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Streit um strengeren Datenschutz: Miss­brauchs­be­schwerde gegen Apple

27.04.2021

Ein Apple-Store

(c) saiko3p - stock.adobe.com

Apple gibt seinen Kunden künftig eine einfache Möglichkeit, Daten-Tracking zu unterbinden. Anbieter von iPhone-Apps müssen dann ausdrücklich um Erlaubnis fragen. Acht Branchenverbände der Werbewirtschaft haben Wettbewerbsbeschwerde eingelegt.
 

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Als erster Smartphone-Anbieter ermöglicht Apple es seinen Kunden, mithilfe eines Schalters selbst zu entscheiden, ob Apps ihr Verhalten bei anderen Diensten und Websites für Werbezwecke verfolgen dürfen. Die schon im Sommer 2020 angekündigte "App Tracking Transparency" gibt es bei der iPhone-Systemversion iOS 14.5, die am Montag veröffentlicht wurde.

Damit App-Anbieter einen Nutzer zur Personalisierung der Werbung erkennen können, haben Apple-Geräte eine spezielle Kennnummer, die IDFA. Künftig werden App-Anbieter die Nutzer ausdrücklich um Erlaubnis fragen müssen, wenn sie auf diese ID zugreifen wollen. Nutzer können in den Einstellungen dann auch mit einem einzigen Schalter alle Tracking-Anfragen blockieren. Die Analyse-Firma App Annie geht davon aus, dass 90 Prozent der Kunden dieses Tracking ablehnen werden.

Aus diesem Grund stoßen die neuen Datenschutzregeln vor allem in der Werbewirtschaft auf Kritik. Facebook- Gründer Mark Zuckerberg warnte schon seit Monaten, sie würden vor allem kleine und mittlere Unternehmen treffen, die insbesondere in der Corona-Pandemie auf personalisierte Werbung bei dem Online-Netzwerk angewiesen seien. Die Macher der Foto-App Snapchat begrüßten dagegen die Änderungen und kündigten an, sich anpassen zu wollen.

Werbebranche beklagt "unfairen Wettbewerb"

Am Montag warfen acht deutsche Verbände aus der Werbe- und Medienbranche Apple unfairen Wettbewerb vor und reichten eine Missbrauchsbeschwerde beim Bundeskartellamt ein. Diverse Anbieter bangen um ihr Werbegeschäft. Die Verbände kritisieren, der Konzern schließe "faktisch alle Wettbewerber von der Verarbeitung kommerziell relevanter Daten im Apple-Ökosystem aus". Gleichzeitig nehme Apple seine eigenen Dienste jedoch von den geplanten Änderungen aus und sammle selbst erhebliche Mengen Nutzerdaten.

Der für Datenschutz bei Nutzern zuständige Apple-Manager Erik Neuenschwander entgegnete: "ATT gilt gleichermaßen für alle Entwickler weltweit - und das schließt auch Apple mit ein." Zu einer ähnlichen Beschwerde in Frankreich hatte der Konzern betont, dass er den Schutz der Privatsphäre als Menschenrecht betrachte und die Nutzer selbst entscheiden müssten, mit wem sie ihre Daten teilten.

dpa/fkr/LTO-Redaktion

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Streit um strengeren Datenschutz: . In: Legal Tribune Online, 27.04.2021 , https://www.lto.de/persistent/a_id/44821 (abgerufen am: 14.01.2026 )

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