beA-Nachrichten, per Post in die Kanzlei: Anwälte können jetzt das Internet aus­dru­cken

von Pia Lorenz

01.12.2017

Ein Anwaltsdienstleister bietet an, im beA eingegangene Nachrichten auszudrucken und per Post in die Kanzlei zu schicken. In den sozialen Netzwerken gehört "Think before you print" noch zu den netteren Kommentaren. Aber die Nachfrage ist da.

 

"Der Anwaltsdienstleister Soldan kennt seine Kunden gut", twitterte ein Anwalt am Montag. Sein Tweet, der mit einem ironischen "#LegalTech, wir kommen" endete, ging innerhalb der juristischen Community binnen kürzester Zeit viral. Nun ist der typische Nutzer sozialer Netzwerke im Allgemeinen und von Twitter im Besonderen vermutlich nicht gerade die Zielgruppe, die die Soldan GmbH mit ihrem Angebot ansprechen will.

Über das Modell, das der Anwaltsdienstleister aus Essen am Montag vorstellte, wunderten sich aber auch weniger digitalaffine Juristen: Die GmbH bietet Anwälten die Möglichkeit, die Nutzung des besonderen elektronischen Anwaltspostfachs (beA) zu umgehen. Mit einem Produkt namens "beA-Postfach-Service" können die Anwälte sich dort eingehende Nachrichten weiterleiten lassen – per Mail oder per Post.

Ein zentraler Server rufe die Nachrichten aus dem jeweiligen beA-Postfach ab, heißt es in einer Mitteilung. Sie könnten dann automatisch über eine Schnittstelle an den Kanzlei-Server versandt werden oder würden an die Deutsche Post übermittelt, "wo sie ausgedruckt, kuvertiert und anschließend zugestellt werden". Kostenpunkt 19 Euro pro Monat, bei Postversand zuzüglich Porto. Aus Sicht von Soldan konterkariert das Modell weder das Anwaltspostfach noch den Elektronischen Rechtsverkehr (ERV), der bis 2022 flächendeckend umgesetzt sein soll. 

Soldan: "Mit Übergangstechnologie die Geschwindigkeit des Prozesses selbst steuern"

Laut dem Dienstleister kommt der Wunsch nach einer solchen Lösung unmittelbar aus der Anwaltschaft. "Die örtlichen Anwaltvereine berichten über Mitglieder, die angesichts des beA tatsächlich Ihre Zulassung zurückgeben wollen, obwohl sie bislang planten, noch einige Jahre ihre Anwaltstätigkeit weiter auszuüben", so Soldan-Geschäftsführer René Dreske gegenüber LTO. Für viele sei der Schritt in eine digitale Kanzleiorganisation zu groß, um ihn noch in Angriff zu nehmen. Andere kämen ohne eine Kanzleiinfrastruktur aus. Das gelte, so Dreske, besonders für viele der Syndikusanwälte, die nur selten forensisch tätig werden.

Für die Syndizi steht das Anwaltspostfach nach Angaben der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) seit dem 27. November 2017 zur Verfügung. Es musste mit erheblichem technischen Aufwand nachgerüstet werden, nachdem der Gesetzgeber diese Art der Anwaltszulassung zum 1. Januar 2016 geschaffen hatte. Auch sie müssen, wie die gesamte Anwaltschaft, ab dem 1. Januar 2018 das beA zumindest passiv nutzen, also dort eingehende Nachrichten abrufen und gegen sich gelten lassen.

Bei der Erfüllung dieser passiven Nutzungspflicht will Soldan nach eigenen Angaben "jeden Anwalt unterstützen", so der Dienstleister am Montag bei Twitter. Laut Geschäftsführer Dreske soll der Service den Anwälten "als eine Art Übergangstechnologie die Möglichkeit geben, die Geschwindigkeit dieses Prozesses selbst zu steuern".

Die Resonanz aus der Anwaltschaft sei, so Dreske, deutlich höher gewesen als erwartet. "Dabei hat es uns überrascht, dass unsere beA-Lösungen auch von sehr großen Kanzleien angefragt wurden". Dabei gehe es nicht nur um die Möglichkeit, beA-Nachrichten ausgedruckt per Post zugestellt zu bekommen, sondern in vielen Fällen auch um die automatisierte Abholung der Nachrichten aus dem beA und die Weiterleitung an den kanzleieigenen Mail-Server. Das geht über die im Postfach ab Werk vorgesehene Möglichkeit hinaus, sich über den Eingang einer Nachricht per Mail benachrichtigen zu lassen, die man dann aber doch noch abrufen muss. 

Die Anzahl erstregistrierter Anwälte, die Soldan am Montag noch mit nur 38.000 bezifferte, korrigierte die für den Betrieb des Anwaltspostfachs verantwortliche BRAK auf Anfrage von LTO. Stand Ende November hätten sich rund 50.000 Anwälte erstregistriert, bestellt worden seien bereits 120.500 Karten, davon etwa die Hälfte mit der Möglichkeit, eine qualifizierte elektronische Signatur zu generieren, so BRAK-Sprecherin Stephanie Beyrich.

Zitiervorschlag

Pia Lorenz, beA-Nachrichten, per Post in die Kanzlei: Anwälte können jetzt das Internet ausdrucken. In: Legal Tribune Online, 01.12.2017, https://www.lto.de/persistent/a_id/25797/ (abgerufen am: 14.12.2017)

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Kommentare
  • 01.12.2017 11:02, BRAK-STOP

    Heute ist klar:
    Das sog. elektr. Anwaltspostfach kommt nicht.
    Genau wie die sog. elektr. Gesundheitskarte (Überwachungskarte)
    Nur 60 % der Anwälte (auch bekannt als die Deppen unter den Anwälten)
    haben bisher eine Karte bestellt.

    40 % haben noch keine Karte bestellt und werden das auch nicht tun.
    Was will die sog. BRAK dann machen?

    Die deutschen Anwälte sagen daher:
    Freiheit statt Zwang
    STOPPT das elektr. Anwaltspostfach
    KEINE Karte bestellen!
    Piraten wählen
    CSU abwählen

    Wer eine Karte bestellt, schmeißt sein Geld zum Fenster raus.

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    • 01.12.2017 11:18, Tony Montana

      Sehr gute Idee!
      Warum sollte man sich an die gesetzlichen Grundlagen halten?
      Dann bekommt man eben ein wichtiges Schreiben über beA und verpasst eine wichtige Frist. Aus dem anschließenden Regressfall kommt man bestimmt mit dem Argument "Ich war zu faul mir eine Karte zu bestellen" raus.

    • 01.12.2017 11:29, Klaus

      Das Gesetz zum Anwaltspostfach ist wie so vieles der sog. Bundesregierung verfassungswidrig, also muß sich niemand dran halten, klar?

    • 01.12.2017 11:30, Steffi

      Außerdem gibt es viele Syndikusanwälte, die nie Post bekommen, warum sollen die zahlen?

      ungerecht

    • 01.12.2017 11:34, Bärchen089

      Regt euch nicht auf, ein paar Dödel gibt es, wie man sieht, halt immer, die das Anwaltspostfach toll finden, wahrscheinlich Provokateure der BRAK,
      aber der Rest der deutschen Anwälte lehnt das Anwaltspostfach grundwegs ab und hat sich bereits dafür entschieden, KEINE Karte zu bestellen, was will die BRAK machen, sie kann nicht alle einsperren, und das Geld nicht aus dem Fenster zu werfen für einen elektr. Blödsinn, der verfassungswidrig ist.

    • 01.12.2017 11:40, Clever&Smart

      Gerade Anwälte sollten mutig genug sein, dem Unrecht und der staatlichen Bevormundung die rote Karte zu zeigen und KEINE karte zu bestellen. ich finde es völlig richtig, und tausende Anwälte machen es genauso.

      Freiheit kann man nur verteidigen, wenn man den Mut hat, gegen Unterdrückung und Repression / Zwang durch Regierung und BRAK aufzustehen.

      Das elektr. Anwaltspostfach gefährdet die Freiheit der Anwälte und der Bürger, weil Geheimdienste bereits einen Schlüssel haben und alles mitlesen und abschnorcheln und gegen einen verwenden.

      Daher gehört jedem deutschen Anwalt heute gesagt. Wehrt euch! Kauft KEINE BEA-Karte!
      Nur so kann man das "System" noch in die Knie zwingen.
      Wenn 40 % mitmachen, gewinnen wir alle!
      Freiheit geht vor

    • 01.12.2017 11:42, Clever&Smart

      Ich sehe gerade, nach aktuellen zahlen haben 40 % noch KEINE karte bestellt.
      Gut so, danke euch!
      Haltet durch!
      Es wird sich lohnen
      Die anderen werfen ihr Geld zum Fenster raus, sag ich euch
      in 1 Jahr gibt es das elektr. Anwaltspostfach nicht mehr

    • 01.12.2017 12:13, Tony Montana

      Hach ist das herrlich wie sich alle hier hinter der "Verfassungswidrigkeit" (Warum eigentlich? Und bitte keine abstrakten Parolen) verstecken. In Wahrheit sind die 40% der Anwälte noch in der Steinzeit mit ihrer Papierakte und wissen nicht einmal wie ein PC angemacht wird. Anstatt Verfassungsbeschwerde zu erheben sollte man sich lieber überlegen ob man die Zulassung nicht abgeben sollte. Ein Anwalt sollte in der Lage sein mit der Zeit mitzugehen. Und dazu gehört eine E-Akte und ein elektronischer Verkehr! Mal ganz abgesehen davon dass es eine Arbeitserleichterung ist und ihr vielleicht mehr als eure zwei Fälle im Monat dann bearbeiten könntet.

    • 01.12.2017 21:30, Lexaris

      Vielleicht sollten Sie eher überlegen die Zulassung abzugeben, anscheinend schon vollkommen eingeengt von der Digitalisierung.

    • 02.12.2017 18:44, Schmidtchen Schleicher

      Hahaha, "Piraten wählen". Beste.

    • 07.12.2017 14:50, Einer der "Deppen"

      Ich habe die Karte zwangsweise und aus Sorge vor Repressalien durch die "Kammer" bestellt.
      Klingelt`s nun endlich bei den "Nichtdeppen" !?

      Fazit:
      STOP BRAK ! - Besser gestern, als heute...

  • 01.12.2017 11:05, Gib BRAK Keine Chance

    Die Mehrheit der deutschen Anwälte lehnt das sog. elektr. Anwaltspostfach ab und wird KEINE Karte bestellen

    So ist es richtig

    Nur so kann man dem Krebsgeschwür von BRAK und IT-Wirtschaft auf Kosten des Datenschutzes und unseres Geldbeutels den Geldhahn zudrehen.

    KLAGT beim BVERFG!
    Wehrt euch!
    Bestellt KEINE Karte!

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  • 01.12.2017 11:11, Freiheit statt CSU

    Vernunft und Freiheit werden siegen
    Terror, Überwachung, Zwang und Unfreiheit werden verlieren

    Daher wird das elektr. Postfach nicht kommen bzw. nach 1 Jahr wieder verschwinden.

    Der Protest aus der Anwaltschaft ist einfach zu groß
    Den berechtigten Widerstand aus der Masse der Anwaltschaft wird die BRAK nicht überleben.

    Deshalb gibt es nur eine Lösung:
    KEINE Karte bestellen

    Und wer will, darf gerne wie es andere Anwälte bereits getan haben eine Klage gegen das sog. elektr. Anwaltspostfach beim BVerfG einreichen.

    Wenn ich zeit habe, werde ich hier eine Vorlage hochladen, die jeder kostenlos verwenden kann.

    Macht euch die BRAK krank?
    Die BRAK macht mich krank

    Früher hieß es:
    Macht kaputt was euch kaputt macht

    Heute heißt es:
    Stoppt das elektr. Anwaltspostfach
    Schmeißt euer Geld alleine zum Fenster raus
    Laßt euch nicht von der sog. Regierung überwachen

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  • 01.12.2017 11:18, BibisJuraPalace

    jeder weiß, daß das sog. elektr. Anwaltspostfach von der US Regierung und den Geheimdiensten gewünscht ist.

    Da die deutsche Regierung dem Willen der USA stets Folge zu leisten hat,
    müssen alle Anwälte diesen Blödsinn mitmachen.

    Nicht mit uns.
    Wir in der Kanzlei wehren uns und werden KEINE Karte bestellen.
    Wir sind nicht so blöd, und werfen unser Geld der sog. Regierung und der sog. BRAK (Achtung Tarnname) und der korrupten IT Wirtschaft in den Rachen, für ein miserables Produkt, das nicht abhörsicher ist und das niemand braucht.

    Zwang zum elektr. Anwaltspostfach - Ohne uns

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    • 07.12.2017 18:12, Dobke, Ullrich

      Wer schafft eine m.E. zwingend notwendige Solidarisierungsplattform ? Der DAV ist wohl zu "luschig"!

  • 01.12.2017 11:26, Klaus

    Man sollte meinen, die 160.000 deutschen Anwälte sind aufgrund ihrer langen Ausbildung intelligent genug, sich nicht über den Tisch ziehen und verarschen zu lassen.

    Leider falsch.

    Bisher haben nur wenige Anwälte in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde gegen das elektr. Anwaltspostfach eingelegt, aber es müssen noch mehr werden.

    Da einige Klage immer abgewiesen werden, muß jeder Anwalt bis 31.12. Verf.beschwerde erheben, und zwar mit einer eigenständigen Argumentation,
    z.B.
    - bei mir auf dem Dort gibt es kein Internet, der Zwang zum Anwaltspostfach ist daher verfassungswidrigt
    - mir haben Mandanten gesagt, daß sie mir keine Aufträge mehr geben, wenn ich das Schriftstück nicht mehr in den Gerichtsbriefkasten werfen darf, sondern per unsicherem Internetverbindung für alle Welt einsehbar verschicken muß, das ist verfassungswidrig
    - im Steuerrecht gibt es Härtefallregelungen für die sog. elektr. Steuererklärung, warum gibt es beim Anwaltspostfach keine Härtefallregel, das ist verfassungswidrig
    - jeder kennt den Wannacry Virus, niemand ist daher verpflichtet, seine Daten dem Internet anzuvertrauen
    - Was ist wenn der Computer ausfällt, gibt es dann einen Zwang zum Nutzung? Das ist alles verfassungswidrig
    usw.

    Schreibt eine Verfassungsbeschwerde an das BVerfG
    oder besser noch eine einstweilige Verfügung
    ihr könnt das

    31.12. ist BVERG Tag!
    1.1 ist dann Schluß mit dem Anwaltspostfach-Blödsinn-Tag

    Freiheit oder BRAK!
    Freiheit oder CSU!
    Freiheit oder CDU!
    Freiheit oder SPD!
    Freiheit oder GRÜN/FDP!
    Freiheit nur mit der einzigen liberalen Piratenpartei!

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    • 01.12.2017 11:27, Klaus

      muß natürlich bei mir auf dem Dorf heißen

    • 01.12.2017 23:59, Hans

      Wir haben auf dem Dorf 100 MBit/s über Glasfaserkabel der Telekom uns mobil LTE. Ich kann bei meiner Verbindung verschicken was ich will. Die wird einfach nicht langsamer....

  • 01.12.2017 12:01, M.D.

    Super Idee, nochmal 19 € oben drauf und es bleibt alles, so wie es war! Warum bin ich da nicht schon selbst drauf gekommen?

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  • 01.12.2017 12:27, B.

    Da hat aber jemand viel Zeit für die Kommentarspalte. Ich mache hier mal eine eigene Forderung auf:

    Wehrt Euch gegen digitale Übersättigung! Kommentarspalten abschalten! Zurück zu den Leserbriefen!

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  • 01.12.2017 12:53, asdf

    "Verfassungswidrigkeit" Warum eigentlich?
    Nun lassen wir uns mal nachdenken. Ja, da war doch was. Es ist ein Zwang vorgesehen. Hmm. und verfassungsrechtlich muss es also dafür eine Rechtfertigung für einen solchen Eingriff geben. Worin soll die bitte liegen? Erst recht bei Syndikusanwälten, die überhaupt nicht forensisch für ihren AG tätig sein dürfen (und auch da: warum, wenn beA sowieso personenbezogen ist, muss es dafür zusätzliche sep. kostenpflichtige Postfächer geben (ein Zugang wäre für RAe, die auch Syndizi sind, ausreichend)). Aber auch bei allen anderen RAen. Warum MUSS jeder ein solches Postfach nicht nur haben und bezahlen, sondern auch (passiv) nutzen? Damit andere, die es aktiv nutzen wollen, genug potentielle Nutzer/Adressaten haben, da es sonst für die uninteressant wäre? Ja das steht wohl dahinter, denn die früheren freiwilligen Lösungen sind (anders als früher das Faxgerät) nicht auf hinreichende Akzeptanz gestoßen (wohl weil Bedarf gering). Also was macht man in einem angeblich freiheitlichen Staat (der aber faktisch es immer weniger ist), wenn nicht freiwillig passiert, was die Obrigkeit will? Richtig: man zieht die Daumenschrauben an und schaft einen Zwang.

    Nur: wo ist dieeine ausreichende Rechtfertigung für Zwang und (nicht unerhebliche) Kosten und Risiken? Ich sehe diese nicht. Schon gar nicht für eine bestimmte Lösung wie das beA. Allenfalls nachvollziehbar mag sein, dass der Staat verlangt, dass RAe mit ihm (Gerichte/Behörden) sicher elektronisch kommunizieren können, da das Steuern spart (ähnlich wie das FA das ja für Steuererklärungen auch verlangt). Und er mag dafür vielleicht noch ein beA fördern. Aber ein schützenswertes Interesse darüber hinaus zwingend eine bestimmte Lösung zu nutzen, sehe ich nicht. Selbst unterstellt, es wäre verfassungsrechtlich zulässig, EINE sicheren verschlüsselten Kommunikationskanal für Gerichts- und Behörden-Kommunikation zu verlangen (wer keine solche hat/plant, wäre nicht betroffen), wäre die Konsequenz: verfassungswidrig, da zumindest nicht mildeste Lösung.

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    • 05.12.2017 16:12, GrafLukas

      Wo ist der Unterschied zum Zwang zum "normalen" Briefkasten, der auch berufsrechtlich vorgesehen ist? Das diskriminiert den modernen Nomaden-Anwalt auch, der seine Kanzlei in wechselnden Cafés hat und nie einen Brief verschicken oder erhalten würde.

    • 07.12.2017 21:21, conrad, jens

      Das beA ist verfassungswidrig, da es die Berufsfreiheit, allgemeine Handlungsfreiheit, die Würde des Menschen und die Freiheit der Advokatur sowie auch die informationelle Selbstbestimmung einschränkt. Der Anwalt darf nicht mehr entscheiden, wie ER seine Post empfängt und er seine Kanzlei organisiert. Er soll nach nationalsozialistischen Muster in dasstaatliche System zwangsweise integriert werden. Freiheit und Freiwiligkeit sind nicht gefragt. Wem gehört das beA? Über den Kanzleibriefkasten kann der Anwalt verfügen, über das beA nicht. Da darf er nur abholen oder versenden.Ohne Gewährleistung der Datensicherheit - Warum ist dieses System so strukturiert, daß es zentralisiert ist? Es gibt genügend qualifizierte Anbieter, die nach einheitlichen Standards jedem Anwalt ein eigenes unter seiner absoluten Herrschaft stehendes Postfach, wie ein eMail Postfach bereitstellen können. Dann ist dies wie ein eigener Briefkasten. Den würde man auch nicht der BRAK anvertrauen! Maschinenlesbare Post der Anwälte ist natürlich ein Leckerbissen für jeden Geheimdienst und jedes Herrschaftssystem. Das beA ist Sinnbild einer aufziehenden Tyrannei. Elektronischer Rechtsverkehr kann nur dezentral organisiert werden.Anwälte zu irgendetwas zu zwingen, ist bereits grundgesetzwidrig. Ich eerde gezwungen dieses beA, was mir nicht gehört, zu leeren. Interessant ist auch dann die Möglichkeit, durch Sperrung def Karten den Anwalt vom Rechtsverkehr auszuschließen. Er kann ja dann nicht, wie jeder andere einfach schreiben, prr Post oder Fax. Einschränkung der Kommunikationswege und wem nützt dieser Weg? perfekte Kontrolle und Überwachung - einfach nur perfide!

  • 01.12.2017 13:26, Haha

    Wow, heute dreht Kläuschen aber wieder ganz gewaltig am Rad. Ist die Klapsen-Aufsicht krank, oder was?

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  • 01.12.2017 13:29, RF

    Das beA ist Schrott. Ich nutze es schon fünf Monate. Es wird immer langsamer. In dieser Woche sind zwei Schriftsatzübermittlungen mehrfach gescheitert (Meldung "fehlerhaft"), ohne dass mein weiß weshalb. Jetzt gerade komme ich überhaupt nicht ins System.

    Was soll das erst unter Last werden.

    Welche Stümper haben diesen Scheiß programmiert????

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    • 01.12.2017 15:02, M.D.

      Den Auftrag bekam die Firma Atos IT Solutions, eine französische ehemalige Siemens-Tochter, angeblich freihändig und ohne Ausschreibung. Durch solche Großaufträge wird an der deutsch-französischen Freundschaft gearbeitet. Der Spaß, d.h. ein E-Mail Client mit ein bisschen Scheinverschlüsselung, die von Sicherheitsbehörden selbstverständlich problemlos umgangen werden kann, soll irgendwas in der Größenordnung von 21 Millonen gekostet haben.

    • 05.12.2017 16:14, GrafLukas

      Das ist Kritik, die ich einsehe und teile. Das beA ist schlecht umgesetzt, auch von wegen fehlenden Kanzleipostfächern etc..

      Aber die Idee an sich ist weder schlecht noch verfassungswidrig. Ich hoffe mal, es wird dann nach einer gewissen Anlaufphase klappen. Andere Länder schaffen es ja auch.

    • 07.12.2017 22:32, Andreas

      Mir geht's z.Zt. auch so, ich komme seit Tagen zwar ins Programm, aber kann meine Mails nicht abrufen.
      Dem Kommentar stimme ich deshlab vollinhaltlich zu.
      Ich bin durchaus technikaffin - aber die "Benutzerfreundlichkeit" des beA treibt mich noch in den Wahnsinn...

  • 01.12.2017 14:41, https://fachanwalt-fuer-it-recht.blogspot.com

    Das beA ist unwichtig, Rechtsanwaltskammern sind überflüssig, Roben sind sinnlos und Gerichte sind oft überfordert. Eine Spielwiese mehr oder weniger macht keinen Unterschied.

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    • 01.12.2017 15:03, M.D.

      Scharf beobachtet, aber unter uns: Glauben Sie, dass sich daran jemals etwas ändern wird?

    • 01.12.2017 15:10, https://fachanwalt-fuer-it-recht.blogspot.com

      Nein, natürlich nicht. Aber mit dieser gefestigten Erkenntnis lässt sich das alles mit Leichtigkeit ertragen.

  • 01.12.2017 15:23, sadfa

    ...
    "Welche Stümper haben diesen Scheiß programmiert????"

    Tja was erwartet man denn? Müsste sich so etwas ohne Zwang allein durch seine Nützlichkeit beweisen (wie seinerzeit das FAX), wäre das beA eine Totgeburt. Aber da man ja den gesetzlichen Zwang hat, muss es nicht gut sein um - wie es sicher dann heissen wird - "überwältigend akzeptiert" zu werden.

    Ich warte schon auf die Jubel-Propaganda der BRAK im neuen Jahr, dass doch nun so viele Kollegen beA nutzen und akzeptieren. (so oder so ähnlich). Nur schon mal vorsorglich: bei zwangsweiser "Nutzung", kann es keine "Akzeptanz" geben, nur ein sich beugen in den Zwang.

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  • 01.12.2017 16:03, Christian Lindner

    Lieber gar nicht abrufen als falsch abrufen. Ich lindnere jetzt!

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  • 02.12.2017 12:24, Mitch McDeere

    Also, ich finde das Produkt von Soldan ist doch erstmal eine gute Übergangslösung.

    Ich frage mich allerdings, was hier gegen eine lokale Lösung spricht. Gerade weil das beA eben keine moderne "Zwei-Faktor-Authentifizierung" wie z.B. Fingerabdruck-Scan etc. einsetzt, müsste man den Abruf doch auch lokal automatisieren können (rechtlich gesehen müsste man es dann vielleicht als automatisiertes "Doppel" verkaufen, weil offiziell bestimmt eine physische Person abrufen muss).

    Ich könnte mir auch vorstellen, dass so eine Software ganz gut gehen müsste. Neben dem Abruf müsste sie durch updates - etwa auch in einem Abo-Modell - die Schnittstellen zwischen Betriebssystem, beA- und Lesegeräts-Software glätten.

    Gerade die Lesegeräte sind ja letztlich eine veraltete Technologie und werden von den Herstellern nur noch halbherzig mit Treiber-Updates versorgt. Und die beA-Herstellerfirma wird dazu voraussichtlich auch nicht in der Lage sein, von der bisherigen performance her gesehen.

    Hier könnte man die Pflege der marktgängigsten Typen in so eine Software auslagern.

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  • 03.12.2017 10:45, Hans Schmitt

    oje . . . . die Kanzleipflicht gibt es auch - ist auch nicht verfassungswidrig. Die Justiz wird digital. Basta. Als unabhängige Organe der Rechtspflege kann man sich wehren, aber dann bitte anständig und nicht wie im Sandkasten. Man muss ja auch nicht als Anwalt arbeiten. Natürliche Marktbereinigung wird ab 1.1.2018 eintreten. Ist E-Mail sicherer als beA?? Fax sicherer als beA?? Hier steht so viel unüberlegtes, aber was Solls . . . das BVerfG freut sich jetzt schon auf die Mißbrauchsgebühren bei schlampig begründeten Verfassungsbeschwerden . . . . wenn schon dann richtig, aber dazu müsste man ja mal die Gesetze lesen, die man hier für verfassungswidrig hält . . . Aber ja: Das böse digitale Zeitalter . . . Man kann seine Schriftsätze ja zumindest bis 31.12.2019 noch auf Papyrus einreichen . . . . nicht, dass alles toll ist . . . . aber teilweise dermaßen unsubstantiierte Beiträge von Kollegen zu lesen, verwundert . . . wer so an die Bearbeitung der Mandate geht wie hier an das Thema "ich fühle mich verfassungswidrig behandelt" sollte sich überlegen, ob er den richtigen Beruf hat . . . . Vielleicht findet man ja noch einen, wo das digitale Zeitalter keine Rolle spielt . . . . Übrigens, die 40% fehlenden Karten dürften zum Großteil die der Syndikusanwälte sein, die können erst seit 27.11. bestellen, vorher gings gar nicht . . . und ob ein beA-Ausdruckservice (wer bei der Post druckt das eigentlich aus - § 43e BRAO ist hoffentlich bekannt) sicherer ist, bleibt abzuwarten . . . .

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    • 03.12.2017 11:29, RA Gunther Marko

      Sia haben offensichtlich NICHTS verstanden - GAR NICHTS, werter "Hans Schmitt" !

      Empfehlung (in aller Güte, versteht sich):
      Lassen Sie es besser sein - es bringt nichts !

  • 03.12.2017 11:24, RA Gunther Marko

    Wichtiger Hinweis zum besonderen elektronischen Anwaltspostfach “beA”:

    Das von der Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) für Herrn Rechtsanwalt Gunther Marko ohne Zustimmung eingerichtete besondere elektronische Anwaltspostfach (“beA”) wird nicht genutzt. Die Empfangsbereitschaft wird nicht erklärt. Die Zusendung von Nachrichten an das beA wird untersagt. Gleichwohl an das beA versandte Nachrichten werden bis mindestens 31.12.2017 nicht zur Kenntnis genommen. Ein Vertragsverhältnis, insbesondere auch ein Mandatsverhältnis, kann durch den Versand weder angebahnt noch begründet werden.
    Bitte bedenken Sie die fragliche Datensicherheit und Unzuverlässigkeit von elektronischer Kommunikation !
    Ganz abgesehen von der vollkommen unseriösen Geschäftemacherei, die hier auf Kosten und zu Lasten vernünftiger Berufsträger stattfindet, noch dazu unter verwerflichem Zwang und auf der Grundlage von offensichtlich völlig verfassungswidrigen "Normen" !

    Gunther Marko, Sonntag, 3. Dezember 2017 (1. Advent)

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    • 04.12.2017 10:43, Haha

      Sie sollten unbedingt noch die Uhrzeit Ihrer wertvollen Posts angeben.

  • 04.12.2017 23:31, Michael Fammler

    Richtig. Wir brauchen schnellere Pferde, das Auto wird sich nicht durchsetzen.

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    • 07.12.2017 17:40, Dobke, Ullrich

      Wie meinen?

  • 06.12.2017 21:18, Mark T.

    Jetzt gebt euch mal die Hand, Jungs.
    Häme gegen die Älteren ist doch genauso blöd wie das ewige Dankemerkel-Gemäkel der Überforderten.
    Natürlich ist der geplante Zwang zur elektronischen Klage ein vernichtender Schlag gegen die Generation Telefax, und darum wird er wohl letztlich aufgeschoben werden. Soldans Angebot ist da eine echte Entlastung, coole Idee.
    Aber darüber hinaus ist an der Sache wirklich nichts verfassungswidrig. Der Staat braucht keinen „Schlüssel“ zu Klagen und Schriftsätzen. Er hat Richter/innen, die sowas lesen. Und untereinander dürfen Anwälte gerüchteweise auch in Zukunft nach Herzenslust faxen, wenn sie denn wollen.

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  • 07.12.2017 17:55, Dobke, Ullrich

    Schauen wir doch einfach mal was passiert!
    20% der Anwälte machen nicht mit. Werden die dann alle von den Kammern belangt und bekommen Verfahren angehängt?
    Wer wie zu Weilands Zeiten damals beim Telefax freiwillig mitmachte und das vielleicht auch heute noch gern (wie zB die Behörden und auch die Justizbehörden), der kann doch gern freiwillig auch diesen beA - Scheiß mitmachen! Aber bitte nicht mit Zwang!!! Ich bringe meine Post zur Justiz und nehme insoweit das Angebot an auf verschiedenen Wegen! Ich biete der Justiz kein beA Postfach - wozu, alle anderen Wege stehen der Justiz doch offen: Zustellung durch die eigenen Wachtmeister, per PZU oder bei Vertrauensverhältnissen auch schon mal per EB. Wer in Gottes Namen hat die Veranlasser dieses Unsinns "beA" so verblödet? War soviel uwunderbare Lobbyarbeit und Lobbygeld im Spiel? Wie lange werden wir schon zur Kasse gebeten ohne für unser Geld eine Gegenleistung erhalten zu haben? Nichtmal eine Rechnungslegung über die bisher "verblasenen" Millionen ist erfolgt!. Und wo bleibt unser unsere Interessen vertretende DAV?! Hüllt sich in Schweigen und denkt an nichts Böses, wiewohl personell und so weiter tief verstrikt - na ja!

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  • 08.12.2017 10:39, ULLRICH DOBKE

    Wie heißt der Dummling von der BRAK? Abend?
    Na denn "GUTE Nacht" liebe Kolleginnen !

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  • 11.12.2017 15:58, Rechtsanwalt André Feske

    Das Soldan-Modell nur mit Spott zu betrachten hilft nicht weiter:
    der Dienstleister hat bei seinem Geschäftsmodell übersehen (oder verschließt im eigenen Geschäftsinteresse ganz fest die Augen davor) , dass die Inanspruchnahme dieser SOLDAN-Dienstleistung für den jeweiligen Rechtsanwalt ein ganz erhebliches berufsrechtliches Risiko enthält.
    Die Verschwiegenheitspflicht des Rechtsanwalts aus § 43 a Abs. 2 BRAO ist mit diesem "Modell" nicht zu wahren.
    Nicht nur Soldan als Dienstleister würde jede für den Rechtsanwalt eingehende beA-Nachricht unverschlüsselt zur Kenntnis nehmen können, sondern auch jeder mit dem Ausdruck, kuvertieren und frankieren beschäftigte Mitarbeiter des von Soldan "unterbeauftragten" Postdienstleistungsunternehmens.
    So schafft sich die Anwaltschaft gewiss schnell selbst ab:
    wer selbst die - uns alle und unsere Mandanten schützende - berufliche Kardinalpflicht zur Verschwiegenheit derart mißachtet, sollte seine Zulassung als Rechtsanwalt sofort freiwillig zurück geben. Eine ordnungsgemäße Büroorganisation setzt im 21. Jahrhundert eben auch die Beherrschung "neuer" Medien voraus.
    Wem das zu unbequem ist, der muss sich ein anderes berufliches Tätigkeitsfeld suchen.

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  • 11.12.2017 18:25, ULLRICH DOBKE

    DAS ERGIBT SICH AUS WELCHER KONKRETEN VORSCHRIFT ? veröffentlichungsnachweis erbeten!

    In übrigen ersticken wir im Elektrosmog! Experten zufolge könnten ca. 3 Atomkraftwerke abgeschaltet werden, wenn wir u.a. diesen Unsinn lassen und auch die Dateien sachgerecht minimierten. Dann noch die "überflüssigen" Ausdrucke, was spart man. Besser man hätte am LOBBYISMUS gespart.

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