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Verdacht auf Zusammenhang mit Drogenfund: Polizei durch­sucht HSF-Büro in Bel­fast

von Dr. Anja Hall

13.06.2017

Unerwarteter Besuch bei Herbert Smith Freehills in Belfast: Die Polizei durchsuchte den nordirischen Standort der internationalen Großkanzlei. Man vermutete einen Zusammenhang mit einem Drogenfund im Westen der Stadt.

Wie zuerst The Irish News berichtete, haben Polizisten einer Einheit für organisierte Kriminalität den Standort von Herbert Smith Freehills in Belfast durchsucht und "einige Gegenstände zur weiteren Untersuchung mitgenommen". Die Razzia stand im Zusammenhang mit einem Drogenfund im Westen von Belfast. Ein 30-Jähriger sei verhaftet worden, weil er des Besitzes von "Class A"-Drogen verdächtig war.

Bei Drogen der Klasse A handelt es sich beispielsweise um Heroin, Kokain, Crystal Meth, LSD oder Methadon. Ihr Besitz wird in Großbritannien mit bis zu sieben Jahren Gefängnis und/oder einer Geldstrafe in unbegrenzter Höhe bestraft. Wer Drogen der Klasse A herstellt oder vertreibt, dem droht sogar eine lebenslängliche Haftstrafe.

Der Verdächtige sei zunächst befragt und später auf Kaution freigelassen worden, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter. Weitere Untersuchungen der örtlichen Strafverfolgungsbehörden seien noch anhängig.

Herbert Smith Freehills teilt zu dem Vorfall gegenüber LTO mit: "Wir bestätigen, dass die Polizei einen Zwischenfall in unserem Büro in Belfast untersucht. Wegen der andauernden Ermittlungen können wir zurzeit nicht weiter Stellung nehmen."

Die Kanzlei hat das Büro in Belfast im April 2011 eröffnet. An dem Standort ist ein Team für "Alternative Legal Services" angesiedelt, das unter anderem darauf spezialisiert ist, großvolumige und dokumenten-intensive Aufgaben wie Due Diligences oder interne Untersuchungen schnell und kostengünstig durchzuführen, auch durch Software-Einsatz. Dazu arbeiten dort insgesamt mehr als 240 Anwälte, Analysten und Technologie-Experten zusammen. Der nordirische Standort war der erste seiner Art. In den vergangenen Jahren hat HSF weitere Standorte für "Alternative Legal Services" mit Teams in aller Welt eröffnet.

Zitiervorschlag

Anja Hall, Verdacht auf Zusammenhang mit Drogenfund: Polizei durchsucht HSF-Büro in Belfast . In: Legal Tribune Online, 13.06.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/23177/ (abgerufen am: 04.08.2020 )

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Kommentare
  • 13.06.2017 13:51, FrankfurterBub

    Hehehe, "Alternative Legal Services"..

  • 14.06.2017 00:58, Schinge

    "Wegen der andauernden Ermittlungen können wir zurzeit nicht weiter Stellung nehmen". Warum wird das immer gesagt? Natürlich KANN man Stellung nehmen - aber aus diversen Gründen WILL man nicht...

    • 14.06.2017 09:46, Ex-M&A'ler

      > "Natürlich KANN man Stellung nehmen - aber aus diversen Gründen WILL man nicht..."
      Das ist doch Wortklauberei. Sie sagen doch auch: "Leider kann ich nicht kommen / nicht teilnehmen" etc.. "Nicht Können" im Sprachgebrauch bedeutet nicht, dass es äußere Umstände im eigentlichen Sinne unmöglich machen, sondern nur, dass es äußere Umstände gebieten, etwas nicht zu tun.