Der Anwalt in der digitalen Welt: Mit Hund und Braut im Netz

von Sabine Olschner

08.11.2016

2/2: Präsent auf allen sozialen Kanälen

Ulrike Fetz aus der Presse- und Marketingabteilung widmet einen Großteil ihrer Arbeit den Auftritten der Kanzlei im Internet: Sie hat die Firmen-Website suchmaschinenoptimiert überarbeitet, veröffentlicht mindestens einmal in der Woche einen neuen Blogbeitrag, hin und wieder ein YouTube-Video und schaltet Google AdWords-Anzeigen, damit die Kanzlei bei Suchanfragen besser gefunden wird. "Es ist wichtig, sich als Kanzlei klar zu positionieren, ansonsten wird es schwer, sich gegenüber der Konkurrenz im Netz durchzusetzen", so ihre Erfahrung. Die Inhalte für die verschiedenen Medienkanäle liefern ihr die Anwaltskollegen, darüber hinaus hat sie sich von externen Internetexperten beraten lassen. "Auf allen Kanälen präsent zu sein ist wichtig, um neue Mandanten auf sich aufmerksam zu machen", sagt Ulrike Fetz. "Letztens sagte ein Mandant: ,Um Sie bin ich ja gar nicht herumgekommen!' Das war eine gute Bestätigung meiner Arbeit."

Wer nun denkt "Scheint ja doch was dran zu sein am Internet, vielleicht sollte ich das doch mal probieren", dem sei empfohlen: Einfach anfangen und sehen, welche Kanäle sich wie entwickeln. Dabei sollte man allerdings die rechtlichen Fragen, die für das Internet gelten, nicht außer Acht lassen. "Das Wichtigste ist ein Impressum, und zwar nicht nur auf der Website, sondern auch auf Facebook, YouTube, Twitter, Google+ und Xing", betont Arno Lampmann, Partner der Kölner Kanzlei Lampmann, Haberkamm & Rosenbaum Partnerschaft, die sich unter anderem auf Urheberrecht sowie Presse- und Medienrecht spezialisiert hat.

Virtuelle Kontakte pflegen

Lampmann spricht aus Erfahrung: Vor zwei Jahren wurde seine Kanzlei von einem Stuttgarter Rechtsanwalt wegen eines angeblich unzureichenden Impressums auf Google+ abgemahnt. Zweite Falle, in die Nutzer im Internet tappen können: das Urheberrecht. "Vor allem, wenn man Bilder aus seinem Blog, für die man die Rechte erworben hat, in den sozialen Medien teilt, sollte man prüfen, ob die Nutzung dort ebenfalls erlaubt ist", rät Lampmann. Urheberrechte gelten genauso für Texte, Grafiken oder anderes urhebergeschütztes Material, das in Postings oder Filmen verwendet wird. "Im Zweifel sollte man für die Veröffentlichung von Texten oder Bildern immer das Einverständnis des Rechteinhabers einholen, dann ist man auf der sicheren Seite."

Bei allen rechtlichen Fallstricken: Angst vor dem Internet brauchen Anwälte nicht zu haben. Ganz im Gegenteil: Kanzleien, die sich online engagieren, berichten von neuen Mandaten und besserer Reputation. Den virtuellen Kontakt mit den Lesern zu pflegen, braucht allerdings Zeit und Geduld. Thomas Gfrörer, Rechtsanwalt und Partner in der Kanzlei Quirmbach und Partner, bringt es auf den Punkt: "Man muss nicht immer zu den Ersten gehören, die eine neue Technik umsetzen, aber die Erwartungen der Mandanten sind inzwischen voll auf die digitale Welt eingestellt. Hier sollte man nicht den Anschluss verpassen"

Zitiervorschlag

Sabine Olschner, Der Anwalt in der digitalen Welt: Mit Hund und Braut im Netz . In: Legal Tribune Online, 08.11.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/21066/ (abgerufen am: 15.12.2018 )

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Kommentare
  • 08.11.2016 18:54, Robert

    Das beweist, daß Anwälte auch in Zukunft Geld machen werden. Ich frage Sie, wer will sich mit einem Computer unterhalten? Die Frauen auf dieser Welt wollen einen Mann, der ihnen zuhört und sie versteht. Ich als Frauenversteher bin da ganz vorne mit dabei, und auch die Anwältinnen sind nicht ohne Chancen in der digitalen Welt, wenn ein Mann eine schöne Frau sieht, ist das was ganz anderes als ein dämlicher Computer, der mit einem redet. Frauen und Anwältinnen haben meist schöne Beine, tolle Füße und ein hübsches Gesicht, und welcher Mandant schaut nicht gerne einer Anwältin hinterher, wenn sie im Gericht die Treppe herauf- oder heruntersteigt. Also keine Panik, Leute, das wird alles gut.

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