Der Anwalt in der digitalen Welt: Mit Hund und Braut im Netz

von Sabine Olschner

08.11.2016

Facebook, Twitter, YouTube – uninteressant für Kanzleien? Von wegen. Die Anwälte, die den Schritt in die digitale Welt gewagt haben, sind damit erfolgreich. Unter anderem, weil sie auf diesem Feld Pioniere in ihrer Branche sind.

Angefangen hat alles mit einem Blogartikel: "Ich habe im Radio einen Beitrag über Tauschbörsennutzer gehört. Mit dem Inhalt des Beitrags war ich nicht einverstanden und habe auf unserem Kanzlei-Blog einen Artikel dazu geschrieben. Der verbreitete sich in Windeseile in der Blogger-Szene, bis die Medien auf mich aufmerksam wurden und mich als Experte für Tauschbörsennutzung interviewten", berichtet Christian Solmecke, Rechtsanwalt für Medien- und IT-Recht sowie Partner der Kölner Kanzlei Wilde Beuger Solmecke. Dieses Erlebnis hat ihm gezeigt: Wer im Internet Gesicht zeigt und sich zeitnah mit aktuellen Themen befasst, wird bekannt. Mittlerweile hat seine Kanzlei rund 5000 Follower auf Twitter, mehr als 20.000 Fans bei Facebook, über 75.000 Abonnenten bei YouTube und hat eigens für die Pflege des Blogs und der Social-Media-Kanäle eine Journalistin mit juristischem Hintergrund eingestellt.

"Regelmäßige Blogbeiträge, zwei bis drei Facebook-Postings pro Tag, täglich ein neues YouTube-Video in Zusammenarbeit mit Studenten von einer Filmhochschule, dazu die Messungen, wie erfolgreich all diese Maßnahmen sind – das schaffe ich neben dem täglichen Anwaltsgeschäft nicht", sagt Christian Solmecke, auch wenn er sich schon weitgehend aus der Mandantenarbeit zurückgezogen hat, um sich auf das Marketing zu konzentrieren. Der Aufwand zahlt sich auf jeden Fall aus: Die Auswertungen zeigen, dass die Kanzlei allein über den YouTube-Kanal schon mehrere Tausend Mandate gewonnen hat. „Man muss halt dranbleiben“, so die Erfahrung des Anwalts. „Es braucht viel Geduld, bevor man konkrete Ergebnisse sieht.“ Seine Kanzlei ist indes vor allem auf Medien- und IT-Recht spezialisiert – das mag Auswirkungen auf den Erfolg bei der Internet-Akquise, dem Lebensraum der Mandanten, haben.

Social Media mit Leben füllen

Die Kanzlei Wilde Beuger Solmecke ist noch immer eine Ausnahme in der Rechtsbranche: Nur wenige Kanzleien haben bislang den Schritt ins Internet gewagt. "Websites haben mittlerweile die meisten, aber viele sind technisch veraltet, sodass sie als Akquisetool nur bedingt funktionieren", weiß Andreas Klünder, Geschäftsführer der Internetagentur ffm crossmedia, die unter anderem Anwälte bei ihren Onlineauftritten betreut. "Kanzleien, die in den sozialen Medien präsent sind, gibt es hingegen kaum." Für Klünder unverständlich, "denn diejenigen, die sich auf Facebook und Co. engagieren, tun das mit viel Erfolg". Seine Agentur bietet ihren Kanzleikunden zwar an, einen Blog und Social-Media-Kanäle einzurichten, mit Leben füllen müssen die Kanzleien diese aber selbst. "Sie müssen ihre potenziellen Mandanten persönlich ansprechen, um Vertrauen zu bilden. Dazu muss man, gerade in den sozialen Medien, auch mal etwas Privates preisgeben, zum Beispiel Bilder vom Kanzleifest oder die Freude der Mitarbeiter über die neuen Computer."

Menschlich rüberzukommen fällt dem Anwaltsbüro Quirmbach und Partner aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur leicht – unter anderem wegen der sechs Kanzleihunde, die immer mal wieder über die Facebook-Seite der Kanzlei springen. Auch die Hochzeit einer Anwältin oder die bestandene Prüfung der Auszubildenden stehen neben Fachpostings zum Beispiel zu neuesten Urteilen Thema auf Facebook.

Zitiervorschlag

Sabine Olschner, Der Anwalt in der digitalen Welt: Mit Hund und Braut im Netz . In: Legal Tribune Online, 08.11.2016 , https://www.lto.de/persistent/a_id/21066/ (abgerufen am: 21.05.2018 )

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Kommentare
  • 08.11.2016 18:54, Robert

    Das beweist, daß Anwälte auch in Zukunft Geld machen werden. Ich frage Sie, wer will sich mit einem Computer unterhalten? Die Frauen auf dieser Welt wollen einen Mann, der ihnen zuhört und sie versteht. Ich als Frauenversteher bin da ganz vorne mit dabei, und auch die Anwältinnen sind nicht ohne Chancen in der digitalen Welt, wenn ein Mann eine schöne Frau sieht, ist das was ganz anderes als ein dämlicher Computer, der mit einem redet. Frauen und Anwältinnen haben meist schöne Beine, tolle Füße und ein hübsches Gesicht, und welcher Mandant schaut nicht gerne einer Anwältin hinterher, wenn sie im Gericht die Treppe herauf- oder heruntersteigt. Also keine Panik, Leute, das wird alles gut.

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