Block-Prozess Tag 78: "Frau Block konnte erst­mals nach zwei Jahren die Stimme ihrer Tochter hören"

von Jakob Hoffmann

01.10.2026

Gerhard Delling lässt sich ausführlich ein und berichtet von "dunklen Stunden" und Chaos am Neujahrstag. Der Podcast-Auftritt der Block-Tochter sorgt für Bestürzung – und alles wartet gespannt auf Stephan Hensels Reaktion.

Der Podcast-Auftritt der jüngsten Block-Tochter beherrscht den 78. Verhandlungstag im Block-Prozess. Gerhard Dellings Einlassung gibt tiefe Einblicke in sein Erleben der Familie seiner Lebensgefährtin, deren verzweifelte dunkle Stunden und den chaotischen Neujahrstag 2024, als Block nach Süddeutschland reiste, um ihre Kinder in Empfang zu nehmen und die Polizei fieberhaft nach ihr suchte. Am Ende warten alle gespannt auf die Reaktion von Nebenkläger Stephan Hensel und seines Anwalts Philip von der Meden, die nicht im Gerichtssaal erschienen waren.

Worum geht es im Block-Prozess?

Die Staatsanwaltschaft (StA), vertreten durch Oberstaatsanwältin (OStA) Mona Paul und StA Marvin Steinberg, wirft der 53-jährigen Unternehmenserbin Christina Block laut Anklage vor, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder, damals zehn und 13 Jahre alt, bei deren Vater Stephan Hensel in der Silvesternacht 2023/24 in dessen Wahlheimat Dänemark in Auftrag gegeben zu haben. Sie bestreitet die Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung. Hensel tritt im Verfahren als Nebenkläger auf, ihn vertritt Dr. Philip von der Meden. Die Kinder werden von Dr. Tanja Jeney vertreten. Christina Blocks Verteidigung besteht aus Dr. Ingo Bott und seiner Kollegin Paula Wlodarek.

Zum Zeitpunkt der Entführung hatten die Eltern geteiltes Sorgerecht, der Mutter stand das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zu. Der Vater hatte die Kinder im August 2021 rechtswidrig in Dänemark zurückbehalten. Das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) verpflichtete ihn zur Herausgabe der Kinder. Dänemark vollstreckt jedoch keine deutschen familiengerichtlichen Entscheidungen. Nach der Entführung hielten sich die Kinder einige Tage bei ihrer Mutter auf. Anfang Januar 2024 ordnete das OLG Hamburg die Herausgabe an den Vater an, bei dem sie bis heute leben. 

Neben Block sind noch ihr Lebensgefährte, Sportmoderator Gerhard Delling (Verteidiger Dr. David Rieks), ihre Cousine Uta B. (Verteidiger Reinhard Daum) und deren Ehemann Mark B. (Verteidiger Nils Fock) sowie Sicherheitsunternehmer Andreas P. (Verteidigerin Gül Pinar) wegen mutmaßlicher Beihilfehandlungen angeklagt.

Dem Vertrauensanwalt der Blocks, Dr. Andreas Costard (Verteidiger Dr. Marko Voß), wird eine täterschaftliche Beteiligung vorgeworfen. Für ihn und Block stehen zudem Veruntreuungs-Vorwürfe im Raum. Wie die übrigen Angeklagten auch bestreitet er die Vorwürfe vollständig. Nur der an der Entführung unmittelbar beteiligte Israeli Tal S. (Verteidiger Dr. Sascha Böttner) hat bislang ein Geständnis abgelegt.

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt eröffnet den Tag mit einem Hinweis der Kammer, der angesichts des großen Aufregers vom vorigen Abend schon fast ironisch wirkt. Am späten Dienstagabend war ein Zeit-Verbrechen-Podcast veröffentlicht worden, in dem die jüngste Block-Tochter selbst detailliert von der Entführung berichtet. Im Prozess selbst hatte sie nicht ausgesagt. Die Bestürzung über den Podcast-Auftritt steckt den meisten Beteiligten offenbar noch in den Knochen. 

Hildebrandt verkündet, die Kammer sähe es als allgemeinbekannt und daher offenkundig an, dass der Prozess und besonders Block, Delling und Dr. Costard Gegenstand einer medialen Berichterstattung waren, die "weit über das gewöhnliche Maß hinausgeht". Die Verteidiger Ingo Bott, David Rieks und Sascha Böttner, sowie Nebenklagevertreter Philip von der Meden hätten an dieser öffentlichen Berichterstattung mitgewirkt und unter anderem Fernsehinterviews gegeben oder an Podcasts teilgenommen.

Damit erreicht die Kammer zwei Dinge: Einmal kommt sie möglichen umfangreichen Beweisanträgen der Verteidiger:innen zuvor. Eine extreme Medienberichterstattung kann strafmildernd berücksichtigt werden. Dafür muss so eine aber festgestellt werden, hierzu könnten die Verteidiger:innen Beweiserhebung beantragen. Um nicht zahllose Medienberichterstattung in Augenschein nehmen zu müssen, stellt die Kammer den Umstand also als offenkundig fest. Damit kann sie dann auch trotzdem diesbezüglich gestellte Anträge nach § 244 Abs. 3 S. 3 Nr. 1 StPO als überflüssig ablehnen. Mit der Feststellung, welche Beteiligten zu der Berichterstattung beigetragen haben, schafft das Gericht aber auch die Grundlage dafür, bei diesen die Strafmilderung abzulehnen. Denn wer den mit der Strafmilderung berücksichtigten Belastungsfaktor selbst zu verantworten hat, kann sich sie regelmäßig nicht in Anspruch nehmen.

David Rieks beschwert sich darüber, dass er in den Kreis derer aufgenommen wurde, die an der Medienberichterstattung mitgewirkt hätten. Das sei unzutreffend. Die Vorsitzende entgegnet zynisch: "Herr Delling, wenn Sie meinen, dass Sie an keinen Fernsehinterviews teilgenommen haben, möchte ich Sie bitten, ihr Gedächtnis anzustrengen." Meinen tut sie wohl nicht Delling selbst, sondern Rieks. Der reagiert etwas ungehalten auf die spöttische Bemerkung der Richterin: "Ich weiß, welche Interviews und Podcast-Auftritte ich gegeben habe, nämlich keine." Nur ein einziges Mal habe er in eine Fernsehkamera gesprochen, und zwar nach Dellings Einlassung, weil die Gerichtssprecherin ihm gesagt hätte, alle wollten ein Statement von ihm, also habe er gesagt, dass sein Mandant die Vorwürfe zurückweise. Das habe keine zehn Sekunden gedauert. "Das ist kein Fernsehinterview, sondern gar nichts." Das mit den Auftritten der anderen gleichzusetzen, mache "Dinge gleich, die nicht gleich sind".

Podcast sorgt für Spannungen

Der Podcast-Auftritt der jüngsten Block-Tochter spielt natürlich auch im Gerichtssaal eine zentrale Rolle am Mittwoch. Ingo Bott hält sich ausnahmsweise kurz: "Es ist das erste Mal, dass meine Mandantin die Stimme ihrer Tochter nach zweieinhalb Jahren hören kann", hält er schlicht fest. Die Wirkung davon hallt spürbar im Saal wieder.

Marko Voß ist angriffslustiger. Er sitzt übers Eck mit der Nebenklage. Heute sind Stephan Hensel und sein Anwalt Philip von der Meden zwar nicht anwesend, sondern nur von der Medens Vertreter Dr. Christoph Henckel. Voß spricht diesen stellvertretend direkt an und weist scharf darauf hin, dies zeige ganz deutlich, wer wirklich um das Wohlergehen der Kinder bemüht sei und wer nicht. Es bestehe auch "kein Zweifel, wer hier Geld mit diesem Verfahren verdient und die Medien instrumentalisiert."

Daraufhin wird spontan im Zuschauerraum geklatscht, was die Vorsitzende scharf unterbindet: "Wir sind hier nicht in einem Theaterstück!", poltert sie aufgebracht. Sie droht einzelnen Zuschauerinnen, die ihr aufgefallen sind, Ordnungsmittel an.

Verteidigung läuft die Zeit davon

Die Vorsitzende erklärt das Beweisprogramm der Kammer für beendet und setzt daher nun die nach § 244 Abs. 6 S. 3 StPO übliche Frist, bis zu der die Beteiligten noch Gelegenheit haben, Beweisanträge zu stellen. Danach soll die Beweisaufnahme dann geschlossen werden und die Schlussvorträge beginnen. Bis zum 28. Oktober haben sie nun Zeit, fast einen ganzen Monat.

Trotzdem ruft dieser Zeitablauf Fragen hervor: Gerade erst konnten die Verteidiger:innen anfangen, bei der Polizei Einsicht in Christina Blocks beschlagnahmtes Smartphone zu nehmen. Einer nach dem anderen müssen sie dafür an einem Computer der Polizei sich die einzelnen Dateien anzeigen lassen und abschreiben, was ihnen relevant vorkommt. Kopien oder Screenshots sind nicht erlaubt. So steht es in einem Vermerk der Polizei, der LTO vorliegt. Auf dem Smartphone befinden sich neben Blocks "Tagebuch" auch ihre privaten Chats, auch gerade aus den hier für den Tatvorwurf entscheidenden Zeiträumen um die Silvesternacht herum. Nicht nur die Block-Verteidigung hat daher großes Interesse daran, das Gerät auszuwerten. Sie sind aber als Erstes dran. Ingo Bott erklärt der Vorsitzenden, seine Kollegin Paula Wlodarek sei auch in dem Moment damit zugange. Der nächste mögliche Termin für die Auswertung sei aber der 28. Oktober – dann, wenn die Kammer die Beweisaufnahme bereits schließen will. 

Die Beweisaufnahme kann die Kammer zwar grundsätzlich auch jederzeit wieder öffnen. Hildebrandt hatte aber deutlich gemacht, danach zügig in die Schlussvorträge und dann in die Urteilsbegründung gehen zu wollen. Dadurch könnte es zu der Situation kommen, dass die Block-Verteidigung das Gerät auswerten konnte, die übrigen Verteidiger:innen aber nicht – so auch nicht die Verteidigung von Costard. Dass es aus Verteidigungsperspektive problematisch wäre, wenn nur eine der beiden Seiten dieses entscheidende Beweismittel auswerten kann, liegt wohl auf der Hand. 

Für die Kammer verschärft sich damit die ohnehin sehr heikle Lage um die IT-Asservate. Der Umgang mit diesen könnte den Prozess zum Platzen bringen, wie LTO analysierte. Grund dafür ist unter anderem das möglicherweise verletzte Akteneinsichtsrecht der Verteidigung. Dass nun nach über einem Jahr Prozess erstmals eines der IT-Asservate lesbar ist, die anderen 36 Datensicherungen aber nicht, und die Verteidiger:innen durch die Terminierung nicht alle Gelegenheit haben werden, das Gerät zu sichten, verschärft die Angreifbarkeit des Urteils in der Revision noch einmal.

Delling widerspricht Gewalt und betont Verhandlungswille

Wie angekündigt hat Ex-Sportmoderator Gerhard Delling eine Einlassung vorbereitet.  Darin widerspricht er den auch durch die Nebenklage regelmäßig wiederholten Gewaltvorwürfen gegen seine Lebensgefährtin: Dafür habe es nie irgendwelche Anzeichen gegeben, sonst "wären Christina und ich zu 100 Prozent nicht zusammengekommen oder geblieben". Auch, weil er bei zu den Zeitpunkten vieler der behaupteten Übergriffe vor Ort gewesen sei, wisse er, dass dies nicht stimme. 

Block habe in der Gastronomie und als Repräsentantin des Familienbetriebs gelernt, "stets freundlich und gefasst aufzutreten – komme, was wolle". Vor August 2021 habe er sie nie weinen sehen. "Aber seit diesen Tagen gehören Tränen und immer wieder Tränen zu unserem Alltag". Er betont zudem, alle Überlegungen zur Rückholung der Kinder seien immer unter der Voraussetzung gewesen, dass die Kinder zur Mutter zurückwollten, sonst hätten sie schließlich auch einfach wieder nach Dänemark fahren oder der Vater sie abholen können. "Das hätte doch niemals funktioniert." Gleichzeitig würden Block und auch er selbst die zweitälteste Tochter, die noch bei der Mutter lebt, bis heute ermutigen, eine Beziehung zu ihrem Vater zu haben: "Er ist dein Vater und wird es immer bleiben", sage er ihr immer wieder, meint Delling. 

Er berichtet von den gescheiterten Verhandlungsversuchen mit Stephan Hensel, etwa dem bereits umfassend diskutierten und inzwischen belegten Gesprächsangebot, das Costard ihm in Dänemark machte. Delling erklärt, den "größten Hass" hätte Hensel auf Costard gehabt – deshalb habe dieser ihm das Gesprächsangebot "im Sinne einer gewissen Unterwerfungsgeste" übermitteln sollen. 

Delling hatte zuvor stolz berichtet, mit diesem Jahr sei er nun fünf Jahrzehnte als Journalist tätig. Auch am Mittwoch beruft er sich immer wieder auf seine journalistische Erfahrung, spricht wiederholt von seiner "immanenten Journalisten-Skepsis", etwa bezüglich Chef-Entführer David Barkay, dem gegenüber er "ziemlich kritisch" eingestellt gewesen sei, weil er "sich so aufspielte und bei nichts so richtig konkret wurde, außer, dass er quasi ein Alleskönner sei". 

"Wie in einem Gangsterfilm"

Den Neujahrstag 2024 beschreibt Delling chaotisch. "Wir waren beide total kopflos", beschreibt er seine und Blocks Reaktion, nachdem diese einen Anruf erhalten hatte, sie könne ihre Kinder sehen, dürfe aber keine Polizei einschalten. Er sei aus dem Bett gefallen und in die Garage gestolpert, um das Auto zu holen. Eine Überwachungskamera im Flur des Elyée Hotels zeige ihn auf dem Weg.

Sie seien beide verwirrt und ängstlich, gewesen, "weil es sich etwas wie in einem Gangsterfilm anhörte". Erneut verweist Delling hier auf seine journalistische Skepsis, er habe sich gefragt, warum es noch nicht in den Medien stand, wenn die Kinder wirklich bei ihrem Vater entführt worden wären und warum sich die Polizei noch nicht bei ihnen gemeldet hätte: "Ich wusste damals wirklich nicht mehr, was ich glauben sollte." Auch die ersten Kontakte mit der Polizei damals beschreibt er als chaotisch, beide Seiten hätten nicht so richtig gewusst, was sie tun sollten. Er betont: "Ich wollte an diesem völlig absurden Tag einfach nichts falsch machen". Als dann Fotos von Block mit ihren schlafenden Kindern kamen, "war die große Aufregung von kurz zuvor abrupt zu Ende". Es seien keine weiteren Fragen gekommen. Damit, dass die Kinder bei der Mutter waren, habe man sie offensichtlich in Sicherheit gewähnt. 

Mehrfach betont er, er hätte niemals irgendeine Form von Gewalt befürwortet und hätte sich entschieden dagegengestellt, hätte irgendjemand so etwas vorgeschlagen. Sein ganzes Leben lang habe er sich sehr gegen Gewalt, insbesondere an Kindern, eingesetzt. "Es tut mir so unfassbar leid, was [die Kinder] durchmachen mussten", sagt er eindringlich. 

Während der gesamten Einlassung wirkt Delling gefasst und souverän, er ist schließlich auch Profi. Nur vereinzelt stockt seine Stimme, etwa als er von der Verzweiflung und den "dunklen Stunden" seiner Lebensgefährtin berichtet. Als er fertig ist, hält er die Hände vors Gesicht und atmet sichtlich tief durch. Trotz aller Professionalität scheint die Einlassung ihm viel abverlangt zu haben.

Verteidigung will Hensel erneut als Zeugen befragen

Zum Abschluss will Marko Voß erneut Kontakt mit dem abwesenden Nebenkläger Hensel aufnehmen. Er bittet dessen Anwalt Christoph Henckel, ihm eine Frage zu übermitteln, die er gerne von Hensel noch einmal im Zeugenstand beantwortet bekommen würde: Ob er seit dem 1. Januar 2024 "mit der pressemäßigen Ausschlachtung des Schicksals seiner Kinder Einkünfte erzielt, also Geld verdient hat". Konkret meine er damit die Weitergabe von Sachverhalts- und Prozessinformationen und Aktenmaterial an die Presse und die Erlaubnis, die Kinder "zu interviewen, zu fotografieren und zu filmen".

Henckel reagiert darauf ausweichend: "Ich stelle mir die Frage, was das mit dem Gegenstand dieses Verfahrens zu tun hat." Als daraufhin im Zuschauerraum gelacht und gehöhnt wird, greift Hildebrandt erneut energisch ein und erinnert die Zuschauer:innen daran, dass sie nicht Teil des Verfahrens sind, sondern zuhören dürften – mehr aber nicht. 

Voß lässt sich mit der Erklärung nicht zweimal bitten und legt nach: Es sei relevant, ob die Kinder aus einer Schutzsituation oder einer strafrechtlich relevanten Entziehungssituation kamen. Hensel habe immer eine Schutzsituation behauptet, bei der er nur am Wohlergehen seiner Kinder interessiert war. Daran rufe dieses Vorgehen nun deutliche Zweifel hervor: "Es drängt sich jetzt unmittelbar auf, dass er derjenige ist, der mit dem Schicksal seiner Kinder hier Geld verdient, mit vertraulichen Elementen des Verfahrens… Mensch, wir haben hier die Öffentlichkeit ausgeschlossen, weil das nicht in die Öffentlichkeit gehört, und wenige Tage später können wir das nachlesen in der Presse."

Nebenklagevertreter Henckel schmunzelt bei den Ausführungen. Er will replizieren, aber Hildebrandt schneidet ihm das Wort ab. "Das können Sie außerhalb des Gerichtssaals klären, das ist hier jetzt nicht der Ort für solche Diskussionen untereinander", sagt sie energisch. An anderen Stellen gab es ansonsten regelmäßig  mehr Spielraum für deutlich lebhaftere Diskussionen unter den Anwält:innen. Bei dem Thema scheint Hildebrandt aber wenig Nachsicht zu haben – sie ist schließlich wohl nicht ohne Grund die Vorsitzende einer Jugendschutzkammer. 

Noch liegt keine Antwort Hensels zu Voß' Fragen vor. Es dürfte aber spannend bleiben, wie er auf die Vorwürfe reagiert und ob er sich erneut in den Zeugenstand begibt. Am Donnerstag geht es voraussichtlich mit den Prozesserklärungen der Beteiligten zu Dellings Einlassung und weiteren Entscheidungen über Beweisanträge weiter.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51 – Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brau­chen Sie eine Pause, um ein Ableh­nungs­ge­such zu for­mu­lieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Tag 55 – "Die Gerichtssprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus": Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Tag 56 – Voß' großer Rundumschlag: Der Streit um zulässige Fragen und den Umgangston im Saal kocht über: Es wird sich gegenseitig korrigiert und verspottet, dann ruft Stephan Hensel ins Mikrofon. Costard-Verteidiger Voß legt sich besonders mit dem Gericht und zwei Anwälten an.

Tag 57 – "Ich habe niemals Leute manipuliert, ich habe andere Dinge getan": Ingo Bott hält eine Lesestunde. Der vermeintliche Kronzeuge Barkay erklärt bei seinem letzten Auftritt im Zeugenstand, dass er früher für den israelischen Geheimdienst gearbeitet hat. Was bleibt von der Befragung der israelischen Zeugen?

Tag 58 – Warum glaubte man anderen – den Angeklagten aber nicht?: Als eine Ermittlerin erklärt, dass das Verfahren gegen andere eingestellt wurde, weil man sich auf deren Wort verlassen habe, kochen im Block-Prozess die Emotionen über. Misst die Staatsanwaltschaft mit zweierlei Maß? 

Tag 59 – die Kammer denkt an den August, die Verteidigung an den BGH: Was darf eine zentrale Ermittlerin zum Block-Komplex aussagen? Am 59. Verhandlungstag zeichnet sich ab: Die Verteidiger bereiten sich schon auf die Revision vor. Und der Abschluss des Prozesses im August lässt sich wohl nicht mehr halten.

Tag 60 – Die Antwort auf alle Fragen lautet "David Barkay": Der zweite mutmaßliche Fluchtwagenfahrer berichtet per Videoschalte von der Entführung in der Silvesternacht: Beim Chef der Israelis, David Barkay, seien alle Fäden zusammengelaufen. Christina Block könnte noch etwas anderes gelegen kommen.

Tag 61 – "Sie war wie Prinzessin Diana": Kafka, Diana und David Barkay: Die Block-Verteidigung versucht, den mutmaßlichen Chef-Entführer als Strippenzieher darzustellen. Wer brachte die Kinder zuerst in Gefahr? "Profis" hätten bei der Aktion wohl nie mitgemacht.

Tag 62 – Der Entführer, der James Bond sein wollte: Ein Model aus GNTM weint nach einer Ansprache von Christina Block, wird zum Entführer und trinkt später angeblich mit einem Polizeihund aus einer Pfütze. Der Block-Prozess wird immer bizarrer – und zugleich immer schwerer aufzuklären.

Tag 63 – Letzter Entführer macht Christina Block verantwortlich: Sündenbock oder Selbsterhaltungs-Lügner mit Gewissen? Als letzter Zeuge der Kammer schildert der mutmaßliche Entführer Jonathan G., wie David Barkay ihn manipuliert habe – und macht auch Christina Block persönlich verantwortlich. 

Tag 64 – Doch noch ein Haftbefehl gegen Christina Block?: Eskalation im Block-Prozess: Hat die Hauptangeklagte versucht, die Gutachterin ihrer Kinder zu beeinflussen? Die Vorsitzende lässt vor dem Ausschluss der Öffentlichkeit die Bombe platzen. Muss Block auf den letzten Metern noch in U-Haft?

Tag 65 – Entscheidende Stunden hinter verschlossenen Türen: Die kinderpsychiatrische Gutachterin sagt bei ausgeschlossener Öffentlichkeit aus. Es geht um die psychischen Schäden, die die entführten Kinder erlitten – und damit möglicherweise um die Frage, ob Christina Block ins Gefängnis muss.

Tag 66 – Ausgerechnet auf der Zielgeraden meldet sich der nächste Israeli: Eigentlich hat das Gericht sein Beweisprogramm schon für abgeschlossen erklärt, da meldet sich der nächste, mutmaßlich an der Entführung in der Silvesternacht beteiligte Israeli. Muss die Kammer diesen möglichen Zeugen jetzt anhören?

Tag 67 – Das letzte Mal ohne die Presse: Nach vier Tagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit steht das Ergebnis des Gutachtens zu den zwei Block-Kindern fest. Mutter Christina Block trägt Schwarz, Vater Stephan Hensel ist abwesend. Immerhin: Ohne die Presse geht es gut voran.

Tag 68 – "Es geht nicht darum, ob Frau Block eine gute Mutter ist": Wieder öffentlich, wird die Kammer im Block-Prozess mit Anträgen überschüttet. Die Gutachtenerstattung wirkt noch nach, es wird viel diskutiert und am Ende macht die Vorsitzende der Verteidigung eine emotionale Ansage.

Tag 69 – Anwältin belächelt Eintrag ins "Klassenbuch": Ein durchgestochenes Gutachten, eine Richterin, die nicht Wachhund sein will, und eine Alarmanlage. Bei der Befragung einer Polizistin kommt es zu Schrei-Duellen. Dann ist alles schneller vorbei als gedacht, am Tag 69 im Block-Prozess.

Tag 70 – Ver­tei­diger werfen Ermitt­lern schlam­pige Arbeit vor: An Tag 70 im Block-Prozess nimmt die Kammer Erklärungen zur abgeschlossenen Vernehmung der Hauptermittlerin B. entgegen. Dabei könnte sich ein belastender Verdacht der Verteidigung bestätigt haben, der fast so alt ist wie der Prozess selbst.

Tag 71 – Staatsanwaltschaft räumt Fehler ein: "Das ist peinlich": Gerhard Dellings Smartphone, Christina Blocks Tagebuch und die Prozessplanung bringen die Stimmung auf einen neuen Tiefpunkt. Statt der erwarteten Aussage von Christina Block, gibt es ein unerwartetes Eingeständnis der Staatsanwaltschaft.

Tag 72 – "Meine Liebe ist und bleibt bedingungslos": Christina Block sagt nach langer Pause wieder aus, korrigiert frühere Aussagen und schiebt die Verantwortung auf den Familienanwalt. Mit ihren Erklärungen zur Selbstleseliste halten einige Verteidiger ihre letzten großen öffentlichen Worte.

Tag 73 – "Ich wünschte, ich könnte es ungeschehen machen": Block liest weinend aus ihrem Tagebuch vor, ringt um Erklärungen, vier Stunden lang. Ihre wohl letzte öffentliche Einlassung wird zum Drahtseilakt. Und die Richterin macht eine plötzliche Ankündigung.

Tag 74 – Die Bande der Verteidiger brechen: Die Verteidiger unterstützen sich bisher gegenseitig, um das jeweils Beste für ihre Mandanten herauszuholen. Vor der Prozesspause bekriegen sie sich aber untereinander und blasen zum Großangriff auf Blocks Verteidigungslinie – doch die hält.

Tag 75 – "Ganz klar, dass die Angeklagte Block nicht schuldig ist": Christina Blocks Ex-Verteidiger legt als Zeuge einen mindestens selbstbewussten Auftritt hin, während das Gericht vom "Maulkorb-Paragrafen" Gebrauch macht. Die Dynamik im Block-Prozess lässt auch auf den letzten Metern einfach nicht nach.

Tag 76 – Will das Gericht der Verteidigung die Zeit abschneiden?: Die Kammer drängt den Prozess Richtung Ende, die Verteidigung ist aber noch nicht fertig: Es wird weiter um die Einsicht in Beweismittel bei der Polizei gekämpft und die Cousine von Christina Block trifft eine späte und harte Ankündigung.

Tag 77 – Block-Tochter sagt zwar nicht vor Gericht aus, aber im Podcast: Am 77. Prozesstag geht es zunächst um Zeugenfragen. Was wusste Hamburgs Innensenator Andy Grote über die Block-Entführung – und muss er vor Gericht aussagen? Die eigentliche Bombe des Tages platzt, als alle Beteiligten wieder zu Hause sind.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 78: . In: Legal Tribune Online, 01.10.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/61030 (abgerufen am: 10.10.2026 )

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