Block-Prozess Tag 70: Ver­tei­diger werfen Ermitt­lern schlam­pige Arbeit vor

von Jakob Hoffmann

19.08.2026

An Tag 70 im Block-Prozess nimmt die Kammer Erklärungen zur abgeschlossenen Vernehmung der Hauptermittlerin B. entgegen. Dabei könnte sich ein belastender Verdacht der Verteidigung bestätigt haben, der fast so alt ist wie der Prozess selbst.

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Dr. Philip von der Meden schaut an diesem Morgen ganz verdutzt, als er mit seinen üblichen fünf Minuten Verspätung am Saal 237 im Landgericht (LG) Hamburg ankommt: Alle warten noch vor der Tür. Auf ihn können sie nicht warten, wie er irritiert feststellt, schließlich kann die Hauptverhandlung auch ohne ihn als Nebenklagevertreter stattfinden – was sie, zumindest in den ersten Minuten, auch häufig genug tut. 

Am Mittwoch aber ist Verteidiger Dr. Sascha Böttner im Stau stecken geblieben, und ohne ihn darf nicht verhandelt werden. Den unerwarteten Aufschub nutzen seine Anwaltskollegen direkt, um sich ein ruhiges Plätzchen im Strafjustizgebäude zu suchen, die Stifte zu zücken und noch weiter an den eigenen Erklärungen und Anträgen zu feilen. Es geht im letzten Abschnitt des Block-Prozesses nämlich um viel, nachdem die Hauptermittlungsführerin Merle B. am Dienstag aus dem Zeugenstand entlassen worden ist: Am Mittwoch sind die Verteidiger mit ihren Erklärungen zu B.s Aussagen an der Reihe.

Wer hat der Bild Details aus dem Gutachten durchgestochen?

Als es um 10 Uhr losgeht, knüpft der Verteidiger der Hauptangeklagten Christina Block genau dort an, wo es am Tag davor zu heftigen Diskussionen gekommen war: der Veröffentlichung von Informationen aus dem unter Verschluss gehaltenen Gutachten der kinderpsychiatrischen Sachverständigen in der Bild. Dr. Ingo Bott bekommt endlich Gelegenheit für seine Beanstandung, für die ihm die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt am Dienstag kein Rederecht einräumen wollte. Eine "Unterlassung der Aufklärung" wirft er Hildebrandt vor, zu der sie im Rahmen ihrer Verfahrensleitung nach § 238 Strafprozessordnung (StPO) verpflichtet gewesen sei. Sie hätte seiner Meinung nach aufklären müssen, durch wen und wie die Informationen aus dem Gutachten an die Presse gelangt sind, meint Bott. Wenn sie das einfach so geschehen lasse, habe das gefährliche Signalwirkung.

Die Vertreterin der Kinder, Dr. Tanja Jeney, äußert ebenfalls Entsetzen über den Artikel. "Schlimmer geht es eigentlich gar nicht", erklärt sie. Genau das habe man so sehr zu verhindern versucht. Staatsanwältin Mona Paul erklärt, sie habe sich den Bild-Artikel beschafft und werde den Vorgang jetzt an die zuständige Stelle weitergeben, um zu prüfen, ob hier strafbare Handlungen in Betracht kommen. Da der Artikel aber genau genommen nicht aus dem Gutachten direkt zitiert, sondern nur diesen Eindruck erweckt, dürfte eine Strafbarkeit nach § 353d Nr. 3 Strafgesetzbuch nicht erreicht sein. Die Norm verbietet bestimmte Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen.

Bott meint, sehr sicher zu sein, wer die vertraulichen Informationen für den Artikel geliefert habe: Nebenkläger und Kindsvater Stephan Hensel. Sein Anwalt von der Meden bezeichnet den Vorwurf als "völlig aus der Luft gegriffen". Die Anschuldigungen weise man entschieden zurück. 

Zwischendurch erklärt von der Meden gegenüber LTO: Er habe keinen Anhaltspunkt, dass sein Mandant Hensel Aktenbestandteile an die Bild weitergegeben habe. Der Artikel greife nach seiner Kenntnis aber schon nicht in die Privatsphäre der Kinder ein. Ganz im Sinne von "Angriff ist die beste Verteidigung" dreht er den Spieß um: Dass sich Christina Blocks Verteidigung darüber beschwere, sei bemerkenswert. "Sie hat Bild nach der Entführung der Kinder für eine beispiellose Pressekampagne instrumentalisiert. Sie beschäftigt zudem Béla Anda, einen ehemaligen Bild-Journalisten und ehemaligen Pressesprecher eines Bundeskanzlers, der Medien in ihrem Sinne bespielt." 

Vor Gericht wirft von der Meden am Mittwoch die Idee auf, man könne doch mal Anda als Zeugen laden und dazu befragen, wie er für Block mit den Medien interagiere. Bott kontert, das sei eine Nebelkerze und lenke vom eigentlichen Thema ab – es gehe hier nicht einfach um die üblichen Pressekontakte, sondern darum, dass irgendjemand Details aus dem Gutachten durchgestochen habe.

Warum hatte die Hauptermittlerin mit Hensel so viel zu besprechen?

Dann gehört Dr. David Rieks die Bühne. Der Verteidiger von Blocks mitangeklagtem Lebensgefährten Gerhard Delling nimmt in seiner Erklärung nach § 257 StPO zu B.s Befragung eine so strukturierte und präzise Einordnung ihrer Zeugenaussage vor, dass sich mehrere seiner Verteidigerkollegen "jedem Wort" und "in jedem einzelnen Punkt" anschließen. So viel Begeisterung und Einstimmigkeit begegnet man hier im Hamburger Gerichtssaal selten.

Rieks gliedert in seiner Erklärung die Arbeit der Ermittler in drei zentrale Fragen: Was ist in der Silvesternacht 2023/24 genau passiert und wer war daran beteiligt? Was ist im Vorfeld der Silvesternacht geschehen, sodass es überhaupt zu der Entführung gekommen ist? Und wer trägt für deren Veranlassung und Umsetzung die strafrechtliche Verantwortung? Dann legt er los.

Die erste Frage sei inzwischen hinreichend beantwortet. Was geschehen sei, stehe inzwischen weitgehend fest. Bei den übrigen beiden Fragen sei es dagegen schwieriger: Hier stütze man sich auf bloße Indizien oder gar "vermeintlich lebensnahe Betrachtungen". Dann beginnt das Austeilen gegen die Ermittler: Wichtig wäre seiner Auffassung nach gewesen, dass sie objektiv und ergebnisoffen ermittelt hätten – doch genau das hätten sie nicht. Die Vernehmung von B. habe verdeutlicht, "dass gravierende Fragezeichen bestehen, ob die Ermittlungen mit der notwendigen Objektivität und rechtsstaatlichen Fairness ins Gleis gesetzt worden sind."

Er kritisiert, dass die B. vor der Entführung in der Silvesternacht über zwei Jahre lang ausschließlich mit Hensel kommuniziert habe, teils sogar wöchentlich. "Was gab es so viel mit Herrn Hensel zu besprechen?", fragt Rieks provokant. Dazu gebe es nicht eine einzige Aktennotiz. Zu ihrer Kommunikation mit Hensel im Rahmen des gegen ihn laufenden Strafverfahrens hatte die Ermittlerin die Aussage verweigert und das mit ihrer vom Dienstherrn nur beschränkt erteilten Aussagegenehmigung begründet. Die vollständigen Familiengerichtsakten habe die Ermittlerin laut eigener Aussage nie gesehen, ihr Bild der Situation sei also vollständig von Hensel geprägt gewesen, den man wohl kaum als neutrale Quelle bezeichnen könne, stichelt Rieks.

Und tatsächlich: Nicht nur hatte Hensel auch schon im Hamburger Gerichtssaal immer wieder sehr extreme Ansichten in Bezug auf das Jugendamt, seine Ex-Frau und deren Familie gezeigt, er war auch selbst Beschuldigter in einem Strafverfahren, das aktuell noch auf die Eröffnung des Hauptverfahrens beim Landgericht (LG) Hamburg wartet. Hier piesackt Rieks weiter: Der Ermittlungsführerin scheine nicht präsent gewesen zu sein, dass sie "ständig mit dem Tatverdächtigen laufender Straftaten kommunizierte, anstatt mit den Verletzten dieser Straftaten", so der Anwalt. Dass die Hauptermittlerin mit Hensel in "jahrelangem, undokumentiertem und im Anlass rätselhaftem Austausch" gestanden habe, lasse deutliche Zweifel an ihrer Unvoreingenommenheit aufkommen.

Entlastende E-Mails in den zurückgehaltenen IT-Asservaten?

Rieks Ausführungen sind eine Vorlage, die sich Dr. Marko Voß nicht entgehen lässt. Er verteidigt den mitangeklagten Familienanwalt der Blocks, Dr. Andreas Costard. Am Dienstag hatte Voß sich von B. bestätigen lassen, dass eine Raumreservierung im Grand Elysée Hotel laut ihrem Abschlussbericht der einzige von der Polizei ermittelte denkbare Tatbeitrag Costards gewesen sei. Daraufhin hatte er mit E-Mails zu einer abgesagten Kanzlei-Weihnachtsfeier am selben Datum eine entlastende Erklärung dafür angeboten, die die Polizei aber gar nicht ermittelt habe. Das zeige, dass "unbelegte, belastende Fakten aufzustellen" die "Grundstruktur des Verfahrens" sei.

Bemerkenswert ist das auch deshalb, weil die von Voß vorgetragenen möglicherweise entlastenden E-Mails bislang nicht Aktenbestandteil sind. Sie aber sind Teil der umfangreichen IT‑Asservate, die von den Ermittlern sichergestellt und anschließend vom Gericht beschlagnahmt worden waren. Genauer gesagt: Es geht um die vier Terabyte Daten, die von den Ermittlungsbehörden als "nicht relevant" deklariert und deshalb den Verteidigern nicht in der Akteneinsicht übermittelt wurden

Seit Herbst des vergangenen Jahres kämpfen die Verteidiger darum, Einsicht in diese Daten zu erhalten – unter anderem aufgrund des Verdachts, dass sich darin entlastendes Material befinden könnte, das von den Ermittlern nicht berücksichtigt worden ist. Mit den nun von Voß präsentierten E-Mails scheint sich genau dieser Verdacht bestätigt zu haben. Laut Voß beweist das zudem, dass es Polizei und Staatsanwaltschaft nur darum gegangen sei, "Ermittlungshypothesen zu bestätigen". Das habe zu einseitigen Ermittlungen geführt, in denen entlastende Erklärungsmöglichkeiten nicht mehr ermittelt worden seien.

Sagt Ex-Block-Verteidiger Kury noch als Zeuge aus?

Auch Gül Pinar, die den mitangeklagten Sicherheitsunternehmer Andreas P. verteidigt, macht Hauptermittlungsführerin B. zur Zielscheibe. B.s Aussagen hätten nur bestätigt, dass sich der Tatbeitrag ihres Mandanten "darin erschöpft, was seine Firma ohnehin tut: ein Haus bewachen." Ihr Vorschlag: Sie will B. gleich noch einmal vernehmen lassen, dann aber mit erweiterter Aussagegenehmigung nach § 54 Strafprozessordnung (StPO). Dann kann sich B. nämlich nicht mehr auf eine von ihrem Dienstherrn beschränkte Ausnahmegenehmigung berufen.

Von der Meden spricht sich dagegen aus: Die Verteidiger hätten auf dem Verwaltungsrechtsweg von der zuständigen Dienststelle die Erteilung einer erweiterten Aussagegenehmigung einfordern können. Dass B. sich jetzt auf ein Auskunftsverweigerungsrecht beruft, sei nun das Problem der Verteidiger. 

Nach der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts wäre es möglich, B. noch einmal zu vernehmen, da § 54 StPO auch den Interessen des Prozessbeteiligten, der sich auf das Zeugnis eines Beamten beruft, dient. Das begründe eine subjektive Betroffenheit, die ihnen den Verwaltungsrechtsweg eröffnet, so das Gericht. Dass von der Meden den Hinweis auf diesen Rechtsweg am Mittwoch sofort parat hat, er ihm aber offenbar nicht während der tagelangen Streitigkeiten um die beschränkte Aussagegenehmigung, sondern erst nach der Entlassung der Zeugin B. eingefallen ist, hat für die Prozessbeobachter ein Geschmäckle.

Mehr Zustimmung erfährt Pinar für ihren zweiten Antrag. Sie meint, P. habe sich als juristischer Laie auf die Rechtsauskünfte der involvierten Rechtsanwälte verlassen, dass die Überwachung von Hensels Haus legal sei. Sie will deshalb Christina Blocks ursprünglichen Verteidiger Otmar Kury vernehmen. Als ihr jahrelanger strafrechtlicher Berater hatte er die Verteidigung der Unternehmenserbin im vergangenen Sommer gemeinsam mit dem kurzfristig dazugestoßenen Bott übernommen, bevor ihn Block nach nur drei Prozesstagen entließ und Bott und seine Kollegin Paula Wlodarek als Duo übernahmen.

Pinars Antrag muss erst einmal wirken, dann folgt die erste Reaktion von Böttner. Er fragt nach, ob das heiße, dass Kury P. gesagt hätte, die Situation am 2. Januar 2024, als die entführten Kinder zurück bei ihrer Mutter in Hamburg waren, sei legal gewesen. Pinar und P. nicken eifrig. Das habe Kury in einer Telefonkonferenz am 2. Januar gesagt. Böttner wird sofort hellhörig: Wenn Kury als bekannter, erfahrener Strafverteidiger tatsächlich nach außen geäußert haben sollte, die Aktionen rund um die Silvesternacht 2023/24 seien legal, dann könnten auch andere Beteiligte wie Böttners Mandant Tal S., der die Beteiligung an der Entführung bereits gestanden hat, oder auch die Hauptangeklagte Block auf Kury vertraut haben. Er befürwortet daher sofort, Kury als Zeugen zu laden. Sogar Nebenklagevertreter von der Meden überlegt laut, dass man den ehemaligen Block-Verteidiger unter bestimmten Gesichtspunkten vielleicht wirklich anhören müsse.

Das bringt Bott und Wlodarek in Zugzwang: Sie müssen sich gemeinsam mit ihrer Mandantin überlegen, ob sie Kury nach § 53 Abs. 2 StPO von seinem Mandatsgeheimnis entbinden wollen. Es wird eine taktische Frage werden.

Kurzfristiger Schluss der Selbstleseliste setzt Block unter Druck

Hildebrandt kündigt zum Abschluss des Verhandlungstages an, die Selbstleseliste schließen zu wollen – und zwar schon am Donnerstag. 

Pinar reagiert besorgt: So kurzfristig können sie zu den Hunderten Urkunden mit Tausenden Seiten, die damit nach § 249 Abs. 2 StPO als eingeführt gelten, keine Erklärung abgeben. Hildebrandt meint gut gelaunt, das sei ja kein Problem, denn Pinars Kollege Bott kündige ja schon seit Langem an, seine Mandantin wolle nach Schluss der Selbstleseliste eine Einlassung dazu machen, die einen Umfang von zwei Tagen haben werde. Es sei also nicht zu besorgen, dass Pinar sich so bald erklären müsse, und man könne die Zeit gut nutzen, die durch die kürzer als geplant ausgefallene Zeugenbefragung frei geworden ist.

Bott dagegen ist nicht so erfreut über die Ankündigung, wie Hildebrandt vielleicht erwartet hatte. Die Einlassung sei noch nicht fertig. Für die Verfahrensbeteiligten sei schließlich nicht absehbar gewesen, wann die Liste geschlossen werde. Bott will deshalb von Hildebrandt wissen, ob sie Block die Erklärung – auf die offensichtlich schon lange hingearbeitet wurde – bis zur nächsten Woche erlassen werde. Hildebrandts kurzzeitig gute Laune hält nicht mehr an; sie ist offensichtlich nicht begeistert darüber, dass ihr Plan nicht aufgeht. Bott bekommt daher nur zu hören: "Das werden wir dann sehen."

Für Bott wird es jetzt schwierig: Er bekommt keine verbindliche Antwort, ob die seiner Mandantin so wichtige Einlassung am Donnerstag kommen muss oder aufgeschoben werden kann. Da die letzten Worte der Angeklagten wohl unter Ausschluss der Öffentlichkeit fallen werden, dürfte Christina Block ihre Einlassung zu den umfangreichen Unterlagen in der Selbstleseliste dafür nutzen wollen, um im sich dem Ende neigenden Verfahren noch einmal öffentlich selbst zu sprechen. Damit haben die Steakhouse-Erbin, Bott und Wlodarek nur einen halben Tag Zeit, um die "inoffiziellen" letzten Worte vorzubereiten, falls am Donnerstag die Selbstleseliste geschlossen wird.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51  Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brau­chen Sie eine Pause, um ein Ableh­nungs­ge­such zu for­mu­lieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Tag 55 – "Die Gerichtssprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus": Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Tag 56 – Voß' großer Rundumschlag: Der Streit um zulässige Fragen und den Umgangston im Saal kocht über: Es wird sich gegenseitig korrigiert und verspottet, dann ruft Stephan Hensel ins Mikrofon. Costard-Verteidiger Voß legt sich besonders mit dem Gericht und zwei Anwälten an.

Tag 57 – "Ich habe niemals Leute manipuliert, ich habe andere Dinge getan": Ingo Bott hält eine Lesestunde. Der vermeintliche Kronzeuge Barkay erklärt bei seinem letzten Auftritt im Zeugenstand, dass er früher für den israelischen Geheimdienst gearbeitet hat. Was bleibt von der Befragung der israelischen Zeugen?

Tag 58 – Warum glaubte man anderen – den Angeklagten aber nicht?: Als eine Ermittlerin erklärt, dass das Verfahren gegen andere eingestellt wurde, weil man sich auf deren Wort verlassen habe, kochen im Block-Prozess die Emotionen über. Misst die Staatsanwaltschaft mit zweierlei Maß? 

Tag 59 – die Kammer denkt an den August, die Verteidigung an den BGH: Was darf eine zentrale Ermittlerin zum Block-Komplex aussagen? Am 59. Verhandlungstag zeichnet sich ab: Die Verteidiger bereiten sich schon auf die Revision vor. Und der Abschluss des Prozesses im August lässt sich wohl nicht mehr halten.

Tag 60 – Die Antwort auf alle Fragen lautet "David Barkay": Der zweite mutmaßliche Fluchtwagenfahrer berichtet per Videoschalte von der Entführung in der Silvesternacht: Beim Chef der Israelis, David Barkay, seien alle Fäden zusammengelaufen. Christina Block könnte noch etwas anderes gelegen kommen.

Tag 61 – "Sie war wie Prinzessin Diana": Kafka, Diana und David Barkay: Die Block-Verteidigung versucht, den mutmaßlichen Chef-Entführer als Strippenzieher darzustellen. Wer brachte die Kinder zuerst in Gefahr? "Profis" hätten bei der Aktion wohl nie mitgemacht.

Tag 62 – Der Entführer, der James Bond sein wollte: Ein Model aus GNTM weint nach einer Ansprache von Christina Block, wird zum Entführer und trinkt später angeblich mit einem Polizeihund aus einer Pfütze. Der Block-Prozess wird immer bizarrer – und zugleich immer schwerer aufzuklären.

Tag 63 – Letzter Entführer macht Christina Block verantwortlich: Sündenbock oder Selbsterhaltungs-Lügner mit Gewissen? Als letzter Zeuge der Kammer schildert der mutmaßliche Entführer Jonathan G., wie David Barkay ihn manipuliert habe – und macht auch Christina Block persönlich verantwortlich. 

Tag 64 – Doch noch ein Haftbefehl gegen Christina Block?: Eskalation im Block-Prozess: Hat die Hauptangeklagte versucht, die Gutachterin ihrer Kinder zu beeinflussen? Die Vorsitzende lässt vor dem Ausschluss der Öffentlichkeit die Bombe platzen. Muss Block auf den letzten Metern noch in U-Haft?

Tag 65 – Entscheidende Stunden hinter verschlossenen Türen: Die kinderpsychiatrische Gutachterin sagt bei ausgeschlossener Öffentlichkeit aus. Es geht um die psychischen Schäden, die die entführten Kinder erlitten – und damit möglicherweise um die Frage, ob Christina Block ins Gefängnis muss.

Tag 66 – Ausgerechnet auf der Zielgeraden meldet sich der nächste Israeli: Eigentlich hat das Gericht sein Beweisprogramm schon für abgeschlossen erklärt, da meldet sich der nächste, mutmaßlich an der Entführung in der Silvesternacht beteiligte Israeli. Muss die Kammer diesen möglichen Zeugen jetzt anhören?

Tag 67 – Das letzte Mal ohne die Presse: Nach vier Tagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit steht das Ergebnis des Gutachtens zu den zwei Block-Kindern fest. Mutter Christina Block trägt Schwarz, Vater Stephan Hensel ist abwesend. Immerhin: Ohne die Presse geht es gut voran.

Tag 68 – "Es geht nicht darum, ob Frau Block eine gute Mutter ist": Wieder öffentlich, wird die Kammer im Block-Prozess mit Anträgen überschüttet. Die Gutachtenerstattung wirkt noch nach, es wird viel diskutiert und am Ende macht die Vorsitzende der Verteidigung eine emotionale Ansage.

Tag 69 – Anwältin belächelt Eintrag ins "Klassenbuch": Ein durchgestochenes Gutachten, eine Richterin, die nicht Wachhund sein will, und eine Alarmanlage. Bei der Befragung einer Polizistin kommt es zu Schrei-Duellen. Dann ist alles schneller vorbei als gedacht, am Tag 69 im Block-Prozess.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 70: . In: Legal Tribune Online, 19.08.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60682 (abgerufen am: 14.09.2026 )

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