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35451

Compliance: Miss­stände in vielen deut­schen Unter­nehmen

17.05.2019

Whistleblower

© Rawf8 - stock.adobe.com

Im vergangenen Jahr gab es in rund 43 Prozent der deutschen Unternehmen Compliance-Fälle. Das geht aus dem "Whistleblowing Report 2019" hervor. Betroffen sind vor allem große und international tätige Gesellschaften.

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Im Ländervergleich sind dem internationalen "Whistleblowing Report 2019" zufolge in deutschen Unternehmen mit gut 43 Prozent am häufigsten Compliance-Probleme aufgetreten, gefolgt von den britischen (40 Prozent), französischen (38 Prozent) und Schweizer Unternehmen (35 Prozent). Den finanziellen Schaden durch Missstände beziffern 17 Prozent der betroffenen Unternehmen auf mehr als 100.000 Euro.

Allerdings spiele die Unternehmensgröße eine wichtigere Rolle als das Herkunftsland des Unternehmens, so die Studienautoren. In allen Ländern waren die untersuchten Großunternehmen stärker betroffen als die kleineren und mittleren Unternehmen (KMU). 2018 hat jedes zweite befragte deutsche Großunternehmen mindestens einen Fall aufgedeckt, der sich als illegal oder unethisch herausgestellt hat. Eine weitere Feststellung in dem Bericht: Bei international tätigen Unternehmen gibt es mehr Fälle von Korruption, Betrug oder anderem illegalen Verhalten als bei den Firmen, die nur im Heimatmarkt aktiv sind.

Die befragten Unternehmen versuchen über verschiedene Maßnahmen, Missstände zu verhindern bzw. frühzeitig zu erkennen. In dem meisten Fällen macht die Geschäftsleitung deutlich, dass illegales und unethisches Verhalten nicht toleriert wird. Ein Großteil der untersuchten Unternehmen hat auch einen Code of Conduct erarbeitet, der die Geschäftsgrundsätze und Verhaltensregeln schriftlich festhält. Diese beiden Maßnahmen werden vor allem von den befragten KMU häufig eingesetzt. Bei Großunternehmen gibt es zudem häufig interne bzw. externe Prüfstellen und elektronische Datenanalysetools, die Missstände aufdecken sollen.

Im Schnitt 52 Meldungen pro Jahr

Meldestellen für Compliance-Vorfälle gibt es bislang in 56 Prozent der deutschen Unternehmen, die an der Umfrage teilgenommen haben. Nach der im April vom EU-Parlament beschlossenen Direktive zum Schutz von Hinweisgebern wird dies künftig für Gesellschaften mit mehr als 50 Mitarbeitenden verpflichtend. Im Branchenvergleich haben Banken und Versicherungen am häufigsten Meldekanäle für Hinweisgeber.

Im Durchschnitt sind bei den Unternehmen mit Meldestelle im vergangenen Jahr 52 Meldungen eingegangen; davon hat sich jeder zweite Hinweis als relevant erwiesen. Rund 58 Prozent der Whistleblower blieben anonym, wenn dies möglich war.

Dem "Whistleblowing Report 2019", der vom Technologieunternehmen EQS und der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur erstellt wurde, liegt eine Online-Befragung zugrunde, an der Vertreter von 331 britischen, 352 deutschen, 344 französischen und 365 Schweizer Unternehmen teilgenommen haben.

Die Stichprobe pro Land setzt sich zu jeweils rund einem Drittel aus kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit 20 bis 249 Mitarbeitenden und zu zwei Dritteln aus Großunternehmen (ab 250 Mitarbeitenden) zusammen. Aufgrund der Stichprobenziehung halten die Studienautoren die Ergebnisse für die beiden Unternehmensgrößenklassen verallgemeinerbar.

ah/LTO-Redaktion

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Compliance: . In: Legal Tribune Online, 17.05.2019 , https://www.lto.de/persistent/a_id/35451 (abgerufen am: 20.04.2026 )

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