LTO.de - Legal Tribune Online - Aktuelles aus Recht und Justiz
 

BRAK legt Mitgliederzahlen 2018 vor: Weniger Rechts­an­wälte, mehr Syn­dizi

22.03.2018

Die BRAK hat ihre Mitgliederzahlen vom Beginn des Jahres vorgelegt. Die Statistik zeigt: Die Anwaltschaft verändert sich. Die Rechtsanwälte werden weniger, dafür sind mehr Syndikusrechtsanwälte zugelassen.

Wie jedes Jahr hat die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) nun auch wieder die Mitgliederzahlen zum Beginn des laufenden Kalenderjahres veröffentlicht. Zum 01. Januar 2018 zählte die Kammer demnach 165.857 Mitglieder und verzeichnete damit einen Zuwachs von 0,18 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Damit bestätigt sich der Trend der vergangenen Jahre, in denen der Zuwachs stets abgenommen hatte. Von 2016 auf 2017 hatte sich die Anzahl der Mitglieder noch um 0,42 Prozent erhöht. Zum 1. Januar 2015 war der Zuwachs erstmals auf unter 1 Prozent gefallen.

Spitzenreiter, was den Mitgliederzuwachs angeht, ist die Rechtsanwaltskammer (RAK) München, die eine Zunahme von 1,18 Prozent verzeichnete. Schlusslichter sind hingegen die Kammern in Mecklenburg-Vorpommern (-2,26 Prozent) und Sachsen (-2,27 Prozent).

Mehr Syndizi nach Neuregelung

Die Statistik zeigt auch, dass sich die Zusammensetzung der Mitglieder im Jahr 2017 weiter verschoben hat. So ging der Anteil der klassischen Rechtsanwälte von zuvor 154.711 auf nunmehr knapp 150.000 zurück. Die Zahlen der als Syndikusrechtsanwälte bzw. als Syndikus und Rechtsanwalt Zugelassenen stiegen dagegen deutlich an (von 957 auf 1.975 beziehungsweise von 8.738 auf 12.079).

Der Zuwachs unter den Syndizi ist noch auf die berufsrechtlichen Neuregelungen zurückzuführen, die bereits 2016 in Kraft getreten sind und den Status des Syndikusrechtsanwalts überhaupt erst einführten. Somit wurde die Statistik des vergangenen Jahres auch erstmals in die nun genannten Zulassungsarten aufgegliedert.

Die übrigen Zahlen veränderten sich nicht nennenswert: Es gibt nun 261 Rechtsbeistände (Vorjahr: 231), 848 RA-GmbHs (825), 23 RA-AGs (25) und 9 RA-UGs (8).

mam/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

BRAK legt Mitgliederzahlen 2018 vor: Weniger Rechtsanwälte, mehr Syndizi . In: Legal Tribune Online, 22.03.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/27681/ (abgerufen am: 24.08.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 22.03.2018 19:56, LTO-Leser

    Die BRAK hatte am 1.1. natürlich nicht 165.857 Mitglieder, sondern - seit vielen Jahren unverändert - genau 28 (nämlich die 27 regionalen Rechtsanwaltskammern und die Rechtsanwaltskammer beim Bundesgerichtshof).

    • 23.03.2018 07:01, Oh man

      Spießer!

    • 31.03.2018 14:08, Ein weiterer LTO-Leser

      @Oh man:
      Der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Wenn bereits eine derartige Information nicht vollständig korrekt ist, wirkt sich das auf die Einschätzung der Qualität des gesamten Textes aus.

  • 29.03.2018 18:36, wolfgang speck

    es gibt nur ca. 85.000 richtige, wahre zugelassene Anwälte, der Rest bis 165.000 sind durch die Bank Scheinzulassungen, beginnend mit den Angestellten der RAK's und BRAK's sowie den Schreibern vom Beck-Verlag und anderen Verlagen und die vielen Juristen die keine Kanzlei haben, einfache billige Angestellte sind, wie der Bouffier, der Gröhe oder die Ministerin Prien in S-H sind alles keine Rechtsanwälte, hier sollte endlich mal aufgeräumt werden, damit der Rechtsuchende nicht länger getäuscht wird wenn er einen Anwalt seines Vertrauens sucht.

    • 31.03.2018 21:21, Stuttgarter Paragraphenreiter

      Nicht zu vergessen die ganzen Ex-OLG-Richter usw., die sich gerne mit dem schmückenden Titel (natürlich nur a.D.) noch ein geringes Zubrot zu ihrer kargen Pension verdienen müssen.

      Und dass es laufend mehr Syndici als "echte" Anwälte gibt, mag durchaus darin begründet liegen, dass sehr viele Neuzugelassene zwar Anwalt sein wollen, aber das sichere Gehalt einer Anstellung bei einem großen Unternehmen wünschen. Das ist verständlich, wird die wirtschaftliche Existenzgrundlage der kleinen Kanzleien oder gar der Einzelkanzleien in den letzten Jahrzehnten doch beständig weiter untergraben, durch Großtaten zugunsten der Industrie und einiger Großkanzleien.

  • 25.09.2018 14:16, Holzwurm

    Bei den von Herrn W.Speck bezeichneten 85.000 wirklichen arbeitende Anwälten in Deutschland erreichen einen Honorarumsatz von 18 Milliarden EUR . Da nach Aussage eines Dr. Dr. jur . ca. 30 % aller dieser Anwälte , 25.500 sich mit Schwarzgeld aus dem Drogenhandel ihr Honorar versüßen und daraus auch Steuern zahlen soll bei einem Steuerpflichtiger Anteil von 5,4 Milliarden EUR seit Jahren die mafiösen Strukturen in Anwaltschaft nicht öffentlich werden . Mit vorsätzlich verfälschten Gerichtsvorträgen werden Geschädigte nochmals geschädigt , dieses nur um Vertragsfehler in Kreditverträgen gegen den eigenen Mandaten still zu heilen . Was sagt die Berufsgruppenvertretung der unkorrumpierbaren Anwaltschaft dazu ?
    Vorsorglich weise ich ausdrücklich darauf , das vorstehende Anschuldigungen mit außerhalb der Wohnung gesicherten Unterlage nachweisbar sind . Verbleibe mit freundlichen Grüßen ein immer weiter bohrender Holzwurm , um Rückmeldung wir gebeten