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Falk-Prozess vor dem LG Frankfurt: Haf­t­ent­las­sung wäh­rend Coro­na­krise?

26.03.2020

Alexander Falk soll nach dem Willen seines Verteidigers während der Coronakrise aus der Haft entlassen werden. Er sitzt seit September 2018 in Untersuchungshaft, ihm wird versuchte Anstiftung zum Mord an einem Rechtsanwalt vorgeworfen.

Der Verteidiger von Alexander Falk appellierte an die Schwurgerichtskammer des Landgerichts (LG) Frankfurt, den Haftbefehl außer Vollzug zu setzen. "Gerade in dieser Zeit braucht ihn seine Familie", sagte der Rechtsanwalt. Die Coronapandemie mache eine Fluchtgefahr unmöglich und auch die Gefahr einer Verdunklung sehe er derzeit nicht. Der Angeklagte hat eine Ehefrau und fünf minderjährige Kinder. "Wir sind bereit für jede Kaution und richten uns dabei nach Ihnen", sagte der Verteidiger. Falk lässt sich von Teams der Kanzleien Gercke Wollschläger um  Prof. Dr. Björn Gercke und Höcker Rechtsanwälte um Prof. Dr. Ralf Höcker rechtlich vertreten.

Falk muss sich seit August vergangenen Jahres vor Gericht verantworten (Az. 6340 Js 207925/16), seit September 2018 sitzt der Unternehmer und Erbe des bekannten Stadtplanverlags in Untersuchungshaft. Ihm wird zur Last gelegt, einen Mord an einem Frankfurter Rechtsanwalt in Auftrag gegeben zu haben. Der Jurist, der damals bei Clifford Chance tätig war, hatte zuvor millionenschwere Forderungen gegen ihn gerichtlich geltend gemacht. Falk bestreitet die Vorwürfe.

Unterdessen erläuterte am Mittwoch der Ermittlungsführer der Kriminalpolizei Details zu den Aufklärungsarbeiten seit Februar 2010, als auf den Rechtsanwalt geschossen worden war. Der Verteidiger erhob indes schwere Vorwürfe gegen den Beamten: "Ich habe noch niemals eine so desaströse Aktenführung erlebt", sagte er.

Der Prozess gegen Falk wird am Donnerstag fortgesetzt; im Zeugenstand soll sein ehemaliger Mitverteidiger aussagen. Die Terminliste reicht nach Angaben des LG Frankfurt nach einer Ferienpause über Ostern bislang bis Ende April. Für Ende April sieht die Strafkammer die Vernehmung von Zeugen aus der Türkei vor. Ob diese infolge der Coronakrise tatsächlich nach Frankfurt reisen können, ist derzeit aber unklar.

dpa/ah/LTO-Redaktion

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Falk-Prozess vor dem LG Frankfurt: Haftentlassung während Coronakrise? . In: Legal Tribune Online, 26.03.2020 , https://www.lto.de/persistent/a_id/41089/ (abgerufen am: 12.07.2020 )

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