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Executive Order: Trump nimmt die nächste Kanzlei ins Visier

10.04.2025

Schriftzug "make democracy great again" an einer Wand

Bild: Andreas Gruhl - stock.adobe.com

Donald Trump erlässt die nächste Executive Order. Dieses Mal trifft es Susman Godfrey. Die Kanzlei kündigt Widerstand an. Den gibt es auch auf LinkedIn.

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Neuer Tag, neues Dekret. Nach Perkins Coie; WilmerHale; Jenner & Block und Paul Weiss sieht sich nun auch die US-Boutique Susman Godfrey mit einer Executive Order des US-Präsidenten konfrontiert. Inhaltlich weicht das Dekret nicht wesentlich vom bekannten Modus Operandi ab: 

Sicherheitsfreigaben sollen ausgesetzt, der Zugang zu Einrichtungen der Regierung beschränkt und die Kündigung von laufenden Verträgen zwischen Behörden und Kanzlei geprüft werden. Susman Godfrey wird – neben rechtswidriger Diskriminierung durch die Implementierung von Diversity-Programmen – auch vorgeworfen, die Qualität von Wahlen negativ zu beeinflussen.

Wie die anderen betroffenen Kanzleien hat auch Susman Godfrey eine Vorgeschichte mit dem US-Präsidenten. Unter ihren Mandanten findet sich das kanadische Unternehmen Dominion Voting Systems, das Zählmaschinen nebst Software herstellt, die bei Wahlen in den USA zum Einsatz kommen.

Dominion ließ sich unter anderem bei rechtlichen Auseinandersetzungen mit Rudy Giuliani, der früher als Rechtsanwalt für Trump tätig war, und Fox News von Susman Godfrey vertreten. Der Rechtsstreit mit dem Nachrichtensender wurde durch einen Vergleich beendet – Fox News hatte sich dabei im Jahr 2023 zu einer Zahlung von knapp 800 Millionen Dollar an Dominion verpflichtet.

Einem Bericht von Reuters zufolge hat Susman Godfrey zwischenzeitlich angekündigt, sich gegen die Executive Order rechtlich zur Wehr zu setzen. Es stehe außer Frage, dass man gegen die verfassungswidrige Verfügung kämpfen werde, heißt es demnach von der Kanzlei, die mit 167 Anwältinnen und Anwälten vor allem im Bereich Litigation tätig ist.

LinkedIn wird zur Widerstandsplattform

Derweil haben sich auf LinkedIn Partnerinnen und Partner von verschiedenen Anwaltskanzleien in einer Gruppe zusammengetan, um sich zum Thema Trump vs. Big Law auszutauschen – inklusive Seitenhieb auf das große Schweigen unter den Großen der Branche. Man wolle eigene Standpunkte darlegen und so einen Beitrag zum Schutz der Demokratie leisten, heißt es in der Beschreibung.

Mit Erscheinen dieses Beitrags hat die von Goodwin-Partner Neel Chatterjee gegründete Gruppe 389 Mitglieder. Er hoffe auf 500 Mitglieder für "Law Firm Partners United", schrieb Chatterjee gestern in einem Post. Darin rechnet er vor, dass die Gruppe – unter der Annahme, dass jede/r Partnerin/Partner im Schnitt einen Jahresumsatz von zwei Millionen Dollar generiert – schon jetzt ein Umsatzvolumen von 600 Millionen repräsentiere.

sts/LTO-Redaktion

Beteiligte Kanzleien

Jen­ner & Block
Per­kins Co­ie
Paul, Weiss, Rif­kind, Whar­ton & Gar­ri­son
Sus­man God­f­rey
Wil­mer Cut­ler Pi­cke­ring Ha­le and Dorr

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Zitiervorschlag

Executive Order: . In: Legal Tribune Online, 10.04.2025 , https://www.lto.de/persistent/a_id/56981 (abgerufen am: 07.03.2026 )

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