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Eversheds M&A-Studie: Un­ter­neh­men ändern Stra­te­gie bei Aus­glie­de­run­gen

18.05.2015

Die internationale Kanzlei Eversheds hat ihre aktuelle Studie zum M&A-Geschäft veröffentlicht. Ausgliederungen würden für Unternehmen immer wichtiger, wobei sich die Strategie ändert, so die Ergebnisse der Studie.

Im Zuge der Konzentration auf das Kerngeschäft rücken Unternehmen immer öfter Ausgliederungen in den Mittelpunkt ihrer strategischen M&A-Pläne. Zugleich werden die Transaktionen in einem sich stetig wandelnden wirtschaftlichen und regulatorischen Umfeld komplexer, so dass sich der Zeitraum bis zur erfolgreichen Umsetzung immer länger hinzieht: Drei bis sechs Monate dauert eine durchschnittliche Ausgliederung, bei größeren Deals ein bis zwei Jahre, so die Ergebnisse des aktuellen Eversheds-M&A-Berichts ‘Streamlining for Success‘. 

Für die Studie wurden die Angaben von über 150 Anwälten und Unternehmensvertretern aus 34 Ländern zu ihren Erfahrungen mit Ausgliederungen ausgewertet. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) gab an, sie verfolgten einen neuen Ansatz bei Ausgliederungen. Erheblich mehr Zeit wenden die Verantwortlichen nun im Frühstadium einer Transaktion auf. Der Ansatz ‘Erst unterzeichnen, dann managen‘ verschiebt sich in Richtung ‘Erst managen, dann unterzeichnen‘. 

Was soll überhaupt verkauft werden?

Gefragt nach der Prüfung potenzieller Käufer gab mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) an, der Preis sei nicht das Hauptkriterium, sondern Vorrang habe die Sicherheit des Abschlusses. Der Report zeigt auch, dass noch immer eine beträchtliche Uneinigkeit innerhalb der Unternehmen besteht, wie Ausgliederungen am besten zu handhaben sind. Mehr als zwei Drittel (72 Prozent) der befragten Unternehmensjuristen gab an, bei der Planung einer Ausgliederung Spannungen oder erhebliche Differenzen mit den Kollegen erlebt zu haben.  

Ein weiteres Problem einer Ausgliederung besteht oftmals in dem präzisen Verständnis, was eigentlich verkauft werden soll. So nannten die Befragten insbesondere Schwierigkeiten bei der Identifizierung und Bewertung der zum Verkauf stehenden Vermögenswerte und der Zuweisung angemessener Kosten zu diesen Aktiva. 

Der Weg zum sicheren Abschluss

Insgesamt waren die Teilnehmer der Eversheds-Studie in den vergangenen fünf Jahren an mehr als 2.400 M&A-Transaktionen in 60 Jurisdiktionen beteiligt. Fast 40 Prozent davon waren Ausgliederungen. Aus den Antworten leitet die Studie sechs Kernpunkte ab, die zur Steigerung des Transaktionswertes und der Abschlusssicherheit beitragen können: 

1) Klarer, kooperativer Ansatz in der Kommunikation mit dem Käufer
2) Regelmäßiger Kontakt mit der örtlichen Geschäftsleitung des Zielunternehmens
3) Klare Trennungspläne, die dem Käufer mitgeteilt werden
4) Strikte Beobachtung möglicher Interessenkonflikte
5) Flexibilität in rechtsgültigen Verträgen
6) Einplanen von Verzögerungen 

Beteiligte Kanzleien

Quelle: Heisse Kursawe Eversheds

Zitiervorschlag

Eversheds M&A-Studie: Unternehmen ändern Strategie bei Ausgliederungen . In: Legal Tribune Online, 18.05.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/15575/ (abgerufen am: 27.01.2021 )

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