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Rauchverzicht per AGB? : Rauchen gefährdet Ihren Mietvertrag

von Patricia Stelzer

26.08.2014

Raucher haben dieser Tage kein leichtes Leben. In Lokalen dürfen sie ihrem Laster kaum noch frönen, nun rückt man ihnen auch in den eigenen vier Wänden zu Leibe. Die Kündigung des dauerqualmenden Mieters Friedhelm Adolfs sorgte landesweit für Schlagzeilen. Um solchen Streitigkeiten vorzubeugen, will eine Wohnungsgenossenschaft ihre Mieter nun gleich per Vertrag zum Rauchverzicht verpflichten.

Die deutsche Wohnlandschaft könnte bald in Raucher- und Nichtraucherbezirke zerfallen. Denn um Rechtsstreitigkeiten wie den jüngsten Raucherfall am Landgericht (LG) Düsseldorf zu vermeiden, suchen Vermieter verstärkt nach Möglichkeiten, sich eine rechtliche Handhabe gegen qualmende Mieter zu sichern.

In Halle an der Saale beispielsweise schließen sich Neumieter zu einer Art freiwilliger Nichtraucher-Kommune zusammen. So beschreibt jedenfalls Susanne Rackwitz, Rechtsexpertin der Wohnungsgenossenschaft Halle-Süd e.G., den Ansatz des von ihr betreuten Wohnprojekts "Schwalbenberg".

Raucher will man dort nicht haben, die Wohnungen gehen nur an solche Mieter, die neben dem eigentlichen Mietvertrag eine separate "Nichtrauchervereinbarung" unterzeichnen. Danach dürfen sie weder in der Wohnung noch auf dem Balkon, der Terrasse oder dem sonstigen Freigelände rauchen. Für Besuch oder rauchende Partner steht eine "Raucherecke" zur Verfügung. Von der rechtlichen Zulässigkeit einer solchen Verpflichtungserklärung ist Rackwitz überzeugt, zumal die künftigen Mieter ja wüssten, worauf sie sich einließen.

BGH: Rauchverzicht nur als Individualvereinbarung

So selbstverständlich ist das allerdings nicht. Zwar gab der Bundesgerichtshof (BGH) bereits mit einem Urteil aus dem Jahr 2008  grundsätzlich grünes Licht für ein Rauchverbot für Mieter (Urt. v. 05.03.2008, Az. VIII ZR 37/07). In einem obiter dictum erklärte das Gericht damals, ein solches Verbot könne durch eine individuelle Vereinbarung entstehen. Die Richter stellten aber gleichermaßen klar, dass eine entsprechende Vereinbarung durch einen Vorbehalt Raum für Ausnahmen gewähren müsse und Besucher nicht binden dürfe. Es ist also schon fraglich, ob die in Aussicht gestellte "Raucherecke" als ausreichendes Qualm-Refugium qualifiziert werden kann, und zwar nicht nur für Besucher, sondern auch für rauchende Lebens- oder Ehepartner.

Des Weiteren sprach der BGH von einer individuellen Vereinbarung, und gerade nicht von einem Rauchverzicht per AGB. Ob die in Halle avisierte Regelung bloß deshalb als Individualvereinbarung vor Gericht bestand hätte, weil sie in einem separaten Dokument enthalten ist, scheint fraglich. Schließlich wird sie gleichwohl sämtlichen Mietern vorgelegt und ist nicht verhandelbar.

Als AGB hingegen stünde es eher schlecht um die Überlebenschancen der Klausel: Die gemieteten vier Wände gehören zum unanstastbaren Freiraum der privaten Lebensgestaltung, ein Rauchverbot könnte demnach eine unangemessene Benachteiligung des Mieters darstellen. Dies umso mehr, als das Rauchen außerhalb der eigenen Wohnung, abgesehen vom öffentlichen Straßenraum, inzwischen fast überall verboten ist.

Rechtsprechung bisher wenig raucherfreundlich

Andererseits hat sich die Rechtsprechung in der Vergangenheit oftmals wenig raucherfreundlich gezeigt: Das Rauchen eines Mieters etwa berechtigt den Nachbarmieter zur Minderung seines Mietzinses, immerhin um bis zu 10 Prozent, wenn der Rauch in die Wohnung zieht (LG Berlin, Urt. v. 30.04.2013, Az. 67 S 307/12). Und die Kündigung des eingangs erwähnten Dauerrauchers Friedhelm Adolfs hat das LG Düsseldorf in zweiter Instanz für wirksam erklärt. Dieser hatte bekanntlich derart exzessiv geraucht, und dabei nie gelüftet, so dass der Qualm ins Treppenhaus zog und die übrigen Mieter störte (Urt. v. 26.06.2014, Az. 21 S 240/13).

Sie sind offenbar nicht die einzigen, die unter rauchenden Nachbarn leiden. "Die begeisterten Reaktionen aus der ganzen Republik zeigen uns, dass die Zielgruppe 'Nichtraucher' sich am deutschen Wohnungsmarkt deutlich unterrepräsentiert fühlt", betont Susanne Rackwitz. Für die gerade einmal 33 Wohnungen der "Nichtraucherwohnanlage" hätten sich 163 Interessierte gemeldet. Der Bedarf scheint also da zu sein, neue Wohnprojekte könnten dem Beispiel Halle folgen.

Solange die Wohnungen von überzeugten Nichtrauchern bevölkert werden, spielt die Frage nach der rechtlichen Wirksamkeit des Rauchverbots allenfalls eine theoretische Rolle. Problematisch könnte es allerdings werden, wenn ein ursprünglicher Tabak-Abstinenzler plötzlich seine Liebe zum Nikotin entdeckt, einen neuen, rauchenden Partner kennenlernt, mit plötzlich qualmenden Kindern zu tun hat oder Besuch bekommt, der sich nicht nur in der Raucherecke aufhalten mag.

Susanne Rackwitz will solche Fälle durch Gespräche lösen – fruchteten diese nicht, könne es aber auch zu Abmahnungen oder Kündigungen kommen. Letztlich haben dann wieder die Gerichte das letzte Wort. Maßgeblich dürfte dann auch sein, wie es um die Akzeptanz des Rauchens in der Gesellschaft bestellt ist.

Die Autorin Patricia Stelzer ist als Rechtsanwältin mit dem Schwerpunkt Mietrecht in Düsseldorf tätig.

Zitiervorschlag

Patricia Stelzer, Rauchverzicht per AGB? : Rauchen gefährdet Ihren Mietvertrag . In: Legal Tribune Online, 26.08.2014 , https://www.lto.de/persistent/a_id/12993/ (abgerufen am: 05.07.2020 )

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Kommentare
  • 26.08.2014 14:33, Florian Zimmermann

    Wenn man einmal ein ganzes Zimmer neu renovieren durfte, weil einem das Nikotin an den Wänden schon in die Augen gebröckelt ist, kann ich die Reaktion vollkommen verstehen.

    • 15.08.2015 14:23, Bama

      wer weiß, was bei ihm sonst noch so alles bröckelt....... Mann o Mann!!!

  • 27.08.2014 00:27, Mathias

    Der Mietvertrag fällt unter die allgemeine Vertragsfreiheit und kann somit von beiden Parteien frei verhandelt werden. Dies stellte der BGH auch deutlich klar. Ausnahmen sind im Gesetz genannt. Ein Rauchverbot gehört nicht dazu.
    Im oben genannten Urteil des BGH erklärt dieser, wie auch bereits in anderen Urteilen zum rauchen in seiner Begründung, dass sich Raucher in Ermangelung einer Vereinbarung bezüglich eines Rauchverbotes nicht Vertragswidrig verhalten. Fälschlicher Weise zitiert die Presse oft "rauchen ist erlaubt" Der Drops ist somit gelutscht. Vereinbarung ist Vereinbarung.
    In einer recht aktuellen Umfrage, die im Mietermagazin des Deutschen Mieterbundes abgedruckt wurde, fühlen sich satte 23% von rauchenden Nachbarn belästigt. Das sind ungefähr genausoviele, wie es laut Microzensus Raucher gibt.
    Ich bin gespannt, wann auf Grund der Urteile aus Berlin und Hamburg mit bis zu 10% Mietminderung UND dem Fünffachen Zurückbehaltungsrecht (so das Berliner Urteil vollständig /also 60%) die ersten Schadenersatzansprüche an Raucher herangetragen werden.
    Man bedenke, eine Finanzierte Eigentumswohnung, bei der 60% der Einnahmen und auf die Warmmiete ! gerechnet wegbrechen, Betriebskosten aber in voller Höhe an die Versorger und Dienstleister weitergereicht werden müssen, schnell zu einem Finanziellen Desaster führen kann. Das wäre nicht der erste Fall, bei dem wegen fehlender Einmnahmen aber fälliger Kreditraten der Eigentümer in Privatinsolvenz gerät.

  • 27.08.2014 00:44, Mathias

    Wir haben im Bekanntenkreis übrigens auch jemand der eine Eigentunmswohnung kaufte in der zuvor ein starker Raucher lebte. Selbst nach einer Komplettsanierung mit Tapeten runter, Fußboden raus.. riecht es da noch warnehmbar nach Raucher.
    Mein Bruder arbeitet in einer Hausverwaltung und die versuchen da durch geschicktes fragen zu ergründen ob es sich um einen Raucher handelt. Ob das aber immer gut geht? Vielleicht steigen die dort beim ersten Ärger auch auf Vereinbarungen um.
    Ich meine für Nichtraucher gibt es ja nirgends wirklichen Schutz vor Rauchern in der eigenen Wohnung.. die mal so treffend ein Gericht, in Anspielung auf Artikel 2 und 13 GG als "Mittelpunkt der persönlichen Lebensgestaltung" bezeichnete. In diesen Mittelpunkt dringen rauchende Nachbarn nicht nur ungefragt und selbstverständlich, sondern selbst gegen den ausdrücklichen Willen der Betroffenen ein und interessieren sich damit absolut nicht für die Grundrechte ihrer Mitmenschen.

  • 27.08.2014 19:47, zweifler

    Außer militanten Nichtrauchern (und deren Probleme sind wohl eher psychologischer Natur) wird so eine Klausel kaum jemand unterschreiben, schon allein weil niemand rauchende Verwandte oder Freunde statt auf den Balkon in die "Raucherecke" verweisen will - zumindest wenn er auch in Zukunft besucht werden möchte. Von daher ist kaum zu befürchten, dass dies allgemein Schule machen wird.

    • 28.08.2014 16:30, Eberhard

      reden Sie sich das ruhig ein. Leute wie Sie haben anfangs auch nichts geglaubt, der bayerische Volksentscheid zum Nichtraucherschutz könnte Erfolg haben.
      Tatsache ist, dass immer mehr Mieter und logischerweise auch deren Gäste ganz selbstverständlich draußen rauchen. Nicht zu rauchen wird endlich wieder das, was es eigentlich immer schon war, nämlich NORMAL. Es ist schlimm genug, wie lange man sich der Sucht und dem Egoismus einer von einer starken Industrie abhängig gemachten Minderheit unterworfen hat.
      Dass laute Musik zu später Uhrzeit nicht geht, versteht jeder. Warum sollte es bei krebserregenden Schadstoffen RUND UM DIE UHR anders sein? Das Bewusstsein hier wandelt sich und das ist sehr gut so!

    • 29.08.2014 00:00, Fabian

      Ich würde solch eine Klausel unterschreiben. Ich habe eine solche Klausel aber nicht im Vertrag und dennoch dürfen meine Freunde und bekannten NICHT in meiner Wohnung rauchen. Auch ganz ohne eine solche Klausel. Und wenn ich sehe, was hier ringsum alles so auf den Balkonen oder offenen Fenstern und auch im Hof steht, dann gilt diese Regel wohl bei vielen so.
      Wenn man im Internet sieht, wieviele Mieter verzweifelt nach Hilfe gegen rauchende Nachbarn suchen, dann bin ich ganz sicher, dass rauchverbote zum Standard werden. Alleine schon, weil sich (nicht nur die Mieter) Vermieter vor Ärger, Nachteilen den Renovierungskosten schützen wollen

  • 28.08.2014 16:24, Eberhard

    Der letzte Satz des Artikels sagt doch schon alles aus: "Maßgeblich dürfte dann auch sein, wie es um die Akzeptanz des Rauchens in der Gesellschaft bestellt ist."
    Die Unsitte, dass bisher Rauchen in einer Wohnung zu den "sozial üblichen Verhaltensweisen" gezählt wurde, kann nicht mehr besonders lange Bestand haben, wenn Rauchen in der Gesellschaft immer mehr als das angesehen wird, was es ist: asozial, schädlich nicht nur für die Raucher selber, sondern für alle Personen im Umfeld und noch dazu brand-gefährlich!
    Es geht erst einmal darum, dass Nachbarn nicht unter den krebserregenden Rückständen zu leiden haben. Dann geht es aber natürlich auch darum, wie oft schon das Rauchen schuld an Wohnungs-Bränden war. Und es geht auch darum, wie oft Kinder in der eigenen Wohnung Opfer von Zwangs-Beräucherung werden. Die werden für ihr Leben geschädigt.

    • 29.08.2014 00:31, Fabian

      Sie spielen auf den Passus "sozialadäquates Verhalten" an, den einst verschiedene Gerichte formulierten.
      Dies wurde von den Gerichten falsch angewand. Dieser Ausdruck stellt nach Definition eine erlaubte Gefahr dar. Als Beispiel wird angegeben: Autoverkehr / Erbonkel.
      Man KANN beim Autoverkehr (Unfall) zu Schaden kommen, muss und wird man in der Regel aber nicht. Wenn, dann ist es die große Ausnahme. Es sterben am Rauchen auch mehr Menschen als an Verkehrsunfällen, Aids, Mord, Selbstmord, Alkohol und illegale Drogen zusammen.
      Das ist beim Rauchen anders. Man KOMMT zu Schaden, da es für Krebserregende Stoffe nach Stand der Wissenschaft keine Schwelle für deren Unschädlichkeit gibt. So sind gerötete Augen bereits Abwehrreaktionen auf Zellschädigungen durch die Schadstoffe.
      Erbonkel - Flugzeugabsturz - Erbe wegen Mord verweigert
      Außerdem ist eine Voraussetzung für sozialadäquates Verhalten per Definition die gesellschaftliche Notwendigkeit für ein friedliches und gedeihliches Zusammenleben. Rauchen begründet keine solche Notwendigkeit wie zB Automobilverkehr (Arbeit, Handwerker, Versorgung, ÖPNV etc) sondern im Gegenteil ein ewiger Streitpunkt. Rauchen ist damit kein sozialadäquates Verhalten, rein von der Definition her.
      Die Gerichte sprechen Urteile im Namend es Volkes. Das Volk hat in Bayern, beim Volksentscheid, und bei vielen repräsentativen Umfragen stets mit über 60% gegen das Rauchen votiert.
      Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass bis auf wenige Ausnahmen, selbst Raucher (die zB auf dem Balkon stehen) den Nachbarqualm in ihrer Wohnung toll fänden, wenn sie schon ihren eigenen nicht dort haben wollen.

  • 28.08.2014 17:59, Alexanderplatz

    In Berlin gefährden Mieter ihren Mietvertrag, egal was sie machen, schon allein dadurch, wenn sie in die Hände der 63 Zivilkammer des Landgerichts Berlin und der dortigen Vorsitzenden Richterin Paschke fallen:

    http://www.bmgev.de/mieterecho/archiv/2013/me-single/article/abseits-vom-richtertisch.html

    Eine mit Mietrechtsangelegenheiten befasste Richterin hält Vorträge bei der Eigentümerlobby

    • 29.08.2014 00:10, Fabian

      Wenn ich davon ausgehe, dass Richter oder Politiker / Abgeordnete, auf Grund ihres hohen Einkommens oft selbst als Wertanlage vermietete Immobilien besitzen, srellt sich mir die Frage, ob, auch ganz ohne öffentliche Auftritte, eine Befangenheit in der Gesetzgebung und Rechtsprechung generell vorliegt.
      Auch unter dem Systemzwang des nötigen immerwährenden Wachstums in Hinblick auf zB energetische Sanierung. Daran hängen Arbeitsplätze, Steuereinnahmen, Konsumsteuern, Sozialabgaben etc.

    • 29.08.2014 12:13, Opho

      Was spricht gegen solche Vorträge, so weiß man wenigstens was die Richterin denkt. Als Anwalt kenne ich lieber am Anfang die Grundeinstellung der Richterin als dass ich vor einer Sphinx sitze und über das Urteil staune.

      Fortbildungsveranstaltungen durch Mitglieder von Fachgerichten sind üblich. Stört Sie vielleicht nur, dass sie vor Vermietern und nicht Mietern den Vortrag hält?

    • 30.08.2014 12:23, Freddy

      Richter und Richterinnen in Kammern der II. Instanz sollte es generell untersagt werden irgendwelche Vorträge, gleich ob für die eine oder andere Seite zu halten. Beides weckt nämlich den Eindruck der Parteilichkeit und dieser darf in Berufungs- oder Revisionsinstanz nicht einmal ansatzweise auftreten. Genauso gehört es untersagt, dass Richter Kommentare verfassen, aus denen Sie Zaun wieder in ihren Urteilen zitieren. Gleiches muss auch für Anwälte gelten.

      So darf z.B. ein RA der Kanzlei bach langehaid dallmayr keinen Versicherungskommentar verfassen, solange die Kanzlei Versicherer vertritt und diese Frau Paschke darf nicht in einer Mietberufungskammer sitzen, wenn sie, noch dazu nur für die Vermieterseite, Vorträge hält.

    • 30.08.2014 16:08, Opho

      @ Freddy: Wenn Richter und Rechtsanwälte keine Kommentare verfassen dürfen, dann werden Sie das bestimmt auch auf Mitarbeiter von Versicherungen oder Rechtsabteilungen erweitern. Wer bleibt dann noch übrig, zumindest kein Praktiker. Ist es nicht anders herum bessern, dass diejenigen, die die Entscheidungen treffen auch schon vor einer Entscheidung ihre allgemeine Auslegung des Gesetzes kundtun? Genau das führt zur Rechtssicherheit, denn Rechtssicherheit verlangt, dass man vorher einschätzen kann, was die Rechtsanwendung ergibt.

      @ Fabian: Als Mieter wären sie dann aber genauso befangen.

    • 30.08.2014 16:13, Freddy

      Ganz einfach: Kommentare könnte der Gesetzgeber herausgeben und pflegen. Das sogenannte "Praktiker" Kommentare verfassen, auf die sich dann genau diese Praktiker berufen, ist nicht das, was man in einem Rechtsstaat erwarten sollte, sondern bewegt sich auf dem Niveau einer Bananenrepublik.

    • 31.08.2014 01:13, Opho

      Bedenken Sie bitte, dass Kommentare nur Meinungen der Autoren darstellen und keinen Richter binden. Kommentare sind keine Ergänzungsgesetze. Der "Kommentar" des Gesetzgebers zu einem Gesetz ist übrigens die Gesetzesbegründung.

      Genau diese Kommentare unterscheiden die Bundesrepublik von einer Bananenrepublik, denn dort braucht es keine Rechtsprechungsübersichten, dort braucht man einfach nur Geld.

  • 29.08.2014 00:34, D.Hadorn

    Ein Mandat für das Mieterrecht:
    Die Freiheit in reiner, rauchfreien Luft zu leben ohne dem verantwortungslosen, egoistischen Verhaten der Rauchsüchtigen, sowie Zigaretten-, Zigarren oder gar Marihuanarauch ausgeliefert zu sein.

  • 29.08.2014 08:51, Senta

    Haben die Nichtraucher, die anderen in ihren vier Wänden auch den eigenen Lebensstil aufzwingen wollen, eine Alternative zur Tabaksteuer?
    Vielleicht möchten sie einen Solibeitrag zahlen, um die immer dürftiger sprudelnde Tabaksteuer zu ersetzen?

    Ansonsten ist es besorgniserregend, bis wohin man versucht, sich einzumischen in den Lebensraum anderer.

    Freiheit findet man wohl nur noch, wenn man sich im eigenen Grundstück ein Loch gräbt ud darin haust.

    Die Menschen geben freiwillig in jedem Lebensbereich Rechte ab.
    Verantwortung für Risiken? Versicherung
    Verantwortung für Streit? Versicherung
    Verantwortung für das eigene Geld? Banken und Versicherungen
    usw..

    Und dann wundern, wenn der Gesetzgeber die absolute Macht hat, die Finanzindustrie die absolute Macht hat.
    Man hat doch selber so gern alles abgegeben, was einen mündigen Bürger ausmacht.

    Senta (Nichtraucherin - aber freiheitsliebend und eigenverantwortlich)

    • 29.08.2014 10:37, Karl

      @ Senta: Wie Sie bin ich Nichtraucher. Und ich würde gerne meine Wohnung lüften. Das geht aber auf einer Seite regelmäßig nicht, weil über mir ein starker Raucher wohnt, der viel auf seinem Balkon raucht. Der Qualm zieht immer dann in meine Wohnung, wenn ich die Fenster auf dieser Wohnungsseite öffne und auf dem Balkon über mir gequalmt wird..
      Ich möchte mich also nicht in den Lebensraum anderer einmischen. Ich möchte nur vom giftigen Qualmgestank verschont bleiben.
      Wie soll sich das erreichen lassen, außer durch staatliches Handeln?

  • 29.08.2014 09:29, Peter

    @Senta: Besonders erheiternd ist immer, wenn jemand in Zusammenhang mit einer schweren Suchterkrankung wie dem inhalativen Tabakrauchen den Begriff "Freiheit" verwendet.

  • 29.08.2014 12:21, Opho

    Tja das Zusammenleben der lieben Mitmenschen ist schwer und die Toleranz gegenüber den Lastern der Mitmenschen auch. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Zahl der "Kulturkämpfe" immer größer ist, sei es das Rauchen oder sei es der Alkohol. Es scheint einfach der gesellschaftliche Konsens, was akzeptabel ist, verloren zu gehen.

    Wenn man nicht will, dass die Menschen in den Wohnungen rauchen, dann sollte man es ihnen auch nicht übel nehmen, wenn sie auf dem Balkon rauchen.

  • 29.08.2014 14:32, zweifler

    @Karl: Gehen Sie doch einfach mal zu dem Herrn und bitten ihn freundlich, zu einer bestimmten Zeit (wenn Sie lüften) nicht auf dem Balkon zu rauchen. Man kann sich miteinander arrangieren, ganz ohne Staat und Gerichte, ob Sie es nun glauben oder nicht.

    • 24.01.2015 14:06, Karl

      Das Problem besteht nicht mehr. Der Raucher ist jetzt mit Lungenkrebs im Spital.

  • 23.01.2015 19:34, Schwuchow Hans

    Raucher4

  • 20.04.2017 11:55, Marianne

    Ich bin auch Nichtraucher aber wenn das so weitergeht kann irgendwann jeder jeden verklagen sobald ihm etwas nicht passt. Was ist wenn der Nachbar über mir soviel Alkohol trinkt, dass da immer ein Fahne im Treppenhaus weht und er so betrunken ist, dass er richtig laut ist? Ist trotzdem SEINE SACHE! Und SEINE WOHNUNG! Irgendwann reicht es. Deutschland ist schon lang keine Demokratie mehr und wahrscheinlich war es auch nie eine.

  • 27.10.2017 11:52, D. Zimmermann

    Ich wünsche mir ein solches rauchfreies Wohnobjekt für meine Region (OL, DEL und Umgebung), vorzugsweise noch barrierefrei. Kann mir gut vorstellen, dass es mehr Menschen (Allergiker, Asthmatiker) gibt, welche gesundheitliche Probleme durch die Schadstoffe des Zigarettenrauches haben und daher ein rauchfreies Wohnumfeld begrüßen. Vielleicht ergeht es jemanden ähnlich oder kennt schon Nichtraucherhäuser?! Wäre für jeden Tipp dankbar...

  • 24.07.2018 18:44, Sheik

    1.:
    "Die Richter stellten aber gleichermaßen klar, dass eine entsprechende Vereinbarung durch einen Vorbehalt Raum für Ausnahmen gewähren müsse und Besucher nicht binden dürfe."
    Auf so einen Quarsch kommen auch nur debile deutsche Richter.
    Als ob einem Besuch irgendwelche Rechte zustehen, die der Mieter gewähren MUSS.

    2.:
    "Problematisch könnte es allerdings werden .....
    einen neuen, rauchenden Partner kennenlernt, mit plötzlich qualmenden Kindern zu tun hat oder Besuch bekommt, der sich nicht nur in der Raucherecke aufhalten mag."
    Diesen Personen stehen in der Mietwohnung also mehr Rechte zu als dem Mieter selber? Absoluter Schwachsinn.

    3.:
    Der Dumme ist wieder der Vermieter. Anderen Mietern steht gegen den Vermieter eine Mietminderung wegen Raucherqualm zu, der Vermieter muss auch die Raucherschäden selber zahlen und Mieterhöhungen hat man auch gedeckelt und verbieten darf man das Rauchen per AGB auch nicht. Diese Kommunisten vergessen dabei aber, wenn sich vermieten nicht lohnt, dann vermietet auch keiner mehr und gebaut wird auch kaum noch "bezahlbarer verrauchbarer Wohnraum"
    Die Wohnungsnot wird es richten.
    Gut, dass es wenigsten genug Wohnraum für reiche anszändige Nichtraucher gibt, die rauchende oder anderweitig stinkende Gäste, Kinder, Lebenspartner hoch- und kurzerhand/kant rausschmeissen und das Eigentum des Vermieters achten.