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Jenner & Block statt Simpson Thacher & Bartlett: Micro­soft wech­selt Kanzlei nach Deal mit Trump

02.05.2025

Donald Trump vor dem Weißen Haus

Donald Trump geht gegen ihm unliebsame Anwaltskanzleien vor. | Bild: picture alliance / Xinhua News Agency / Hu Yousong

Simpson Thacher & Bartlett lässt sich auf einen Deal mit der US-Administration ein, Jenner & Block leistet Widerstand gegen ein Trump-Dekret. Microsoft trifft eine bemerkenswerte Entscheidung.

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Wie umgehen mit Executive Orders und angeordneten Diversity-Untersuchungen, mit denen Donald Trump zahlreiche Wirtschaftskanzleien in den vergangenen Wochen unter Druck gesetzt hat? Die Einen versuchen, sich mit der US-Regierung zu verständigen, um möglichst geräuschlos weiter ihrer Tätigkeit nachgehen zu können, die Anderen zeigen sich kämpferisch und klagen.

Die Befürchtung der Betroffenen, dass sich der Konflikt zwischen Trump und Big Law, der auch den US-Kongress beschäftigt, negativ auf bestehende Mandatsbeziehungen und auch auf potentielle Neumandate auswirken könnte, ist nachvollziehbar. Die New York Times berichtet nun aber über eine Entwicklung, mit der nicht unbedingt zu rechnen war. Sie zeigt, dass sich Standhaftigkeit lohnen kann. In den Hauptrollen: Simpson Thacher & Bartlett und Jenner & Block.

Zwei Kanzleien, zwei unterschiedliche Herangehensweisen

Zur Erinnerung: Bei Simpson Thacher & Bartlett hatte man sich für den Verhandlungsweg entschieden – das Ergebnis wurde vor rund zwei Wochen bekannt: Die Kanzlei wird, wie auch Kirkland & Ellis; A&O Shearman und Latham & Watkins, für Zwecke der US-Regierung kostenlose Rechtsberatung mit einem Gegenwert von 125 Millionen Dollar leisten.

Anders Jenner & Block: Die Kanzlei wurde am 25. März mit einer Executive Order des US-Präsidenten bedacht und lässt deren Rechtmäßigkeit prüfen. Man sieht einen Verstoß gegen die Verfassung und beantragte am vergangenen Montag vor einem Gericht in Washington, die Verordnung dauerhaft außer Kraft zu setzen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Ausgerechnet Jenner & Block

Mit Microsoft zeigt nun offenbar ein großes US-Unternehmen eine Reaktion auf die Deals mit der US-Administration, auf die sich inzwischen insgesamt neun Kanzleien eingelassen haben. Laut New York Times hat Microsoft in einem Verfahren, in dem es um die 2023 erfolgte Übernahme des Videospiele-Entwicklers Activision Blizzard geht, die Kanzlei gewechselt.

Anwälte von Simpson Thacher & Bartlett hätten den zuständigen Richter am Delaware Court of Chancery darüber informiert, dass sie Microsoft in dem Fall nicht länger vertreten – übernommen wurde das Mandat demnach von Jenner & Block. Von den beiden Kanzleien gibt es zu dem Vorgang kein offizielles Statement. Microsoft teilte gegenüber Reuters mit, dass man die Dienste von Simpson Thacher & Bartlett in anderen Angelegenheiten weiterhin in Anspruch nimmt.

Ein Tausch des rechtlichen Beraters – auch in laufenden Verfahren – kann auch aufgrund von finanziellen oder taktischen Erwägungen erfolgen. Der Zeitpunkt und der Umstand, dass die Wahl ausgerechnet auf Jenner & Block gefallen ist, machen eine solche Variante aber eher unwahrscheinlich.

Ins Bild passt, dass sich zuvor schon Lucky Vidmar, Head of IP und AI Litigation bei Microsoft, in einem Post auf Linkedin sehr deutlich mit Susman Godfrey solidarisiert hat. Die US-Litigation-Boutique setzt sich ebenfalls mit einer Klage gegen eine Executive Order zur Wehr. Feigheit werde sich nicht auszahlen und die Geschichte werde sich gegenüber denjenigen, die kapitulieren, nicht freundlich zeigen, so Vidmar.

sts/LTO-Redaktion

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Jen­ner & Block
Simp­son Tha­cher & Bart­lett

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Jenner & Block statt Simpson Thacher & Bartlett: . In: Legal Tribune Online, 02.05.2025 , https://www.lto.de/persistent/a_id/57108 (abgerufen am: 21.05.2026 )

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