Block-Prozess Tag 72: "Meine Liebe ist und bleibt bedin­gungslos"

von Jakob Hoffmann

26.08.2026

Christina Block sagt nach langer Pause wieder aus, korrigiert frühere Aussagen und schiebt die Verantwortung auf den Familienanwalt. Mit ihren Erklärungen zur Selbstleseliste halten einige Verteidiger ihre letzten großen öffentlichen Worte. 

Es herrscht so viel Gedränge vor dem Saal wie schon lange nicht mehr. Drinnen müssen die Justizbeamten die Zuschauer sogar bitten, auf den Holzbänken enger zusammenzurücken, damit noch mehr Leute Platz finden. Alle warten auf die angekündigte Einlassung der Block-House-Erbin Christina Block – und heute werden sie nicht enttäuscht.

Die Verhandlung beginnt mit einem neuen Gesicht auf der Richterbank: Wie die Vorsitzende Isabel Hildebrandt erklärt, geht die Beisitzende Richterin bald in den Mutterschutz, weshalb die Ergänzungsrichterin für sie übernimmt, die für genau solche Fälle von Beginn an jeden Verhandlungstag dabei war. 

Statt Wortgefechten und Eskalation geht es heute gesittet und zielstrebig voran, die vergangene Woche nachgelassenen Erklärungen der Anwälte zur Selbstleseliste folgen Schlag auf Schlag.

Was ist eine Selbstleseliste?

Normalerweise gilt im Strafprozess: Das Gericht soll seine Entscheidung auf das stützen, was in der Hauptverhandlung selbst eingeführt und dort wahrgenommen wird. Der sogenannte Unmittelbarkeits- oder Mündlichkeitsgrundsatz. Urkunden werden deshalb nach § 249 Abs. 1 StPO grundsätzlich verlesen.

Das Selbstleseverfahren nach § 249 Abs. 2 StPO ist davon eine gesetzlich ausdrücklich zugelassene Erleichterung bzw. Ausnahme: Die Urkunde muss nicht mehr mündlich vorgelesen werden. Stattdessen genügt, dass die gesetzlich vorgesehenen Verfahrensbeteiligten Gelegenheit zur Kenntnisnahme hatten und das Gericht dies feststellt.

Es wird spürbar, dass sich das Mammut-Verfahren mit inzwischen über 70 Verhandlungstagen nun langsam dem Ende neigt. So leitet etwa Verteidiger Dr. David Rieks eine umfangreiche Erklärung damit ein, dies sei "vielleicht die letzte längere Erklärung von mir in diesem Verfahren".

Block-Verteidigung attackiert Kalenderunterlagen und Anklageschrift

Jede:r der Verteidiger:innen hat in der umfangreichen Selbstleseliste andere Schwerpunkte gesetzt; Blocks Verteidiger Ingo Bott hat sich gleich neun Punkte herausgesucht, darunter Outlook-Kalendereinträge und die Verwertung bestimmter Zeugenaussagen in der Anklageschrift. Bei den Kalendereinträgen geht es besonders um einen Termin am 28.12.2023, der in den Kalenderunterlagen enthalten ist, die David Barkay, mutmaßlicher Chef der Gruppe, die in der Silvesternacht 2023/24 die Kinder von Christina Block beim Vater in Dänemark entführte, den Ermittlern übergeben hatte. 

Dieses "Konferenzraum-Treffen" ist zu einem wichtigen Belastungsindiz geworden, das von der Verteidigung hart umkämpft ist. Es soll beweisen, dass Christina Block die Entführer vor der Tat traf und in die Pläne eingeweiht war – sie streitet das ab. Bott hatte in den Befragungen der Israelis versucht, das vermeintliche Treffen mit Fragen nach Uhrzeiten und ob es draußen hell oder dunkel war, zu erschüttern – Fragen, auf die es keine einheitlichen Antworten gab. Nun greift er die Kalendereinträge an. Denn diese würden eine nicht angenommene Termineinladung an Block anzeigen; in Blocks Kalender fänden sich aber keine entsprechenden Einladungen. Auch für die Kalendereinträge anderer behaupteter Treffen sei dies der Fall. Botts Hypothese: Barkay und seine rechte Hand Keren T., genannt "Olga", erstellten die Einträge erst im Nachhinein, um ihre Geschichten zu plausibilisieren. 

Dann geht es mal wieder um die von der Verteidigung viel kritisierte Arbeit der Staatsanwaltschaft. Diese hatte in der Anklageschrift mit Verweis auf einen Zeugen beispielsweise berichtet, dass sich Christina Block und Olga "herzlich" umarmten, als sie sich am Bahnhof trafen, von wo aus sie zu einem Bauernhof in Süddeutschland fuhren, wo Block ihre Kinder wiedertraf. In der entsprechenden Aussage des Hofeigentümers findet sich so eine Aussage dagegen nicht: "Die haben sich umarmt und fertig. Also es war jetzt keine große Begrüßungsveranstaltung", hatte dieser tatsächlich gesagt – von Herzlichkeit keine Spur. Zudem erklärt die Anklageschrift, der Hofbesitzer habe sich mit Blocks älterer Tochter, die sie begleitete, unterhalten – in seiner Vernehmung hatte dieser aber ausdrücklich das Gegenteil ausgesagt. Beobachtungen, die sich einreihen in eine Reihe von Vorwürfen einer nicht ergebnisoffenen Ermittlung, die dann voreilig und unausgereift von der Staatsanwaltschaft zur Anklage gebracht worden sei.  

Indiz: verdächtig, kein Indiz: auch verdächtig?

Botts Kollege David Rieks, der Blocks mitangeklagten Lebensgefährten Gerhard Delling verteidigt, schließt mit einer ebenfalls zielgenauen Erklärung an, die sich auf ganz andere Themen richtet: insbesondere die als belastend gewerteten Chatverläufe seines Mandanten. 

Er zitiert hierfür aus dem Auswertungsvermerk der Polizei: "Hinweise zur Tat lassen sich aus den Chatverläufen nicht entnehmen", es sei aber "hochwahrscheinlich", dass sich die beiden mehr im persönlichen Gespräch über die Tat ausgetauscht hätten, um keine Spuren zu hinterlassen. Rieks meint, so ein Schluss sei rechtsstaatlich problematisch: Fehle es an belastenden Anhaltspunkten, könne man die Ermittlungshypothese nicht einfach damit belegen, dass man gerade das Fehlen belastender Indizien zum Vorwurf mache. Anderenfalls gäbe es für Beschuldigte keinen Ausweg: lägen belastende Indizien vor, hielte man sie deshalb für verdächtig; lägen keine belastenden Indizien vor, hielte man sie aufgrund des Fehlens für verdächtig. 

Ebenso in sich widersprüchlich sei die Bewertung einer Nachricht Blocks an Delling: "Ja, war alles richtig. Werden sie mich hassen?" Daraus hätten die Ermittler gefolgert, dass Block die Entführung beauftragt und Delling darüber Kenntnis gehabt habe. Es sei aber schon überhaupt nicht erkennbar, welchen Bezug diese Sätze hätten. Nun würden sie Ermittler einerseits behaupten, Block und Delling hätten sich nicht über ihre Privatgeräte zur Tatplanung ausgetauscht, um keine Spuren zu hinterlassen. Dann aber hätten sie sich auf eben diesen Geräten darüber ausgetauscht, ob ihre Tatbeiträge "richtig" wären? "Hier beißt sich die Ermittlungsthese in den eigenen Schwanz", resümiert Rieks. 

Block korrigiert frühere Aussagen

Einmal noch bittet Bott um eine kurze Pause, in der einige Zuschauer nach vorn zur Plexiglasscheibe gehen, die den Zuschauerraum vom Verhandlungssaal trennt, und die Angeklagten und ihre Anwält:innen beobachten. Unweigerlich drängt sich einem als Beobachter das Bild von Zoobesuchern vor einem Gehege auf. 

Dann kommt, worauf der vollgepackte Zuschauerraum gewartet hat: Christina Block ergreift selbst das Wort. Sie beginnt mit einer Entschuldigung. "Einzelne Sachzusammenhänge waren mir nicht mehr präsent, das bedauere ich". Daher beginnt sie gleich damit, zwei Dinge zu korrigieren: In ihrer früheren Einlassung hatte sie die "Bring Kids Home"-Chat-Gruppe nicht erwähnt, von der Barkay und Olga berichtet hatten. Sie erklärt, die Gruppe habe es nur für einen kurzen Zeitraum gegeben – lange vor der Silvesternacht. Sie habe es bei allem, was danach geschah, einfach vergessen. Es sei "bald schlicht nicht mehr wichtig gewesen". 

Eine kleine Einordnung gibt sie zudem zu der Aussage "Ich bin kein großer Fan von Kompromissen", mit der die Vorsitzende sie bei ihrer ersten Einlassung aus einer E-Mail zitiert hatte. Das stimme zwar, aber sie würde alles tun, um ihre Kinder nach Hause zu bringen. Jede Verhandlungslösung wäre sie eingegangen. Deshalb sei sie froh gewesen, dass Barkay eine solche bald erarbeitet habe; auch Olga hatte hiervon berichtet – einschließlich Blocks enthusiastischer Zustimmung. 

Täuschte Barkay Block?

Außerdem korrigiert sie die Geschichte ihres ersten Treffens mit Barkay: Ende Januar 2023 hätte sie ihn, vermittelt durch Block-Familienanwalt Dr. Andreas Costard und einen israelischen Kontaktmann, in einem Restaurant getroffen. Sie erinnere sich nun, dass sie auch dort schon über Informationsüberwachung der Kinder gesprochen hätten – in ihren bisherigen Schilderungen war es bei dem Treffen noch nur um Cyber-Security des Hotels gegangen. Um eine Entführung sei es damals aber nicht gegangen: "Es ging nur um das Sammeln von Informationen für die anhängigen Verfahren. Sonst nichts."

Sie erklärt ihre Korrektur damit, dass sie überfordert gewesen sei. "Ich weiß nicht, warum, ich war einfach durch." Sie habe sich auf Costard gestützt, der das Treffen organisiert habe. "Leider habe ich nach meiner Wahrnehmung von Dr. Costard nie eine korrigierende Darstellung erhalten." Sie denke, Costard sei "so wie ich" überfordert gewesen. 

Barkay sei sehr überzeugend gewesen. Er habe kommuniziert, dass er sich in der Hotelbranche in Deutschland etablieren wolle. "Er kam mit riesigen Vorschusslorbeeren und hatte ein sehr einnehmendes Auftreten", berichtet Block. Barkay habe sie davon überzeugt, in ihm hätte sie "endlich" jemanden gefunden, der ihr helfen könne. Er sei schnell ihre Anlaufstelle für alle ihre Sorgen bezüglich ihrer Kinder geworden. Heute scheint sie dies rückblickend aber so zu bewerten, wie viele der Verteidiger es immer wieder tun: dass Barkay sich mit einer Kompetenz und Professionalität präsentierte, die er vielleicht gar nicht hatte. So sagt Block, die "Golden Ice"-Präsentation, in der Barkay Anfang 2023 einen "Rettungsplan" für die Kinder präsentiert haben soll, sei kompliziert, sie verstehe das nicht. Costard sei es bestimmt auch so gegangen. "Es klingt aber irgendwie professionell… und genau so sollte es wahrscheinlich auch klingen". 

Bott: Fehlende Umsetzung des Rückholkonzepts entlastend

Sie habe den beiden Männern aber uneingeschränkt vertraut, erklärt Block. "Mit Herrn Barkay als versiertem Problemlöser und Dr. Costard als rechtlichem Gerüst fühlte ich mich gut vorbereitet." Sie habe umfassend rechtlichen Rat eingeholt, das sei ihr wichtig gewesen. Es sei für sie ohnehin nur eine rechtskonforme Lösung infrage gekommen, denn alles außer einer solchen "mit Umgangsrechten beider Eltern" sei "nicht nachhaltig". Sie habe sich auf die "anwaltliche Einschätzung [verlassen], dass ein Einsammeln der Kinder rechtlich unbedenklich sei." Ein "Einsammeln" der Kinder durch Dritte habe für sie nie zur Debatte gestanden: Immer wieder beharrt sie darauf, bei jeder Aktion hätte sie dabei sein wollen. Eine Silvesteraktion, bei der Fremde ihre Kinder ergriffen und ohne sie durch zwei Länder fuhren, hätte es mit ihr also nicht gegeben: Sie wäre auch dabei gewesen.

Zudem hätte für sie immer ihr Kinderpsychiater Dr. R. zur Beratung dabei sein müssen: "Ich wollte auf keinen Fall etwas falsch machen." Dessen "Rückhol-Konzept" war schon am Morgen in der Erklärung von Blocks Verteidiger Thema. Dieser hatte argumentiert, das Vorliegen dieses Konzepts sei gerade deshalb bedeutsam, weil es nicht umgesetzt wurde: "Das, was Herr Barkay an Silvester durchgeführt hat, widersprach dem R.-Rückhol-Konzept." Es habe keine Einbindung der Polizei gegeben, keine psychologische Betreuung, keine strukturierte Rückführung in den mütterlichen Haushalt, keinen fachlich moderierten Erstkontakt der Kinder mit der Mutter. Stattdessen sei die Silvesteraktion vollkommen unorganisiert gelaufen. "Sie trägt nicht die Handschrift von Dr. R. Sie trägt nicht die Handschrift von Frau Block", resümiert Ingo Bott. 

Block betont wiederholt, es sei immer nur um friedliche, gewaltfreie Lösungen gegangen. "Wie könnte ich als Mutter denn irgendwas anderes wollen?" Sie sei sich sicher, Costard sei es bestimmt ebenso gegangen. Die Block-Verteidigung bedient sich dabei einer Verteidigungsstrategie, die Costards Verteidiger Dr. Marko Voß hier bereits seit Langem fährt: der Verteidigung im Konjunktiv. Block habe die Silvesteraktion nicht beauftragt – wenn sie es hätte, dann nicht so. 

Wer soll es sonst gewesen sein?

Über lange Strecken wirkt Block bei ihrer Einlassung gefasst, trägt souverän vor, etwa zur Enttäuschung ihres Vaters, der den Glauben an sie verloren habe, oder zu ihrem Ex-Mann, der getobt und sie "um den Tisch" gejagt habe. Als die Sprache aber auf ihre älteste Tochter kommt, die bereits 2021 in Absprache mit ihr zum Vater nach Dänemark zog, kämpft sie mit den Tränen. "Bei Papa durfte man sowieso immer alles. Das hat in diesem Teenager-Mutter-Konflikt natürlich total gezogen." Bei einem Jugendamts-Termin kurz vor dem Auszug hätten sie sich noch weinend in den Armen gelegen. "Natürlich fehlt mir auch meine erstgeborene Tochter, jeden Tag." Ihre Stimme erstickt in Tränen. Sie hätte ihr immer wieder geschrieben, aber nur harte Ablehnung von der Tochter erfahren, die ihr einst so nahegestanden habe. Sie kämpft sich durch die Tränen und hält fest: “Meine Liebe ist und bleibt bedingungslos.”

Eine weitere zentrale Linie von Blocks Einlassung ist, dass sie viel früher, als man annehme, aus dem ganzen Vorgehen von Barkay und Konsorten ausgeschlossen worden sei. Man habe sie nicht mehr informiert, was die Israelis nach dem Frühjahr 2023 taten, wisse sie kaum. Die vielleicht deutlichste rote Linie in der Einlassung ist deshalb jene, die ungesagt in diesen Lücken stehen bleibt. Wer organisierte Cyber Cupula denn, wenn nicht Block? Wer kümmerte sich um deren Unterbringung, wer gab ihnen Anweisungen, an wen gingen all die Informationen, die Block nie gesehen haben will? Der Mann, der sich "um alles kümmerte", dem sie uneingeschränkt vertraut und auf dessen Rechtsrat sie sich verlassen haben will; den Keren T. als "Fixer" ihres Vaters Eugen Block bezeichnet hatte: Andreas Costard. 

Block schiebt Verantwortung auf Familienanwalt  

Dessen Verteidiger Marko Voß hatte in seiner Erklärung am Vormittag gegen eine solche Rolle Costards argumentiert. Er kritisierte, außer Barkays Behauptung ergäbe sich aus den Ermittlungsakten kein Hinweis auf den Inhalt von möglichen Gesprächen mit Costard oder Absprachen; für das von Barkay und Keren T. behauptete Treffen Ende November oder Anfang Dezember 2023, in dem Costard sie zur Rückholung der Kinder gedrängt haben soll, finde sich nicht einmal ein Indizienbeweis.

Christina Block erklärt nun, Costard sei von Anfang an ihrer Seite gewesen, er sei noch aus der Polizeistation heraus nach Einbehalten der Kinder in Dänemark durch den Vater ihr erster Anruf gewesen. "Er hatte den familienrechtlichen Überblick. Auf ihn konnte ich mich verlassen." Block versucht in ihrer Einlassung zwar immer wieder, Costard in ihre Rechtfertigungen einzubeziehen, ihm gute Absichten zu bescheinigen. Hinweise auf einen Alternativverantwortlichen müssen zudem nicht unbedingt auf dessen Verurteilung abzielen, sondern können auch nur dem Ziel dienen, Zweifel an der eigenen Verantwortung zu säen. Wäre die Kammer sich schließlich am Ende bei keinem von beiden zweifelsfrei sicher, müsste sie in dubio pro reo bei beiden die Verantwortung verneinen. Dennoch führt die rote Linie in Christina Blocks Verteidigung zu einem klaren Vorwurf: Sie habe Costard vertraut, und dieses Vertrauen habe sie hier auf die Anklagebank gebracht. 

Strategisch liegt in dieser Verteidigungslinie aber nicht nur ein Versuch, dem Gericht einen Alternativverantwortlichen zu präsentieren. Es geht auch um den Verbotsirrtum nach § 17 Strafgesetzbuch (StGB): Wer sich nicht bewusst ist, Unrecht zu tun, und diesen Irrtum nicht vermeiden konnte, handelt ohne Schuld. Wer glauben durfte, rechtmäßig zu handeln, kann also nicht bestraft werden. Sich anwaltlichen Rat geholt zu haben und nachvollziehbar im Vertrauen auf diesen gehandelt zu haben, kann diese Voraussetzungen erfüllen – genau das versuchten Christina Block und ihr Verteidiger, heute glaubhaft zu machen. Ob es ihnen gelungen ist, wird sich im Urteil zeigen.

Am Mittwoch geht es direkt weiter mit der Einlassung. Es dürfte wieder tagesfüllend werden.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51  Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brau­chen Sie eine Pause, um ein Ableh­nungs­ge­such zu for­mu­lieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Tag 55 – "Die Gerichtssprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus": Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Tag 56 – Voß' großer Rundumschlag: Der Streit um zulässige Fragen und den Umgangston im Saal kocht über: Es wird sich gegenseitig korrigiert und verspottet, dann ruft Stephan Hensel ins Mikrofon. Costard-Verteidiger Voß legt sich besonders mit dem Gericht und zwei Anwälten an.

Tag 57 – "Ich habe niemals Leute manipuliert, ich habe andere Dinge getan": Ingo Bott hält eine Lesestunde. Der vermeintliche Kronzeuge Barkay erklärt bei seinem letzten Auftritt im Zeugenstand, dass er früher für den israelischen Geheimdienst gearbeitet hat. Was bleibt von der Befragung der israelischen Zeugen?

Tag 58 – Warum glaubte man anderen – den Angeklagten aber nicht?: Als eine Ermittlerin erklärt, dass das Verfahren gegen andere eingestellt wurde, weil man sich auf deren Wort verlassen habe, kochen im Block-Prozess die Emotionen über. Misst die Staatsanwaltschaft mit zweierlei Maß? 

Tag 59 – die Kammer denkt an den August, die Verteidigung an den BGH: Was darf eine zentrale Ermittlerin zum Block-Komplex aussagen? Am 59. Verhandlungstag zeichnet sich ab: Die Verteidiger bereiten sich schon auf die Revision vor. Und der Abschluss des Prozesses im August lässt sich wohl nicht mehr halten.

Tag 60 – Die Antwort auf alle Fragen lautet "David Barkay": Der zweite mutmaßliche Fluchtwagenfahrer berichtet per Videoschalte von der Entführung in der Silvesternacht: Beim Chef der Israelis, David Barkay, seien alle Fäden zusammengelaufen. Christina Block könnte noch etwas anderes gelegen kommen.

Tag 61 – "Sie war wie Prinzessin Diana": Kafka, Diana und David Barkay: Die Block-Verteidigung versucht, den mutmaßlichen Chef-Entführer als Strippenzieher darzustellen. Wer brachte die Kinder zuerst in Gefahr? "Profis" hätten bei der Aktion wohl nie mitgemacht.

Tag 62 – Der Entführer, der James Bond sein wollte: Ein Model aus GNTM weint nach einer Ansprache von Christina Block, wird zum Entführer und trinkt später angeblich mit einem Polizeihund aus einer Pfütze. Der Block-Prozess wird immer bizarrer – und zugleich immer schwerer aufzuklären.

Tag 63 – Letzter Entführer macht Christina Block verantwortlich: Sündenbock oder Selbsterhaltungs-Lügner mit Gewissen? Als letzter Zeuge der Kammer schildert der mutmaßliche Entführer Jonathan G., wie David Barkay ihn manipuliert habe – und macht auch Christina Block persönlich verantwortlich. 

Tag 64 – Doch noch ein Haftbefehl gegen Christina Block?: Eskalation im Block-Prozess: Hat die Hauptangeklagte versucht, die Gutachterin ihrer Kinder zu beeinflussen? Die Vorsitzende lässt vor dem Ausschluss der Öffentlichkeit die Bombe platzen. Muss Block auf den letzten Metern noch in U-Haft?

Tag 65 – Entscheidende Stunden hinter verschlossenen Türen: Die kinderpsychiatrische Gutachterin sagt bei ausgeschlossener Öffentlichkeit aus. Es geht um die psychischen Schäden, die die entführten Kinder erlitten – und damit möglicherweise um die Frage, ob Christina Block ins Gefängnis muss.

Tag 66 – Ausgerechnet auf der Zielgeraden meldet sich der nächste Israeli: Eigentlich hat das Gericht sein Beweisprogramm schon für abgeschlossen erklärt, da meldet sich der nächste, mutmaßlich an der Entführung in der Silvesternacht beteiligte Israeli. Muss die Kammer diesen möglichen Zeugen jetzt anhören?

Tag 67 – Das letzte Mal ohne die Presse: Nach vier Tagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit steht das Ergebnis des Gutachtens zu den zwei Block-Kindern fest. Mutter Christina Block trägt Schwarz, Vater Stephan Hensel ist abwesend. Immerhin: Ohne die Presse geht es gut voran.

Tag 68 – "Es geht nicht darum, ob Frau Block eine gute Mutter ist": Wieder öffentlich, wird die Kammer im Block-Prozess mit Anträgen überschüttet. Die Gutachtenerstattung wirkt noch nach, es wird viel diskutiert und am Ende macht die Vorsitzende der Verteidigung eine emotionale Ansage.

Tag 69 – Anwältin belächelt Eintrag ins "Klassenbuch": Ein durchgestochenes Gutachten, eine Richterin, die nicht Wachhund sein will, und eine Alarmanlage. Bei der Befragung einer Polizistin kommt es zu Schrei-Duellen. Dann ist alles schneller vorbei als gedacht, am Tag 69 im Block-Prozess.

Tag 70 – Ver­tei­diger werfen Ermitt­lern schlam­pige Arbeit vor: An Tag 70 im Block-Prozess nimmt die Kammer Erklärungen zur abgeschlossenen Vernehmung der Hauptermittlerin B. entgegen. Dabei könnte sich ein belastender Verdacht der Verteidigung bestätigt haben, der fast so alt ist wie der Prozess selbst.

Tag 71 – Staatsanwaltschaft räumt Fehler ein: "Das ist peinlich": Gerhard Dellings Smartphone, Christina Blocks Tagebuch und die Prozessplanung bringen die Stimmung auf einen neuen Tiefpunkt. Statt der erwarteten Aussage von Christina Block, gibt es ein unerwartetes Eingeständnis der Staatsanwaltschaft.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 72: . In: Legal Tribune Online, 26.08.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60725 (abgerufen am: 06.09.2026 )

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