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Mergers & Acquisitions: Risiko poli­ti­scher Inter­ven­tionen steigt

16.06.2017

Hände unterzeichnen Dokumente, symbolisieren Zusammenarbeit und den Einfluss politischer Risiken auf Fusionen und Übernahmen.

© Yourolaitsalbert - stock.adobe.com

Der deutsche Markt für Fusionen und Übernahmen floriert nach wie vor. M&A-Experten befürchten aber, dass das Risiko politischer Interventionen steigt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von CMS und dem Magazin Finance.

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Die Wirtschaftskanzlei CMS und das Magazin befragen für ihr "M&A-Panel" drei Mal jährlich M&A-Chefs deutscher Unternehmen sowie führende Investmentbanker und M&A-Berater anonym zu ihrer Markteinschätzung.

Laut der aktuellen Umfrage beobachten viele M&A-Verantwortliche in deutschen Unternehmen, dass das Risiko politischer Interventionen zunimmt: Für 60 Prozent der Befragten sagen, das Risiko sei in den vergangenen fünf Jahren leicht gestiegen. Elf Prozent machen sogar einen sehr starken Anstieg aus. Auch Rechtsanwälte, die im Bereich M&A tätig sind, beobachten, "dass die Prüfung etwaiger staatlicher Interventionsmöglichkeiten und -risiken in der Vorbereitungs- beziehungsweise Anfangsphase einer Transaktion in Gesprächen mit unseren Mandanten eine immer größere Rolle spielt", sagt Dr. Oliver Wolfgramm, Corporate-Partner bei CMS.

Dabei wird der Einfluss staatlicher Interventionen als stark branchenabhängig eingestuft. Besonders anfällig seien für die M&A-Verantwortlichen in den Unternehmen die Rüstungsindustrie (100 Prozent) und die Luftfahrt (90 Prozent). Allerdings unterlagen Transaktionen im Rüstungsbereich und rüstungsnahen Branchen auch in der Vergangenheit besonderen Anforderungen.

Ein weiteres regulatorisches Transaktionsrisiko

Besonders groß scheint die Furcht der M&A-Profis vor Interventionen der Politik aber nicht zu sein. M&A-Verantwortliche in Unternehmen wollen sich derzeit im Vorfeld von Transaktionen noch nicht intensiv mit politischen Gremien, etwa der US-Behörde für Auslandsinvestitionen (CFIUS), beschäftigen, heißt es in der Studie weiter.

Auf einer Intensitätsskala von 1 bis 10 positionierten sich die Befragten beim Wert 5,00 (10 = sehr intensive Beschäftigung). "Letztlich handelt es sich um ein weiteres regulatorisches Transaktionsrisiko, das im Vorfeld genau analysiert werden muss", sagt Dr. Thomas Meyding, M&A-Partner bei CMS. "Wir sehen, dass Unternehmen vermehrt dazu bereit sind, auch ein Scheitern aufgrund kartellrechtlicher Untersagung in Kauf zu nehmen."

Keine nationalen Alleingänge in der EU

Ob auch in Deutschland die bestehenden rechtlichen Möglichkeiten zur Kontrolle und zum Verbot ausländischer Direktinvestitionen mittel- bis langfristig verschärft werden, darüber haben sich die Umfrageteilnehmer noch kein einheitliches Bild gemacht. Die Corporate-M&A-Vertreter positionierten sich zu dieser These durchschnittlich bei dem Wert 5,72 (10 = sehr wahrscheinlich).

M&A-Partner Wolfgramm geht jedoch nicht davon aus, dass es nationale Alleingänge in Europa geben wird. "Vielmehr wird diskutiert, bestehendes EU-Recht zu ergänzen, um den Mitgliedsstaaten mehr Möglichkeiten zu geben, unliebsame Investoren draußen zu halten. Deutschland, Frankreich und Italien haben die EU-Kommission im Februar gebeten, das Thema auf die Tagesordnung zu nehmen", sagt er.

Der wichtigste Dealbreaker sind derzeit deshalb nicht etwa die regulatorischen Rahmenbedingungen, sondern divergierende Preisvorstellungen, heißt es in der Studie. Negative Befunde aus der Due Diligence sind der zweitwichtigste Grund für das Scheitern von Verhandlungen. Die Bedeutung der Due Diligence hat wieder zugenommen, beobachten die Anwälte von CMS. Das unsichere politische Umfeld trage dazu bei, da sich in dieser Situation kein Unternehmenslenker handwerkliche Schnitzer bei einer Transaktion vorwerfen lassen möchte.

ah/LTO-Redaktion

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Mergers & Acquisitions: . In: Legal Tribune Online, 16.06.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/23200 (abgerufen am: 09.05.2026 )

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