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In eigener Sache: größte Umfrage unter jungen Juristen: Was Juristen wollen

Kollegialität oder Karriere? Großkanzlei oder Staatsdienst? Tageszeitung oder Twitter? Wir haben knapp 5.500 Studenten, Referendare und frischgebackene Assessoren gefragt, was sie vom Berufsleben erwarten – und wo sie danach suchen.

Die LTO Young Professional Survey geht in die 2. Runde. Die Vorjahreszahl von knapp 3.000 Teilnehmern hat sich in der aktuellen, zwischen Oktober 2015 und März 2016 durchgeführten Befragung auf knapp 5.500 erhöht. Die Antworten der größten Umfrage unter jungen Juristen stammen zur guten Hälfte von Studenten, zu rund einem Viertel von Referendaren, und im Übrigen von Doktoranden, Wirtschaftsjuristen und Volljuristen am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn. Unter den 2.147 Teilnehmern mit bereits abgeschlossener Erster juristischer Prüfung befinden sich knapp 1.000, die ein vollbefriedigend oder besser erzielen konnten.

In 35 Fragen geben die Teilnehmer u.a. Auskunft über ihre Erwartungen an das bevorstehende Berufsleben. Dabei bestätigt sich die klassische Präferenzlage der Generation Y sogar noch deutlicher als im Vorjahr: Freizeit geht vor Geld, ein gutes Klima ist wichtiger als eine steile Karriere, der Kontakt zum Mandanten und der Blick über den juristischen Tellerrand sind dringend erwünscht. Bei der Frage, wo sich diese hohen Ansprüche am ehesten werden erfüllen lassen, vertrauen die Nachwuchsjuristen den klassischen Kanzlei- und Arbeitgeberrankings allerdings nur sehr eingeschränkt. Stattdessen sind viele bereit, sich bei ihren Pflichtpraktika ordentlich ins Zeug zu legen oder potenzielle Arbeitgeber im Rahmen von Mentorenprogrammen über einen längeren Zeitraum kennenzulernen.

Für die Informationsbeschaffung spielt vor allem das Internet eine große Rolle: Webseiten der Fakultäten bzw. Kanzleien, Ausbildungsportale wie juraexamen.info oder das online-Angebot des Beck-Verlags erfreuen sich großer Beliebtheit, doch auch die klassische Tageszeitung kommt auf ein respektables Ergebnis. Auf dem ersten Platz als Informationsquelle zur Ausbildung, zu Stellenausschreibungen und allgemein zum Recht landet zu unserer Freude die LTO – weit abgeschlagen auf dem letzten findet sich Twitter.

Eine Übersicht aller Umfrageergebnisse kann hier eingesehen werden. Für Geschäftskunden steht auf Anfrage außerdem eine individualisierbare Version bereit, deren Anzeige sich z.B. nach Ausbildungsstand, Wohnort, Examensnote oder Wunscharbeitgeber der Befragten filtern lässt.

Zitiervorschlag

Constantin Baron van Lijnden, In eigener Sache: größte Umfrage unter jungen Juristen: Was Juristen wollen . In: Legal Tribune Online, 06.07.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/19897/ (abgerufen am: 23.05.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 06.07.2016 11:51, Salvatore

    Dass bei einer Umfrage von LTO der Anteil der LTO-Leser sehr hoch ist, ist natürlich sehr überraschend ;) Aber interessante Ergebnisse.

  • 06.07.2016 12:10, Anna Marie

    Die Darstellung unter 5.1. ist etwas schwierig zu verstehen. Fehlt da eventuell die Prozentangabe derer, die keine Angaben zur Note gemacht haben? Oder wieso kommen weder für 2015 noch für 2016 100% im Gesamtergebnis zusammen?

  • 06.07.2016 15:06, Tagträumer

    Großkanzleien...Man hätte noch die Frage stellen sollen, wer alles zu viel John Grisham Romane gelesen hat ;)

  • 06.07.2016 17:43, Chris

    Wurden die Prüflinge alle von 2015 - 2016 um so vieles klüger oder wie ist die Notensteigerung in allen Bereichen zu erklären????

    • 07.07.2016 17:19, Philipp A.+Kerner

      Da keine der beiden Umfragen repräsentativ war (jedenfalls wird das nirgendwo behauptet), kann das schlichter Zufall sein. Tatsächlich inflationieren auch die juristischen Noten etwas, aber das allein dürfte den Befund nicht erklären.

  • 06.07.2016 22:19, Mastermind

    Wie wurde eigentlich überprüft, ob ein Teilnehmer (m/w) wirklich ein Prädikat geschafft hat?
    Das wirkt so doch äußerst fragwürdig!

    • 07.07.2016 17:24, Philipp A.+Kerner

      Das wird auf dieselbe Weise überprüft wie bei den bekannten Sonntagsfragen geprüft wird, ob der Teilnehmer auch wirklich Partei X wählen würde, wenn nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre. ;-)

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