Die seit Jahrzehnten verbotene Industriechemikalie PCB hat Bayer teure Rechtsstreitigkeiten in den USA beschert. Nun verständigt sich das Unternehmen mit mehreren Klägern.
Die Bayer-Tochtergesellschaft Monsanto hat sich nach eigenen Angaben mit mehr als 200 Klägern in einem Rechtsstreit um Schadensersatz für möglicherweise von der Chemikalie PCB (Polychlorierte Biphenyle) hervorgerufene Gesundheitsschäden auf eine Grundsatzvereinbarung verständigt. Betroffen sind demnach sämtliche Fälle, die im Zusammenhang mit dem Schulgebäude Sky Valley Education Center im US-Bundesstaat Washington stehen.
Zum Inhalt der Vereinbarungen macht das Unternehmen keine Angaben, die finalen Vergleichsvereinbarungen stehen auch noch aus. Ausgenommen sind einer Mitteilung von Bayer zufolge Verfahren, in denen bereits Urteile zu Ungunsten von Monsanto ergangen und Rechtsmittel eingelegt sind – konkret neun Verfahren mit insgesamt 49 Klägern.
Die Kläger machen die seit Jahrzehnten verbotene Industriechemikalie unter anderem für Hirnschäden verantwortlich. PCB wurde bis 1977 von Monsanto produziert und kam unter anderem in Baumaterial zum Einsatz, um den Brandschutz zu erhöhen. Ein vollständiges Verbot für die Verwendung von PCB erfolgte in Deutschland im Jahr 1989, seit 2001 gilt ein weltweites Verbot.
Bayer hatte im zweiten Quartal dieses Jahres zusätzliches Geld für die US-Rechtsstreitigkeiten rund um den Unkrautvernichter Glyphosat und eben auch PCB zurückgelegt. Von diesen Rückstellungen in Höhe von insgesamt 1,7 Milliarden Dollar sind 530 Millionen Dollar für die PCB-Verfahren vorgesehen.
Die Rechtsstreitigkeiten zu Glyphosat und PCB hat sich Bayer durch die über 60 Milliarden Dollar teure Monsanto-Übernahme im Jahr 2018 ins Haus geholt. Die Klagewelle hat den Konzern inzwischen viele Milliarden Euro gekostet.
sts/LTO-Redaktion mit Material der dpa
Grundsatzvereinbarung getroffen: . In: Legal Tribune Online, 18.08.2025 , https://www.lto.de/persistent/a_id/57928 (abgerufen am: 19.01.2026 )
Infos zum Zitiervorschlag