Berichte über massive Sicherheitslücke beim beA: BRAK nimmt Anwalts­post­fach wegen "ver­ein­zelter Ver­bin­dungs­pro­b­leme" off­line

von Pia Lorenz

26.12.2017

Die BRAK hat die Nutzer aufgefordert, für den Betrieb des beA ein Zertifikat herunterzuladen. Was wohl eine Sicherheitslücke schließen sollte, machte alles noch schlimmer. Nun könnten Anwälte ausspioniert werden, das Anwaltspostfach ist offline.

Wenige Tage vor Beginn der passiven Nutzungspflicht überschlagen sich die Ereignisse rund um das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA). Während mögliche rechtliche Hürden mit der Abweisung einer Verfassungsbeschwerde am Freitag beseitigt wurden, reiht sich in technischer Hinsicht jetzt eine Panne an die andere.

Am Freitag meldete die für das System verantwortliche Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) per Sondernewsletter, dass alle beA-Nutzer ein zusätzliches Zertifikat installieren müssten. Die BRAK sei am 21. Dezember 2017 darüber informiert worden, dass ein für die Anwendung notwendiges Zertifikat ab dem 22. Dezember nicht mehr gültig ist, hieß es zur Begründung. Am Freitagabend nahm die BRAK dann "wegen Wartungsarbeiten" das gesamte System über die Weihnachtstage offline.

Was die BRAK verschwieg: Das Zertifikat war nach Medieninformationen zurückgezogen worden, nachdem ein Mitglied des Chaos Computer Clubs die Zertifizierungsstelle auf eine Sicherheitslücke hingewiesen hatte. Diese ist nicht einfach zu beheben, sondern liegt im Design der Software begründet: Jedem Anwaltspostfach ist zur Verschlüsselung ein Schlüsselpaar zugewiesen. Ein Schlüssel ist öffentlich, einer privat. Jeder Nutzer muss, damit die Sicherheit gewährleistet ist, über einen individuellen privaten Schlüssel verfügen, den nur er kennt. Beim beA sind aber die privaten Schlüssel aller Nutzer identisch, berichtet das IT-Fachmagazin golem.de. Dies ermögliche Man-in-the-Middle-Angriffe, bei denen sich ein Hacker in die Kommunikation über das Anwaltspostfach  einschaltet und z.B. die Nachrichten des Mandanten abfängt oder sich gegenüber dem Anwalt als ein Mandant ausgibt.

Besser wieder deinstallieren: Ein gefährliches Zertifikat

Mit der Empfehlung, das neue Zertifikat zu installieren, machten die BRAK und ihr ausführender Dienstleister Atos alles nur noch schlimmer. Golem.de warnt: Ein Angreifer könne nun Man-in-the-Middle-Angriffe nicht mehr nur bezogen auf das elektronische Anwaltspostfach durchführen, sondern hinsichtlich aller https-gesicherten Seiten, die der Anwalt von seiner Internetverbindung aus aufruft. Egal ob Google, Facebook, oder Online-Banking – er könnte Passwörter ausspionieren, Daten manipulieren und vieles mehr.  Das IT-Portal rät dringend dazu, das Zertifikat wieder zu deinstallieren.  

Heise.de berichtete schon am Freitag, dass Nutzer beim Herunterladen des Zertifikats vor erheblichen Risiken gewarnt würden – und diese Warnungen laut der von der BRAK veröffentlichten Anleitung ignorieren sollten.

Golem.de stellt nach eigenen Angaben einen Test bereit, mit dem betroffene Anwender prüfen können, ob sie das Zertifikat installiert haben. Wer es installiert hat, sollte es umgehend wieder entfernen, rät das Portal. 

Dafür gibt die Seite folgende Anleitung: Unter Windows rufe man in der Systemsteuerung die Internetoptionen auf. Unter dem Reiter "Inhalt" findet sich der Button "Zertifikate". Dort kann man das Zertifikat in der Liste der vertrauenswürdigen Stammzertifizierungsstellen finden und durch einen Klick auf "Entfernen" unschädlich machen.

"Wegen Verbindungsproblemen": über Weihnachten offline

Einen Hinweis von der BRAK auf die offenbar massive Sicherheitslücke gibt es bisher nicht. Das gesamte System ist weiterhin offline, begründet wird das laut Webseite immer noch mit "vereinzelten Verbindungsproblemen zur beA-Webanwendung".

Der Sondernewsletter, mit dem die Nutzer zur Installation des Zertifikats aufgerufen wurden, wurde von der Seite entfernt, auch die Anleitung zum Download des Zertifikats ist zwischenzeitlich nicht mehr abrufbar. Über die Weihnachtsfeiertage war dort niemand zu erreichen.

Ab dem 1. Januar müssen alle Anwälte Eingänge in dem Postfach gegen sich gelten lassen. Nach Informationen von heise.de hatten sich bis Weihnachten nicht einmal die Hälfte der rund 165.000 zugelassenen Rechts- und Syndikusanwälte registriert. Bereits in den vergangenen Wochen war es immer wieder zu Verbindungsproblemen gekommen, so dass die BRAK den Nutzern Mitte Dezember dazu riet, bei dringenden Fristsachen vorsichtshalber auf die Übersendung per Fax auszuweichen

Zitiervorschlag

Pia Lorenz, Berichte über massive Sicherheitslücke beim beA: BRAK nimmt Anwaltspostfach wegen "vereinzelter Verbindungsprobleme" offline . In: Legal Tribune Online, 26.12.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/26187/ (abgerufen am: 19.12.2018 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 26.12.2017 17:28, Kowalsky

    Das bundesweite amtlicheAnwaltsverzeichnis ist auch down.
    Was machen die da?

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 26.12.2017 17:36, RA

      Na, da war doch die „Safe“-ID eines jeden Anwalts öffentlich sichtbar!

    • 26.12.2017 19:44, Hans

      Wozu muss die SafeID öffentlich sein? Die lange Nummer tippt doch ohnehin keiner ab....

    • 30.12.2017 11:27, Klaus

      Mein Nachbar stellte kürzlich fest:
      Die Gewaltbereitschaft der Bürger und auch der Anwälte steigt stündlich.

  • 26.12.2017 18:51, tim c. werner

    die rak frankfurt am main hat von alledem offensichtlich nichts mitbekommen (abruf 26.12.17, 18.51 uhr):

    "Achtung ! - Zusätzliches Zertifikat für beA notwendig!
    Die Bundesrechtsanwaltskammer macht aktuell darauf aufmerksam, dass alle beA-Nutzer vor der nächsten Nutzung des beA-Systems ein zusätzliches Zertifikat installieren müssen.
    Nähere Informationen und eine Anwendungshilfe finden Sie unter dem nachfolgenden Link: http://www.brak.de/zur-rechtspolitik/newsletter/bea-newsletter/2017/sondernewsletter-v-22122017/

    Die Bundesrechtsanwaltskammer bittet um Verständnis für diese Maßnahme, die für das sichere und reibungslose Funktionieren Ihres beA erforderlich ist."

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 27.12.2017 22:40, advocat diaboli

      macht einen alles nur noch sprachlos...dilettantismus en gros...weiterpennen

  • 26.12.2017 19:56, Hans

    Aus der Werbung:

    "Das beA ist sicher
    Die anwaltliche Verschwiegenheit ist einer der Kernwerte unseres Berufes. Sicherheit war deshalb die oberste Prämisse bei der Entwicklung des beA. Das gilt für den Zugang zum System genauso wie für die Übertragung und Speicherung der einzelnen Nachrichten. Durch die Verwendung von modernsten Authentifizierungs- und Verschlüsselungstechniken kann sich kein Unbefugter – und auch die BRAK selbst nicht – Zugriff auf die Nachrichten verschaffen."

    Kennwerte unseres Berufes ...
    Sicherheit ... oberste Prämisse ...
    modernste Authentifizierungs- und Verschlüsselungstechniken ....

    Glauben die Herrschaften das glaubt noch Einer?

    Das ist technische Uraltgrütze, mindestens 10 Jahre hinter aktuellen technischen Entwicklungen. Und das soll Millionen gekostet haben, die ohne Ausschreibung vergeben wurden. Da hilft wirklich nur noch die Staatsanwaltschaft.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 26.12.2017 20:10, @topic

    Wenn Anwälte moderne Dinge tun wollen. Süß. Das ist fast so peinlich wie die Justiz. Die können die eAkte z.b. a uch nicht...

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 26.12.2017 20:38, Hans

      Die Justiz kann ja noch nicht mal den Vortrag der Parteien vollständig und richtig zur Kenntnis nehmen. Wer es dennoch tut, bekommt wie ein Richter am Oberlandesgericht von seiner Präsidentin die Aufforderung nicht so sehr auf Qualität, sondern Quantität zu setzen. Kritik tangiert die Justiz periphere. So wird das wohl auch beim BEA werden. Und so war es in der Politik .... Auch schon immer, wie man am BER und seinen Folgen sieht....

    • 27.12.2017 12:39, @hans

      Ich mag den Kollegen Schultekellinghaus gern, aber 80 Prozent des Sachvortrages sind in aller Regel irrelevant, weil nicht streitentscheidend. Da gibt es sicherlich in puncto Schwerpunktsetzung Optimierungspotential.

      Was das mit dem BER zu tun haben soll, erschließt sich nicht. Die Politik ist unfähig, ja gut. Aber das sind ja keine Nachrichten. Das sind die seit zweitausend Jahren...

  • 26.12.2017 21:54, Spötter der Nacht

    Hehe, brutal Leistung!
    Glückwunsch, für das deutlich machen worum es wirklich geht!
    Volksmund: Warum nicht jemanden Fragen, der sich damit aus kennt?

    Zum Bleistift: NSA, CIA, MI6? Oder auch nur ihre Filiale BND oder MAD?
    Weil die dann nicht mehr mitlesen? Oder weil die mitlesen sollen?

    Ein Blick in die Geschichte: http://www.forschungsmafia.de/blog/2009/02/10/it-sicherheit-ist-der-groste-flop-der-it-geschichte/

    Und sie wollten seither kein bisschen dazu lernen!

    Warum auch wenn so etwas möglich ist:

    http://www.danisch.de/blog/2017/12/12/ein-widerlicher-verfassungsrichter/

    Da bleibt auch wirklich kein Auge trocken und keine Hose weiß!

    Guten Rutsch ins Neue Jahr und in das dunkle Zeitalter Europas!

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 26.12.2017 22:01, Wolfgang Ksoll

    Horror Show statt E-Justice. Manchen Juristen sollte man wegen Unzurechnungsfähigkeit einen Vormund beistellen. Es ist immer noch nicht begrûndet worden, warum deutschen Anwälte solche unsichere Trollsoftware nutzen müssen, während britische und amerikanische Kollegen mit User/Passwort auf Webserver uploaden. Wollten sich Geheimdienste ein billiges Hintertürchen schaffen? Schadensersatz gibt natürlich nicht für die Mehrarbeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Aber die Akteure stehen nun unter dem Anfangsverdacht der Beihilfe zur rechtswidrigen Ausspähung von besonders gesicherten Daten. E-Justice GAU in deutscher nationaler Sonderbehandlung von Rechtsanwälten.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 26.12.2017 22:07, Thoralf

    Der erste Text, der das Problem deutlich beim Namen nennt, stammt von CRonline: http://www.cr-online.de/blog/2017/12/23/warnung-vor-dem-besonderen-elektronischen-anwaltspostfach-bea/

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 26.12.2017 22:44, DWW

    Die Aufsichtsbehörde über die Bundesrechtsanwaltskammer ist der Bundesjustizminister, Herr Heiko Maas (SPD); des Weiteren ist hier ebenfalls im Geschäftsbereich mitzuständig die Bundesdatenschutzbeauftragte Frau Andrea Voßhoff (CDU).
    Wo sind diese Kontrollorgane eigentlich in der Angelegenheit einer solchen Datenpanne - gut es sind Feiertage, aber einen Medienspiegel sollte man dort ja spätestens Mittwoch dort vorgelegt bekommen?
    Die Fehler, Fehlinformationen bzw. zu verschlimmerungen führenden Fehlerbehebungsversuche und widerlegten Verharmlosungen der letzten Tage, in dem naturgemäß für sehr weite auch nicht-anwaltliche Bevölkerungskreise hochsensiblen Datensystem des Bea, sollten die Aufsichtsbehörden dringend alarmieren, sofern die Aufsicht "aktiv beobachtend" wahrgenommen wird.
    Es geht hier immerhin bundespolitisch betrachtet um die sehr persönlichen Prozess-Daten aller Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik, mit denen augenscheinlich leichtfertig durch die Programmierung und Steuerung der zwangsweise zentralverarbeitenden Bea-Software umgegangen wird.
    Wenn durch eine solche programmierte "Panne", wie die aktuelle, die systemimmanent immer 165.000 dem Bea-System der BRAK regelrecht ausgelieferte Rechtsanwaltskanzleien gleichzeitig betrifft, nur ein einziges auf den Bruchteil eines handelsüblichen USB-Sticks passende Gigabyte von Prozessaktenmaterial (das sind ca. 270.000 DIN A4 Textseiten) im Internet geleaked wird, dann werden sich diese Politiker sehr unangenehme Fragen gefallen lassen müssen. Denn wenn sie jetzt nicht sehr spät, aber angesichts der aktuellen Vorfälle noch gerade rechtzeitig handeln und der damit ersichtlich heillos überforderten Kammer die Sache rechtzeitig aus den Händen nehmen.
    Sodann könnte nach einem Notstopp des BEA erstmal das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik die Bea-Software, das Bea-System mit der erforderlichen von wirtschaftlichen Interessen völlig losgelösten Grundlichkeit überprüfen, bevor noch weitere "Pannen" bis hin zum "Supergau" passieren .
    Es ist doch Wahnsinn, das weiterlaufen zu lassen: Die Anwaltsrechner und das darauf befindliche Material wurden durch bislang unentdeckten Grundlagenfehler Hackern weltweit preisgegeben, auf den Anwaltsrechnern zum Schutz der Mandantenakten befindliche Sicherheitssoftware soll dann nach Installationsanweisung auch noch umgangen bzw. deaktiviert werden.
    Es wird zu allem Überfluss entweder aus Unkenntnis oder mit Berechnung völlig verharmlosend auf Seiten der Kammer informatorisch in einer "nichts-geht-für-alle-mehr-Lage" nur von "vereinzelten Verbindungsproblemen" o.ä. gesprochen, wo eine sogar bundesweite Warnmeldung dringend erforderlich wäre, die auch die Bürgerinnen und Bürger erreichen müsste. Es sind schließlich vor allem deren Daten, die Daten der Mandanten, die hier betroffen waren und sind.
    (Zur Info: 1 GB, also ca. 270.000 DIN A4 Seiten Text, über einen Internetanschluss herunterzuladen, dauert heute mit einem einfachen 10 MBIT/s Internetanschluss ca. 13,5 Minuten; etliche "Zu Hause-Tarife" haben heute aber schon mehr als 16 MBIT/s = ca. 8 Min.)
    Aufgrund der gesetzlichen Berufsausübungsverpflichtung zur Bea-Nutzung, ist der Anwalt ja eigentlich vordergründig betrachtet fein raus - wenn sich nur nicht die anwaltliche Gewissensfrage stellen würde, welche armen Mandanten wohl nun die ersten sind, deren Prozessakten irgendwo mitgelesen und ggf. öffentlich an den Pranger gehängt oder sonstwie verwertet werden.
    Für die Verantwortlichen in Kammer, Regierung und Politik besteht dagegen pflichtgemäßer Handlungsbedarf, sobald sie nur gewahr werden, in welches anhand der Vorfälle auf der Hand liegende sehr gefährliche Datenfahrwasser die ihnen anvertrauten Bürger in ihrem Verantwortungsbereich hier offensichtlich "ohne Notbremse, Netz oder doppelten Boden" gesteuert werden.
    Es gibt hier ein echtes bundesweit sofort relevantes Problem, da sich jeder Fehler, jede Fahrlässigkeit im System der angesichts der Nachrichtenlage klar überforderten Betreiber sofort bundesweit fatal auswirkt.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 27.12.2017 22:49, Niels R.

      Ich weiß ja nicht was du für Vorstellungen von IT hast, aber auf keine Weise hätten durch diese “Panne“ Bestandsdaten von Kanzleirechnern entwendet werden können.

    • 30.12.2017 22:44, Kalle

      @Niels R.: Natürlich hätte es das, genau den Fall gab es nämlich, siehe Sonderhinweis der RAK Hamburg.

  • 26.12.2017 22:51, Mitch McDeere

    Das ist die alte Siemens-IT, die seinerzeit an Atos verkloppt wurde. Die haben schon die Software für die gesetzlichen Krankenkassen vergurkt.

    Das würde es erklären. Die können nix, haben aber exzellente Beziehungen in die Politik.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 27.12.2017 02:31, Raunen

      Und zur NSA...

  • 27.12.2017 02:13, Tristan H,.

    Zitat: "Ein Schlüssel ist öffentlich, einer privat. Jeder Nutzer muss, damit die Sicherheit gewährleistet ist, über einen individuellen privaten Schlüssel verfügen, den nur er kennt. Beim beA sind aber die privaten Schlüssel aller Nutzer identisch, berichtet das IT-Fachmagazin golem.de."

    Das bedeutet doch nicht, was man beim ersten Lesen meinen könnte, oder? Das mus doch ein Fehler sein. Jeder registrierte Anwalt hat doch sicher einen individuellen privaten Schlüssel.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 27.12.2017 02:49, Lachfalke

      Doch... Doch... @Tristan H
      Haben Sie vertrauen, das sind doch die Guten die machen so was nicht .... aus Zufall, sondern eiskalte Berechnung.

      Wüsten Sie nicht gerne welche Anträge und Fakten ihr Proßesgegner gegen sie stellt/hat?

      Na sehen Sie, und was erst die Herrschaft gerne über ihre Sklaven, äh Dienerschaft, äh.... Vasallen... äh Partner, oh ja: Freunde gerne wüsten....

      Da hat schon mancher gerne die Kanzlerakte unterschrieben oder einen Schuldschein, Freundschafts- und Beistandspakt...

      Bei so was kennen sie die Angelsachsen richtig gut aus ....
      Man all den Geheimnisse, auch die persönlichsten, der äääh...oh ja: Führer der Freunde, danke, kann man so viel erreichen, Forschungsergebnisse, ganze Fabriken, große Armee und gaaanz viel Dankbarkeit und Volksaufgabe, Sklavenimporte, Schuldkult... ganz, ganz viel...

      Haben Sie Mut nicht zu Deutschland zu ihre Raute, sie schaffen da!
      Was nicht?
      Ach, wen interessiert das 2025 noch?
      Solange können Sie wohl noch die Schnauze halten und warten, oder?

    • 27.12.2017 10:09, Niels R.

      Natürlich hat jeder Anwalt seinen eigenen Schlüssel. Hier im Artikel (und leider auch an anderen Stellen steht Schwachsinn). Es geht bei der Sache um eine lokale TLS Verbindung zur Software, die Kartenleser oder Softwarezertifikat anbindet. Hier haben die in jeder Installation denselben private Key verteilt.

    • 27.12.2017 11:31, IT Monster

      @Nils R.

      Mit der sich aber der gesamte Datenverkehr auf den Anwaltsrechner abschnorcheln lässt. Außerdem ist die Domain bealocalnet.de eben nicht lokal, sonder außerhalb des Kanzleinetzwerks. Wenn man das DNS verbiegt, was Geheimdienste ja manchmal tun, um an die Daten zu kommen, (dass das geht kann man z.B. hier nachlesen http://winfuture.de/news,54443.html .... Wie man das macht, gehört nicht hierher), Schnorcheln diese den gesamten Datenverkehr der Anwaltschaft ab.

      Dieser ganze BEA-Client ist ein reiner Trojaner! Ob absichtlich oder unabsichtlich entstanden, jedenfalls dazu geeignet, die gesamte Anwaltsdaten abzugreifen.

      Na denn: Prosit Neujahr!

    • 27.12.2017 11:38, IT Monster

      Oder hier zu Lesen, welch schönes IT Design uns da untergejubelt wurde https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/ITGrundschutz/ITGrundschutzKataloge/Inhalt/_content/g/g05/g05152.html Vielleicht begreift jetzt jeder, dass dieses BEA im jetzigen IT-Design (damit ist der innere Aufbau der Programmteile gemeint, nicht das Aussehen) nie an den Start gehen wird/darf.

    • 27.12.2017 16:55, Niels R.

      @IT Monster

      Trotzdem betrifft es lediglich die Transportverschlüsselung (und auch nur der beA-Web-Umsetzung) und keinesfalls die Ende-zu-Ende-Inhaltsverschlüsselung der beA-Nachrichten, wie eben im Artiekl suggeriert. Das ist Unsinn, die Nachrichten selbst sind nach wie vor sicher verschlüsselt.

      Im vorliegenden Fall kannst du tatsächlich über DNS-Hijacking den bealocalhost.de auf einen fremden Server umbiegen. Darüber irgendwelche Inhalte abfischen kannst du aber nicht, die beA-Webanwendung versucht dort dann den Kartenleser anzusprechen und das schlägt fehl. Ende der Geschichte. Unschön ist es trotzdem und man hätte besser auf 127.0.01 hartkodiert (was in der Ursprungsumsetzung aber nicht ging, weil man dafür kein Zertifikat ausgestellt bekommt)

  • 27.12.2017 02:53, Hans

    Die Bundesrechtsanwaltskammer sollte in Bundesverharmlosungskammer umbenannt und aufgelöst werden.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 27.12.2017 06:38, Sieglinde Ingwer

    Oder Bundestrojanerkammer

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 27.12.2017 06:41, Sieglinde Ingwer

    Oder BundEstrojAnerKammer, kurz BEAK

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 27.12.2017 10:49, GUNTHER MARKO

    Wer macht eine einstweilige Verfügung ?

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 27.12.2017 12:42, @gunthermarko

      Ein Anwalt z. B.

      Also nicht Du

  • 27.12.2017 13:04, Arnold Riedenklau, Rechtsanwalt u Notar

    Mich erinnert das ganze Projekt inzwischen stark an BER, unseren neuen Berliner Flughafen.
    Von der Glanzleistung, dass kein Kanzleipostfach möglich ist, einmal ganz zu schweigen.
    Die Anwaltsbüros werden jedenfalls in Zivilsachen nicht entlastet, man kann sich die Eingänge jetzt schön für den Mandaten und die Handakte, die man ja für den Gerichtstermin braucht, selber ausdrucken...., kostenlos natürlich.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 27.12.2017 15:20, Mario Gärber

    Tja ob BER, Stuttgart21 oder beA, in dieser Rebublik scheint es maßgeblich immer schwerer zu sein Großprojekte umzusetzten, eine solche Panne wie beim beA darf nicht passieren, das mussten doch die Entwickler geahnt haben....

    Ich kann auch nicht verstehen weshalb man hier nicht mal auf Österreich blickt, ich habe selbst Erfahrungen mit deren seit Jahren im Einsatz befindlichen elektronischem Rechtsverkehr, einfach super diese Anbindung, PDFs können direkt als Schriftsatz elektronisch versendet werden....

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 27.12.2017 23:15, Volker Triebel

    Das DREISTESTE an der Vertuschung durch die Verantwortlichsten ist mit welcher Verantwortungslosigkeit diese mit der Behebung der Sicherheitslücke umgegangen sind! Der verantwortliche EDV—Mitarbeiter unserer Kanzlei hat sich die Sicherheitsverschlimmerung kurz angeschaut und dann das System sofort vom Netz genommen, weil er es für nicht vertretbar hielt, damit zu arbeiten, dies geschah lange vor der Warnmail. Es ist unfassbar, was für Schwachmaten da am Ruder sind!

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 28.12.2017 00:38, Zansara

    Und da schreibt der Kollege Ekkehart Schäfer, wohl Präsident der BRAK, in der neuesten Ausgabe der BRAK Mitteilungen 6/2017 in seinem Leitartikel eine Eloge über das beA unter der Überschrift "Der Anfang einer wunderbaren Freundschaft"...
    Nicht zu glauben, aber wahr!

    Auf diesen Kommentar antworten
Neuer Kommentar