Thomas Müller über eine Gefahr, die der Job als Managing Partner mit sich bringt, ein Mandat mit Glamour und frühe Einsicht bei der Wahl des Karrierewegs.
Thomas Müller ist Rechtsanwalt und seit 2022 (einer der beiden) Managing Partner von Hengeler Mueller. Er hat seinen Beratungsschwerpunkt im Immobilienwirtschaftsrecht und berät vor allem Finanzinvestoren zu M&A-Projekten und Joint Ventures.
Mein typischer Montag:
Aufstehen kurz vor 7 Uhr, Morgenkaffee mit Lektüre von FT, FAZ und NYT, mit Fahrrad ins Büro gegen 9 Uhr, wöchentlicher Partnerlunch im Büro, Dienstschluss nach Geschäftsanfall, Abendessen mit Familie.
Mein Getränk und meine Bar:
Campari Soda zum Aperitivo in einer kleinen Bar am Meer.
Ein Song, ein Buch, ein Ort:
Da ich gerade in Süditalien (Otranto in Apulien) im Urlaub weile: "La canzone del mare" von Lucio Battisti, "Der Leopard" von Giuseppe Tomasi di Lampedusa.
Ich habe Jura studiert, weil:
Sich bereits in der D-Jugend des FC Augsburg abzeichnete, dass meine Karriere als Fußballprofi wenig erfolgversprechend sein würde und mein Zenit mit dem Gewinn der schwäbischen Meisterschaft überschritten war.
Das größte Plus in meinem Job:
Tägliche Arbeit mit jungen, intelligenten und ambitionierten Kolleginnen und Kollegen.
Das größte Minus in meinem Job:
Gefahr, dass man sich im Laufe der Zeit etwas zu ernst nimmt.
Wäre ich nicht Managing Partner bei Hengeler Mueller, dann wäre ich:
Partner bei Hengeler Mueller.
Mein erstes Mandat:
Im Juli 1991 Flug nach Caracas und Meeting in der venezolanischen Zentralbank (bis heute mein glamourösestes Mandat).
Meine härteste berufliche Entscheidung:
Notar in Bayern oder Anwalt bei Hengeler Mueller. Im Rückblick alles richtig gemacht.
Ein gängiges Vorurteil zur Arbeit in Großkanzleien, das voll zutrifft:
Viel Arbeit, die ordentlich entlohnt wird.
Anwalts- und Kanzleirankings sind:
Mittlerweile meist gut recherchiert und helfen den Mandanten bei der Wahl des passenden Anwalts.
Ein Gesetz oder Paragraf, das/der dringend geändert werden sollte:
Das "Gesetz über die unternehmerische Sorgfaltspflichten in Lieferketten" und ähnliche Ungetüme, die enormen Aufwand generieren, ohne die zugrundeliegenden Probleme zu lösen.
Eine Idee zur Reform der juristischen Ausbildung:
Abschaffung der Referendarzeit und damit auch des 2. Staatsexamens. Stattdessen zwei Jahre Trainee in dem Berufszweig, in den der jeweilige Kandidat einsteigen will – also nicht mehr Befähigung zum Richteramt für alle, sondern daneben Befähigung zum Rechtsanwalt, Unternehmensjurist, Verwaltungsjurist usw..
Eine Vorlesung, die Jura-Studierende auf keinen Fall schwänzen sollten:
Jeder Student sollte 1,5 Stunden online gehen und sich von dem UK-Juristen Richard Suesskind seinen Book-Talk "How to Think about AI" ansehen; die ganz Fleißigen können danach das Buch lesen (Richard Susskind on AI for Lawyers: A Book Review).
Nach dem Jurastudium führt kein Weg an Hengeler Mueller vorbei, weil:
Hengeler Mueller nach wie vor der Marktführer ist, bei dem junge Anwältinnen und Anwälte in spannenden internationalen Mandaten ihr Handwerk am besten erlernen können.
Mit diesem Interview endet ein fünfteiliges LTO Most Wanted Spezial (Magic Circle Edition). Hengeler Mueller ist als “Best Friend” der britischen Kanzlei Slaughter & May vertreten. Zuvor veröffentlicht wurden die Ausgaben mit Dr. Stefan Sax (Clifford Chance), Rick van Aerssen (Freshfields), Staffan Illert (Linklaters) und Dr. Wolf Bussian (A&O Shearman). Die Übersicht mit allen bisher erschienenen Ausgaben von Most Wanted finden Sie hier.
Magic Circle Edition: . In: Legal Tribune Online, 12.09.2025 , https://www.lto.de/persistent/a_id/58042 (abgerufen am: 17.02.2026 )
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