Block-Prozess Tag 74: Die Bande der Ver­tei­diger bre­chen

von Jakob Hoffmann

30.08.2026

Die Verteidiger unterstützen sich bisher gegenseitig, um das jeweils Beste für ihre Mandanten herauszuholen. Vor der Prozesspause bekriegen sie sich aber untereinander und blasen zum Großangriff auf Blocks Verteidigungslinie – doch die hält.

Dr. Philip von der Meden ist am Freitag fünf Minuten vor dem Startschuss um 9:30 Uhr im Gerichtssaal – für gewöhnlich sind es bei ihm eher fünf Minuten danach. Da das Gericht auf ihn als Nebenklagevertreter nicht nach § 243 Abs. 1 S. 2 Strafprozessordnung (StPO) warten muss, ist er aber natürlich nie formal zu spät. Bissige Kommentare muss er sich trotzdem von seinen Anwaltskollegen ab und an gefallen lassen. Am letzten Verhandlungstag vor der mehrwöchigen Prozesspause braucht es ihn aber ausnahmsweise mal nicht, um direkt geladen in den Tag zu starten: Dafür sorgen die Verteidiger schon früh untereinander, wie sich zeigen sollte.

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt eröffnet zunächst mit einem Stoß Beschlüsse, die meisten davon Ablehnungen für Beweis- und Befangenheitsanträge. Aber nicht jeder abgelehnte Antrag ist eine Niederlage für die Verteidiger:innen: Die Begründungen, mit denen Anträge abgelehnt werden, können ihnen nämlich wichtige Hinweise zu Ansichten der Kammer geben. Haben sie, wie hier im Block-Prozess, eine Kammer vor sich, die sich nur höchst ungern in die Karten schauen lässt, können diese Hinweise aus den abgelehnten Beschlüssen sehr wertvoll sein – etwa wenn es darum geht, zu identifizieren, wo man die Kammer noch überzeugen muss und wo sie einem vielleicht bereits zustimmt. 

Einen kleinen Sieg fahren deshalb am Freitag die Verteidiger von Christina Block, Dr. Ingo Bott, und ihrem Lebensgefährten Gerhard Delling, Dr. David Rieks, ein. Ihren Antrag auf Ladung eines Zeugen zu einem Besuch Blocks und Dellings bei der dänischen Schule der Kinder im September 2021 lehnt das Gericht ab. Dieser Schulbesuch ist ein hitziges Streitthema zwischen Verteidigung und Nebenklage: Kindsvater Stephan Hensel hatte Delling im vergangenen Oktober mit Zwischenrufen im Gerichtssaal vorgeworfen, er habe versucht, in die Schule einzubrechen. Delling und Block hätten vorgehabt, die Kinder nach Deutschland mitzunehmen, so Hensel – zu dem Zeitpunkt lag das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht bei ihm. 

Mit Verweis auf Hensels Recht hatte Block in ihrer Einlassung diese Woche gesagt, sie habe nicht vorgehabt, ihre Kinder mitzunehmen. Hier wird es für die Block- und Delling-Verteidiger spannend: Die Kammer begründet die Ablehnung des Antrags damit, dass sie ohnehin nach vorläufiger Würdigung davon ausgehe, dass Delling nicht in die Schule einbrechen wollte und die aktuelle Beweislage nicht ausreiche, um bewerten zu können, ob er und Block die Kinder mitnehmen wollten oder nicht. Als "non liquet", also ohne sichere Überzeugung von der Schuld, heißt das, dass die Kammer vom Grundsatz "in dubio pro reo", also im Zweifel für den Angeklagten, ausgehen muss. Mit anderen Worten: Jedenfalls derzeit geht das Gericht davon aus, dass Delling und Block die Kinder nicht vom Schulgelände mitnehmen wollten.

Frontalangriff der Costard-Verteidigung auf Block

So gut läuft es mit den Beweismitteln aber nicht weiter für die Block-Verteidigung. Nachdem Block in ihrer Einlassung die Verantwortung für die Entführung immer deutlicher dem mitangeklagten Vertrauensanwalt der Blocks, Dr. Andreas Costard, zugeschoben hatte, ging dessen Verteidiger Dr. Marko Voß am Freitag erstmals deutlich auf Konfrontation: Was am Donnerstag noch ein scharfer Seitenhieb aufs Block-Lager war, ist am Freitag ein Beweisantrag, der Blocks Einlassung erschüttern soll. 

Dabei ist Voß eigentlich dafür bekannt, die Block- und Delling-Verteidiger zu unterstützen. Über lange Strecken des Verfahrens hatte das gegenseitige Unterstützen, Beipflichten und Aushelfen vieler der Verteidiger fast den Eindruck einer Art Gruppenarbeit vermittelt, wie auch die Vorsitzende schon sarkastisch anmerkte. Nun zerbrechen diese Bande zusehends, weil sich einige Verteidiger nach Blocks Einlassung offenbar eine neue Strategie überlegt haben.

Voß verliest also eine E-Mail, die Christina Block ihrer Mutter Christa Anfang 2023 geschrieben haben soll. Darin bittet sie ihre Mutter, bei der geplanten Fahrt zum Haus der Familie Hensel in Dänemark mit ihrem Vater Eugen Block und Costard "nur Botschaften wie: Wir vermissen euch, wir lieben euch" zu verwenden. "Falls Papa Plakate mitnimmt und die hochhält, nur solche Botschaften wie oben", schreibt Block laut dieser Mail. 

Hier startet Voß' Angriff auf Blocks Verteidigungsstrategie: Er erinnert daran, dass auf den Plakaten, die Eugen Block dann tatsächlich an seinem Auto während des Dänemark-Aufenthalts anbrachte, genau diese Sätze standen. "Christina Block hat in ihrer mehrfach inhaltlich revidierten Einlassung ausgesagt, sie sei in keinen dieser Vorgänge eingeweiht gewesen". Sie hatte erzählt, nach November 2022 habe ihr Vater Eugen Block das Vertrauen in sie verloren, die Kinder zurückzuholen, und nur noch mit Familienanwalt Costard gesprochen. Bei dem Besuch in Dänemark sei sie nicht dabei gewesen und habe erst bei Costard nachfragen müssen, was auf den Schildern stand. Diese Darstellung widerlege die E-Mail, findet Voß: Block habe schon beim Dänemark-Besuch ihrer Eltern mit Costard eine deutlich aktivere Rolle eingenommen, die nicht zu der passiven Rolle passe, die sie sich in ihrer Einlassung selbst zugeschrieben hatte. Für Voß ist das ein Widerspruch, der Blocks Strategie, laut der sie mit allem nichts zu tun gehabt habe, zerschmettere.

Block-Verteidiger Bott sieht das natürlich ganz anders. Er bedankt sich betont gelassen bei Voß. Diese E-Mail bestätige doch gerade Blocks Version der Geschichte: Sie habe ausschließlich mit ihrer Mutter kommuniziert und Wünsche geäußert. Das sei ja kein Widerspruch dazu, dass sie später bei Costard nachfragen musste, was tatsächlich auf den Plakaten stand.

Auffällig dabei: Immer wieder widerspricht Bott seit Blocks Einlassung der Darstellung, Block habe Costard beschuldigt. Bei dessen Verteidiger Voß ist das offensichtlich anders angekommen. Und so gut gelaunt, wie man Voß am Freitag erlebt, muss man vermuten, dass das nicht seine letzte Offensive gegen Blocks Verteidigungsstrategie war, obwohl er mit Bott lange an einem Strang zu ziehen schien, um das Beste für seinen Mandanten Costard herauszuholen.

Wer hat wen "verarscht"?

Die nächste Breitseite für die Block-Verteidigung kommt von Dr. Sascha Böttner. Er verteidigt den Israeli Tal S., der in Untersuchungshaft sitzt und bereits früh im Prozess seine Beteiligung an der Tat gestanden hatte. In seiner Erklärung zu Blocks Einlassung sagt Böttner, Block habe bestätigt, dass der mutmaßliche Chef-Entführer Barkay "ein sehr manipulativer Mensch ist, der Menschen gut lesen und von Dingen überzeugen kann". So weit, so zustimmend. 

Dann aber geht Böttner zum Angriff auf Block über: Er wirft die Frage auf, warum die israelischen Entführer, die sich "von Barkay verarscht fühlten", diesen mit einer Falschaussage über ein angebliches Treffen im Hamburger Grand-Elysée-Hotel, das der Block-Familie gehört, stützen sollten. Das angebliche Treffen am 28. Dezember 2023 in einem Konferenzraum des Elysée-Hotels gehört zu den am meisten umstrittenen Komplexen des Block-Prozesses. Dort sollen die Entführer angeblich von Christina Block den Auftrag erhalten haben, die Kinder notfalls gewaltsam aus Dänemark nach Deutschland zu holen. Zu diesem Treffen gibt es von den israelischen Zeugen allerdings unzählige widersprüchliche Angaben.

Am Freitag fragt Böttner, warum die Israelis allesamt eine "völlig unschuldige Kindesmutter" belasten sollten, zumal keiner von ihnen einen Groll gegen Block gezeigt habe, gegen Barkay aber schon. Für ein angeblich manipulatives Genie wie Barkay wäre es laut Böttner doch viel naheliegender gewesen, wenn er wenige Beteiligte ausgewählt hätte, die er beeinflussen konnte, und dann zu behaupten, das Treffen habe mit diesen stattgefunden. "Aber was macht Barkay? Behauptet ein Treffen in großer Runde." Da wäre doch das Risiko zu hoch gewesen, dass irgendwer nicht mitzieht, meint Böttner: "Da hätte doch nur einer sagen müssen: 'Sach mal, ich glaub', es hackt bei dir. Ich geh jetzt mal zur Staatsanwaltschaft und pack hier alles aus.'" – zumal Böttners Mandant S. schon in Untersuchungshaft saß, Barkay auf ihn also gar nicht einwirken konnte. 

Das alles ergibt aus Böttners Sicht "einfach keinen Sinn", wenn es sich um ein vorgetäuschtes Treffen handeln sollte. Er ist sich sicher: Das Treffen hat stattgefunden. Und wenn es das hat, dann sei auch glasklar, warum Block und ihre Verteidigung dieses Treffen so sehr abstreiten: "Für sie kommt es darauf an. Wenn es das Treffen am 28. Dezember gab, dann bricht ihre ganze Verteidigungsstrategie zusammen!", bläst Böttner zum Großangriff.

Warum der 28. Dezember wohl nicht bewiesen werden kann

Zwischen Böttner und Bott geht es daraufhin hin und her. Immer wieder antwortet der eine auf den anderen. Richterin Hildebrandt seufzt und sagt sichtlich genervt: "Vielleicht kommen wir mal wieder zu den Verfahrensabläufen der Strafprozessordnung." Das bleibt aber für ein paar weitere Minuten ein frommer Wunsch. Böttner legt noch einmal nach, woraufhin Bott noch einmal antwortet: "Ein Satz muss noch sein!", ruft er, als Hildebrandt sichtlich die Geduld ausgeht. "Herr Bott, das ist hier wirklich nicht der Ort für Zwiegespräche unter Rechtsanwälten!", so die Vorsitzende.

Der entscheidende Konter gegen Böttners Offensive, der die besten Chancen hat, die Echtheit des so wichtigen Treffens am 28. Dezember zu widerlegen, kommt dann von Delling-Verteidiger Rieks: Er erinnert daran, dass zu dem Zeitpunkt, an dem Überwachungskamera-Aufnahmen aus der Hotel-Lobby belegen sollen, dass Christina Block eine Tüte mit persönlichen Gegenständen für die Kinder zu dem angeblichen Konferenzraum-Treffen brachte, mindestens einer der Entführer (Fluchtwagenfahrer Said B.) noch nicht im Hotel gewesen sein kann. Das ergibt sich aus dessen Flugtickets vom 28. Dezember von Israel nach Frankfurt am Main, von wo er noch mit dem Zug nach Hamburg reisen musste und dort erst spät am Abend angekommen sein kann. Auch B. selbst sagte in seiner Zeugenaussage, am Anreisetag habe das Treffen ganz sicher nicht stattgefunden.

Trotzdem hatten alle Israelis sich in ihren Zeugenaussagen auf den 28. Dezember als Datum des Treffens festgelegt. Die Zeugin Keren T., besser bekannt unter ihrem Decknamen "Olga", hatte sogar darauf bestanden, dass es draußen noch hell gewesen sei, als das Treffen stattfand – was in Hamburg im Dezember wohl eher nicht abends gewesen sein dürfte, wie Ingo Bott damals bei der nervenaufreibenden Befragung bemerkt hatte. Alle Zeugen waren sich einig, dass B. dabei war. 

Am Ende heißt das wohl, dass auch für das Treffen am 28. Dezember "non liquet" im Raum steht, sodass die Kammer im Zweifel für die Angeklagten annehmen muss, dass es das Treffen am 28. Dezember niemals gegeben hat. Das wäre nicht nur essenziell für  Blocks Verteidigungsstrategie, sondern nährte auch Zweifel an der generellen Belastbarkeit der Aussagen der mutmaßlichen israelischen Entführer, die Block auch in anderen Komplexen belasteten.

Israelischer Entführer wendet sich auf Deutsch an die Kammer

Dann will sich Böttners Mandant noch einmal selbst äußern. S. ergreift mit ruhiger, fester Stimme das Wort, es ist mucksmäuschenstill im Saal. 

Es tue ihm leid "für die Kinder, die stark leiden" und für "die arme Mutter, die ihre Kinder verloren hat", übersetzt sein Dolmetscher seine Worte. Ihm ist erneut wichtig, zu betonen, dass er aus seiner Sicht nur Gutes getan habe, dass ihm die Moral wichtiger gewesen sei als das Recht. Niemals hätte er eine "böse Tat gemacht". Selbst wenn er gewusst hätte, dass seine Tat nicht legal war, hätte er so gehandelt, wie er gehandelt hat: "Solange ich daran glaube, von ganzem Herzen, dass das, was ich tue, eine gute Tat ist."

Er vergleicht seine Sicht auf die Dinge mit Deutschen, die während der NS-Zeit "gute Taten" vollbrachten, etwa indem sie Juden versteckten. Auch diese Menschen hätten gegen damals geltendes Recht gehandelt, um Menschen zu retten. "Ich bin wie diese Deutschen", erklärt er. Dann wendet er sich in etwas brüchigem, aber klarem Deutsch an die Kammer: "Was ich wollte, wirklich wollte, ist, diese Kinder vor", wie er gedacht habe, "diesem gefährlichen Vater zu retten. Retten, nur retten. Diese Kinder nach Deutschland, zurück zu ihrer Mutter, zu bringen. Das ist, was ich wirklich wollte."

Für einen Moment spricht daraufhin niemand im Saal. Seine Worte haben Eindruck gemacht.

Botts dicke Unterschriftenmappe

Letztlich muss die Vorsitzende Hildebrandt aber zurück zum Tagesgeschäft. Sie ist gerade dabei, die Verhandlung für den Tag zu schließen, da meldet sich Bott: Er habe noch Beweisanträge. Und zwar einige, wie sich herausstellt. 

Nachdem er den zweiten Beweisantrag zu einem Zeugen verlesen hat, der Gast bei der Silvestergala im Elysée-Hotel gewesen und dabei Block gesehen haben soll, schwant Hildebrandt scheinbar Übles: "Wenn ich die Dicke Ihrer Unterschriftenmappe sehe und bedenke, wie viele Gäste bei dieser Silvestergala waren", dann habe sie Sorge, dass Bott jetzt alle Gäste einzeln als Zeugen geladen haben will. Bott winkt ab, ihm reichten die zwei. Er habe aber noch 18 andere Anträge vorbereitet. Hildebrandt protokolliert daraufhin, sie gebe den Verteidigern auf, ihre Anträge nach § 257a StPO schriftlich zu stellen. Das heißt zwar noch nicht, dass sie das ab jetzt müssen – es ist aber eine Vorwarnung, dass die Richterin dies anordnen könnte, sozusagen eine gelbe Karte.

Nur drei Anträge später kündigt Bott an, nach Rücksprache mit seiner Mandantin wolle man sich mit den Beweisanträgen nun doch erst noch einmal neu sortieren. Am Freitag wolle er erst mal keine weiteren stellen. Damit kann die Vorsitzende dann alle Beteiligten ins Wochenende schicken – und in die dreiwöchige Verhandlungspause, die nun folgt.

Nach der Pause steht die Vernehmung der Angeklagten zu den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen auf der Tagesordnung. Voß fragt noch kurz nach, wie es mit der Vernehmung des neuen israelischen Zeugen aussieht, der sich ausgerechnet auf der Zielgeraden des Block-Prozesses gemeldet hatte. "Wenn er aussagebereit ist, werden wir ihn auf jeden Fall laden", antwortet Hildebrandt. 

Am 21. September geht es im Block-Prozess weiter.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51  Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brau­chen Sie eine Pause, um ein Ableh­nungs­ge­such zu for­mu­lieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Tag 55 – "Die Gerichtssprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus": Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Tag 56 – Voß' großer Rundumschlag: Der Streit um zulässige Fragen und den Umgangston im Saal kocht über: Es wird sich gegenseitig korrigiert und verspottet, dann ruft Stephan Hensel ins Mikrofon. Costard-Verteidiger Voß legt sich besonders mit dem Gericht und zwei Anwälten an.

Tag 57 – "Ich habe niemals Leute manipuliert, ich habe andere Dinge getan": Ingo Bott hält eine Lesestunde. Der vermeintliche Kronzeuge Barkay erklärt bei seinem letzten Auftritt im Zeugenstand, dass er früher für den israelischen Geheimdienst gearbeitet hat. Was bleibt von der Befragung der israelischen Zeugen?

Tag 58 – Warum glaubte man anderen – den Angeklagten aber nicht?: Als eine Ermittlerin erklärt, dass das Verfahren gegen andere eingestellt wurde, weil man sich auf deren Wort verlassen habe, kochen im Block-Prozess die Emotionen über. Misst die Staatsanwaltschaft mit zweierlei Maß? 

Tag 59 – die Kammer denkt an den August, die Verteidigung an den BGH: Was darf eine zentrale Ermittlerin zum Block-Komplex aussagen? Am 59. Verhandlungstag zeichnet sich ab: Die Verteidiger bereiten sich schon auf die Revision vor. Und der Abschluss des Prozesses im August lässt sich wohl nicht mehr halten.

Tag 60 – Die Antwort auf alle Fragen lautet "David Barkay": Der zweite mutmaßliche Fluchtwagenfahrer berichtet per Videoschalte von der Entführung in der Silvesternacht: Beim Chef der Israelis, David Barkay, seien alle Fäden zusammengelaufen. Christina Block könnte noch etwas anderes gelegen kommen.

Tag 61 – "Sie war wie Prinzessin Diana": Kafka, Diana und David Barkay: Die Block-Verteidigung versucht, den mutmaßlichen Chef-Entführer als Strippenzieher darzustellen. Wer brachte die Kinder zuerst in Gefahr? "Profis" hätten bei der Aktion wohl nie mitgemacht.

Tag 62 – Der Entführer, der James Bond sein wollte: Ein Model aus GNTM weint nach einer Ansprache von Christina Block, wird zum Entführer und trinkt später angeblich mit einem Polizeihund aus einer Pfütze. Der Block-Prozess wird immer bizarrer – und zugleich immer schwerer aufzuklären.

Tag 63 – Letzter Entführer macht Christina Block verantwortlich: Sündenbock oder Selbsterhaltungs-Lügner mit Gewissen? Als letzter Zeuge der Kammer schildert der mutmaßliche Entführer Jonathan G., wie David Barkay ihn manipuliert habe – und macht auch Christina Block persönlich verantwortlich. 

Tag 64 – Doch noch ein Haftbefehl gegen Christina Block?: Eskalation im Block-Prozess: Hat die Hauptangeklagte versucht, die Gutachterin ihrer Kinder zu beeinflussen? Die Vorsitzende lässt vor dem Ausschluss der Öffentlichkeit die Bombe platzen. Muss Block auf den letzten Metern noch in U-Haft?

Tag 65 – Entscheidende Stunden hinter verschlossenen Türen: Die kinderpsychiatrische Gutachterin sagt bei ausgeschlossener Öffentlichkeit aus. Es geht um die psychischen Schäden, die die entführten Kinder erlitten – und damit möglicherweise um die Frage, ob Christina Block ins Gefängnis muss.

Tag 66 – Ausgerechnet auf der Zielgeraden meldet sich der nächste Israeli: Eigentlich hat das Gericht sein Beweisprogramm schon für abgeschlossen erklärt, da meldet sich der nächste, mutmaßlich an der Entführung in der Silvesternacht beteiligte Israeli. Muss die Kammer diesen möglichen Zeugen jetzt anhören?

Tag 67 – Das letzte Mal ohne die Presse: Nach vier Tagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit steht das Ergebnis des Gutachtens zu den zwei Block-Kindern fest. Mutter Christina Block trägt Schwarz, Vater Stephan Hensel ist abwesend. Immerhin: Ohne die Presse geht es gut voran.

Tag 68 – "Es geht nicht darum, ob Frau Block eine gute Mutter ist": Wieder öffentlich, wird die Kammer im Block-Prozess mit Anträgen überschüttet. Die Gutachtenerstattung wirkt noch nach, es wird viel diskutiert und am Ende macht die Vorsitzende der Verteidigung eine emotionale Ansage.

Tag 69 – Anwältin belächelt Eintrag ins "Klassenbuch": Ein durchgestochenes Gutachten, eine Richterin, die nicht Wachhund sein will, und eine Alarmanlage. Bei der Befragung einer Polizistin kommt es zu Schrei-Duellen. Dann ist alles schneller vorbei als gedacht, am Tag 69 im Block-Prozess.

Tag 70 – Ver­tei­diger werfen Ermitt­lern schlam­pige Arbeit vor: An Tag 70 im Block-Prozess nimmt die Kammer Erklärungen zur abgeschlossenen Vernehmung der Hauptermittlerin B. entgegen. Dabei könnte sich ein belastender Verdacht der Verteidigung bestätigt haben, der fast so alt ist wie der Prozess selbst.

Tag 71 – Staatsanwaltschaft räumt Fehler ein: "Das ist peinlich": Gerhard Dellings Smartphone, Christina Blocks Tagebuch und die Prozessplanung bringen die Stimmung auf einen neuen Tiefpunkt. Statt der erwarteten Aussage von Christina Block, gibt es ein unerwartetes Eingeständnis der Staatsanwaltschaft.

Tag 72 – "Meine Liebe ist und bleibt bedingungslos": Christina Block sagt nach langer Pause wieder aus, korrigiert frühere Aussagen und schiebt die Verantwortung auf den Familienanwalt. Mit ihren Erklärungen zur Selbstleseliste halten einige Verteidiger ihre letzten großen öffentlichen Worte.

Tag 73 – "Ich wünschte, ich könnte es ungeschehen machen": Block liest weinend aus ihrem Tagebuch vor, ringt um Erklärungen, vier Stunden lang. Ihre wohl letzte öffentliche Einlassung wird zum Drahtseilakt. Und die Richterin macht eine plötzliche Ankündigung.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 74: . In: Legal Tribune Online, 30.08.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60754 (abgerufen am: 10.09.2026 )

Infos zum Zitiervorschlag

LTO Karriere - Deutschlands reichweitenstärkstes Karriere-Portal für Jurist:innen

Jetzt Pushnachrichten aktivieren

Pushverwaltung

Sie haben die Pushnachrichten abonniert.
Durch zusätzliche Filter können Sie Ihr Pushabo einschränken.

Filter öffnen
Rubriken
oder
Rechtsgebiete
Abbestellen