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Datenschützer feiern Sieg: Face­book beendet Gesicht­s­er­ken­nung

03.11.2021

Gesichtserkennung

(c) Axel Bueckert | stock.adobe.com

Facebook setzt seit Jahren Software zur automatischen Identifizierung von Gesichtern in gleichnamigen Online-Netzwerk ein. Nach andauernder Kritik von Datenschützern wird das Projekt beendet.

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Seit Jahren hatte Facebook Ärger wegen einer Funktion, die Gesichter von Freunden in Fotos erkennen kann. Jetzt macht das Online-Netzwerk einen radikalen Schnitt und schafft die Funktion ab, mit der Nutzer automatisch in Fotos markiert werden konnten.

Gespeicherte Daten zur Identifizierung der Gesichter von mehr als einer Milliarde Menschen werden gelöscht, wie das Online-Netzwerk am Dienstag ankündigte. In der Gesellschaft gebe es Sorgen um den Einsatz von Gesichtserkenungs-Technologien - und Regulierer seien immer noch dabei, Regeln dafür zu entwickeln, hieß es in einer Stellungnahme. Zuletzt mussten die Nutzer bereits ausdrücklich zustimmen, damit ihre Namen in Fotos den Facebook-Freunden automatisch angezeigt wurden. Vor allem in Europa war das Online-Netzwerk mit der Gesichtserkennung auf Widerstand von Datenschützern gestoßen.

Anderweitige Verwendung für die Technologie

Facebook sehe weiter Einsatzmöglichkeiten für die Technologie, etwa für die Anmeldung bei einem Account oder das Entsperren eines Geräts, hieß es weiter. Daran werde weiter gearbeitet - mit gebührender Transparenz für die Nutzer. Auch zur Identifizierung bei Finanzdiensten könne die Gesichtserkennung nützlich sein. Facebook arbeitet unter anderem an einem digitalen Portemonnaie für die beim Konzern entwickelte Digitalwährung Diem, die ursprünglich unter dem Namen "Libra" bekannt war.

Mit der Einstellung der Funktion würden auch in bisherigen Fotos keine Namen mehr angezeigt, betonte Facebook. Für Nutzer, die die Funktion nicht aktiviert hätten, ändere sich nichts, da auch keine Daten zur Gesichtserkennung gelöscht werden müssten.

Die Funktion hatte Facebook bereits mehrfach Probleme eingebracht. So zahlte der Konzern im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Milliarde Dollar, um eine Klage im US-Bundesstaat Illinois beizulegen. Der Staat hat seit 2008 ein Gesetz, welches das Sammeln biometrischer Daten ohne Einverständnis der Betroffenen verbietet. Die Kläger warfen Facebook vor, es mit der Erstellung von Profilen zur Erkennung der Gesichter in Fotos verletzt zu haben.

dpa/sts/LTO-Redaktion

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Datenschützer feiern Sieg: . In: Legal Tribune Online, 03.11.2021 , https://www.lto.de/persistent/a_id/46543 (abgerufen am: 17.03.2026 )

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