NRW: Umbenennung des Justizministeriums: Wenn nicht drin ist, was drauf steht

14.09.2017

Als eine der ersten Maßnahmen hat die neugewählte Landesregierung in Nordrhein-Westfalen die Ministerien umbenannt. Beim Gebäude des Justizministeriums steht nun etwas anderes drauf als drin ist. 

 

Zwei Ministerien hat die neue Landesregierung in Nordrhein-Westfalen nach dem Wahlsieg in diesem Jahr umbenannt. Schlappe 26.000 Euro hat das den Steuerzahler gekostet. Für Landeschef Armin Laschet (CDU) war es eine wichtige Angelegenheit, die Namen der Landesministerien an die auf Bundesebene anzupassen. Damit heißt das einstige "Finanzministerium" nun "Ministerium der Finanzen", und das "Justizministerium" nennt sich nun "Ministerium der Justiz". Am Zuschnitt ändert sich ansonsten nichts.

Seit 140 Jahren, so erklärt es die Homepage des Ministeriums, beherbergt das dreiflügelige Gebäude am Martin-Luther-Platz in Düsseldorf nun das Justizwesen. Einst für das Landgericht geplant, war das Haus zwischenzeitlich NS-Sondergericht, 1933 wurde es fast vollständig zerstört. Seit August 1950 fungiert das Gebäude als Justizministerium.

Das Haus ist also schön und alt: Von 1866 bis 1870 im Stil des Berliner Klassizismus von dem Schinkel-Schüler Carl Adolf Krüger nach Skizzen von Carl Ferdinand Busse geplant, lässt sich wiederum online nachlesen. Und es steht unter Denkmalschutz. Über dem Eingang steht "Justizministerium" - und dabei wird es auch bleiben.

"Wir ändern den Schriftzug nicht", sagt Peter Marchlewski, Pressesprecher des Ministeriums der Justiz NRW. "Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und nach unserer Auffassung gehört der Schriftzug zum Gesamtensemble."

Doch auch wenn jetzt was anderes an dem Gebäude steht: Es heißt Ministerium der Justiz.

tap/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

NRW: Umbenennung des Justizministeriums: Wenn nicht drin ist, was drauf steht. In: Legal Tribune Online, 14.09.2017, https://www.lto.de/persistent/a_id/24529/ (abgerufen am: 21.11.2017)

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 14.09.2017 14:33, S. Beck

    WTF?!
    Was ändert es in der Sache, wenn das Ministerium JustMin, MinJust, MINIJUST oder MINITRUTH heißt?

    Hat die Landesregierung sonst nix wichtigeres zu tun?

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 14.09.2017 14:36, M.D.

      Diese Frage wird auch gerne bei Radarkontrollen gestellt.

    • 14.09.2017 15:49, S. Beck

      @M.D. nur der Unterschied zw. dem mir unerklärlichen Grund der Minitruth-Umbenennenung und dem nachvollziehbaren Sinn&Zweck der Radarkontrolle sowie jeder anderen üblichen polizeilichen Maßnahme liegt auf der Hand. Imho nicht vergleichbar

  • 14.09.2017 14:36, RF

    Ja, mal wieder ein Qualitätsartikel, um die neue NRW-Landesregierung madig zu machen. In Clausthal-Zellerfeld steht auch "Oberbergamt" frisch restauriert an dem Gebäude, in dem sich heute das "Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie" befindet, übrigens unter dem ebenfalls frisch restaurierten königlich-hannöverschen Wappen von vor 1866.
    http://www.fotocommunity.de/photo/oberbergamt-in-clausthal-zellerfeld-jutta-h/11814214

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 14.09.2017 17:57, Rainer Roszak

    Bitte die Änderung in den Zuständigkeitsbestimmungen nicht vergessen.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 19.10.2017 18:17, Ermic

    In der Nachkriegszeit mochte man es nüchtern und klar, heute ist der Schwulst wieder populärer. Als Steuerzahler stellt man sich natürlich unwillkürlich die Frage, was diese kleine Umformulierung für Folgekosten bei allen möglichen Schildern, Stempeln, Briefköpfen etc. auslöst und ob das Geld des Justizressorts nicht besser angelegt wäre, wenn es direkt für die Justiz ausgegeben wird, z. B. zusätzliche Stellen in den überlasteten Gerichten. Aber das ist im großen Plan der "Ministern für..." wohl ein kleinlicher Einwand.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 20.10.2017 15:58, Fußballer

      Verdienen Richter in Nordrhein-Westfalen tatsächlich so wenig, dass man für die in dem Beitrag genannten "Schlappen 26.000 Euro" die von Ihnen geforderten "zusätzlichen Stellen" hätte schaffen können? Wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen....

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