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Der Chefjurist des DFB im Interview: "Span­nung, Spaß und Arbeit"

20.06.2016

Wenn der Ball rollt, ist seine Arbeit erledigt: Jörg Englisch ist Chefjurist des DFB. Der Job macht wirklich Spaß, erzählt er LTO. Und zur EM fährt der Hobbyfußballspieler natürlich auch.

LTO: In drei Worten: Was bedeutet die EM für den Chefjuristen beim DFB?

Dr. Jörg Englisch

Dr. Jörg Englisch: Spannung, Spaß und - manchmal - Arbeit!

LTO: Welche sind die besonderen Aufgaben, die bei einem derartigen internationalen Turnier für Sie anstehen?

Englisch: Diese Arbeiten sind in der Regel schon im Vorfeld erledigt. Es geht zum Beispiel um Vereinbarungen im Zusammenhang mit den Mannschaftsquartieren im Trainingslager und während des Turniers. Zudem treten vermehrt Markenverletzungen durch Dritte auf, gegen die wir vorgehen. Zum Teil stellen sich Fragen im Zusammenhang mit dem Ticketing, wobei hier eine Abstimmung mit der UEFA erforderlich ist, da sie als Veranstalter diesen Bereich betreut.

LTO: Womit beschäftigen Sie sich, wenn gerade kein internationales Turnier ansteht? Welche rechtlichen Themengebiete bestimmen Ihren beruflichen Alltag?

Englisch: Das ist sehr vielfältig, denn der DFB befasst sich ja nicht nur mit dem reinen Fußballsport. Wir vermarkten Sponsoring- und Medienrechte. Der DFB führt zudem jedes Jahr eine Vielzahl von Veranstaltungen durch, darunter etwa Länderspiele unserer A-Nationalmannschaft oder das Pokalfinale in Berlin. Der DFB ist zudem Arbeitgeber, Vermieter, Gesellschafter, es sind daher Fragestellungen aus nahezu allen Rechtsbereichen zu bearbeiten.

Sportrecht ist mehr als Sport

LTO: Beschäftigen Sie sich überhaupt mit Sportrecht?

Englisch: Ja, natürlich. Das Sportrecht ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit. Das gilt nicht nur für die Kollegen in der Abteilung Sportgerichtsbarkeit, sondern auch für die Arbeit in der Rechtsabteilung. Denn das Sportrecht lässt sich nicht allein auf Rechtsfragen reduzieren, die unmittelbar den Sport als solchen betreffen. So kommt auch Fragen der Vermarktung einer Sportveranstaltung oder eines Sportlers im Sportrecht eine erhebliche Bedeutung zu. Dasselbe gilt für Fragen des Wettbewerbs- und Kartellrechts. Oder denken Sie an die Schiedsgerichtsbarkeit, mit der sich der BGH im Fall "Pechstein" befasst hat. Auch Europarecht ist zunehmend wichtiger. Dies alles ist Sportrecht.

LTO: Was ist das spannendste an dieser Arbeit?

Englisch: Es ist die Vielseitigkeit und die Vielfalt der juristischen Themen, mit denen man sich befassen kann und muss. Dabei geht es häufig darum, zeitnah rechtlich fundierte, interessengerechte Lösungen zu finden. Sich dieser Herausforderung in einem professionellen und hoch motivierten, fachübergreifenden Team zu stellen, ist schon spannend.

Zitiervorschlag

Der Chefjurist des DFB im Interview: "Spannung, Spaß und Arbeit" . In: Legal Tribune Online, 20.06.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/19723/ (abgerufen am: 05.07.2020 )

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Kommentare
  • 29.07.2018 22:32, webmaster

    Strafanzeige gegen DFB-Juristen wegen Freiheitsberaubung. Der Jurist, der im DFB Kontrollausschuss sitzt und Vizepräsident des Südwestdeutschen Fußballverbands (SWFV) ist, soll als Richter das Recht gebeugt haben.

    http://blog.rechtsbeugungen.org/2018/07/26/strafanzeige-gegen-dfb-juristen-wegen-freiheitsberaubung/