Block-Prozess Tag 75: "Ganz klar, dass die Ange­klagte Block nicht schuldig ist"

von Jakob Hoffmann

22.09.2026

Christina Blocks Ex-Verteidiger legt als Zeuge einen mindestens selbstbewussten Auftritt hin, während das Gericht vom "Maulkorb-Paragrafen" Gebrauch macht. Die Dynamik im Block-Prozess lässt auch auf den letzten Metern einfach nicht nach.

Der 75. Verhandlungstag im Block-Prozess beginnt mit einem Zeugen, der mit Spannung erwartet worden war: Christina Blocks ehemaliger Verteidiger in dem Prozess, von dem sie sich nach nur drei Verhandlungstagen schon wieder trennte – die Hamburger Strafrechts-Größe Otmar Kury. Der kündigt direkt zu Beginn an, nichts sagen zu wollen. Was er dann aber doch sagt, hat es in sich.

Worum geht es im Block-Prozess?

Die Staatsanwaltschaft (StA), vertreten durch Oberstaatsanwältin (OStA) Mona Paul und Staatsanwalt Marvin Steinberg, wirft der 53-jährigen Unternehmenserbin Christina Block vor, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder, damals zehn und 13 Jahre alt, bei deren Vater Stephan Hensel in der Silvesternacht 2023/24 in dessen Wahlheimat Dänemark in Auftrag gegeben zu haben. Sie bestreitet die Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung. 

Hensel tritt im Verfahren als Nebenkläger auf, ihn vertritt Dr. Philip von der Meden. Die Kinder werden von Dr. Tanja Jeney vertreten. Blocks Verteidigung besteht aus Dr. Ingo Bott und seiner Kollegin Paula Wlodarek.

Zum Zeitpunkt der Entführung hatten die Eltern geteiltes Sorgerecht, der Mutter stand das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zu. Der Vater hatte die Kinder im August 2021 rechtswidrig in Dänemark zurückbehalten. Das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) verpflichtete ihn zur Herausgabe der Kinder. Dänemark vollstreckt jedoch keine deutschen familiengerichtlichen Entscheidungen. Nach der Entführung hielten sich die Kinder einige Tage bei ihrer Mutter auf. Anfang Januar 2024 ordnete das OLG Hamburg die Herausgabe an den Vater an, bei dem sie bis heute leben. 

Neben Block sind noch ihr Lebensgefährte, Sportmoderator Gerhard Delling (Verteidiger Dr. David Rieks), ihre Cousine Uta B. (Verteidiger Reinhard Daum) und deren Ehemann Mark B. (Verteidiger Nils Fock) sowie Sicherheitsunternehmer Andreas P. (Verteidigerin Gül Pinar) wegen mutmaßlicher Beihilfehandlungen angeklagt.

Dem Vertrauensanwalt der Blocks, Dr. Andreas Costard (Verteidiger Dr. Marko Voß), wird eine täterschaftliche Beteiligung vorgeworfen. Für ihn und Block stehen zudem Veruntreuungs-Vorwürfe im Raum. Wie die übrigen Angeklagten auch bestreitet er die Vorwürfe vollständig. Nur der an der Entführung unmittelbar beteiligte Israeli Tal S. (Verteidiger Dr. Sascha Böttner) hat bislang ein Geständnis abgelegt.

Verhandelt wird vor der Jugendschutzkammer des Landgerichts (LG) Hamburg, der Richterin Isabel Hildebrandt vorsitzt.

Die exzentrischen Auftritte des Ex-Block-Verteidigers hatten schon bei Prozessbeginn für Gesprächsstoff gesorgt. Auch am Montag werden die zahlreich erschienenen Zuschauer nicht enttäuscht: In seinem typischen grauen Anzug mit seinem typischen metallenen Aktenkoffer schreitet Kury erhobenen Hauptes den Mittelgang hinunter, obwohl die Zeugen normalerweise direkt neben der Tür abbiegen, um von der Seite zum Zeugenpult zu kommen. Der Mittelgang endet zur Linken mit dem Platz, auf dem nun sein Nachfolger Dr. Ingo Bott sitzt. Es sind wohl alte Gewohnheiten.

Zunächst scheint Kury die Sache ganz simpel machen zu wollen: Die Vorgänge, zu denen er als Zeuge geladen worden ist, seien nun mehr als zwei Jahre her. Das hätte er erst in seinen Akten prüfen müssen und mit der Strafbarkeit nach § 203 Strafgesetzbuch (StGB) abgestimmt. Als Blocks früherer Verteidiger ist Kury nach § 43a Abs. 2 Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) zur Verschwiegenheit über alles verpflichtet ist, was ihm durch seine Arbeit als Rechtsanwalt für Block bekannt geworden ist. Ein Verstoß dagegen wäre nach § 203 Abs. 1 Nr. 3 StGB strafbar. 

Seiner Prüfung nach ist er bereits am 2. Januar 2024 mit dem Mandat befasst gewesen, weshalb er zu dem Schluss gekommen sei, die Vorgänge fielen unter seine Verschwiegenheitspflicht. Daher wolle er von seinem Zeugnisverweigerungsrecht nach § 53 Abs. 1 S. 1 Nr. 3 Strafprozessordnung (StPO) Gebrauch machen.

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt erteilt Verteidigerin Gül Pinar, die Kurys Ladung beantragt hatte, das Wort. Sie scheint sich unsicher, ob sie nun Fragen stellen soll oder nicht. Kury habe sich schließlich auf sein Schweigerecht berufen, sagt Pinar. Die Vorsitzende entgegnet, sie habe doch auch Fragen zum Geschehen am 5. Januar 2024 gehabt, als Kury die Block-Kinder zurück zur Polizei gefahren hat – und schon entbrennt der erste Streit des Verhandlungstages. 

Bott schaltet sich ein. Er beanstande die Entscheidung der Vorsitzenden. Diese schaut ihn irritiert an. "Herr Bott, ich habe keine Entscheidung getroffen", entgegnet sie entgeistert. Sie habe nur Pinar das Wort erteilt, das sei der ganz normale prozessuale Ablauf. 

Bott dagegen meint, sie habe, obwohl Kury sich bereits auf sein Zeugnisverweigerungsrecht zu allen antragsgegenständlichen Umständen berufen hatte, mit ihrem Nachhaken bei Pinar dazu angeregt, ihm trotzdem Fragen zum 5. Januar zu stellen, wofür aber ebenfalls seine Verschwiegenheitspflicht gelte. Kury, der nicht nur beim Durchschreiten des Saals in alte Gewohnheiten verfallen war, mischt sich direkt in die Diskussion ein. 

Hildebrandt unterbricht ihn: "Herr Rechtsanwalt Kury, Sie sind jetzt gerade nicht dran, Sie sind hier Zeuge!", erinnert sie ihn. Ohne Erfolg, denn Kury redet unbeeindruckt weiter, auch als Hildebrandt versucht, ihn zu übertönen. "Sie dürfen hier nicht ohne Aufforderung irgendwelche Erklärungen abgeben!", ruft sie ihm zu, was Kury aber keinen Einhalt gebietet. "Ja Herr Kury, es nutzt nichts, wenn Sie einfach nur weiterreden", kommentiert sie schließlich resigniert. Letztlich schafft sie es, ihn aus dem Saal zu schicken. Jetzt kann Botts Beanstandung geklärt werden.

Kury: Block nicht schuldig

Oberstaatsanwältin Mona Paul stimmt Bott zu, dass für Kury eine umfassende Verschwiegenheitspflicht vorliege. Sie fügt aber hinzu: "Dummerweise führt das ja nicht dazu, dass er hier nicht aussagen kann." Formell muss die Kammer Kury schließlich nur auf sein Zeugnisverweigerungsrecht hinweisen. Darauf berufen muss er sich selbst – sagt er trotzdem aus, macht er sich zwar strafbar, die Kammer muss ihn davon aber nicht abhalten und kann die Aussage verwerten. 

Botts Beanstandung weist die Kammer damit zurück. Pinar erklärt trotzdem, keine Fragen stellen zu wollen. Stattdessen stellt Hildebrandt sie. Kury beruft sich zwar auf sein Schweigerecht, will dann aber doch noch Dinge loswerden, etwa einen vermeintlichen Streit mit der Polizei dementieren, von dem eine Zeugin berichtet habe: Das sei eine "unwahre, verlogene Behauptung". "Völliger Unfug, ich sage das noch einmal, völliger Unfug!", zetert er, und fügt gleich hinzu: "Was nicht der Wahrheit entspricht, darf ich hier immer ausführen, weil das nicht der Verschwiegenheit unterliegt". 

Zugleich gibt er sich tief enttäuscht, nicht mehr aussagen zu können, weil er von seiner Schweigepflicht nicht entbunden wurde. "Ich würde alle Fragen beantworten, wenn mir das erlaubt wäre", sagt er. Dabei hatte Paul eingangs noch einmal ausdrücklich betont, dass nichts Ungewöhnliches daran sei, dass eine Mandantin ihren ehemaligen Verteidiger nicht von seiner Verschwiegenheitspflicht entbinde.

Daraufhin hält Kury noch unaufgefordert einen Vortrag darüber, dass die Hamburger Justiz zu schlecht finanziert sei, was auch Richterin Hildebrandt nur mit einem "Mhm" kommentiert. Dann setzt er zum Finale an. "Noch eine Anmerkung: Ich habe, als ich hier noch Verteidiger war, eine Eröffnungserklärung abgegeben, und daran halte ich immer noch fest": Es sei ganz klar, "dass die Angeklagte Block nicht schuldig ist", erklärt er pathetisch. "Das werde ich hier auch immer wieder wiederholen, weil es nicht unter meine Verschwiegenheitspflicht fällt, weil es eine Offenkundigkeit ist!" Er nickt zackig der Vorsitzenden zu. Geräuschvoll packt er seinen großen Koffer zusammen und zieht ab.

Der Kurzauftritt endet damit, wie er begonnen hat: Kurios.

Ärger über "Maulkorb-Paragraf"

Die Vorsitzende macht weiter mit einer Anordnung, die für Unmut unter den Verteidiger:innen sorgt: Beweisanträge müssen nun nach § 257a StPO, gemeinhin auch als "Maulkorb-Paragraf" bezeichnet, schriftlich gestellt werden. Das diene "der Förderung der Hauptverhandlung, nicht der Sanktion der Verfahrensverzögerung", erklärt die Vorsitzende. 

In der Begründung für die Maßnahme klingt dann aber schon ein wenig durch: Grund für die Anordnung sei das "ungewöhnliche Prozessverhalten" einiger Beteiligter. So seien seit Mitte August nach über 70 Hauptverhandlungsterminen umfangreiche Anträge gestellt worden. Mehrfach verweist sie auf die zahlreichen Anträge, die Ingo Bott am vorherigen Verhandlungstag angekündigt hatte, sich dann aber nach Rücksprache mit seiner Mandantin entschied, sie doch nicht zu stellen. 

Dass so der Eindruck entsteht, Bott habe ihnen eine Kollektivstrafe aufgebrummt, dürfte nicht dazu beitragen, die ohnehin zuletzt angespannte Stimmung zwischen den Verteidiger:innen zu verbessern. Costard-Verteidiger Dr. Marko Voß moniert spitz, dass die Anordnung alle Verteidiger träfe, "wenn in der Begründetheit vor allem auf die Verteidigung Block verwiesen wird." Fünf Anträge habe er gestellt, das sei eine "lächerlich kleine Zahl" in Anbetracht des Verfahrens. Er habe mit seinem Prozessverhalten sicherlich keinen Anlass für eine solche Anordnung gegeben. Auch Pinar erklärt, sie habe mit ihrem Prozessverhalten sicherlich nicht dazu beigetragen.

Dr. David Rieks, der als Verteidiger von Blocks Lebensgefährten Delling meist mit deren Verteidigung im gleichen Lager steht, geht einen anderen Weg: "Ich bin tatsächlich etwas erschrocken über die Anordnung", erklärt er. Das sei ein absoluter Ausnahmetatbestand, dessen Verfassungsmäßigkeit schon umstritten sei. In der Fachliteratur stößt der "Maulkorb-Paragraf" tatsächlich auf erhebliche Kritik. 

Die Anordnung eines schriftlichen Verfahrens stellt einen tiefgehenden Eingriff in den rechtsstaatlichen Mündlichkeitsgrundsatz dar. Schon weil § 257a StPO als reine Ermessensvorschrift ohne bestimmte Kriterien ausgestaltet ist, wird vielfach angezweifelt, ob das rechtsstaatliche Bestimmtheitsgebot damit erfüllt sein kann. In der Literatur wird für eine Abschaffung der Norm plädiert, jedenfalls aber für eine teleologische Reduktion darauf, dass ihre Anwendung auf extreme Ausnahmefälle beschränkt werden müsse, und zwar auch solche, bei denen das Antragsrecht bereits missbraucht wurde, um erhebliche Verfahrensverzögerungen herbeizuführen. Als Mittel zur Verfahrensbeschleunigung wird § 257a StPO sogar als kontraproduktiv bezeichnet, da schriftlich gestellte Anträge schnell umfangreicher ausfallen können und den Beteiligten trotzdem die Gelegenheit gegeben werden muss, alle Anträge zu lesen.

Eine höchstrichterliche Rechtsprechung erging um den "Maulkorb-Paragrafen" noch nicht, die Norm findet aber, wohl auch aufgrund der großen Kritik daran, nur sehr selten Anwendung. Dass dies nun im Block-Prozess der Fall ist, müssen die Beteiligten erst einmal hinnehmen: Nach § 305 S. 1 StPO ist keine Beschwerde gegen die Anordnung möglich, sie kann daher nur mit der Revision gerügt werden. Die Liste für eine mögliche Überprüfung durch den Bundesgerichtshof (BGH) wächst also zusehends. 

IT-Asservate: Ein Schritt weiter, nur wohin?

Einmal mehr geht es auch am Montag um die IT-Asservate, die wie das sprichwörtliche Damoklesschwert über dem Prozess schweben. Pinar bekräftigt noch einmal, die zuletzt von Voß vorgelegten E-Mails dessen Mandanten Costard seien ein Beispiel dafür, wie wichtig es sei, dass die IT-Asservate von der Verteidigung ausgewertet werden könnten. Es sei zudem völlig unverständlich, warum die Ermittler die belastenden E-Mails fanden, die entlastenden Folge-E-Mails aber nicht: Die Betreffzeilen der E-Mails seien immer gleich gewesen.

Zumindest bei einem der sichergestellten und später möglicherweise rechtlich nicht sauber beschlagnahmten IT-Asservate scheint es Bewegung zu geben: Bott spricht das "Haustelefon" von Christina Block an – gemeint ist damit ein Handy, das sie in ihrem Wohnhaus verwendete und unter anderem für tagebuchartige Aufzeichnungen nutzte, so wertet es jedenfalls ihre Verteidigung. Um die Verwertung dieses "Tagebuchs" tobt ebenfalls schon lange ein Streit. 

Bott bittet um eine Aufklärung, da ihm mitgeteilt worden sei, dass jetzt wohl in dieses IT-Asservat die Einsichtnahme möglich sei, und zwar beim Landeskriminalamt (LKA) in Begleitung der Hauptermittlungsführerin. Es wäre der erste der 37 umstrittenen Datenbestände aus den IT-Asservaten, den die Verteidiger:innen auswerten können. So richtig eine Antwort zu haben scheint aber niemand. Auch was es für die übrigen Datenbestände heißt, wenn dieser eine nun beim LKA aufbereitet eingesehen und ausgewertet werden kann, ist unklar.

Delling: In verfahrensbedingter Frührente

Damit wird dann auch schon der möglicherweise letzte öffentliche Abschnitt des Block-Prozesses eingeläutet: die Erklärungen zu den persönlichen Verhältnissen der Angeklagten. 

Bott macht den Anfang und verliest einen bereits zuvor außerhalb der Hauptverhandlung gestellten Antrag, die Öffentlichkeit auszuschließen, weil es um den höchstpersönlichen Lebensbereich von Block und damit auch ihrer Kinder ginge, wofür die Öffentlichkeit bereits zuvor ausgeschlossen worden war. Auch um das Verhältnis zu ihren Eltern, zu ihrem Ex-Partner Hensel und ihrem aktuellen Partner Delling gehe es. Doch die Kammer lehnt den Antrag ab, weil nicht zu erwarten sei, dass es um solche intimen Details gehen werde. Tut es dann auch nicht: Reihum erzählen alle Angeklagten einmal, wie viele Geschwister sie haben, auf welche Schulen sie gegangen sind und welche Berufe sie ausgeübt haben. Intim ist hier nichts.

Deutlich wird dabei nur eines: Wie einschneidend sich das Verfahren auf alle Angeklagten ausgewirkt hat. Das Ehepaar B., beide selbstständig, berichtet von massivem Verdienstausfall; auch Block berichtet, seit Beginn des Verfahrens seien ihre selbstständige Tätigkeit als Beraterin und im Aufsichtsrat der Block Holding "aufgelöst". Als die Vorsitzende Ex-Sportmoderator Delling fragt, ob er seine Berufstätigkeit "altersbedingt" aufgegeben habe, antwortet er trocken: "Ne, nicht altersbedingt. Durch das Verfahren bedingt." Es wäre sein 50. Jahr als Journalist gewesen, berichtet er. Den Prozess finanziere er mit einem Kredit.

Am Dienstag folgen laut Plan noch die letzten Erklärungen zu den persönlichen Verhältnissen. Dann stehen noch die Erklärungen zu den nun schriftlich gestellten Anträgen aus, über die die Kammer dann noch entscheiden muss. Möglicherweise kommt es dazu noch zu der einen oder anderen Zeugenvernehmung, es dürften aber die letzten Kurven vor der Ziellinie sein: Danach stehen nur noch hinter verschlossenen Türen die Plädoyers und letzten Worte der Angeklagten an, bevor das Urteil fällt – zumindest in erster Instanz. 

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51 – Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brau­chen Sie eine Pause, um ein Ableh­nungs­ge­such zu for­mu­lieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Tag 55 – "Die Gerichtssprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus": Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Tag 56 – Voß' großer Rundumschlag: Der Streit um zulässige Fragen und den Umgangston im Saal kocht über: Es wird sich gegenseitig korrigiert und verspottet, dann ruft Stephan Hensel ins Mikrofon. Costard-Verteidiger Voß legt sich besonders mit dem Gericht und zwei Anwälten an.

Tag 57 – "Ich habe niemals Leute manipuliert, ich habe andere Dinge getan": Ingo Bott hält eine Lesestunde. Der vermeintliche Kronzeuge Barkay erklärt bei seinem letzten Auftritt im Zeugenstand, dass er früher für den israelischen Geheimdienst gearbeitet hat. Was bleibt von der Befragung der israelischen Zeugen?

Tag 58 – Warum glaubte man anderen – den Angeklagten aber nicht?: Als eine Ermittlerin erklärt, dass das Verfahren gegen andere eingestellt wurde, weil man sich auf deren Wort verlassen habe, kochen im Block-Prozess die Emotionen über. Misst die Staatsanwaltschaft mit zweierlei Maß? 

Tag 59 – die Kammer denkt an den August, die Verteidigung an den BGH: Was darf eine zentrale Ermittlerin zum Block-Komplex aussagen? Am 59. Verhandlungstag zeichnet sich ab: Die Verteidiger bereiten sich schon auf die Revision vor. Und der Abschluss des Prozesses im August lässt sich wohl nicht mehr halten.

Tag 60 – Die Antwort auf alle Fragen lautet "David Barkay": Der zweite mutmaßliche Fluchtwagenfahrer berichtet per Videoschalte von der Entführung in der Silvesternacht: Beim Chef der Israelis, David Barkay, seien alle Fäden zusammengelaufen. Christina Block könnte noch etwas anderes gelegen kommen.

Tag 61 – "Sie war wie Prinzessin Diana": Kafka, Diana und David Barkay: Die Block-Verteidigung versucht, den mutmaßlichen Chef-Entführer als Strippenzieher darzustellen. Wer brachte die Kinder zuerst in Gefahr? "Profis" hätten bei der Aktion wohl nie mitgemacht.

Tag 62 – Der Entführer, der James Bond sein wollte: Ein Model aus GNTM weint nach einer Ansprache von Christina Block, wird zum Entführer und trinkt später angeblich mit einem Polizeihund aus einer Pfütze. Der Block-Prozess wird immer bizarrer – und zugleich immer schwerer aufzuklären.

Tag 63 – Letzter Entführer macht Christina Block verantwortlich: Sündenbock oder Selbsterhaltungs-Lügner mit Gewissen? Als letzter Zeuge der Kammer schildert der mutmaßliche Entführer Jonathan G., wie David Barkay ihn manipuliert habe – und macht auch Christina Block persönlich verantwortlich. 

Tag 64 – Doch noch ein Haftbefehl gegen Christina Block?: Eskalation im Block-Prozess: Hat die Hauptangeklagte versucht, die Gutachterin ihrer Kinder zu beeinflussen? Die Vorsitzende lässt vor dem Ausschluss der Öffentlichkeit die Bombe platzen. Muss Block auf den letzten Metern noch in U-Haft?

Tag 65 – Entscheidende Stunden hinter verschlossenen Türen: Die kinderpsychiatrische Gutachterin sagt bei ausgeschlossener Öffentlichkeit aus. Es geht um die psychischen Schäden, die die entführten Kinder erlitten – und damit möglicherweise um die Frage, ob Christina Block ins Gefängnis muss.

Tag 66 – Ausgerechnet auf der Zielgeraden meldet sich der nächste Israeli: Eigentlich hat das Gericht sein Beweisprogramm schon für abgeschlossen erklärt, da meldet sich der nächste, mutmaßlich an der Entführung in der Silvesternacht beteiligte Israeli. Muss die Kammer diesen möglichen Zeugen jetzt anhören?

Tag 67 – Das letzte Mal ohne die Presse: Nach vier Tagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit steht das Ergebnis des Gutachtens zu den zwei Block-Kindern fest. Mutter Christina Block trägt Schwarz, Vater Stephan Hensel ist abwesend. Immerhin: Ohne die Presse geht es gut voran.

Tag 68 – "Es geht nicht darum, ob Frau Block eine gute Mutter ist": Wieder öffentlich, wird die Kammer im Block-Prozess mit Anträgen überschüttet. Die Gutachtenerstattung wirkt noch nach, es wird viel diskutiert und am Ende macht die Vorsitzende der Verteidigung eine emotionale Ansage.

Tag 69 – Anwältin belächelt Eintrag ins "Klassenbuch": Ein durchgestochenes Gutachten, eine Richterin, die nicht Wachhund sein will, und eine Alarmanlage. Bei der Befragung einer Polizistin kommt es zu Schrei-Duellen. Dann ist alles schneller vorbei als gedacht, am Tag 69 im Block-Prozess.

Tag 70 – Ver­tei­diger werfen Ermitt­lern schlam­pige Arbeit vor: An Tag 70 im Block-Prozess nimmt die Kammer Erklärungen zur abgeschlossenen Vernehmung der Hauptermittlerin B. entgegen. Dabei könnte sich ein belastender Verdacht der Verteidigung bestätigt haben, der fast so alt ist wie der Prozess selbst.

Tag 71 – Staatsanwaltschaft räumt Fehler ein: "Das ist peinlich": Gerhard Dellings Smartphone, Christina Blocks Tagebuch und die Prozessplanung bringen die Stimmung auf einen neuen Tiefpunkt. Statt der erwarteten Aussage von Christina Block, gibt es ein unerwartetes Eingeständnis der Staatsanwaltschaft.

Tag 72 – "Meine Liebe ist und bleibt bedingungslos": Christina Block sagt nach langer Pause wieder aus, korrigiert frühere Aussagen und schiebt die Verantwortung auf den Familienanwalt. Mit ihren Erklärungen zur Selbstleseliste halten einige Verteidiger ihre letzten großen öffentlichen Worte.

Tag 73 – "Ich wünschte, ich könnte es ungeschehen machen": Block liest weinend aus ihrem Tagebuch vor, ringt um Erklärungen, vier Stunden lang. Ihre wohl letzte öffentliche Einlassung wird zum Drahtseilakt. Und die Richterin macht eine plötzliche Ankündigung.

Tag 74 – Die Bande der Verteidiger brechen: Die Verteidiger unterstützen sich bisher gegenseitig, um das jeweils Beste für ihre Mandanten herauszuholen. Vor der Prozesspause bekriegen sie sich aber untereinander und blasen zum Großangriff auf Blocks Verteidigungslinie – doch die hält.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 75: . In: Legal Tribune Online, 22.09.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60933 (abgerufen am: 14.10.2026 )

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