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Tag des Buches: Ver­brannte Juristen

von Martin Rath

10.05.2018

Der "Tag des Buches" soll an die Bücherverbrennungen durch die deutsche Studentenschaft erinnern, die am 10. Mai 1933 ihren Höhepunkt fanden. Kaum bekannt ist, welche juristischen Werke verbrannt wurden.

Bücher im Rahmen einer öffentlichen Inszenierung zu verbrennen, drückt nicht nur die Verachtung für das Werk aus. Das Fanal beleidigt auch alle, die in Büchern und im Lesen eine Methode sehen, sich die Welt anzueignen.

Obwohl oder gerade weil es wohl keinen besseren Ausdruck gibt, sich seiner eigenen Beschränktheit zu rühmen, als öffentlich Bücher verbrennen, ist es nie ganz aus der Mode gekommen – mit teils nur peripherer, teils hoch bemühter juristischer Auseinandersetzung, ob man das denn darf.

Nur ein ordnungsrechtliches Problem

Bevor auf eine etwas gedehnte richterliche Betrachtung zu neueren Bücherverbrennungen eingegangen wird, verdient unbedingt ein kurioser Vorgang vom 3. Oktober 1965 Aufmerksamkeit – er bietet sozusagen die Null-Linie des bürokratischen Gehirns.

An diesem Sonntag verbrannten rund 20 Angehörige des evangelischen "Jugendbundes für Entschiedenes Christentum" am Düsseldorfer Rheinufer neben Pulp-Literatur und mehr oder minder pornografischem Bildmaterial unter anderem Bücher von Günter Grass, Vladimir Nabokov und Albert Camus.

Das Ordnungsamt der Stadt Düsseldorf war pragmatisch an die Sache herangegangen. Hatten die jungen Christinnen und Christen zunächst brav darum ersucht, die "Verbrennung von Schundliteratur" auf dem prominenten Carlsplatz durchführen zu dürfen, lehnte die Verwaltung dies mit Blick auf Feuersgefahr und Verkehrsgefährdung ab. Vorgeschlagen und genehmigt wurde das Rheinufer als weniger gefährlicher Veranstaltungsort.

Nachdem diese Bücherverbrennung bundesweit den Spott liberaler Kreise und – neben der Zustimmung von Seiten des evangelischen Spitzenklerikers Otto Dibelius (1880–1967) – auch kircheninterne Kritik geerntet hatte, erklärte die Stadtverwaltung: "Der zuständige Beamte hat die ganze Angelegenheit nur vom Aspekt der Sicherheit aus gesehen. Er ist gar nicht auf die Idee gekommen, daß eine evangelische Jugendgruppe auch literarische Werke wie den Welterfolg ‚Die Blechtrommel‘ von Günter Grass mitverbrennen könnte."

Dem Augenschein nach wurde diese hübsch abgründige Erklärung – Motto: "Bist du berühmt, wirst du nicht verbrannt" – sogar noch nicht einmal vom Bürgermeister abgegeben, ein heute aufmerksamkeitsökonomisch schwer vorstellbarer Verzicht auf Rampenlicht. Auch ein juristisches Nachspiel hatte die Sache offensichtlich nicht.

Tag des Buches, ein Mahn- und Gedenktag?

In einigem Kontrast zu dieser rheinländischen Gemütsträgheit des Jahres 1965 verhält sich ein jüngerer Vorgang aus dem Beitrittsgebiet. Mit Beschluss vom 8. Mai 2008 setzte sich das Verwaltungsgericht (VG) Magdeburg mit der Frage auseinander, ob es einem evident rechtsextremen Veranstalter erlaubt sein müsse, am 10. Mai 2008 in der Kleinstadt Tangermünde im nördlichen Sachsen-Anhalt. eine Versammlung unter dem Motto "8. Mai 1945 – Schluss mit der Befreiungslüge!" abzuhalten.

Die Verwaltung hatte eine Verbotsverfügung erlassen, die sich im Wesentlichen darauf stützte, dass die rechtsextreme Demonstration mit dem Tag zusammenfiel, an dem sich die Bücherverbrennung durch die deutsche Studentenschaft zum 75. Mal jähren würde.

Das VG Magdeburg verwarf die Verbotsverfügung. Hatte die Verwaltung damit argumentiert, eine rechtsradikale Veranstaltung an einem 10. Mai – dem Jahrestag der nationalsozialistischen Bücherverbrennung – verstoße derart gegen das sittliche Empfinden weiter Teile der Bevölkerung, dass die Versammlungsfreiheit zurücktreten müsse, legten die Magdeburger Richter den Maßstab aus einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts an.

Mit Beschluss vom 26. Januar 2001 hatte es das Bundesverfassungsgericht abgelehnt, Rechtsschutz gegen die Verfügung zu gewähren, eine Veranstaltung vom 27. Januar – dem Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz – auf den 28. Januar verlegen zu müssen (BVerfG, Beschl. v. 26.1.2001, Az. 1 BvQ 9/01).

Nach Auffassung des VG Magdeburg kam dem 10. Mai kein Symbolwert analog zum Auschwitz-Gedenktag oder dem Jahrestag der sogenannten Machtergreifung (30. Januar) zu. Am 10. Mai 1933 habe zwar die hochschulpolitische NS-Kampagne gegen jüdische, linke und liberale Köpfe mit Bücherverbrennungen in Berlin und 21 weiteren Universitätsstädten ihren Höhepunkt erreicht. Doch als Symboldatum qualifiziere sich der 10. Mai nicht, weil die Bücherverbrennungen in anderen Städten bereits früher begonnen hatten und auch nach diesem Höhepunkt fortgesetzt wurden. Eine bundesweite Gedenkkultur, die den Tag ohne Weiteres für rechtsextreme Auftritte tabuisiere, bestehe daher nicht.

OVG bemühte Wikipedia

Das Oberverwaltungsgericht (OVG) für das Land Sachsen-Anhalt bestätigte den Beschluss der Magdeburger Richter tags darauf, nicht ohne explizit einen Blick in den Wikipedia-Eintrag zur Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 geworfen zu haben.

Leider fand das OVG keine Worte für den Umstand, dass viele Bücherverbrennungen seinerzeit im Mai 1933 nur wegen schwerer Regenfälle verschoben werden mussten. Wo sie stattfanden, hatte die Feuerwehr mitunter mit Benzin nachzuhelfen. Köln oder Heidelberg zum Beispiel zogen stattdessen eine Woche später nach.

Anders gesagt: Das Wetter hinderte die deutschnationale und NS-verliebte akademische Jugend daran, den Nachgeborenen einen einheitlichen, fürs richterliche Gemüt hinreichend starken Gedenktag vernichteter Bücher und ermordeter Autoren zu schenken.

Anlässe, über die ethische und rechtliche Würdigung von politisch motivierten Bücherverbrennungen nachzudenken, werden sich leider immer wieder finden. Bereits anlässlich einer sogenannten Sonnenwendfeier im Jahr 2006 war es beispielsweise im sachsen-anhaltinischen Pretzien zu einem solchen Vorfall gekommen. Verbote einschlägiger Vereine dokumentieren seit den 1990er Jahren Bücherverbrennungen als Teil des rechtsextremen Verhaltensrepertoires (beispielsweise BVerwG, Urt. v. 25.3.1993, Az. 1 ER 301.92).

Tucholsky war Jurist mit Promotion

Möglicherweise ist ein fester Gedenktag weniger gut geeignet, Juristen für die besonderen Abgründe der Meinungsfreiheit in Gestalt der Bücherverbrennung zu sensibilisieren als der Beleg, wie verwundbar ihr Fach und ihre Kollegen – im weitesten Sinn – hier sind.

Bereits beim Wartburgfest von 1817, das immer wieder als performatives Vorbild für Bücherverbrennungen in Deutschland herhalten muss, waren juristische Werke dem Feuer übergeben worden oder, um präzise zu sein: Aus Kostengründen hatten die radikalen Studenten seinerzeit Altpapier mit den verhassten Titeln des Polizeirechts, des Code Napoléon samt seiner Kommentierung versehen und ersatzweise verbrannt.

1933 war die starke Präsenz von Autoren mit juristischem Hintergrund unter den verbrannten Werken weniger augenfällig, da die Veranstalter ihre Feindschaft nun gegen das erklärten, was sie für jüdisch, liberal oder sozialistisch hielten. Umso mehr lohnt sich, einen Blick auf den akademischen Hintergrund der zur Vernichtung ausgeschriebenen Autoren zu werfen.

Promovierte Juristen waren beispielsweise Kurt Tucholsky (1890–1935), der als Zeuge des Genozids an den Armeniern berühmte Armin T. Wegner (1886–1978) oder Robert Danneberg, einer der sozialdemokratischen Verfassungsväter Österreichs, der 1942 in Auschwitz ermordet wurde.

Die Schriften von Arnold Freymuth (1872–1933), republiktreuer Richter am Kammergericht, wurden verbrannt. Als prominente Juristen sind Hugo Preuß (1860–1925), Gustav Radbruch (1878–1949) und Karl Renner (1870–1950) zu nennen.

Zählt man nicht noch den in den USA recht gut bekannten Ben B. Lindsey (1869–1943) hinzu, der als Gründervater der modernen Jugendgerichtsbarkeit, vor allem wohl als Vertreter eines liberalen, der Sexualität offen gegenüber stehenden Eherechts auf den deutschen Scheiterhaufen geriet, ist die Liste der nicht zuletzt als Juristen bekannten Adressaten des NS-Vernichtungswillens schon am Ende.

Es lohnte sich hier, Menschen, deren Werke wegen ihres "undeutschen Geists" aus den Bibliotheken beseitigt wurden und die oft genug gänzlich in Vergessenheit geraten sind neu zu entdecken, beispielsweise Rechtswissenschaftler wie Elias Hurwicz (1884–1973) oder der offenbar ganz verschollene Rechtsanwalt Franz Kobler (1882–1965), der nach dem Verzeichnis seiner beim New Yorker Leo Baeck Institute hinterlassenen Schriften den Eindruck macht, mehr über Fragen von Identität und Recht nachgedacht zu haben, als drei Dutzend bayerischer Provinzpolitiker zusammengenommen.

Mit Schriftstellern wie Emil Ludwig (1881–1948) oder Hanns Heinz Ewers (1871–1943) finden sich Dichterjuristen, die heute leider allenfalls Experten auf dem Gebiet des erzählenden Sachbuchs beziehungsweise der modernen Fantastik etwas sagen.

Unterstellt man, dass selbst ein abgebrochenes Jurastudium fürs Leben bildet (oder zeichnet), verfügten 30 bis 40 der rund 90 Menschen, denen die organsierte deutschnationale Studentenschaft u.a. am 10. Mai 1933 einen zu vernichtenden "undeutschen Geist" attestierte, über eine rechtswissenschaftliche Prägung.

Vermutlich trägt diese Erkenntnis zwar nicht dazu bei, dass künftige Richter den 10. Mai als ehrwürdiges, vor rechtsextremen Zumutungen zu schützendes Datum wahrnehmen oder ihrer Abscheu vor Bücherverbrennungen sehr viel beredter Auskunft geben als das das Düsseldorfer Ordnungsamt des Jahres 1965. Wichtiger wäre aber doch ohnehin, dass diese oft in Vergessenheit geratenen Werke wieder ihre Leser finden.

Liste (das Verzeichnis der 1933 verbrannten Autoren umfasst rund 90 Namen, dies sind – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – jene Köpfe mit mehr oder weniger umfangreichem juristischem Hintergrund): Adler, Max; Bauer, Otto; Beer-Hofmann, Richard; Brod, Max; Danneberg, Robert; Deutsch, Julius; Dutch, Oswald (Otto Erich Deutsch); Ebermayer, Erich; Eckstein, Gustav; Ewers, Hanns Heinz; Fraenkel, Ernst; Frey, Alexander Moritz; Freymuth, Arnold; Goll, Yvan; Hasenclever, Walter; Hillquit, Morris; Hurwicz, Elias; Illés, Béla; Kantorowicz, Hermann; Kesten, Hermann; Kobler, Franz; Lampel, Peter Martin; Lernet-Holenia, Alexander; Liebknecht, Karl; Lindsey, Ben B.; Ludwig, Emil; Marck, Siegfried; Nitti, Francesco Saverio; Olbracht, Ivan; Ottwalt, Ernst; Preuß, Hugo; Radbruch, Gustav; Renn, Ludwig; Renner, Karl; Rosenbaum, Eduard; Schirokauer, Alfred; Sforza, Carlo; Soschtschenko, Michail Michailowitsch; Tucholsky, Kurt; Wegner, Armin T.; Werfel, Franz

Autor: Martin Rath arbeitet als freier Lektor und Journalist in Ohligs.

Zitiervorschlag

Martin Rath, Tag des Buches: Verbrannte Juristen . In: Legal Tribune Online, 10.05.2018 , https://www.lto.de/persistent/a_id/28551/ (abgerufen am: 02.03.2021 )

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Kommentare
  • 10.05.2018 11:31, Harald

    Bravo Herr Rath. Eine sehr, sehr objektive Analyse. Machen Sie bitte weiter so.

    • 11.05.2018 00:16, AFD WÄHLER

      Für Martin Rath ist es ein großes Problem das die Christen und die Nazis Bücher verbrennen. Aber er erwehnt mit kein Wort die Museln. Hauptsache immer schön Propaganda gegen die Christen und Nazis machen. Das ist nur billig. Warum sagen sie denn nicht das in der moslemwelt Bücher weggeschmissen werden. Die meisten von den können nichtmal lesen. So ein links grün Indoktrinirter moslemliebhaber. Das ist ekelhaft. Martin Rath war sicher auf eine Waldorfschule. Am leben vorveigelaufen.

  • 10.05.2018 13:03, M.D.

    Was verbrennen wir eigentlich heutzutage, zumindest im übertragenen Sinne?

    "Der dressierte Mann"
    "Deutschland schafft sich ab"
    "The Art of the Deal"

    • 11.05.2018 00:25, AFD WÄHLER

      Ja oder:
      "Rassenkunde des deutschen Volkes" von Hans Günther
      "Nordeutsches Bluterbe im süddeutschen Bauerntum" von Wolfgang Willi
      "Mein Kampf" von Adolf Hitler

      Diese Klassiker werden leider nicht mehr an deutsche Schulen unterichtet. Das kann nicht sein. Stattdessen müssen die deutsche Kinder sachen lesen von irgendwelche links grün versiffte Kommunisten und Gender Leute. Nein das kann nicht wahr sein. Afd wehlen! !!!!

    • 11.05.2018 12:49, Andreas Bogdoll

      Was neurechte Affen für Deutschland-Wähler von sich geben, ist vorhersehbar.
      Nicht jedoch, wie sie es schreiben.
      Die AfD ist und bleibt das Sammelbecken toitschdumpfer bildungsferner Schichten, denen die deutsche Sprache fremd ist.

    • 11.05.2018 18:00, AFD WÄHLER

      Die Redaktion macht hier zänsur. Das ist strafbar. Sie dürfen Meinungen wo ihnen nicht gefaölen nicht einfach löschen. Lto ist Teil von diese links grüne Verschwörung wo von George Soros finanziert wird um die umvolkung voranzutreiben. Das muss mal aufgedeckt werden. Wenn wir an die Macht sind dann geht es der linken journallie and den Kragen.

    • 11.05.2018 18:21, RA Heinrich V

      Sie widerlicher Wicht. Ein typischer AfD-Anhänger. Ein mahnendes Beispiel für schiefgelaufene Integration von Millionen von asozialen, arbeitslosen und minderbemittelten

    • 14.05.2018 08:29, Dr. Peus

      Sehr geehrter "M.D." - wie Sie sehen, wird auch hier gelöscht.Die staats- und steuerfinanzierte "Bundeszentrale für politsche Bildung" hat Bestände ihr (!) Autoren Löw makuliert und sich dessen öffentlich gerühmt - das war funktionsgleich wie bei Goebbels. Das BVerfG hat darüber geurteilt. / 1 BvR 2585/06 vom 17.8.2010. Maas lässt löschen. Die vormals reputiert gewesene Universität Marburg warf einen zum 13.4.2016 zum studium generale eingeladenen und vorgesehenen Hochschullehrer hinaus - ja, 2016, nicht 1933. Es gibt leider gute Gründe, auch heute auf den Terror gegen politisch abweichende Meinungen und Denkweisen wahrzunehmen und zu brandmarken.

    • 14.05.2018 08:56, Dr. Peus

      Heute? Rotgrün gemerkelte Versiffte bejubeln quasistaatsamtlich jemanden, der seine Position zur Menschenwürde so ausdrückt: "lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur". Zu einem Lebenden. Dem Autor eines der drei genannten Bücher. Und diesem bei einem nächsten Schlaganfall durchgreifende Wirkung erwünscht.

  • 10.05.2018 18:11, Ozelot

    Sonst habe ich mich ja eher kritisch über die Veröffentlichung von Herrn Rath geäußert, muss aber sagen, dass ich mich dem Vorredner nur anschließen kann und um "mehr davon" bitten möchte.

    • 14.05.2018 08:42, Dr. Peus

      Dem kann man nur zustimmen, Vor allem, wenn man bedenkt: "Wer nichts aus der Vergangenheit gelernt hat, wird halt dumm sterben." Freisler sprach Verurteilten bis zur Hinrichtung die Ehre ab, das Menschsein nicht. Goebbels sah wie Ratten unter den Tieren: J.... unter den Menschen. Aber also immer noch Menschen. Heutzutage erleben wir es, ganz nahe auch hier, dass Menschen nur wegen ihrer politischen Auffassung als "Affen" bezeichnet werden.

  • 13.05.2018 09:26, Dr. Peus

    "M.D." 's Hinweis ist mehr als berechtigt. Leider. Eiem gewissen Typ von Zeitgeistoiden ist es unangenehm, vorgehalten zu bekommen, dass ntgegen Höcke die intensive Betrachtung der Nazitaten gerade auch deswegen ganz wichtig ist, weil sich böse Parallelen zu heute zeigen. Goebbels verglich, was Ratten uner den Teren seie, seien J. unter den Menschen. Immerhin, noch Menschen. Nicht aber Zeitgeistoide: sie nennen Vertreter ihnen missliebiger politischer Denkrichtung "Affen". Das ist ja oben zu lesen. Ein rotgrünvermerkeltversifft quasistaatsamtlich gefeierter Autor legte seine Vorstellung von Menschenwürde so dar, dass er ausgerechnet einen der Autoren der von M.D. genannten Werke öffentlich gedruckt eine "lispelnde stotternde zuckende Menschenkarikatur" nannte. Und, sehr geehrter "M.D.", wie weit "übertragen" oder auch ziemlich real die Vernichtung ungebliebten Schrifttums geht, zeitg das BVerfG zu jener bpb-Hetznmaßnahme, vorhandene (!!) Bestände eines ihrer (!!) Autoren ( Löw) zwar nicht in der technischen Form des Verbrennens, sondern des Makulierens, zu vernichten (1 BvR 2585/06 vom 17. August 2010). Wie bei Goebbels rühmte sich da aber "unser" Staat durch seine staatsfinanzierte Propagandastelle bpb öffentlich, die Vernichtungsmaßnahme durchgeführt zu haben. "Mehr davon" - ja, zur Aufklärung und besstmachung der Vergangenheit: ja, in der Tat. Kann gar nicht umfassend genug geschehen. Aber bei der Auswertung für heute gegen die linksrotgrünversifften SA- und SS-mäßig agierenden körperlich ( vgl. etwa Hamburg in 2017, Brandanschläge) und geistig ( vgl. Ausladung eines "Gewissen" missliebigen Hochschullehrers vom studium generale Marburg vorgesehener Termin 13. April 2016) terrorisierenden Banden auch anwenden! Bewusst machen! Gegen diesen naziparallelen Gesinnungsterror ankämpfen!

  • 14.05.2018 00:08, Fritz

    In Rheinsberg gab es eine Liste verbrannter Buecher, aber was macht uns so sicher, dass der Tag und die Tat irgendeine Bedeutung haben? Ist es eine Beleidigung der Autoren, deren Buecher damals verbrannt wurden, geht es um ein Tabu? Was ist das Rechtsgut?

    Geht es aehnlich wie beim Tierschutz um den Schutz vor der politischen Verrohung? Was sagen wir zum Hauptbahnhof von Berlin oder Dubuffet und Renault?

    Wir lieben Sprueche wie: Wo Buecher brennen brennen bald auch Menschen. Das ist aber nicht das gleiche. Und die Zeiten sind sowieso andere. Warum soll jemand nicht mit seinem Eigentum machen koennen was er will? Solange er keine fremden Haeuser anzuendet.

  • 14.05.2018 00:21, Fritz

    Tucholsky war kein Jurist mit Promotion sondern eher einer kraft Promotion. Es war ein akademischer Abschluss. Staatsexamen hatte er meiner Erinnerung nach nicht. Und dann ging er ein Jahr nach Genf, was er sich leisten konnte.

    Wir kennen ihn wegen "Soldaten sind Moerder", aber gibt es eine bessere Einfuehrung in die Wirklichkeit des Krieges als dieses Gedicht? Immerhin sass er bei Franz v. Liszt. Und was waren kriegerische Handlungen nach Auffassung des Reichsgerichts? Eine unmittelbare Anwendung des Voelkerrechts kam angeblich nicht in Betracht. Dafuer haben wir jetzt ein deutsches Voelkerstrafrecht und bestrafen weltweit lustig herum.

  • 14.05.2018 00:25, Fritz

    Koran verbrennen. Sagt der Afghane zum Polizisten: "Gib sie uns!!"