In eigener Sache: LTO zeichnet Beste Kanzlei aus

von Dr. Anja Hall

01.04.2016

Im Oktober wird die LTO-Redaktion erstmals einen Award für die "Beste Wirtschaftskanzlei Deutschlands" vergeben. Sozietäten können sich selbst um die Auszeichnung bewerben. Sie soll Maßstäbe setzen: volle Transparenz beim Kanzlei-Ranking.

Auszeichnungen für Wirtschaftskanzleien gibt es bereits einige, doch das Konzept der LTO-Awards ist neuartig. "Es ist Ergebnis vieler Gespräche, die wir mit Vertretern der Law Firms geführt haben", berichtet Pia Lorenz, Chefredakteurin der LTO. So werde bei einigen nationalen und internationalen Auszeichnungen und Awards immer wieder kritisiert, dass die Kriterien der Preisvergabe undurchsichtig und einige Jury-Entscheidungen schwer nachvollziehbar seien.

LTO hat sich daher entschieden, nur ein Kriterium für die Preisvergabe anzulegen und dieses bereits vorab bekannt zu machen: Für den "LTO-Award als Beste Wirtschaftskanzlei" werden sechs Sozietäten nominiert. Um auf die Nominierungsliste zu gelangen, ist einzig das Ausmaß der Zuwendungen an die Redaktion entscheidend. "Wir halten dieses Kriterium für angemessen", sagt Lorenz. "Es ist transparent, messbar und vor allem objektiv."

Schluss mit Intransparenz: klar, messbar, objektiv

In die Wertung fließen fünf Faktoren ein. Die höchste Relevanz genießen Zahlungen an die Redaktion. "Dass Online-Medien noch nicht von der Krise im Printmarkt profitieren, ist allgemein bekannt", erläutert Ingo Mahl die Beweggründe des Magazins. "Da reicht es nicht aus, nur über die Sperre der Nutzer von Adblockern nachzudenken", so der Leiter des Geschäftsbereichs Legal Digital Information von Wolters Kluwer. "Wir haben uns daher dazu entschlossen, bei dem Award auch die Kreativität von Kanzleien zu honorieren, die es schaffen, Compliance-Regeln so auszulegen, dass am Ende nicht nur sie, sondern auch die Medienlandschaft davon profitiert."

Zweitwichtigster Faktor ist die Anzahl der Likes, die aus einer Kanzlei von möglichst vielen Anwälten an LTO-Artikel verteilt werden. Damit will LTO ihr Alleinstellungsmerkmal als Online-Magazin nutzen – und weiter ausbauen. Ingo Mahl erklärt das so: "Ein gutes Ranking in den Suchmaschinen ist für uns hochrelevant – viele Likes und geteilte Beiträge helfen LTO dabei." Aber er und Lorenz sehen auch Profit für die Sozietäten: "Viele Likes und Favorisierungen von LTO-Artikeln führen auch zu einer höheren Präsenz der Kanzlei im Netz. Um heutzutage in Visibilitäts-Rankings mithalten zu können, muss man auch mal zu kreativen Methoden greifen", ist Lorenz überzeugt. "Ein Blog reicht da nicht".

Und sie führt einen weiteren Effekt an, mit dem Kanzleien auch im wichtigen Recruiting-Bereich punkten können: "Wir wissen alle, dass viel zu viele hochbezahlte Associates in den dunklen Kellern der Law Firms sitzen. Wenn sie dort endlich WLAN bekommen, um möglichst viel LTO zu lesen und zu liken, ist schließlich allen geholfen."

Zitiervorschlag

Anja Hall, In eigener Sache: LTO zeichnet Beste Kanzlei aus . In: Legal Tribune Online, 01.04.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/18950/ (abgerufen am: 17.07.2018 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 01.04.2016 17:31, Anja Bornemann-Pietsch

    Sehr geehrte Frau Dr. Hall,
    sehr geehrte Mitglieder der Redaktion,

    wäre ich die Chefin einer Wirtschaftskanzlei würde ich mich gegen eine Teilnahme am Wettbewerb entscheiden.

    Begründung

    Erster Faktor:
    Es fehlt die Angabe der Höhe der erwarteten Mindestzuwendung.
    Präzise zu sein ist immer besser

    Zweiter Faktor:
    Privates Chatten während der Arbeitszeit ist wichtiger, als Likes auszuteilen.
    Und: WLAN führt dazu, schneller arbeiten zu können … wem sollte zügiges Arbeiten dienlich sein?

    Dritter Faktor:
    Essen wird überbewertet.
    Wie wäre es mit einem gemeinsamen Rundlauf um die Kanzlei?

    Vierter Faktor:
    Tee-Trinker werden diskriminiert.
    Und: Aus welchem Grund bleiben frisch gepresste Säfte unerwähnt?

    Fünfter Faktor:
    Grußbotschaften abzuheften ist „out“.
    Grußbotschaften in der Redaktion auszustellen ist „in“!

    Sie haben diesen Artikel geschickt am 1. April ins Netz geschickt. Schicklich!

    Ich wünsche Ihnen einen - heute besonders - angenehmen und erfolgreichen Tag und bleibe mit besten Grüßen
    (und einem Lachen)

    Anja Bornemann-Pietsch

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 02.04.2016 13:05, Na klar..

    ...und die BILD vergibt ab 2017 den Literaturnobelpreis...

    Auf diesen Kommentar antworten
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