Hogan Lovells und Cadwalader wollen zur fünftgrößten Kanzlei der Welt fusionieren – mit einem Jahresumsatz von über 3,6 Milliarden US-Dollar und 3.100 Anwälten. Die Partner beider Kanzleien sollen im Frühjahr 2026 über die Fusion abstimmen.
Kurz vor Weihnachten kündigen Hogan Lovells und Cadwalader, Wickersham & Taft (Cadwalader) den größten Zusammenschluss in der Geschichte der Wirtschaftskanzleien an: Die beiden Kanzleien wollen zu Hogan Lovells Cadwalader fusionieren. So würde die fünftgrößte Kanzlei der Welt entstehen, mit einem Jahresumsatz von mehr als 3,6 Milliarden US-Dollar und 3.100 Anwält:innen in Nord- und Südamerika, der EMEA-Region und im asiatisch-pazifischen Raum.
Cadwalader, 1792 gegründet, ist die älteste Kanzlei an der Wall Street und gut mit internationalen Banken und Private-Capital-Anbietern vernetzt. Die neue Kanzlei soll vor allem im Finanz-, Gesellschafts-, Aufsichts-, IP- und Streitbeilegungsrecht beraten. So will sie führende Banken, multinationale Konzerne, Private-Capital-Fonds und Staaten bei ihren wichtigsten strategischen Herausforderungen begleiten. Ein Schwerpunkt der neuen Kanzlei soll auf Mandanten an den Finanzmärkten liegen, insbesondere im Finanzkorridor London–New York–Charlotte.
Für die deutschen Büros bedeutet das, dass die Plattform für Geistiges Eigentum, Prozessführung, Finanzen und Corporate/M&A von Hogan Lovells mit der Finanzkompetenz von Cadwalader zusammengeführt wird.
Fünf internationale Hauptzentren
Hogan Lovells Cadwalader soll fünf internationale Hauptzentren haben: New York, Washington D. C., London, Deutschland und die Region Frankreich, Italien und Spanien.
In New York wird die neu formierte Kanzlei mit mehr als 370 Anwält:innen zu den Top 25 Wirtschaftskanzleien zählen. Cadwalader berät hier bei der Entwicklung ganzheitlicher Finanzierungslösungen und Verbriefungen, Fondsfinanzierungen, Immobilienfinanzierungen, Derivaten und anderen komplex strukturierten Produkten. Die Kanzlei hat zudem führende Praxen in den Bereichen Kreditvergabe, Corporate/M&A, Litigation, Restrukturierung und im Private Wealth Sektor.
Im Oktober hatten allerdings mindestens 37 Anwälte aus mehreren Büros von Cadwalader gekündigt und sich der Wettbewerberin Orrick angeschlossen. Cadwalader gehörte zu den Kanzleien, die den umstrittenen DEI-Deal mit Donald Trump abgeschlossen haben. Hogan Lovells ist in New York vor allem in den Bereichen M&A, Immobilienrecht, Sporttransaktionen und Litigation tätig.
In Washington D.C. wird Hogan Lovells Cadwalader mit mehr als 500 Anwält:innen zu den größten Kanzleien der Stadt zählen. In London sollen knapp 600 Anwält:innen arbeiten, damit wird die neue Kanzlei zu den Top 10 gehören.
Partner stimmen 2026 ab
Auch nach erfolgtem Zusammenschluss wird der bisherige CEO von Hogan Lovells, Miguel A. Zaldivar jr., weiterhin als CEO fungieren. Pat Quinn wird zum Global Managing Partner für Client and Practice Integration bei Hogan Lovells Cadwalader und Wes Misson wird als Global Managing Partner für den Bereich Finance zuständig sein. Misson wird eng mit James Doyle, Global Head Corporate Finance, und David Bonser, Global Managing Partner für Corporate, zusammenarbeiten.
Der geplante Zusammenschluss unterliegt den üblichen vertraglichen Abschlussbedingungen. Im Jahr 2026 sollen die Partner beider Kanzleien über die Fusion abstimmen.
fkr/LTO-Redaktion
Größter Zusammenschluss von Wirtschaftskanzleien: . In: Legal Tribune Online, 19.12.2025 , https://www.lto.de/persistent/a_id/58917 (abgerufen am: 23.01.2026 )
Infos zum Zitiervorschlag