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Signal Iduna: Immo­bi­li­en­un­ter­nehmer will eine Mil­li­arde Scha­dens­er­satz

07.02.2018

Ein Geschäftsmann im Anzug steht vor einer Stadtansicht, symbolisiert Entschlossenheit und Herausforderungen im Immobiliensektor.

© rannarong - stock.adobe.com

Der Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld wirft dem Versicherer Signal Iduna eine Rufmordkampagne vor. Er klagt auf Schadensersatz und beziffert diesen auf eine Milliarde Euro. Am Dienstag war der erste Verhandlungstag am LG Dortmund.

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Es ist einer der größten Schadensersatzprozesse der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Immobilienunternehmer Anno August Jagdfeld wirft der Signal Iduna vor, im Zusammenhang mit einem Immobilienfonds für das Berliner Hotel Adlon einen Anwalt damit beauftragt zu haben, unwahre Behauptungen über ihn zu verbreiten. Jagdfelds Anwälte beziffern den Vermögensschaden, der ihm dadurch entstanden ist, inzwischen auf rund eine Milliarde Euro.

Vor dem Landgericht (LG) Dortmund soll nun geklärt werden, ob die Signal Iduna tatsächlich schadensersatzpflichtig ist (Az. 2 O 387/14). Über die Höhe des Schadensersatzes müsste später in einem anderen Verfahren verhandelt werden.

Signal Iduna war an Adlon-Fonds beteiligt

Das legendäre Adlon-Hotel wurde in den 90er Jahren wieder aufgebaut und an einen geschlossenen Immobilienfonds verkauft, den Jagdfelds Fundus-Gruppe aufgelegt hatte. Der Fonds erreichte die prognostizierten Ausschüttungen nicht, und es kam zu Rechtstreitigkeiten. Die Signal Iduna hatte sich seinerzeit mit fünf Millionen Euro an dem Fonds beteiligt.

Im Zusammenhang mit dem Adlon-Immobilienfonds und dem offensichtlich ausgebliebenen Erfolg hatte sich im Jahr 2009 eine Anleger-Schutzgemeinschaft gegründet, der später auch die Signal Iduna beigetreten war. Als Sprecher der Gemeinschaft tat sich ein inzwischen verstorbener Rechtsanwalt hervor, der Jagdfeld in mehreren Rundbriefen attackierte.

Dass es Absprachen zwischen Signal Iduna und dem Rechtsanwalt gab, Jagdfelds Ruf gezielt zu schädigen, bestätigte ein erster Zeuge am Dienstag vor dem Landgericht (LG) Dortmund nicht. "Diese Behauptung ist außerhalb jeder Realität", sagte der inzwischen pensionierte Leiter des Bereichs für Finanzen und Beteiligungen bei der Signal Iduna. Es habe zu keiner Zeit einen Auftrag der Signal Iduna an den Anwalt gegeben, so brachial gegen Jagdfeld vorzugehen.

Zeuge: Rufmordkampagne wäre sinnlos

Eine gezielte Rufmordkampagne gegen den Initiator des Adlon-Fonds hätte auch überhaupt keinen Sinn gemacht, sagte der Zeuge. Die Versicherung Signal Iduna habe seinerzeit ein Beteiligungs-Portfolio von insgesamt 2,7 Milliarden Euro verwaltet. Da sei ein Investment von 5 Millionen Euro eher als klein anzusehen, sagte der Zeuge.

Christian Plöger, Sprecher der Jagdfeld-Gruppe, zeigte sich dennoch zufrieden mit dem Verhandlungstag. "Es war ein guter Auftakt, da sich der Zeuge mehrmals auf's Glatteis begeben hat", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Die weitere Vernehmung der Vorstände der Signal Iduna wird die Rufmordkampagne endgültig ans Tageslicht bringen."

Dagegen sagte Lutz Aderhold, der Anwalt der beklagten Versicherung, es habe sich erneut herausgestellt, dass die Klage völlig haltlos sei. "Einen Plan für eine Rufschädigung hat es nie gegeben."

Das Dortmunder Landgericht will noch weitere hochrangige Mitarbeiter und Vorstände als Zeugen vernehmen. Das Verfahren erinnert an den jahrelangen Streit zwischen der Mediengruppe Kirch und der Deutschen Bank, in der Kirchs Erben 2014 per Vergleich mehr als 900 Millionen Euro bekommen hatten.

dpa/ah/LTO-Redaktion

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Signal Iduna: . In: Legal Tribune Online, 07.02.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/26923 (abgerufen am: 15.02.2026 )

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