Der deutsche Medienkonzern Axel Springer kauft die britische Telegraph Media Group, Herausgeberin einer der ältesten Zeitungen in Großbritannien. Teams von Gibson Dunn und Freshfields beraten zum Deal.
Für den Axel-Springer-Verlag ist es der zweite Anlauf. Schon 2004 hat man sich an einer Übernahme des Telegraph versucht, konnte sich in einem Bieterwettstreit aber nicht gegen die beiden britischen Unternehmer David and Frederick Barclay durchsetzen. Gut zwei Jahrzehnte später holt Springer das Versäumte nach und kauft die Telegraph Media Group für 575 Millionen Pfund (umgerechnet rund 665 Millionen Euro), die man in bar an den aktuellen Eigentümer RedBird IMI überweisen wird.
Mit der Übernahme geht die Internationalisierung des Berliner Medienkonzerns weiter. Zuletzt hatte Springer im Oktober 2021 das amerikanische Nachrichtenportal Politico für knapp 900 Millionen Euro gekauft. In den kommenden Jahren wolle man die Expansion der Telegraph-Gruppe im US-Markt vorantreiben, kündigte der Springer-Verlag in einer Mitteilung an.
Der Neuzugang im Portfolio soll "das führende bürgerlich-konservative Medium der englischsprachigen Welt werden". Mathias Döpfner bezeichnet den Zukauf als Traum, der nun wahr werde. Für diesen Traum rückt der Vorstandsvorsitzende von Axel Springer sogar von seiner Ankündigung ab, keine Investitionen mehr in Print-Medien zu tätigen.
Bevor Springer den Zuschlag erhielt, sah es zunächst danach aus, dass das (ebenfalls britische) Medienunternehmen Daily Mail and General Trust (DMGT) bei der Telegraph Media Group zum Zug kommen würde. Das Gebot von DMGT lag jedoch deutlich unter dem Betrag, den Springer nun bezahlen wird. Zudem hatten die britischen Regulierungsbehörden wettbewerbsrechtliche Bedenken geäußert. DMGT gibt unter anderem die Tageszeitungen Daily Mail und Mail on Sunday heraus. Auch der Vollzug des Verkaufs an den Springer-Verlag steht noch unter dem Vorbehalt der behördlichen Zustimmung.
Kanzleien & Köpfe
RedBird IMI wird im Rahmen des Verkaufs der Telegraph Media Group von einem Team der Kanzlei Gibson Dunn & Crutcher mit einem Team um Robert Dixon rechtlich beraten.
Auf Seiten von Axel Springer ist nach LTO-Informationen ein Team von Freshfields um die beiden Londoner Partner Oliver Lazenby und Alastair Mordaunt rechtsberatend tätig. Die US-amerikanische Investmentbank Liontree unterstützt Axel Springer bei der Transaktion als Finanzberater.
sts/LTO-Redaktion
Freshfields für Axel Springer (aus dem Markt bekannt):
Oliver Lazenby (Partner, Federführung, M&A, London)
Alastair Mordaunt (Partner, Federführung, Kartellrecht, London)
Dr. Frank Röhling (Partner, Kartellrecht, Berlin)
Helena Haag (Associate, Kartellrecht, Berlin)
Gibson Dunn & Crutcher für RedBird IMI:
Robert Dixon (Partner, M&A, London)
Ali Nikpay (Partner, Kartellrecht, London)
Richard Birns (Partner, Private Equity, New York)
James Chandler (Partner, Steuerrecht, London)
Kavita Davis (Partnerin, Finanzierung, London)
Sean McFarlane (Partner, Corporate, New York)
Ben Nunez (Of Counsel, Kartellrecht, London)
Dom Kinsky (Of Counsel, Private Equity / M&A, London)
Freddie Wright (Associate, M&A, London)
Oliver Hill (Associate, Corporate, London)
Tom Capper (Associate, Finanzierung, London)
Eigentümerwechsel bei britischer Traditionszeitung: . In: Legal Tribune Online, 11.03.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59503 (abgerufen am: 20.05.2026 )
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