Vorläufige Insolvenzverwalter für deutsche Tochterunternehmen: Flöther & Wis­sing beg­leitet Insol­venzen bei Meyer Burger

04.06.2025

Zwei deutsche Tochtergesellschaften des Solarmodulherstellers Meyer Burger müssen Insolvenz anmelden. Jetzt steht fest, wer die vorläufige Insolvenzverwaltung übernimmt.

Die Produktion in den USA traf es zuerst. Per Ad-hoc-Meldung kündigte das Schweizer Solarunternehmen Meyer Burger am 29. Mai das Aus für die Herstellung von Solarmodulen am Standort Goodyear im US-Bundesstaat Arizona an. Den verbliebenen 282 Mitarbeitenden wurde gekündigt. Zwei Tage später verkündete Meyer Burger, dass für die deutschen Tochtergesellschaften Meyer Burger (Industries) GmbH und Meyer Burger (Germany) GmbH die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt wurde.

Meyer Burger ist der letzte verbliebene namhafte europäische Hersteller von Solarmodulen, das Unternehmen hat seit Jahren mit dem intensiven Wettbewerbsdruck zu kämpfen, der vor allem von den chinesischen Konkurrenten ausgeht. In Deutschland ist das Unternehmen eines der Aushängeschilder des sogenannten Solar Valley.

Investorensuche geht weiter

Lucas F. FlötherDer Geschäftsbetrieb bei Meyer Burger (Industries), wo derzeit 332 Mitarbeitende tätig sind, soll zunächst ebenso weiterlaufen, wie bei Meyer Burger (Germany) mit 289 Beschäftigten. Das Amtsgericht Chemnitz hat Prof. Dr. Lucas F. Flöther und Reinhard Klose, beide Partner der auf Insolvenzen und Unternehmenssanierungen spezialisierten Kanzlei Flöther & Wissing zu vorläufigen Insolvenzverwaltern bestellt.

Flöther übernimmt die Verwaltung bei Meyer Burger (Germany), Klose bei Meyer Burger (Industries). Flöther & Wissing stellt regelmäßig Insolvenzverwalter und Sachwalter bei prominenten Sanierungsverfahren. Flöther ist bzw. war unter anderem Insolvenzverwalter bei den Fluggesellschaften Air Berlin und Niki sowie Sachwalter bei Condor.

Ziel sei es, die Geschäfte in beiden Unternehmen während des gesamten vorläufigen Verfahrens fortzuführen, so Flöther. Eine von Meyer Burger angestrebte Investorenlösung war kurzfristig nicht umsetzbar. Nun soll im Rahmen des Insolvenzverfahrens ein neuer Anlauf genommen werden. Aus der Sicht eines potentiellen Investors ist dieses Szenario das attraktivere, weil hier in der Regel nur die Vermögenswerte, nicht aber die bilanziellen Altlasten übernommen werden.

sts/LTO-Redaktion

Beteiligte Kanzleien

Zitiervorschlag

Vorläufige Insolvenzverwalter für deutsche Tochterunternehmen: . In: Legal Tribune Online, 04.06.2025 , https://www.lto.de/persistent/a_id/57346 (abgerufen am: 12.12.2025 )

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