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Im zweiten Versuch: BRAK besch­ließt Fach­an­walt für Mig­ra­ti­ons­recht

09.11.2015

Die Satzungsversammlung der BRAK hat am Montag in der ersten Sitzung ihrer neuen Legislaturperiode den Fachanwaltstitel für Migrationsrecht beschlossen. Der erste Versuch im März war noch gescheitert.

Die Einführung des neuen Fachanwaltstitels geht auf Vorbereitungen aus der vergangenen Legislaturperiode der Satzungsversammlung der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) und einer Initiative aus den Reihen der Satzungsversammlung zurück. Den Initiatoren gehören unter anderem der Präsident des Deutschen Anwaltvereins (DAV), Ulrich Schellenberg, und die Präsidenten einiger Landesrechtsanwaltskammern an.

In der Begründung der Erstunterzeichner der Initiative hieß es: "Unabhängig von den aktuell brisanten Fragestellungen ist die Zuwanderung - ob nun legal oder illegal - Teil der Lebenswirklichkeit in Deutschland." Es stellten sich "spezielle Rechtsfragen, welche durch keine bisher vorhandene Fachanwaltschaft professionell abgedeckt werden können." Es gebe derzeit zu wenige Kolleginnen und Kollegen, welche sich im Bereich des Ausländer- und Asylrechts spezialisiert haben. Ein guter Migrationsrechtler müsse sich nicht nur mit nationalen Bestimmungen, sondern auch mit unions- und völkerrechtlichen Migrationsregelungen, mit Konventionen über internationalen Flüchtlingsschutz sowie mit Sozialrecht, Arbeitsrecht und den einschlägigen Strafrechtsnormen auskennen. Dabei sei die Anwaltschaft gehalten, auf Veränderungen des Rechtsberatungsmarktes aktiv zu reagieren.

Auch die aktuellen Flüchtlingszahlen sind eine solche Veränderung, auf welche die Advokaten mit ihrem Beschluss vom Montag reagieren. Die derzeit auf dem Gebiet des Migrationsrechts tätigen Anwälte seien dem Ansturm der Neuankömmlinge nicht gewachsen. Ohne eine sofortige Qualifzierungsoffensive werde eine große Menge Rechtsuchender dauerhaft ohne kompetenten Rechtsrat auskommen müssen, heißt es in der Begründung zur Einführung des Fachanwalts für Migrationsrecht.

Der neue Titel soll aber nicht nur auf asylrechtliche Fragen begrenzt werden. Der beschlossene Katalog der zu erwerbenden Kenntnisse umfasst nach Angaben der BRAK vielmehr auch Fragen zur europäischen und außereuropäischen Arbeitsmigration.

ms/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Im zweiten Versuch: BRAK beschließt Fachanwalt für Migrationsrecht . In: Legal Tribune Online, 09.11.2015 , https://www.lto.de/persistent/a_id/17484/ (abgerufen am: 20.08.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 09.11.2015 17:45, Ibrahim

    This is Germany,it will take another 5 yaers !!! Europe has only 7% of the wourld popolation,but behaves lime the wourld leader,5 yaers minimum

    • 12.11.2015 17:23, Steph

      @Ibrahim: What's your point exactly?

  • 13.11.2015 10:10, Tanja Berg

    Die Notwendigkeit dieser neuen Fachanwaltsrichtung erschließt sich nicht vor dem Hintergrund, dass wir sowieso schon viel zuviele Migranten haben. Dazu zählen nun auch die Flüchtlinge - machen wir uns nichts vor. Die hgehen doch nicht mehr freiwillig, wenn sie mal hie sind. Und für die PKH-oder VKH-Anwaltskosten dieser Herrschaften, die damit noch mehr ihre "Rechte" durchsetzen können, darf in der Regel der deutsche Steuerzahler auch noch aufommen.

    Und bitte, was ist überhaupt Migrationsrecht? Habe ich überhaupt ein Recht auf Immigration in ein anderes Land? Wenn ich jedenfalls als Deutsche(r)in ein anderes Land migriere, dann habe ich dort gefälligst für mein eigenes Auskommen zu sorgen, für meinen Unterhalt, meine Arbeit und das Erlernen der Sprache sowieso. Und ist auch richtig so!
    Einen nomalen Gastgeber belastet und belästigt man ja schließlich auch nicht.

    Nur hier wird sogar den illegalen und sogar betrügerischen Migranten alles auf Steuerzahlers Kosten nachgeschmissen, notfalls auch zu Lasten der Einheimischen.
    Und wo bitte gibt es denn den Fachanwalt für Seniorenrecht oder für Kinderrecht? Wenn es um die eigenen Landsleute geht, ist man wohl weniger kreativ.
    Dieser neue Fachanwaltstitel, mit dem man sich offenbar noch toll vorkommt, setzt ein völlig falsches Signal und wird noch mehr deutsche Bürger immer weiter gegen diese "Politik" aufbringen.

    • 15.11.2015 20:48, D. Anton Müller

      Sie sind sehr mutig.
      Sehr, sehr viele denken so wie Sie.
      Aber...wer das sagt wird in die rechte Ecke gestellt.
      Viel Glück.

    • 17.11.2015 18:39, Ein Dresdner

      Ein Argument gegen den Fachanwalt für Migrationsrecht habe ich nicht gefunden. Ansonsten finde ich vor allem Vorurteile gegen Migranten und Fachanwälte, die Infragestellung verfassungsrechtlich verbriefter Rechte und eine erstaunliche Unkenntnis.

      Im Übrigen kann der Fachanwalt für Migrationsrecht auch denen helfen, die in ein anderes Land emigrieren möchten. Das wüsste man, wenn man den Artikel genau liest. Dann wüsste man auch, was unter Migrationsrecht zu verstehen ist.

      Manche werden nicht in die rechte Ecke gestellt, sondern gehen freiwillig dahin.

  • 16.11.2015 22:00, Kritiker

    Einen Fachanwalt, den die Welt nun wirklich nicht braucht....Frau Berg verdient zudem Zustimmung.

    • 29.03.2016 16:37, Martin Ullmann

      Ach, noch so ein rechter ... peinlich!

  • 17.11.2015 16:07, Fachanwalt für Bescheuerte und Bekloppte

    Als nächstes kommt der Fachanwalt für Gender und Diversity...