Zusammenarbeit zwischen Anwalt und Mandant: 3 Fall­s­tricke im Mandat

von Ass. jur. Carmen Schön

12.06.2017

Es dauert ewig, bis das Mandat überhaupt erteilt wird, dann ist die Zusammenarbeit hakelig, und am Ende gibt es noch Streit um die Höhe des Honorars. Carmen Schön über drei typische Probleme zwischen Anwalt und Mandant und wie man sie löst.

 

Chronologisch kommt es dazu zwar erst am Ende des Mandats, doch es ist das häufigste Problem zwischen Anwalt und Mandant: Der Streit um die Honorar-Rechnung. Der Anwalt hat seiner Ansicht nach den Mandanten gut darüber aufgeklärt, was das Mandat kosten wird. Trotzdem fällt dieser bei Erhalt der Rechnung aus allen Wolken und bestreitet Höhe und Aufwand.

Wenn Sie mit einer solchen Beschwerde konfrontiert werden, dann bleiben Sie zunächst ruhig. Fragen Sie sich selbstkritisch, ob der Fehler tatsächlich bei Ihnen liegt. Denn es kommt tatsächlich oft vor, dass über Honorarvereinbarungen und den Aufwand, den das Mandat verursacht, nicht klar genug kommuniziert wird.

Überlegen Sie sich im ersten Schritt: Habe ich den Mandanten genau genug darüber informiert, was das Mandat alles umfasst? Und wurde das auch schriftlich festgehalten? Oder habe ich nur gesagt, dass die Stunde die Summe X kosten wird? Hat sich der Arbeitsaufwand im Lauf des Mandats möglicherweise erheblich verändert? Wurde das vielleicht nicht klar genug kommuniziert? Liegt eine Mitschuld bei mir? Hat der Mandant also Recht mit seiner Beschwerde?

Rabatte gewähren?

Im zweiten Schritt fragen Sie sich, wie wichtig Ihnen der Mandant ist. So wichtig, dass Sie bereit sind, ihm einen Rabatt zu gewähren? Falls Sie das tun, dann sollte der Rabatt aber nicht zu hoch ausfallen, und Sie sollten auch nicht immer Rabatte geben.

Wenn Sie mit dem Mandanten ins Gespräch gehen, bedenken Sie: Der Mandant hat das Gefühl, zu wenig Leistung für sein Geld erhalten zu haben. Sprechen Sie also vor allem über die Leistungen, die Sie erbracht haben, nicht über das streitige Honorar.

Beim nächsten Mal: regelmäßige Wasserstandsmeldungen

Machen Sie es beim nächsten Mal besser! Es klingt zwar selbstverständlich, wird aber in der Praxis oft vergessen: Definieren Sie gemeinsam mit dem Mandanten klar und eindeutig, was er will und listen Sie feinsäuberlich alles auf, was zum Mandat gehört. Machen Sie dem Mandanten zum Beispiel deutlich, dass – und wie - er die benötigten Unterlagen aufbereiten sollte. Argumentieren Sie, dass Ihnen die Arbeit mit gut aufbereiteten Unterlagen leichter von der Hand geht und es somit billiger für ihn wird. Halten sie das Vereinbarte schriftlich fest.

Denken Sie im laufenden Mandat auch an regelmäßige Wasserstandsmeldungen. Informieren Sie den Mandanten beispielsweise einmal im Monat darüber, was derzeit auf der Uhr steht. Geben Sie ihm auch Bescheid, wenn durch einen Auftrag größere Summen ausgelöst werden.

Wenn die Zusammenarbeit hakt

Ihr Mandant liefert die Informationen, die Sie für die Mandatsbearbeitung benötigen, entweder gar nicht, unvollständig oder nicht rechtzeitig. In solch einer Situation ist es für Sie ganz schwierig einzuschätzen, um was es eigentlich geht und Sie können nur auf Plausibilität arbeiten. Versuchen Sie trotzdem, den Sachverhalt detailliert mit allen Schnittstellen im Unternehmen aufzubereiten und stellen Sie viele Fragen.

Nehmen Sie eine lenkende Funktion im Mandat ein und steuern Sie das Projekt auch "politisch", d.h. bedenken Sie, wie die einzelnen Abteilungen im Unternehmen beteiligt und in das Mandat involviert sind. Legen Sie ein besonderes Augenmerk auf ein gutes Zeitmanagement: Wann muss was geliefert sein, um die Timeline einzuhalten?

Zitiervorschlag

Carmen Schön, Zusammenarbeit zwischen Anwalt und Mandant: 3 Fallstricke im Mandat. In: Legal Tribune Online, 12.06.2017, https://www.lto.de/persistent/a_id/23161/ (abgerufen am: 21.09.2017)

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