürlich auch eine Anwältin sein.

    • 02.02.2018 17:48, justizfreund

      Strafverfahren aus dem Jahr 2015 vor dem LG-C.

      Zeuge Richter Dr. P.: "Eine strafbare Beleidigung liegt immer dann vor, wenn sich jemand durch die Aussage einer anderen Person beleidigt fühlt."
      Richterin B.: "Fühlen Sie sich denn beleidigt?"
      Zeuge Richter Dr. P.: "Ja."

      Damit war beweisen, dass eine Beleidigung vorliegt und es erfolgte die Verurteilung.

      Nun sollten wir wissen was zu tun ist.

      Danach werden wir befördert.
      Richter Dr. P. wurde zum Leitenden Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft C. befördert.
      Richterin B. wurde zur Direktorin des AG-L. befördert.