Gründer kaufen Anteile von Nestlé zurück: White & Case und Ren­zen­brink beg­leiten Anker­kraut-Deal

15.04.2026

Vier Jahre nachdem die Gründer von Ankerkraut die Mehrheit ihrer Anteile an Nestlé abgegeben haben, kommt die Nachricht über den Rückerwerb. Teams von White & Case sowie Renzenbrink & Partner beraten zur Transaktion.

Der Zorn der Ankerkraut-Fans war groß, als sich die Gründer 2022 entschieden haben, den Großteil ihrer Anteile an Nestlé zu verkaufen und den Schweizer Nahrungsmittelkonzern damit zum Mehrheitseigner des Herstellers von Gewürzmischungen zu machen. Im Zuge der Transaktion übernahm Nestlé auch ein Anteilspaket des Private-Equity-Investors EMZ Partners, der sich im Jahr 2020 an Ankerkraut beteiligt hatte, und hielt danach rund 85 Prozent der Anteile.

Die damals, insbesondere in den sozialen Medien, erhobenen Vorwürfe in Richtung Anne und Stefan Lemcke, reichten von Ausverkauf bis Werteverrat. Vier Jahre nach dem Deal kommt der Reset. Das Gründerduo, das bis zuletzt eine Minderheitsbeteiligung hielt, kauft die Anteile von Nestlé zurück. Darauf habe man sich "einvernehmlich verständigt". Auf welchen Kaufpreis man sich verständigt hat, wurde nicht publik gemacht.

Back to the roots

Für das Unternehmen beginne nun ein neues Kapitel mit dem Ziel, an die ursprüngliche Identität und die unternehmerischen Wurzeln anzuknüpfen, ist in einer Mitteilung von Ankerkraut zu lesen. Von Nestlé heißt es, man unterstütze den Wunsch der Gründer nach "größerer unternehmerischer Eigenständigkeit".

Anne und Stefan Lemcke hatten Ankerkraut 2013 in Hamburg gegründet. Ein Auftritt in der TV-Sendung "Höhle der Löwen" hob das Startup im Jahr 2016 dann auf die große Bühne. Der Umsatz lag nach Angaben des Unternehmens zuletzt im "mittleren zweistelligen Millionenbereich". Die Zukunft geht man mit aktuell rund 160 Mitarbeitenden und ohne externe Gesellschafter an. Die Geschäftsführer Timo Haas und Alexander Schwoch, die ebenfalls am Unternehmen beteiligt sind, bleiben Ankerkraut erhalten.

Kanzleien & Köpfe

Ingrid WijnmalenDie Ankerkraut-Gründer wurden zu den rechtlichen und steuerlichen Aspekten des Rückerwerbs der Anteile von einem Team der Kanzlei Renzenbrink & Partner beraten. 

Auf Seiten von Nestlé war nach LTO-Informationen erneut ein Team von White & Case um die Frankfurter Partnerin Ingrid Wijnmalen rechtsberatend tätig.

sts/LTO-Redaktion

Beteiligte Kanzleien

Beteiligte Personen

Renzenbrink & Partner für Anne und Stefan Lemcke:

Dr. Dennis Schlottmann (Partner, Corporate/PE, Hamburg)

Dr. Ulf Renzenbrink (Partner, Corporate/PE, Hamburg)

Marc H. Kotyrba (Partner, Tax, Hamburg)

Dr. Nils Rüstmann (Associate, Corporate/PE, Hamburg)

 

White & Case für Nestlé:

Ingrid Wijnmalen (Partnerin, Federführung, M&A/Corporate, Frankfurt)

Klara-Sophie Schomber (Associate, M&A/Corporate, Frankfurt)

Tim Bracksiek (Partner, Tax, Frankfurt)

Alisa Preissler (Local Partnerin, Tax, Frankfurt)

Zitiervorschlag

Gründer kaufen Anteile von Nestlé zurück: . In: Legal Tribune Online, 15.04.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59735 (abgerufen am: 13.05.2026 )

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