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Volkswagen: Ums­trit­tene Tier­ver­suche haben erste Kon­se­qu­enzen

30.01.2018

Gerade erst hatte Thomas Steg angekündigt, dass Volkswagen künftig auf Tierversuche verzichtet - jetzt beurlaubt VW seinen Cheflobbyisten. Steg hatte erklärt, die volle Verantwortung für die Vorgänge zu übernehmen.

Die Debatte um umstrittene Abgastests an Affen hat bei Volkswagen zu einer ersten personellen Konsequenz geführt. Der Leiter der Konzern-Außenbeziehungen und Nachhaltigkeit, Dr. Thomas Steg, wurde beurlaubt, teilte Volkswagen am Dienstag in Wolfsburg mit. Der Vorstand habe das entsprechende Angebot des Generalbevollmächtigten angenommen.

Steg werde bis zur vollständigen Aufklärung der Vorgänge von seinen Aufgaben entbunden. "Wir sind dabei, die Arbeit der 2017 aufgelösten EUGT genau zu untersuchen und alle nötigen Konsequenzen daraus zu ziehen", ließ sich der VW-Vorstandschef Matthias Müller in der Mitteilung zitieren.

Die Untersuchungen der Vorgänge sollten weiter mit Hochdruck vorangetrieben werden, teilte Volkswagen mit. Die Aufgaben Stegs übernehme kommissarisch Jens Hanefeld, verantwortlich für internationale und europäische Politik.

Die von BMW, Daimler, VW und Bosch gegründete Lobbyorganisation Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor (EUGT) hatte Tier- und auch Menschenversuche finanziert, die Gesundheitsgefahren von Dieselabgasen erforschen sollten. Hintergedanke war es, die Gefahren zu verharmlosen.

Zuvor hatte Steg gegenüber der Bild-Zeitung angekündigt, dass Volkswagen künftig auf Tierversuche verzichte. Der Autobauer lasse prüfen, was nach den Versuchen mit den Affen geschehen sei, in welchem Zustand sie übergeben wurden und wie es ihnen heute gehe.

Auch Konzernchef Müller hatte die Versuche als inakzeptabel bezeichnet. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh forderte erneut vom Vorstand vollständige Aufklärung und personelle Konsequenzen - ohne Ansehen von Personen.

Derweil reißt die Kritik aus der Politik an den Tests nicht ab. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte der Passauer Neuen Presse: "Was da berichtet wird, ist einfach schockierend. Wer solche Tests in Auftrag gibt, scheint jeglichen Maßstab verloren zu haben." Menschen und Tiere für die eigenen Zwecke zu missbrauchen, sei "einfach entsetzlich". Die Grünen im Bundestag verlangten von der Bundesregierung Antworten darauf, seit wann sie von den Affenversuchen wusste und ob öffentliche Gelder an die EUGT gezahlt wurden.

ah/LTO-Redaktion

mit Material von dpa

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Volkswagen: Umstrittene Tierversuche haben erste Konsequenzen . In: Legal Tribune Online, 30.01.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/26777/ (abgerufen am: 19.01.2020 )

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