Block-Prozess Tag 51: Chris­tina Block, Code­name "Mari­en­käfer"

von Jakob Hoffmann

28.05.2026

Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, deren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Am 51. Verhandlungstag im Strafprozess vor dem Landgericht Hamburg gegen Unternehmerin Christina Block geht es um Codenamen, die Rollen von Eugen Block und seines angeklagten Vertrauensanwalts, dem Leiter des Hamburger Hafens und um Widersprüche. Die Hitze am Mittwoch macht scheinbar allen zu schaffen, die Streitlust ist gedämpft. Es bleibt ungewohnt ruhig und einsichtig. Alle drei Termine diese Woche hat die Kammer alle für die Befragung von Keren T. reserviert.

In der Befragung der Zeugin  T., die unter dem Namen "Olga" zunächst Christina Blocks Vertraute und dann Mitorganisatorin der Entführung ihrer Kinder geworden sein soll, setzt sich das Muster ihrer ersten Vernehmung fort: Die Zeugin berichtet scheinbar bemüht und freimütig, wird bei relevanten Details aber schnell ungenau, widerspricht anderen Zeugen und bisweilen sich selbst. Ihre Aussagen belasten verschiedene Beteiligte schwer, die Belastbarkeit dieser Aussagen erscheint jedoch zumindest fraglich – auch, weil immer wieder nicht klar wird, woher ihre Informationen stammen. Mehr durch Zufall fällt immer wieder auf, dass sie ihre Informationen lediglich aus zweiter Hand hat. Meist vom mutmaßlichen Chef-Entführer David Barkay, dessen rechte Hand sie gewesen sein soll.

Block soll von Entführung gewusst haben, aber nicht vom geplanten Vorgehen

Olga berichtet, es habe zwei Spitz-, bzw Codenamen für Block gegeben: "Ladybug" (Marienkäfer) und "Lady C.". Sie bestätigt, Block habe gewusst, dass die Entführung ihrer Kinder aus Dänemark am 31. Dezember 2023 stattfinden sollte. Der Tochter des Blockhouse-Gründers Eugen Block wirft die Hamburger Staatsanwaltschaft vor, nach einem langwierigen Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann Stephan Hensel schließlich die Entführung ihrer Kinder aus Dänemark in Auftrag gegeben zu haben, wo der Ex-Mann sie seit über zwei Jahren zurückgehalten hatte. Ob er dabei ebenfalls eine strafbare Kindesentziehung beging, wird von den Strafverfolgungsbehörden noch ermittelt. Beide streiten die Vorwürfe ab und weisen die Schuld dem jeweils anderen zu.

Laut Olga soll Block von dem Vorgehen der israelischen Entführergruppe gewusst und es mindestens gebilligt haben. Für die Hauptangeklagte ist das entscheidend: Die ihr vorgeworfene Kindesentziehung nach § 235 Strafgesetzbuch erfordert Vorsatz. Sie müsste also um die relevanten Umstände gewusst haben und die Tat zumindest gebilligt haben . Block bestreitet genau das: Die Entführer hätten auf eigene Faust gehandelt, oder jemand anderes habe sie beauftragt. Vielleicht ihre 2023 verstorbene Mutter, wie sie immer wieder andeutet, aber nicht klar sagen will. Als die Vorsitzende Richterin danach fragt, ob Block Einzelheiten des Plans, das geplante Vorgehen bei der Rückführung, gekannt habe, verneint Olga. David Barkays Plan sei gewesen, der Mutter der Kinder nichts Genaues zu sagen und sie erst, nachdem das Team die Kinder sicher hatte, darüber zu informieren.

Olga kann belastende Tüte von Überwachungskamera nicht identifizieren

Für die Vorsatzfrage wichtig: Noch einmal geht es heute um die ominöse Tasche, in der Block den Entführern bei einem Treffen am 28. Dezember 2023 im Hotel Grand Elysée Gegenstände mitgebracht haben soll, um die Kinder zu beruhigen. Block bestreitet, dass es dieses Treffen gegeben hat. Weil sie hier über den Plan informiert worden sein soll, hat das Treffen entscheidende Bedeutung. 

Bislang gab es schon verschiedene Beschreibungen dieser Tasche. Olga spricht von einer "Plastiktasche mit Reißverschluss". Nach einigem Hin und Her mit dem Staatsanwalt über Reißverschlüsse einigt man sich schließlich, dass damit ein Zip-Lock-Bag, auf Deutsch meist einfach Gefrierbeutel genannt, gemeint sein dürfte, wie man ihn von der Flüssigkeitenkontrolle am Flughafen kennt. 

Die Vorsitzende hält der Zeugin Bilder der Überwachungskamera vor – Bilder, auf denen Block mit einer Tüte durch die Hotellobby geht. Medien hatten die Aufnahmen aufgegriffen und als schwere Belastung für Block bezeichnet. T. erkennt die gezeigte Tüte nicht. 

Widersprüche - zu anderen Zeugen, zu Einlassungen der Angeklagten, zu sich selbst

Weitere Widersprüche: Ganz entschieden widerspricht T. der Aussage des mutmaßlichen Teammitglieds Said B., mit den Kindern zum Wald zu fahren sei eine Planänderung gewesen, weil die Aktion schiefgegangen wäre. "Nein, das war von Anfang an der Plan", meint sie. Sie alle hätten die 10.000 Euro bekommen, die will sie sogar selbst an Said B. gegeben haben. Dieser hatte aber ausführlich geschildert, wie sie alle nur 5.000 Euro bekommen hätten. Auch ansonsten ist in ihrer Aussage von einer aus dem Ruder gelaufenen Aktion, wie Said B. sie geschildert hatte, nicht viel zu hören. Alles scheint rund gelaufen zu sein, nach Plan, allen ging es gut und alle waren glücklich. Die Kinder hätten auf der Fahrt auch nicht geschrien oder geweint, sondern hätten viel geschlafen und sich ruhig mit Tal S. unterhalten. Der ansonsten wie seine mutmaßlichen Mitstreiter immer auf seinen festen Glauben daran, die Kinder zu "retten", verweisende Tal S. hatte davon in seiner Einlassung jedoch nichts erwähnt. Eine so unterschiedliche Darstellung der gemeinsam erlebten Tatnacht ruft Zweifel daran hervor, wessen Version man denn nun glauben kann – wenn überhaupt einer.

So will sie Said B. auch nicht, wie von diesem ausgesagt, später bedroht haben, um ihn von der Aussage abzubringen. Barkay hätte lediglich nach Tal S.'s Verhaftung auf Zypern allen geraten, Israel nicht ohne Anwälte zu verlassen und ihnen Anwälte angeboten, sollten sich die Behörden bei ihnen melden. Auch soll die ominöse Tasche, um die es in den letzten Verhandlungen zunehmend ging, den Kindern von Tal S. übergeben worden sein, der in seiner Einlassung davon jedoch nichts erwähnt hatte.

Auch zur Einlassung von Christina Block weist die Vorsitzende Richterin auf Widersprüche hin. An zentrale Unterhaltungen, die Block geschildert hatte, will sich die Zeugin nicht erinnern oder es fehlen entscheidende Details darin, auf die sich Blocks Darstellung stützt. So hatte Block ein Telefonat am Neujahrstag mit Olga geschildert, in dem diese ihr gesagt hätte, sie hätte ein Neujahrsgeschenk für sie und sie zu einem vorher deponierten Handy gelotst hätte. Olga aber will sich nur an "Frohes Neues Jahr" erinnern.

Eugen Blocks "Fixer"

Barkay soll sich zwei Mal mit dem Vater der Hauptangeklagten, Eugen Block, getroffen haben und dabei gesagt, die Kinder müssten zurück und das sei auch legal. Selbst dabei war sie aber nicht.  Um die Rolle des "Block-Patriarchen" wird in dem Prozess immer wieder gerätselt und gestritten. 

Der Staatsanwalt will wissen, wie sich der Druck von Block-Vertrauensanwalt Dr. Andreas Costard gezeigt habe, von dem Olga vergangene Woche berichtet hatte. Sie verweist auf ein Treffen mit Barkay und Costard. Darin habe dieser geäußert "dass wir die Kinder zurückbringen müssten, er unter Druck steht, Herrn Block zu gefallen". "Hat er gesagt, warum er Herrn Block gefallen wollte?", will der Staatsanwalt genauer wissen. Olga meint, sie hätten eine Langzeitbeziehung, er habe viele Jahre für ihn gearbeitet und sowas immer gemacht: Der Anwalt sei der "Fixer" des Block-Patriarchen. "Wenn wir diesen Job beenden würden, und Herr Costard dem Patriarchen gefallen würde, könnte er mehr Kontrolle im Unternehmen bekommen", erklärt die Zeugin zu einer möglichen Motivation des Anwalts.

Stephan Hensels Anwalt Dr. Philip von der Meden interessiert sich besonders für einen Mann, der das Team vermittelt haben soll. Das nimmt schließlich solche Ausmaße an, dass die Vorsitzende bemerkt, man verhandele hier gar nicht gegen den Israeli. Laut Olga soll er enge Beziehungen zu Costard und dem Leiter des Hamburger Hafens gehabt haben. Auch nach Verbindungen zu Ex-BND-Chef Dr. August Hanning fragt er immer wieder, bekommt aber keine wirklich belastende Antwort. Sie hat ihre Informationen nur aus zweiter Hand; zudem hat Hanning die von ihr erwähnten Kontakte schon öffentlich eingeräumt. Eine Beteiligung an der Entführung in der Silvesternacht und auch an einer Aktion ein Jahr zuvor streitet er weiterhin entschieden ab. Vor Gericht beruft er sich auf sein Aussageverweigerungsrecht nach § 55 StPO, wonach niemand aussagen muss, wenn er dadurch Strafverfolgung riskieren könnte. Abseits des Gerichtssaals gab er zuletzt hamburg1 ein Interview, in dem er umfassend seine Sicht der Dinge schilderte und dazu Stellung nahm.

Auch der "Leiter des Hamburger Hafens", gemeint ist wohl Hamburg Port Authority Geschäftsführer Jens Meier, der auch schon im Prozess ausgesagt und jede Verstrickung dementiert hat, kommt in ihrer Aussage immer wieder, aber sehr unspezifisch vor. So sei von Anfang an kommuniziert worden, "man muss dem Leiter des Hafens gefallen". Warum? Das wisse sie nicht. 

"Findet Nemo" und blindes Vertrauen

Anschließend bombardiert von der Meden die Zeugin mit Namen aus dem Notizbuch von Barkay. Einige kennt sie, die meisten nicht. Zeitweise scheint der Rechtsanwalt etwas auf Abwege zu kommen. Buzzer?  Nemo? "Das ist ein Film", sagt Olga. "Ja den kenn ich auch", meint er.

Die mutmaßlichen Entführer berufen sich gesammelt darauf, sich als "Retter" gesehen zu haben. Philip von der Meden will wissen, woher diese Überzeugung kam, die Kinder retten zu müssen. Olga erklärt: "Wir haben die Kinder nie draußen gesehen. Also haben wir eins plus eins zusammengezählt. Sie durften nicht zur Beerdigung ihrer Großmutter kommen, nicht zur Verabschiedung. Das ist nicht normal für ein Kind." 

Der Nebenklagevertreter fragt zugespitzt: "Also haben Sie ihre Einschätzung nur darauf gestützt, was die Mutter und ihr Anwalt gesagt haben?" Olga lässt sich davon nicht beeindrucken. "Ja", sagt sie, "und dass wir sie nie gesehen haben."

Am Donnerstag wird die Befragung fortgesetzt, dann sind die Verteidiger:innen mit ihren Fragen an der Reihe.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 - Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 - Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 51: . In: Legal Tribune Online, 28.05.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60073 (abgerufen am: 18.06.2026 )

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