Wechsel an der BGH-Spitze: Dr. Karin Angerer hat das Amt als Präsidentin des Bundesgerichtshofs angetreten. Sie folgt auf Bettina Limperg.
Der Bundespräsident hat Dr. Karin Angerer mit Wirkung zum 1. September 2026 zur Präsidentin des Bundesgerichtshofs (BGH) ernannt. Zuvor war sie Präsidentin des Oberlandesgerichts Bamberg. Anlässlich ihres Dienstantritts begrüßte Staatssekretärin Eva Schmierer die neue BGH-Präsidentin im Rahmen einer Zusammenkunft aller Gerichtsangehörigen.
Bereits im Juni hatte der Richterwahlausschuss die gebürtige Würzburgerin gewählt. Im Juli bestätigte das Bundeskabinett die Wahl.
Karriere zwischen Gericht und Ministerium
Angerer begann ihre Laufbahn 1993 als Staatsanwältin bei der Staatsanwaltschaft München I. Nach einer ersten Station im Bayerischen Justizministerium und einer Abordnung zur Europäischen Kommission wechselte sie 1998 zunächst zurück zur Staatsanwaltschaft München I und anschließend an das Landgericht München II. Von 2000 bis Anfang 2004 war Angerer wieder im Justizministerium tätig, bevor sie an das Landgericht München I wechselte. 2006 wurde sie zur Richterin am Oberlandesgericht München ernannt.
Von 2010 bis 2019 leitete Angerer verschiedene Referate im Bayerischen Justizministerium. 2019 wechselte sie als Vizepräsidentin an das Landgericht München II, bevor sie 2021 als Leiterin des Justizprüfungsamtes ins Justizministerium zurückkehrte. 2023 wurde sie zur Präsidentin des Oberlandesgerichts Bamberg ernannt. Seit Februar 2024 ist sie Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs und seit Februar 2026 zweite Vertreterin des dortigen Präsidenten.
Angerer folgt auf Bettina Limperg, die am Vortag nach mehr als zwölf Jahren an der Spitze des BGH in den Ruhestand getreten war. Zum Abschied hatte Limperg LTO noch ein Interview gegeben.
sim/LTO-Redaktion
Ernennung durch den Bundespräsidenten: . In: Legal Tribune Online, 01.09.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60775 (abgerufen am: 14.09.2026 )
Infos zum Zitiervorschlag