Block-Prozess Tag 77: Block-Tochter sagt zwar nicht vor Gericht aus, aber im Pod­cast

von Jakob Hoffmann

30.09.2026

Am 77. Prozesstag geht es zunächst um Zeugenfragen. Was wusste Hamburgs Innensenator Andy Grote über die Block-Entführung – und muss er vor Gericht aussagen? Die eigentliche Bombe des Tages platzt, als alle Beteiligten wieder zu Hause sind. 

Der Verhandlungstag am Dienstag war kurz, der eigentliche große Knall kommt erst spät am Abend abseits des Gerichtssaals: Christina Blocks jüngste Tochter spricht selbst in einem Podcast über die Silvesterentführung. Davor geht es vor Gericht mal wieder um Beweisanträge: zu E‑Mails der Stiefmutter, einem Polizeieinsatz Anfang 2024 und Innensenator Andy Grote.

Worum geht es im Block-Prozess?

Die Staatsanwaltschaft (StA), vertreten durch Oberstaatsanwältin (OStA) Mona Paul und StA Marvin Steinberg, wirft der 53-jährigen Unternehmenserbin Christina Block laut Anklage vor, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder, damals zehn und 13 Jahre alt, bei deren Vater Stephan Hensel in der Silvesternacht 2023/24 in dessen Wahlheimat Dänemark in Auftrag gegeben zu haben. Sie bestreitet die Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung. Hensel tritt im Verfahren als Nebenkläger auf, ihn vertritt Dr. Philip von der Meden. Die Kinder werden von Dr. Tanja Jeney vertreten. Christina Blocks Verteidigung besteht aus Dr. Ingo Bott und seiner Kollegin Paula Wlodarek.

Zum Zeitpunkt der Entführung hatten die Eltern geteiltes Sorgerecht, der Mutter stand das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zu. Der Vater hatte die Kinder im August 2021 rechtswidrig in Dänemark zurückbehalten. Das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) verpflichtete ihn zur Herausgabe der Kinder. Dänemark vollstreckt jedoch keine deutschen familiengerichtlichen Entscheidungen. Nach der Entführung hielten sich die Kinder einige Tage bei ihrer Mutter auf. Anfang Januar 2024 ordnete das OLG Hamburg die Herausgabe an den Vater an, bei dem sie bis heute leben. 

Neben Block sind noch ihr Lebensgefährte, Sportmoderator Gerhard Delling (Verteidiger Dr. David Rieks), ihre Cousine Uta B. (Verteidiger Reinhard Daum) und deren Ehemann Mark B. (Verteidiger Nils Fock) sowie Sicherheitsunternehmer Andreas P. (Verteidigerin Gül Pinar) wegen mutmaßlicher Beihilfehandlungen angeklagt.

Dem Vertrauensanwalt der Blocks, Dr. Andreas Costard (Verteidiger Dr. Marko Voß), wird eine täterschaftliche Beteiligung vorgeworfen. Für ihn und Block stehen zudem Veruntreuungs-Vorwürfe im Raum. Wie die übrigen Angeklagten auch bestreitet er die Vorwürfe vollständig. Nur der an der Entführung unmittelbar beteiligte Israeli Tal S. (Verteidiger Dr. Sascha Böttner) hat bislang ein Geständnis abgelegt.

Der erste Zeuge des Tages ist ein Jugendfreund von Andreas Costard, der inzwischen in seiner Kanzlei als Anwalt tätig ist. Er beschreibt Costard als "Workaholic", der eigentlich nur für zwei Dinge lebe: "Für die Familie und für die Arbeit". Knapp und freundlich berichtet er von Costards Familie, seiner Studienlaufbahn, der Kanzleigründung direkt nach dem zweiten Staatsexamen. Diese Kanzlei führt er bis heute. Einen "hohen sechsstelligen Betrag" bringe Costard das jährlich ein, berichtet der Zeuge, brutto zumindest. Die Einkünfte der letzten zwei Jahre seien aber wohl größtenteils für den Prozess draufgegangen – dazu käme die “hohe Belastung durch die presserechtlichen Verfahren”. 

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Costard war im Januar 2026 von der Vorsitzenden von der für die übrigen Angeklagten mit Ausnahme von Block und Delling geltenden Verpixelungsanordnung ausgenommen worden, nachdem durchgestochene Vernehmungen der israelischen Zeugen Costard ins Zentrum des Geschehens gerückt hatten. Costard hatte dagegen geklagt, das Hanseatische Oberlandesgericht hatte ihm schließlich recht gegeben. Auch vor diversen Zivilgerichten klagte er teilweise erfolgreich gegen seine unverpixelte Abbildung in Presseberichterstattungen. 

Nach der Vernehmung des Zeugen fragte Costards Verteidiger Marko Voß, ob es nun wirklich noch erforderlich sei, die acht weiteren geladenen Zeugen zu hören, darunter seine über achtzigjährige Tante, die nächste Woche aus München anreisen müsste. "Jetzt wäre die Chance für die Kammer, zu zeigen, dass sie nicht nur von Verfahrensbeschleunigung spricht, sondern wirklich ernsthaft daran interessiert ist", kommentiert er scharf in Richtung der Richterbank. Vergangene Woche hatte die Kammer sehr zum Verdruss einiger Verteidiger:innen angeordnet, dass Anträge von nun an schriftlich zu stellen seien und der Verteidigung Verzögerungstaktiken vorgeworfen. Die Anwendung dieses “Maulkorbparagrafen” ist durchaus umstritten. Der ein oder andere Verteidiger ist aber vielleicht gar nicht unglücklich darüber, nun unbeschränkt lange und zahlreiche Anträge stellen zu können, ohne sich damit unbeliebt zu machen, die Geduld im Saal zu strapazieren. 

Die Kammer stimmt Voß jedenfalls am Dienstag zu: Man habe genug von diesem einen Zeugen gehört, dass man die anderen nicht mehr brauche. Der bereits erschienene Jens Meier, Chef des Hamburger Hafens, der auch bereits im Prozess ausgesagt hatte, wird daraufhin wieder nach Hause geschickt und die übrigen Zeugen werden abgeladen.  

Verteidigerin will Innensenator laden

Heute haben die Verteidiger:innen Gelegenheit, zu dem ersten Schwung schriftlich gestellter Anträge Stellung zu nehmen. Tatsächlich fühlen sich dazu deutlich weniger von ihnen berufen als sonst üblich; die sonst gerne tagesfüllenden Prozesserklärungen mit Replik und Replik-Repliken fallen am Dienstag überschaubar aus. Anschluss bei den Kollegen finden dabei vor allem zwei LTO vorliegende Beweisanträge von Sicherheitsunternehmer P.'s Verteidigerin Gül Pinar: Sie will Polizeibeamte zu deren Einsatz am Wohnhaus von Christina Block am 2. Januar 2024 vernehmen lassen – und den Hamburger Innensenator Andy Grote. 

Grotes Name taucht im Prozess immer wieder auf. Im Raum steht, ob er möglicherweise über Vorgänge der Rückholaktion oder im Vorfeld davon Bescheid wusste. Ein Pressesprecher Grotes dementierte das in der Vergangenheit gegenüber LTO auf Anfrage. Grote selbst wurde weder von den Ermittlern noch im Prozess bisher vernommen, obwohl die Hauptermittlungsführerin das laut eigener Aussage gerne wollte. Die Entscheidung sei aber über ihren Kopf hinweg getroffen worden. "Es gibt einfach Entscheidungen, die ich nicht getroffen habe", hatte sie in ihrer Zeugenaussage im August gesagt. 

Gül Pinar will Grote nun dazu befragen, ob ihm der Zeit vom 3. bis 5. Januar 2024 bekannt war, dass sich die aus Dänemark zurückgebrachten Kinder im Haus ihrer Mutter in Hamburg aufhielten. Dies würde die Darstellung ihres Mandanten unterstützen, dass er von der Rechtmäßigkeit des Aufenthalts der Kinder bei ihrer Mutter überzeugt gewesen sei, wenn sogar der für die Hamburger Polizei zuständige Innensenator darüber informiert war. So hatte es auch seine Mitarbeiterin ausgesagt, die mit der Polizei vor Ort interagierte. Auf eine Anfrage von LTO reagierte Grote nicht. 

Die Polizeibeamten, die am 2. Januar 2024 zum Einsatz an Blocks Wohnhaus kamen, sollen etwas Ähnliches beweisen. Nicht nur für Sicherheitsunternehmer P. ist das relevant: Auch David Rieks hält diese Umstände für seinen Mandanten Gerhard Delling für relevant, weil es nachvollziehbar mache, dass alle handelnden Personen ab dem Moment, wo die Kinder bei ihrer Mutter waren, jedenfalls nicht mehr von noch fortgesetzten Straftaten ausgegangen seien, an denen sie hätten mitwirken können, wenn die Polizei im Bilde war und wusste, was passierte, und in keiner Weise intervenierte. Damit könnte es am für die angeklagten Beihilfedelikte erforderlichen Gehilfenvorsatz fehlen. 

Wie lädt man einen Innensenator als Zeugen?

Grote ist nicht der erste Zeuge im Block-Prozess, dessen Aussage besondere Schwierigkeiten bereiten könnte. Von Geheimdienstlern und Agenten, Kindern, die gegen die eigene Mutter aussagen sollen, und Ex-Verteidigern, die im Prozess gegen die eigene Mandantin aussagen, war bereits alles Thema.

Soweit es um persönliche Wahrnehmungen geht, kann auch ein Innensenator ganz normal als Zeuge aussagen. Da er ein Angehöriger des öffentlichen Dienstes ist, kann aber das, was ihm im Rahmen seines Amtes bekannt geworden ist, von einer Verschwiegenheitspflicht gesperrt sein: Nach § 54 Abs. 2 Strafprozessordnung (StPO) gelten für die Zeugenaussagen von Mitgliedern der Landesregierungen gesonderte landesrechtliche Vorschriften. In Hamburg regelt § 9 Abs. 1 S. 1 Senatsgesetz (SenG) eine Verschwiegenheitspflicht für Senatsmitglieder. Grote müsste daher in diesem Fall vom Senat nach § 9 Abs. 2 SenG eine Aussagegenehmigung erteilt bekommen, um aussagen zu dürfen. 

Ein ähnliches Debakel wie bei der Aussagegenehmigung der Hauptermittlungsführerin ist aber wohl nicht zu erwarten: Nach § 9 Abs. 3 SenG soll der Senat dem Senator die Aussagegenehmigung nur dann versagen, wenn seine Aussage dem Wohle der Bundesrepublik Deutschland oder eines deutschen Landes Nachteile bereiten oder die Erfüllung öffentlicher Aufgaben ernstlich gefährden oder erheblich erschweren würde. 

Im Podcast spricht die entführte Tochter plötzlich selbst

Am Abend geht ein Schock durch die Reihen der Beteiligten. In dem Podcast "ZEIT Verbrechen" erscheint eine neue Reihe: "House of Block", die die Geschichte der Entführung nachzeichnet und zwar erzählt von Stephan Hensel, seiner neuen Frau Astrid Have und der entführten Tochter. Sie ist heute 15 Jahre alt. Die kinderpsychiatrische Sachverständige hatte bei beiden Kindern schwere Traumatisierungen festgestellt. Christina Block hatte früh im Prozess die Vorsitzende eindringlich gebeten, ihre jüngste Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen – die Gelegenheit, zu sprechen, ihre Geschichte zu erzählen, wollte sie ihr gerne geben, aber nicht vor den Augen der Öffentlichkeit. Beide Kinder machten für die Hauptverhandlung schließlich von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht nach § 52 StPO, das ihnen als Angehörigen zusteht, Gebrauch. Die Tochter stimmte jedoch der Verwertung ihrer polizeilichen Aussagen zu, daraus wird vor Gericht immer wieder zitiert. Obwohl sie also nicht öffentlich aussagen wollte, trat das Mädchen nun mit ihrem Vater in einem Podcast auf und berichtet von genau diesen traumatischen Erfahrungen, eben jenen, zu denen sie vor Gericht nicht aussagen wollte. 

Eine Aussage vor Gericht läuft natürlich anders ab als eine Podcast-Aufnahme. Letztere kann stärker gesteuert werden; das immer wieder viel diskutierte und sich gegenseitig vorgeworfene "Framing" wird hier von der Moderatorin und den Interviewten vorgenommen. Vor Gericht dagegen liefe eine solche Aussage geordneter ab. Es könnten Nachfragen gestellt, Aussagen hinterfragt und in Kontexte und andere Erkenntnisse, etwa betreffend die Glaubhaftigkeit der Aussagen oder aussagepsychologische Hintergründe, die von der Gutachterin im Auftrag des Gerichts festgestellt worden waren, eingeordnet werden. Vor Gericht stünde eine solche Aussage auf neutralem Boden. Ein Podcast ist dies regelmäßig nicht.  

Anders als vor Gericht hat in einem Podcast die "andere Seite" zudem nur dann die Gelegenheit, die eigene Perspektive zu äußern, Fragen zu stellen und einzuordnen, wenn sie selbst daran teilnimmt. Zwar versuchte die Journalistin laut eigener Aussage auch, Christina Block zu kontaktieren. Angesichts ihrer eindringlichen Bitten an die Vorsitzende ist wohl davon auszugehen, dass die Mutter mit dem Podcast-Auftritt ihrer Tochter nicht einverstanden gewesen wäre und daher wohl kaum selbst daran teilnehmen könnte. 

Fragwürdige Entscheidung des Vaters 

Zu Beginn des Podcasts erklärt die Moderatorin, das entführte Mädchen habe selbst seine Geschichte erzählen wollen. Das klingt zunächst nachvollziehbar: Seit Beginn des Prozesses wird ihre Geschichte schließlich im Detail in den Medien ausgebreitet – von anderen. Ob ein Podcast der richtige Ort dafür ist, scheint aber zumindest fraglich. Zivilrechtlich jedenfalls kann die Tochter so eine Entscheidung jedoch noch gar nicht eigenständig treffen, zumindest, soweit es um damit verbundene massive Einschnitte in ihre Persönlichkeitsrechte und die Einwilligung in Veröffentlichungs- und Verwertungsverträge mit dem Medium geht: Mit 15 Jahren ist sie nach § 106 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) nur beschränkt geschäftsfähig. Da die Zustimmung zur Veröffentlichung von Bild- und Tonaufnahmen nicht lediglich rechtlich vorteilhaft ist, braucht sie dafür nach § 107 BGB die Zustimmung ihres gesetzlichen Vertreters. Da das alleinige Sorgerecht inzwischen von dänischen Gerichten dem Vater zugesprochen wurde und sich die deutschen Gerichte für unzuständig erklärten, ist er nach § 1626 Abs. 1 S. 2 BGB der gesetzliche Vertreter. Damit konnte er für seine Tochter die erforderliche Zustimmung zu etwaigen Verträgen oder Einwilligungen erteilen und dem Eingriff in ihre Persönlichkeitsrechte zustimmen.

Ob es das Beste für eine 15-Jährige ist, in einem ohnehin schon sehr medienwirksamen Strafverfahren gegen ihre eigene Mutter wenige Wochen vor der Urteilsverkündung in einem bekannten Podcast im Detail von ihren traumatischen Erfahrungen zu berichten, bleibt damit der Entscheidung des Vaters im Rahmen seines Sorgerechts überlassen. Aus dessen Pflichtcharakter folgt allerdings, dass die darin vorhandene Entscheidungsfreiheit von vornherein dahingehend beschränkt ist, dass die Eltern das Sorgerecht nicht zur Verfolgung eigennütziger Interessen, sondern vielmehr zum Schutz des Kindes und zur Förderung seines Wohls und seiner Entwicklung haben – wo Entscheidungen der Eltern dem Schutz ihrer Kinder also widersprechen, sind sie vom Sorgerecht nicht mehr umfasst. 

Von außen lässt sich diese Frage nicht beurteilen. Fraglos hat aber auch maßgeblich die umfassende und bisweilen unter verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten kritisierbare Medienberichterstattung zu diesem Dilemma geführt, aus dem es keinen einfachen Ausweg geben dürfte. 

Rechtlich relevant könnte sich noch erweisen, dass in dem Podcast Aufnahmen der Notrufknöpfe, die die Kinder in der Nacht trugen, abgespielt werden. Man hört darauf Wimmern und das Mädchen panisch mit den Entführern sprechen. Falls diese Aufnahmen aus den Verfahrensakten stammen, könnte das rechtliche Konsequenzen haben: die wörtliche Wiedergabe von Aktenbestandteilen kann strafbar sein. 

Eskaliertes Familiendrama ohne Ende

Der Sorgerechtsstreit zwischen dem Ex-Paar Block und Hensel ist tief verwurzelt in den beiden Strafverfahren vor dem LG Hamburg. Es wird darum gestritten, ob eine Mutter mit alleinigem Aufenthaltsbestimmungsrecht ihre eigenen Kinder überhaupt entführen kann, ob ihr dieses Recht in der Silvesternacht noch zustand, welche Rolle das gegen Hensel selbst laufende, zeitlich früher liegende Strafverfahren wegen Kindesentziehung spielt, das bis heute bei derselben Jugendschutzkammer liegt und auf Eröffnung wartet.

Immer wieder werfen Christina Block und ihre Verteidigung Kindsvater Hensel zudem vor, die Kinder zu isoliert und indoktriniert zu haben – erst am Dienstag war erneut ein Beweisantrag der Block-Verteidigung Thema, der mit einer E-Mail von Hensels neuer Ehefrau an die dänischen Behörden im September 2021 beweisen soll, dass schon damals vom Vater und der Stiefmutter deutlich die Absicht nach außen getragen wurde, die Kinder trotz nach deutschem Recht bestehender rechtlicher Verpflichtung zur Herausgabe an die Mutter in Dänemark zu behalten. Dies widerspräche Hensels Darstellung vor Gericht, der stets betont hatte, er habe die Kinder herausgeben wollen – diese hätten jedoch nicht zur Mutter zurückgewollt. 

Ursprünglich hatte die Kammer am Ende des kurzen Verhandlungstages am Dienstag angekündigt, man wolle am Mittwoch die Entscheidungen zu Beweisanträgen verkünden. Zudem wurde eine Einlassung eines Angeklagten angekündigt. Nach einer letzten Fristsetzung will die Vorsitzende die Beweisaufnahme dann bald schließen können, worauf schon die Schlussvorträge folgen würden. Es ist aber gut möglich, dass sich, zumindest aufseiten der Anwält:innen, die Prioritäten angesichts des Schlags am Vorabend noch einmal verschieben könnten. Ein Ende des Prozesses ist also in Sicht – ein Ende des Familiendramas noch lange nicht.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51 – Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brau­chen Sie eine Pause, um ein Ableh­nungs­ge­such zu for­mu­lieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Tag 55 – "Die Gerichtssprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus": Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Tag 56 – Voß' großer Rundumschlag: Der Streit um zulässige Fragen und den Umgangston im Saal kocht über: Es wird sich gegenseitig korrigiert und verspottet, dann ruft Stephan Hensel ins Mikrofon. Costard-Verteidiger Voß legt sich besonders mit dem Gericht und zwei Anwälten an.

Tag 57 – "Ich habe niemals Leute manipuliert, ich habe andere Dinge getan": Ingo Bott hält eine Lesestunde. Der vermeintliche Kronzeuge Barkay erklärt bei seinem letzten Auftritt im Zeugenstand, dass er früher für den israelischen Geheimdienst gearbeitet hat. Was bleibt von der Befragung der israelischen Zeugen?

Tag 58 – Warum glaubte man anderen – den Angeklagten aber nicht?: Als eine Ermittlerin erklärt, dass das Verfahren gegen andere eingestellt wurde, weil man sich auf deren Wort verlassen habe, kochen im Block-Prozess die Emotionen über. Misst die Staatsanwaltschaft mit zweierlei Maß? 

Tag 59 – die Kammer denkt an den August, die Verteidigung an den BGH: Was darf eine zentrale Ermittlerin zum Block-Komplex aussagen? Am 59. Verhandlungstag zeichnet sich ab: Die Verteidiger bereiten sich schon auf die Revision vor. Und der Abschluss des Prozesses im August lässt sich wohl nicht mehr halten.

Tag 60 – Die Antwort auf alle Fragen lautet "David Barkay": Der zweite mutmaßliche Fluchtwagenfahrer berichtet per Videoschalte von der Entführung in der Silvesternacht: Beim Chef der Israelis, David Barkay, seien alle Fäden zusammengelaufen. Christina Block könnte noch etwas anderes gelegen kommen.

Tag 61 – "Sie war wie Prinzessin Diana": Kafka, Diana und David Barkay: Die Block-Verteidigung versucht, den mutmaßlichen Chef-Entführer als Strippenzieher darzustellen. Wer brachte die Kinder zuerst in Gefahr? "Profis" hätten bei der Aktion wohl nie mitgemacht.

Tag 62 – Der Entführer, der James Bond sein wollte: Ein Model aus GNTM weint nach einer Ansprache von Christina Block, wird zum Entführer und trinkt später angeblich mit einem Polizeihund aus einer Pfütze. Der Block-Prozess wird immer bizarrer – und zugleich immer schwerer aufzuklären.

Tag 63 – Letzter Entführer macht Christina Block verantwortlich: Sündenbock oder Selbsterhaltungs-Lügner mit Gewissen? Als letzter Zeuge der Kammer schildert der mutmaßliche Entführer Jonathan G., wie David Barkay ihn manipuliert habe – und macht auch Christina Block persönlich verantwortlich. 

Tag 64 – Doch noch ein Haftbefehl gegen Christina Block?: Eskalation im Block-Prozess: Hat die Hauptangeklagte versucht, die Gutachterin ihrer Kinder zu beeinflussen? Die Vorsitzende lässt vor dem Ausschluss der Öffentlichkeit die Bombe platzen. Muss Block auf den letzten Metern noch in U-Haft?

Tag 65 – Entscheidende Stunden hinter verschlossenen Türen: Die kinderpsychiatrische Gutachterin sagt bei ausgeschlossener Öffentlichkeit aus. Es geht um die psychischen Schäden, die die entführten Kinder erlitten – und damit möglicherweise um die Frage, ob Christina Block ins Gefängnis muss.

Tag 66 – Ausgerechnet auf der Zielgeraden meldet sich der nächste Israeli: Eigentlich hat das Gericht sein Beweisprogramm schon für abgeschlossen erklärt, da meldet sich der nächste, mutmaßlich an der Entführung in der Silvesternacht beteiligte Israeli. Muss die Kammer diesen möglichen Zeugen jetzt anhören?

Tag 67 – Das letzte Mal ohne die Presse: Nach vier Tagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit steht das Ergebnis des Gutachtens zu den zwei Block-Kindern fest. Mutter Christina Block trägt Schwarz, Vater Stephan Hensel ist abwesend. Immerhin: Ohne die Presse geht es gut voran.

Tag 68 – "Es geht nicht darum, ob Frau Block eine gute Mutter ist": Wieder öffentlich, wird die Kammer im Block-Prozess mit Anträgen überschüttet. Die Gutachtenerstattung wirkt noch nach, es wird viel diskutiert und am Ende macht die Vorsitzende der Verteidigung eine emotionale Ansage.

Tag 69 – Anwältin belächelt Eintrag ins "Klassenbuch": Ein durchgestochenes Gutachten, eine Richterin, die nicht Wachhund sein will, und eine Alarmanlage. Bei der Befragung einer Polizistin kommt es zu Schrei-Duellen. Dann ist alles schneller vorbei als gedacht, am Tag 69 im Block-Prozess.

Tag 70 – Ver­tei­diger werfen Ermitt­lern schlam­pige Arbeit vor: An Tag 70 im Block-Prozess nimmt die Kammer Erklärungen zur abgeschlossenen Vernehmung der Hauptermittlerin B. entgegen. Dabei könnte sich ein belastender Verdacht der Verteidigung bestätigt haben, der fast so alt ist wie der Prozess selbst.

Tag 71 – Staatsanwaltschaft räumt Fehler ein: "Das ist peinlich": Gerhard Dellings Smartphone, Christina Blocks Tagebuch und die Prozessplanung bringen die Stimmung auf einen neuen Tiefpunkt. Statt der erwarteten Aussage von Christina Block, gibt es ein unerwartetes Eingeständnis der Staatsanwaltschaft.

Tag 72 – "Meine Liebe ist und bleibt bedingungslos": Christina Block sagt nach langer Pause wieder aus, korrigiert frühere Aussagen und schiebt die Verantwortung auf den Familienanwalt. Mit ihren Erklärungen zur Selbstleseliste halten einige Verteidiger ihre letzten großen öffentlichen Worte.

Tag 73 – "Ich wünschte, ich könnte es ungeschehen machen": Block liest weinend aus ihrem Tagebuch vor, ringt um Erklärungen, vier Stunden lang. Ihre wohl letzte öffentliche Einlassung wird zum Drahtseilakt. Und die Richterin macht eine plötzliche Ankündigung.

Tag 74 – Die Bande der Verteidiger brechen: Die Verteidiger unterstützen sich bisher gegenseitig, um das jeweils Beste für ihre Mandanten herauszuholen. Vor der Prozesspause bekriegen sie sich aber untereinander und blasen zum Großangriff auf Blocks Verteidigungslinie – doch die hält.

Tag 75 – "Ganz klar, dass die Angeklagte Block nicht schuldig ist": Christina Blocks Ex-Verteidiger legt als Zeuge einen mindestens selbstbewussten Auftritt hin, während das Gericht vom "Maulkorb-Paragrafen" Gebrauch macht. Die Dynamik im Block-Prozess lässt auch auf den letzten Metern einfach nicht nach.

Tag 76 – Will das Gericht der Verteidigung die Zeit abschneiden?: Die Kammer drängt den Prozess Richtung Ende, die Verteidigung ist aber noch nicht fertig: Es wird weiter um die Einsicht in Beweismittel bei der Polizei gekämpft und die Cousine von Christina Block trifft eine späte und harte Ankündigung.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 77: . In: Legal Tribune Online, 30.09.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/61009 (abgerufen am: 08.10.2026 )

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