Seit der Übernahme von Monsanto sieht sich Bayer im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Roundup mit Schadensersatzklagen konfrontiert. Vor dem Supreme Court konnte das Unternehmen jetzt einen großen Erfolg verbuchen.
Der Bayer-Konzern hat in den milliardenschweren Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA einen wichtigen Erfolg vor dem Obersten Gericht des Landes erzielt. Dem Urteil des Supreme Court zufolge kann Bayer nicht wegen fehlender Krebswarnungen auf Verpackungen von Unkrautvernichtern verklagt werden.
Das Gericht berief sich darauf, dass in den USA von der Regierung einheitliche Markierungen für Produkte vorgeschrieben seien – und es damit keine abweichenden Anforderungen einzelner Bundesstaaten geben könne. Vielen der Klagen im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup dürfte die Entscheidung ihre Grundlage entziehen.
Grundsatzurteil nach Fall aus St. Louis
Die Bayer-Aktie legte nach dem Urteil zeitweise um rund 15 Prozent zu. Der Konzern begrüßte das Urteil in einer ersten Stellungnahme als "gut für die Wissenschaft, Landwirte und für Branchen, die auf regulatorische Klarheit für Innovationen angewiesen sind". Bayer hatte ein Krebsrisiko bei der Verwendung von Roundup stets verneint. Das Unternehmen argumentierte, dass die US-Umweltbehörde EPA in dem Mittel keine Gesundheitsrisiken sehe, wenn es entsprechend den Vorschriften angewendet werde.
Die EPA hatte das Produktlabel ohne Warnung genehmigt. Entsprechend sollten nach der Einschätzung von Bayer Schadensersatzansprüche "basierend auf dem Recht einzelner Bundesstaaten vor Gericht keinen Bestand haben". Die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation WHO hatte das Herbizid im Jahr 2015 als "wahrscheinlich krebserregend" klassifiziert.
Der Entscheidung des Supreme Court liegt der Fall des Klägers John Durnell zugrunde, der ursprünglich im Oktober 2023 in St. Louis verhandelt wurde. Durnell führt seine Erkrankung an dem Non-Hodgkin-Lymphom auf die Verwendung von Roundup zurück. Die Geschworenen kamen damals zu dem Schluss, dass das Unternehmen zu einer Krebswarnung auf dem Unkrautvernichter Roundup verpflichtet gewesen sei, und sprachen dem Kläger Schadensersatz in Höhe von 1,25 Millionen Dollar zu. Bayer wählte den Fall später aus, um ein Grundsatzurteil zu erreichen.
Mit dem Kauf von Monsanto kamen die Probleme
Bayer-Chef Bill Anderson, der den Konzern seit Juni 2023 führt, verfolgt das Ziel, die Rechtsstreitigkeiten bis Ende 2026 signifikant einzudämmen. Diese hatte sich Bayer 2018 mit der Übernahme des Agrarchemiekonzerns Monsanto ins Haus geholt. Nach einer ersten Niederlage in einem Glyphosat-Verfahren stieg die Zahl der Klagen schnell an.
Das Urteil "dürfte dazu führen, dass aktuelle Klagen abgewiesen und mögliche künftige Klagen verhindert werden – soweit sie auf angeblich fehlenden Warnhinweisen beruhen", teilte Bayer am Donnerstag mit. Man strebe aber weiterhin die finale Genehmigung eines angekündigten großen Sammelvergleichs an.
Bayer hatte sich im Februar dieses Jahres mit Klägervertretern auf einen Vergleich mit einem Volumen von bis zu 7,25 Milliarden Dollar verständigt, der wenige Wochen später durch das zuständige Gericht in St. Louis (Missouri) vorläufig genehmigt wurde.
sts/LTO-Redaktion mit Material der dpa
Rechtsstreit um glyphosathaltiges Pflanzenschutzmittel Roundup: . In: Legal Tribune Online, 25.06.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60290 (abgerufen am: 12.08.2026 )
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