Block-Prozess Tag 37: "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley"

von Jakob Hoffmann

03.03.2026

Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christian Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Es ist ein sonniger Frühlingstag in Hamburg, da kommt es nicht ungelegen, dass für den 37. Verhandlungstag nur drei Stunden angesetzt sind. Auf dem Plan steht die Vernehmung einer weiteren Jugendamtsmitarbeiterin, die die Kinder Anfang Januar 2024 bei Christina Block besuchte. In der Befragung geht es darum, wie die Zeugin die Kinder kurz nach der Entführung wahrgenommen hat, um die Vorgehensweise des Jugendamts und das Verhältnis der Zeugin zu der angeklagten Christina Block. Die Aussagen der Mitarbeiterin zu den Folgen der Entführung könnten sich auf die Schwere einer mutmaßlichen Kindesentziehung und das etwaige Strafmaß auswirken.

Als erstes betritt am Montagmittag Stephan Hensel den Saal, grüßt ins Publikum. Der Vater der Kinder, deren Entführung in der Silvesternacht 2023/2024 Christina Block laut Anklage in Auftrag gegeben haben soll, tritt in dem Prozess als Nebenkläger auf.

Nach und nach finden sich die übrigen Verfahrensbeteiligten ein, die Anwältinnen und Anwälte begrüßen sich und unterhalten sich freundlich miteinander. Als die Zeugenvernehmung beginnt, ist es mit der lockeren Stimmung jedoch schnell vorbei.

Die 47-jährige Sozialpädagogin aus Hamburg erklärt, sie sei in ihrer Tätigkeit für das Hamburger Jugendamt von 2016 bis 2021 zuständig für den Fall Block/Hensel gewesen. Zu ihrer Einschätzung des Falls zur damaligen Zeit befragt sagt sie: "Es gab keinerlei Besonderheiten, die auffällig gewesen wären zu der Zeit". Es habe sehr detaillierte Umgangsregelungen gegeben, die ausgehandelt wurden; die Beziehung der Eltern habe sie als sehr strittig wahrgenommen.

Zeugin beschreibt harmonisches Verhältnis

Als sie von dem Hausbesuch bei Christina Block nach der mutmaßlichen Entführung der Kinder zurück nach Deutschland am 04. Januar 2024 erzählen will, weist die Vorsitzende sie auf ihr Aussageverweigerungsrecht hin, um nicht sich oder ihr nahestehende Personen zu belasten. Die Zeugin hatte sich jedoch entschieden, sich nicht auf dieses Recht zu berufen.

Hensel habe am 02. Januar 2024 angerufen, weil er den Aufenthaltsort seiner Kinder nicht kenne, sie habe mitbekommen, dass mit dem Landeskriminalamt und dem Familienrichter gesprochen wurde, aber das wären die zuständigen Kollegen gewesen, sie sei über den Inhalt dieser Gespräche nicht informiert worden. Sie selbst sei für den Fall nicht zuständig gewesen, aber es sei üblich, dass bei Hausbesuchen wegen akuter Kindeswohlgefährdung eine Mitarbeiterin mitkommt, die die Familie schon kennt. Sie sei daher mit ihrer Leiterin zum Haus der Familie Block gefahren.

Dort sei sie mit den Kindern in den Wohnbereich gegangen und habe diese beim Spielen beobachtet. Die Kinder, das waren die beiden jüngsten Kinder von Block und Hensel, und deren ältere Schwester, die als einzige noch bei der Mutter lebt, wie die Zeugin später auf Nachfrage präzisiert.

Die Kinder hätten Mikado gespielt, sich viel untereinander unterhalten, "über die Familie". Worüber genau, will die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt wissen. Die Zeugin erinnert sich, die Kinder hätten alle Mitglieder ihrer Patchworkfamilie und deren Geburtstage aufgezählt und sich darüber unterhalten, dass sie jetzt so viele Geschwister hätten. Die jüngere Tochter habe von Dänemark, von der Schule erzählt, die Kinder hätten versucht Dänisch zu sprechen und der Jugendamtsmitarbeiterin Worte auf Dänisch beizubringen. Auch ihre Zimmer hätten sie der Jugendamtsmitarbeiterin gezeigt. Insbesondere, dass der Sohn erklärte, den rosa Papierkorb in seinem Zimmer austauschen zu wollen und die Tochter eine andere Tapete wollte und erklärte, in das Zimmer müsse nun wo sie älter würde ein Schminktisch, werten die Verteidiger als Zeichen dafür, dass die Kinder bei der Mutter Zukunftspläne machten.

Ob sie darüber geredet hätten, wie sie nach Hamburg gekommen waren? Nein, sagt die Zeugin ganz klar. Das sei nicht die Aufgabe gewesen. Sie habe nur zu beurteilen gehabt, ob es den Kindern dort, wo sie sich gerade aufhielten, gut geht. Sie habe die Tochter gefragt, wie es "mit Papa gerade ist". Diese habe geantwortet, sie würde gerne mit ihrem Vater sprechen, aber das ginge gerade nicht. Die Vorsitzende fragt hier mehrfach nach. Ob sie den Kindern keine Fragen gestellt oder nachgefragt hätte, will sie wissen. Die Zeugin erklärt, ihr Auftrag sei eine Inaugenscheinnahme gewesen, dabei versuche man, "wenig in eine Befragung zu gehen, sondern einfach zu schauen, was die Kinder von sich aus äußern". Präziser wird sie nicht.

Für eine akute Kindeswohlgefährdung habe sie keine Anzeichen wahrgenommen. Die Interaktionen seien positiv gewesen, nichts an dem Aufenthalt habe außergewöhnlich gewirkt. Auf die Frage, wie die Stimmung der Kinder untereinander war, antwortet sie: "Ausgelassen."

Brisante E-Mail an Christina Block

Dann übernimmt der Vertreter des Nebenklägers Hensel, Dr. Philip von der Meden, die Befragung. Er konfrontiert die Zeugin mit einer Aussage der Tochter über den Hausbesuch, in der diese geäußert habe, die Jugendamtsmitarbeiterin habe ihr nicht geholfen. Ja, das habe sie inzwischen mitbekommen, sagt die Zeugin.

Auch von der Meden spricht immer wieder an, dass sie damals Anfang Januar 2024 doch von der Entführung in den Medien gehört haben müsste. Die Zeugin wiederholt immer wieder, damit habe sie sich nicht beschäftigt und das sei auch nicht ihre Aufgabe gewesen. Von der Meden zweifelt daraufhin ihre fachlichen Kompetenzen an, schließlich sei sie nur Sozialpädagogin, keine Psychologin, sie habe auch keine Zusatzausbildung im Bezug auf Kinder.

Detailliert fragt der Anwalt die Zeugin dazu aus, mit wem genau sie über was gesprochen habe. Vieles erinnert sie nicht genau. Dann wird es brisant: von der Meden verliest eine E-Mail vom 11. Januar 2024, die die Zeugin an Christina Block geschrieben haben soll. Darin heißt es: "Hier nur für Sie der Bericht, schön im Beamtenjargon, Smiley. Fürs Gericht wird es dann noch ausführlicher." Die Zeugin kann sich an die E-Mail nicht erinnern, sagt aber, Eltern ein Protokoll zur Verfügung zu stellen sei nicht unüblich. Auf Nachfrage gibt sie aber zu, dass Hensel es nicht erhalten habe.

Gelbe Karte für Anwalt Ingo Bott

Als Christina Blocks Verteidiger Dr. Ingo Bott übernimmt, geht es immer weiter in die Vergangenheit. Er verliest mehrere teilweise zehn Jahre alte E-Mails, in denen Christina Block dem Jugendamt von den Kindern und ihrem Ex-Mann berichtet, und fragt die Zeugin, ob ihr dazu etwas einfiele. Die Frau wirkt zunehmend erschöpft, antwortet immer wieder "Ich weiß es nicht".

Die Vorsitzende Richterin wirkt während Botts Befragung zeitweise gelangweilt, schüttelt leicht den Kopf und blickt aus dem Fenster. Irgendwann ermahnt sie Bott, doch bitte wieder zu den Vorwürfen zurückzukommen, worauf Bott antwortet: "Ich dachte schon, Ihre Aufmerksamkeit sei nicht ganz bei mir". Es folgt ein Wortgefecht zwischen den beiden und Bott setzt die Befragung fort.

Es geht um Kontakte mit dem Jugendamt, als die älteste Tochter 2016 nicht über Weihnachten zu Hensel nach Dänemark habe fahren wollen. Am Ende habe die Tochter Weihnachten bei Hensel verbracht, auf Bitten der Mutter. Ingo Bott fragt nach: „Frau Block hat sie also ermutigt, zu ihrem Vater zu gehen?“ Die Zeugin bejaht. Sie habe auch nie mitbekommen, dass Block den Umgang mit Hensel verweigert habe. Die älteste Tochter war 2021 dann mit Blocks Einverständnis nach Dänemark gezogen. Der Abschied sei liebevoll gewesen, sagt die Zeugin, sie haben sich fest gedrückt.

Als Bott der Zeugin eine E-Mail aus dem Jahr 2016 vorlesen will, die eine damalige Jugendamtskollegin verfasst hatte, ermahnt die Vorsitzende Bott erneut, er halte der Zeugin E-Mails vor, mit denen sie überhaupt nichts zu tun habe. Bott widerspricht, die Vorsitzende warnt: "Stellen Sie ihre Fragen, wenn nötig greife ich ein." "War das jetzt eine gelbe Karte?", fragt Bott.

Ein Wortgefecht nach dem anderen

Hitzig wird es, als der Strafverteidiger des wegen Beihilfe mitangeklagten Gerhard Delling, Dr. David Rieks, eine ursprünglich vom Nebenklagevertreter formulierte Frage stellen will. Es geht um eine fachliche Einschätzung der Zeugin dazu, warum die Tochter gesagt hatte, sie hätte ihr nicht geholfen. Nach einem Wortgefecht zwischen der Vorsitzenden Richterin, Anwältin Gül Pinar und Rieks kann die Zeugin antworten, es sei oft ein Anzeichen dafür, dass Kinder in großem Loyalitätskonflikt stehen und dann Dinge anders erzählen.

Mit den Diskussionen geht es direkt weiter, als Gül Pinar die Zeugin um eine weitere Einschätzung nach ihrem Sachverstand bittet, worauf von der Meden beanstanden will, die Zeugin habe keinen Sachverstand. Die Vorsitzende weist ihn ab und von der Meden erklärt, er ließe das jetzt mal durchgehen.

Durchgängig ist Stephan Hensels Misstrauen gegenüber dem Jugendamt Thema. Hensel habe einen Generalverdacht gegenüber den Jugendamtsmitarbeitern gehabt, dass diese alle unter einer Decke stecken würden und gekauft seien, sagt die Zeugin. Das habe er auch in Telefonaten geäußert. Aufgrund von Hensels Aussagen war sogar gegen sie ermittelt und ihr Konto durchsucht worden; die Ermittlungen wurden mangels Tatverdacht eingestellt. Worum es bei den Ermittlungen genau ging, wurde nicht erwähnt.

Bei den Verteidigern stößt diese Fragelinie auf Unmut: Besonders Bott, Pinar und Rieks kritisieren die Nebenklageanwälte dafür, immer wieder "Expertentum anzuzweifeln" und Zeug:innen zu diskreditieren. Es sei "unterste Schublade", dem Hamburger Jugendamt Korruption vorzuwerfen.

Kurz vor Schluss kommt es dann nochmal zur lautstarken Auseinandersetzung zwischen den Beteiligten: von der Meden beschwert sich, die anderen Verteidiger würden sich während seiner Erklärung unterhalten. Pinar kritisiert daraufhin, Hensel würde ständig grinsen. Die Vorsitzende ermahnt sie und droht einen Ordnungsruf an.

Bedeutung für Qualifikationstatbestand und Strafmaß

Die Bewertung der Aussagen der Zeugin fällt auf den beiden Seiten des Gerichtssaals sehr unterschiedlich aus: Die Verteidiger sehen sich darin bestärkt, dass damit ein Verbrechen – Mindestfreiheitsstrafe ein Jahr – vom Tisch sein muss. Nach § 235 Abs. 4 Nr. 1 Var. 3 Strafgesetzbuch (StGB) ist bei Entziehung Minderjähriger dann auf "Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter das Opfer durch die Tat in die Gefahr […] einer erheblichen Schädigung der körperlichen oder seelischen Entwicklung bringt." Von maßgeblicher Bedeutung für das Strafmaß ist somit, ob durch das Verhalten des Kindesvaters bereits vor der Tat eine erhebliche Schädigung der seelischen Entwicklung der Kinder angelegt oder eingetreten war: Die Qualifikation würde die Mindestfreiheitsstrafe auf ein Jahr heben, was die Entziehung Minderjähriger zum Verbrechen gem. § 12 Abs. 1 StGB qualifizieren würde Entsprechendes gilt für den Tatvorwurf der Misshandlung von Schutzbefohlenen gem. § 225 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3 Nr. 2 StGB.

Für die Verteidiger widersprechen die Aussagen der bisher vernommen Jugendamtsmitarbeiterinnen der Annahme einer solchen Qualifikation: Laut ihnen zeichnen die Aussagen das Bild von Kindern, die schon vor den Ereignissen der Silvesternacht 2023/2024 seelisch belastet waren und denen es zurück in Hamburg bei der Mutter gut ging. Damit würde es an einer kausal erst durch die mutmaßliche Entführung hervorgerufenen Schädigung der seelischen Entwicklung der Kinder fehlen.

Hensels Anwälte dagegen sehen in der heutigen Zeugenaussage viel mehr einen Beweis für ein seltsames Vorgehen des Jugendamtes, das ein zu enges Verhältnis zu Christina Block gehabt und sich "nicht mit Ruhm bekleckert" habe. Sie gehen davon aus, dass die Zeugin ein nicht zutreffendes Bild von der Verfassung der Kinder dargestellt habe.

Am Ende verliest die Vorsitzende noch ablehnende Beschlüsse für diverse Anträge der Verteidiger. Abschließend erklärt sie: Aufgrund der weltpolitischen Lage sei zurzeit unklar, ob und wann die Zeugen aus Israel wieder anreisen könnten. Aktuell sei der Luftraum über Israel nicht freigegeben, wann die Israelis wieder nach Deutschland reisen könnten, sei nicht absehbar. Gegebenenfalls müsse sie ihr Beweisprogramm überarbeiten. "Aber es gibt ja noch genug andere Zeugen", sagt sie und beendet damit den 37. Verhandlungstag.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 37: . In: Legal Tribune Online, 03.03.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59439 (abgerufen am: 07.03.2026 )

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