Block-Prozess Tag 65: Ent­schei­dende Stunden hinter ver­sch­los­senen Türen

von Jakob Hoffmann

29.07.2026

Die kinderpsychiatrische Gutachterin sagt bei ausgeschlossener Öffentlichkeit aus. Es geht um die psychischen Schäden, die die entführten Kinder erlitten – und damit möglicherweise um die Frage, ob Christina Block ins Gefängnis muss.

Auch am 65. Verhandlungstag im Block-Prozess wird weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt – zum Schutz der Kinder. Wie auch am Dienstag kann die Hauptangeklagte Christina Block aber größtenteils nur zuhören, wie die psychische Gesundheit ihrer Kinder im Gerichtssaal 237 des Landgerichts (LG) Hamburg erörtert wird. Die kinderpsychiatrische Sachverständige setzt ihren Bericht fort. Es geht darum, welche Belastungen die Kinder durch die Entführung in der Silvesternacht 2023/24 erlitten und wie belastet sie schon im Vorfeld waren. 

Einige Einblicke in die mentale Gesundheit der beiden Kinder hatten im Laufe des inzwischen mehr als einjährigen Prozesses schon verschiedene Personen gegeben: Jugendamtsmitarbeiterinnen, Blocks Kinderpsychologe, die neue Ehefrau von Blocks Ex-Mann Stephan Hensel, Polizistinnen, die Hauptermittlungsführerin, ein Brief der Großeltern, sowie immer wieder auch Block und Hensel selbst. Nun ist die lange erwartete kinderpsychiatrische Gutachterin dran.

Für die Angeklagten, aber allen voran für die Hauptangeklagte Christina Block, geht es am Mittwoch um viel: Sie ist u.a. wegen der Entziehung Minderjähriger nach § 235 Strafgesetzbuch (StGB) angeklagt. Der Bericht der Gutachterin wird voraussichtlich den Ausschlag geben, ob es im Falle einer Verurteilung beim Grundtatbestand bleibt, oder wegen einer Gefährdung der seelischen Entwicklung der Kinder ein schwerer Fall angenommen wird – und könnte damit entscheiden, ob es um eine Bewährungsstrafe oder eine Haftstrafe geht.

Welche psychischen Belastungen erlitten die Kinder durch die Entführung?

Grund dafür ist, dass der § 235 StGB schon im Grundtatbestand einen sehr weiten Strafrahmen hat. Von Geldstrafe bis fünf Jahre Gefängnis ist alles drin. Nach § 56 StGB werden Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr grundsätzlich zur Bewährung ausgesetzt. Auch bei einer Verurteilung müssten die Betroffenen dann also wohl nicht ins Gefängnis. 

Die Qualifikation zur schweren Kindesentziehung dagegen würde die Tat zum Verbrechen nach § 12 Abs. 1 StGB anheben – und damit auf eine Mindestfreiheitsstrafe von einem Jahr. Zwar kann in bestimmten Fällen nach § 56 Abs. 2 StGB auch eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren zur Bewährung ausgesetzt werden. Das erfordert aber besondere Umstände: etwa Bemühungen, den angerichteten Schaden wiedergutzumachen. Ein reumütiges Geständnis ist dafür regelmäßig schon mal ein guter Anfang, das hat bisher aber nur einer der sieben Angeklagten, der unmittelbar an der Entführung beteiligte Tal S., abgelegt. Alle anderen bestreiten sämtliche Anklagevorwürfe. Im Falle einer Verurteilung nach dem Qualifikationstatbestand würden ihnen damit bis zu zehn Jahre Haft drohen.

Der Qualifikationstatbestand nach § 235 Abs. 4 Nr. 1 Var. 3 StGB ist erfüllt, "wenn der Täter das Opfer durch die Tat in die Gefahr […] einer erheblichen Schädigung der körperlichen oder seelischen Entwicklung bringt." Entsprechendes gilt für den tateinheitlichen Tatvorwurf der Misshandlung von Schutzbefohlenen gem. § 225 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3 Nr. 2 StGB. 

Für die Verteidiger sprachen die Aussagen der vernommenen Jugendamtsmitarbeiterinnen dagegen, den Qualifikationstatbestand als erfüllt anzusehen: Daraus ergäbe sich das Bild von Kindern, die durch das Verhalten des Kindsvaters Stephan Hensel im eskalierten Sorgerechtsstreit schon vor den Ereignissen in der Silvesternacht seelisch belastet waren. Zurück in Hamburg bei der Mutter sei es ihnen gut gegangen. Damit sei die mutmaßliche Entführung nicht kausal für eine Schädigung der seelischen Entwicklung der Kinder gewesen.

Nebenklagevertreter Dr. Philip von der Meden, der gleichzeitig auch Verteidiger des Kindsvaters Hensel in dessen eigenem Ermittlungsverfahren ist, sieht das naturgemäß anders. Gegenüber LTO hatte er gesagt, es komme für die strafschärfende Qualifikation des § 235 StGB nur auf die Gefahr einer seelischen Schädigung an. Diese liege bei "einer Entführung durch schwarz maskierte Gangster", bei der die Kinder gefesselt durch einen nächtlichen Winterwald getragen wurden, "ohne jeden Zweifel vor". 

Hensel hatte im Prozess von Furcht der Kinder vor "dunklen, südländischen Menschen" und Panikattacken mit "weichen Knien" und "Zähneklappern" berichtet, seine neue Ehefrau Astrid H. von Nervosität, Angstzuständen und Albträumen bei den Kindern. Hensel habe nicht am Fenster sitzen dürfen, weil die Kinder Angst gehabt hätten, er würde erschossen, hatte sie in ihrer Vernehmung ausgesagt. Hensel hatte seiner Ex-Frau zudem vorgeworfen, ihren Kindern gegenüber gewalttätig geworden zu sein. Block bestreitet die Vorwürfe.

Hensel soll die Kinder beeinflusst haben

Damit hatte Hensel auch im August 2021 begründet, die Kinder entgegen der Sorgerechtsvereinbarung in Dänemark zurückzubehalten. Blocks Anwälte sehen darin eine Entführung der Kinder durch Hensel. Die Staatsanwaltschaft nahm damals Ermittlungen auf und erhob Anklage, das zuständige Amtsgericht weigerte sich jedoch, das Hauptverfahren zu eröffnen. Block legte erfolgreich Beschwerde dagegen ein, seitdem hängt das Verfahren sprichwörtlich in der Luft – aktuell liegt es laut einer Sprecherin des Gerichts bei derselben Jugendschutzkammer, die auch über Christina Block und ihre Mitangeklagten richten muss. Dass diese in dem chronologisch vorgelagerten Verfahren nicht tätig wird, wird von verschiedenen Seiten scharf kritisiert, u.a. von Blocks Verteidigung und vom Anwalt ihres Vaters, der sich immer wieder von der Seitenlinie zu Wort meldet.

Oft wird Hensel im Prozess vorgeworfen, er beeinflusse und manipuliere seine Kinder, deren Wahrnehmung und Aussagen. Auch die Hauptermittlungsführerin hatte berichtet, sie habe Hensel gebeten, er und seine Frau mögen bitte aufhören, eigene Ermittlungen mit den Kindern anzustellen und ihnen Fotos von Personen und Orten zu zeigen. So berichtete die Kriminalbeamtin etwa von einer Aussage des Sohnes, seine Mutter hätte die Entführer "engagiert", diese gehörten zu einem "israelischen Unternehmen" – diese Formulierungen seien ihr für einen Zehnjährigen ungewöhnlich vorgekommen. Auch andere Details der Aussagen der Kinder hätten nicht von diesen selbst stammen können. 

Die Beamtin hatte klargestellt, die Kinder hätten ihrem Eindruck nach selbst geglaubt, was sie erzählten. Woher sie die Informationen aber hatten, das könne sie nicht sagen. Auch in Vernehmungsprotokollen, die in der Hauptverhandlung zitiert wurden, zeigte sich: Immer wieder wurden die Kinder gefragt, wie sie auf bestimmte Behauptungen kämen, woher sie Informationen hätten. Die Antwort lautete oft: Stephan Hensel. 

Welche Rolle spielt das Verhalten von Vater Hensel?

Im Prozess vertritt die Nebenklage im Ergebnis die Position, dass es gar nicht darauf ankomme, ob die Kinder schon durch den Sorgerechtsstreit und die mutmaßliche Entführung der Kinder durch den Vater nach Dänemark vorgeschädigt waren. Denn hier sei nur maßgeblich, ob die Tat in der Silvesternacht eine solche Gefahr darstellte. 

Die Tat selbst muss aber für die Gefährdung der seelischen Entwicklung der Kinder kausal gewesen sein. Jugendamtsmitarbeiterinnen hatten berichtet, Hensel habe die Kinder von der Mutter entfremdet. Im Sorgerechtsstreit hatte eine der Mitarbeiterinnen vermerkt, das "Verhalten des Vaters" sei "als Isolierung der Kinder und Machtdemonstration" zu bewerten. Verteidiger Dr. Marko Voß resümierte damals, dass das gesamte Helfersystem Hensels Verhalten stets als kindeswohlgefährdend bewertet und vor psychischen Folgen für die Kinder gewarnt habe. Eine solche Vorbelastung der Kinder durch den Vater könne es zumindest in Zweifel ziehen, dass die mutmaßliche Tat der Mutter kausal für die Gefährdung war. 

Christina Blocks Verteidiger Dr. Ingo Bott sagte gegenüber LTO, die Kammer habe in diesem Zusammenhang auf einen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH, Beschl. v. 08.11.2018, Az. 4 StR 61/18) hingewiesen. Demnach kommt es darauf an, ob Kinder schon vorher seelische Schäden gehabt hätten oder die Gefahr dafür bestanden hätte. In dem Fall sei festzustellen, ob durch die Tat eine Gefahr hervorgerufen wurde, "die bereits vorhandenen oder zu befürchtenden Schäden in erheblichem Maße zu vergrößern oder die wegen einer bereits gegebenen individuellen Schadensdisposition bestehenden Gefahren messbar zu steigern". Was die Gutachterin am Mittwoch aussagt, kann daher zum entscheidenden Faktor werden.

Welche Rechte hatte Block?

Laut dem BGH (Urt. v. 29.11.1989, Az. 2 LStR 319/89) kann die Gefahr einer seelischen Schädigung etwa dann vorliegen, wenn sich ein Vater "aus egoistischen Motiven hemmungslos über die berechtigten Interessen des Kindes und der Mutter hinwegsetzt". Zwar streiten Verteidigung und Nebenklage nach wie vor vehement darum, wo die Kinder rechtlich hingehörten, als sie in der Silvesternacht bei ihrem Vater in Dänemark entführt und unter noch nicht abschließend geklärten Umständen zu ihrer Mutter gebracht wurden. Rechte als Mutter hatte Block aber in jedem Fall.

Die Verteidigung stützt sich darauf, dass das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) im Oktober 2021 Block das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen und angeordnet hatte, die Kinder an sie herauszugeben. Die Nebenklage ist dagegen der Meinung, diese Ansprüche seien dadurch erloschen, dass dasselbe OLG im Dezember 2023 erklärte, nicht mehr die deutschen, sondern die dänischen Gerichte seien zuständig. Im Zeitpunkt der Entführung hätten der Mutter also keine Herausgabeansprüche mehr zugestanden. 

Ein Umgangsrecht nach § 1684 Abs. 1 Hs. 2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) hätte sie dennoch gehabt. Sie sagt, dies sei ihr von Hensel verwehrt worden. Der widerspricht. Nach § 1684 Abs. 2 S. 1 BGB haben beide Elternteile zudem alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt. Hat Hensel die Kinder tatsächlich manipuliert? Die angehörten Jugendamtsmitarbeiterinnen und der von Block beauftragte Kinderpsychologe Dr. R. bestätigten diesen Eindruck. Ob die kinderpsychiatrische Sachverständige das in ihrem Gutachten auch getan hat, darum geht es am Mittwoch hinter verschlossenen Türen.

Ausschluss soll Kinder schützen – zu spät?

Dass die Öffentlichkeit ausgeschlossen ist, liegt an der besonders persönlichen Natur des Gutachtens, das schließlich die intimsten Bereiche der inzwischen 12- und 15-jährigen Kinder betrifft. Für diesen Fall sieht § 171b Abs. 1 Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) eine Ausnahme vom Öffentlichkeitsgrundsatz nach § 169 Abs. 1 S. 1 GVG vor, laut dem die strafrechtliche Hauptverhandlung grundsätzlich öffentlich zu erfolgen hat. Das Gericht hatte den Ausschluss unter Zustimmung aller Verfahrensbeteiligten angeordnet, um die Privatsphäre der Kinder in dem sehr medienwirksamen Prozess zu schützen. Auch jetzt schon kursieren in den Medien, nicht zuletzt aufgrund umfangreicher, unzulässiger Aktenweitergabe an die Presse, diverse intime Details aus den Leben der Kinder. Der Ausschluss kommt wohl etwas zu spät, könnte man sagen. 

Weil es in dem Verfahren auch um den Tatvorwurf der Misshandlung von Schutzbefohlenen gem. § 225 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 3 Nr. 2 StGB geht, hat der Ausschluss der Öffentlichkeit zudem eine etwas versteckte Sondervorschrift des GVG ausgelöst, wie LTO berichtete: § 171b Abs. 3 S. 2 GVG. Damit muss die Kammer die Öffentlichkeit zwingend auch für das große Finale – die Abschluss-Plädoyers von Verteidigung, Nebenklage und Staatsanwaltschaft und die letzten Worte der Angeklagten – ausschließen. 

Eine Weile dürfte es noch dauern, bis es in Saal 237 weitergeht: Zwei Tage hat man schon für den Bericht der Gutachterin zu dem entführten Mädchen gebraucht. Um ihren Bruder geht es dann beim nächsten Mal. Für Christina Block dürfte das nicht leicht werden: Fünf Stunden wurde die psychische Gesundheit ihrer Kinder, die sie seit zweieinhalb Jahren nicht sehen darf, erörtert. Als sie am Mittwoch den Gerichtssaal verlässt, wirkt sie niedergeschlagen und erschöpft. Fortgesetzt wird die Anhörung der Gutachterin am 7. August. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit, versteht sich.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - "Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich": Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - "Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging": David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51  Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brauchen Sie eine Pause, um ein Ablehnungsgesuch zu formulieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Tag 55 – "Die Gerichtssprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus": Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Tag 56 – Voß' großer Rundumschlag: Der Streit um zulässige Fragen und den Umgangston im Saal kocht über: Es wird sich gegenseitig korrigiert und verspottet, dann ruft Stephan Hensel ins Mikrofon. Costard-Verteidiger Voß legt sich besonders mit dem Gericht und zwei Anwälten an.

Tag 57 – "Ich habe niemals Leute manipuliert, ich habe andere Dinge getan": Ingo Bott hält eine Lesestunde. Der vermeintliche Kronzeuge Barkay erklärt bei seinem letzten Auftritt im Zeugenstand, dass er früher für den israelischen Geheimdienst gearbeitet hat. Was bleibt von der Befragung der israelischen Zeugen?

Tag 58 – Warum glaubte man anderen – den Angeklagten aber nicht?: Als eine Ermittlerin erklärt, dass das Verfahren gegen andere eingestellt wurde, weil man sich auf deren Wort verlassen habe, kochen im Block-Prozess die Emotionen über. Misst die Staatsanwaltschaft mit zweierlei Maß? 

Tag 59 – die Kammer denkt an den August, die Verteidigung an den BGH: Was darf eine zentrale Ermittlerin zum Block-Komplex aussagen? Am 59. Verhandlungstag zeichnet sich ab: Die Verteidiger bereiten sich schon auf die Revision vor. Und der Abschluss des Prozesses im August lässt sich wohl nicht mehr halten.

Tag 60 – Die Antwort auf alle Fragen lautet "David Barkay": Der zweite mutmaßliche Fluchtwagenfahrer berichtet per Videoschalte von der Entführung in der Silvesternacht: Beim Chef der Israelis, David Barkay, seien alle Fäden zusammengelaufen. Christina Block könnte noch etwas anderes gelegen kommen.

Tag 61 – "Sie war wie Prinzessin Diana": Kafka, Diana und David Barkay: Die Block-Verteidigung versucht, den mutmaßlichen Chef-Entführer als Strippenzieher darzustellen. Wer brachte die Kinder zuerst in Gefahr? "Profis" hätten bei der Aktion wohl nie mitgemacht.

Tag 62 – Der Entführer, der James Bond sein wollte: Ein Model aus GNTM weint nach einer Ansprache von Christina Block, wird zum Entführer und trinkt später angeblich mit einem Polizeihund aus einer Pfütze. Der Block-Prozess wird immer bizarrer – und zugleich immer schwerer aufzuklären.

Tag 63 – Letzter Entführer macht Christina Block verantwortlich: Sündenbock oder Selbsterhaltungs-Lügner mit Gewissen? Als letzter Zeuge der Kammer schildert der mutmaßliche Entführer Jonathan G., wie David Barkay ihn manipuliert habe – und macht auch Christina Block persönlich verantwortlich. 

Tag 64 – Doch noch ein Haftbefehl gegen Christina Block?: Eskalation im Block-Prozess: Hat die Hauptangeklagte versucht, die Gutachterin ihrer Kinder zu beeinflussen? Die Vorsitzende lässt vor dem Ausschluss der Öffentlichkeit die Bombe platzen. Muss Block auf den letzten Metern noch in U-Haft?

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 65: . In: Legal Tribune Online, 29.07.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60548 (abgerufen am: 09.08.2026 )

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